Newsletter März

Liebe Leserin, lieber Leser,

der aktuelle Newsletter befasst sich mit unseren aktuellen Aktivitäten. Wir haben unser Informations- und Gesprächsformat “Stammtisch” weiterentwickelt. Außerdem haben wir überlegt, im ersten Halbjahr den Schwerpunkt auf das Thema “Plastik” zu setzen. 

Zudem gibt es Informationen zur kommunalen Wärmeplanung und zum Stand des Starkregen-Konzepts und dem Frühjahrsputz der Gemeinde Kürten.

Weiter ein Veranstaltungstipp der Bergischen Ernährungsrates, hier geht es in der “Zukunftswerkstatt – Anno 2039” um Visionen für die Zukunft. Zu guter Letzt die Einladung zur Teilnahme an der Earth Hour, einem jährlich stattfindenden “Lichtzeichen” im umgekehrten Sinne für den Klimaschutz.

Am Ende findet Ihr den Termin unseres nächsten Plenums. Gäste und Interessierte sind herzlich willkommen!

Wir wünschen eine erbauliche Lektüre.

IG Klima startet “Das Zukunftsforum”

Im Jahr 2024 haben wir monatlich einen “Stammtisch” zu verschiedensten Themen  in der Gaststätte zur Alten Ulme veranstaltet. Bei diesen Stammtischen haben  Mitstreiter*innen und auch externe Gäste zu Schwerpunktthemen einen kurzen Input gegeben mit anschließender Diskussion mit den Anwesenden. Leider waren in der Regel nur wenige Gäste anwesend. Wir haben Vermutungen angestellt zu den Gründen dieses Phänomens. Lag es an der Qualität unserer Inhalte? Die positiven Rückmeldungen zu unserer Veranstaltungen scheint dies nicht zu bestätigen. Sind Klimaschutz und Nachhaltigkeit uninteressant? Lag es am Format “Stammtisch” das möglicherweise Kneipenassoziationen hervorruft und abschreckt? Wurde durch den Namen ein eher “privater” Charakter unserer Veranstaltungen vermittelt? Abschließend können wir diese Frage nicht beantworten. Wir sind selbstverständlich offen für Rückmeldungen der Leserschaft dieses Newsletters (Gerne an info@klima-kuerten.de).  

Nun haben wir beschlossen das Format fortzuentwickeln, denn wir sind weiterhin der Überzeugung, dass gute und fundierte Informationen dem Schutz von Mensch, Klima und Biosphäre hilft. Daher lancieren wir ein neues Veranstaltungsformat: “das Zukunftsforum” an einem neuen Ort, dem Bürgerhaus. Zuerst starten wir im Clubraum. Der Charakter der Veranstaltung bleibt erhalten. Es wird weiterhin am Anfang einen Impulsvortrag geben mit anschließendem Raum für Gespräch und Austausch. Wir bleiben dem letzten Donnerstag im Monat treu, um 19.30 Uhr geht es los, Ende ca. 21.30 Uhr. In der ersten Jahreshälfte sind folgende Themen in Planung: Kleidung und Mode, Mobilität mit elektrischen Kleinfahrzeugen und Plastik und sicherlich noch weitere. 

Alle, die sich für diese Themen interessieren, sind herzlich eingeladen. Wir freuen uns auf die Begegnung mit Euch/Ihnen.

Konzert für Klimagerechtigkeit

Zum dritten Mal laden die Gemeinde Kürten und die IG Klima Kürten den Komponisten, Pianisten und Aktivisten Roland Vossebrecker aus Bergisch Gladbach ins Bürgerhaus ein. Fast schon eine Tradition.

Roland Vossebrecker engagiert sich seit einigen Jahren mit Benefizkonzerten für Klimagerechtigkeit und hat mit seinen Konzert-Projekten der letzten Jahre bereits über 141.000 € für die Entwicklungshilfe-Organisationen Oxfam und die WHH eingespielt. 

Vossebrecker erklärt dazu:

„Jahrzehntelang sind weltweit große Fortschritte im Kampf gegen den Hunger erreicht worden. Der Klimawandel droht diese positive Entwicklung zunichtezumachen: Der Hunger auf der Welt nimmt wieder zu! Daher möchte ich die Spenden meiner Konzertreihen Hilfsorganisationen zugutekommen lassen, die im Globalen Süden den am schlimmsten vom Klimawandel Betroffenen zur Seite stehen.“ 

Im Frühjahr 2025 wird die achte Konzertreihe für Klimagerechtigkeit stattfinden, mit zahlreichen Konzerten u. a. in Bergisch Gladbach, Berlin, Bochum, Bonn, Essen, Kassel, Köln, Langenfeld, Oldenburg und Reutlingen. Auf seinem Programm stehen Werke von J. S. Bach und R. Vossebrecker. Während des Konzertes kommuniziert der Musiker mit dem Publikum, spricht über die Musik, über das Spendenprojekt und über Fragen der KlimaGerechtigkeit.

Der Eintritt ist frei(-willig), um Spenden wird gebeten. Alle gesammelten Spenden gehen ohne Abzug zu gleichen Teilen an Oxfam und die Welthungerhilfe. 

Weitere Informationen unter:

https://www.oxfam.de

https://www.welthungerhilfe.de

Im Juni 2022 gründete Roland Vossebrecker zusammen mit engagierten Freund*innen die Initiative KlimaGerecht Leben, eine Einladung, den Begriff der „Klimagerechtigkeit“ ernst und wörtlich zu nehmen und das eigene Leben daraufhin auszurichten.

Zur Homepage der Initiative:

IG Klima  Kürten Schwerpunktthema

Im Rahmen eines Mini-Workshops unter Zuhilfenahme des “Pyramiden”-Prozesses haben sich die Aktiven der IG Klima mit dem Themenfeld Plastik befasst. Kunststoffe sind in unserem Leben sehr präsent, dies leider auch mit negativen Folgen für Mensch und Umwelt, siehe unter Anderen Vermüllung, Mikroplastik in der Nahrungskette. 

In einem ersten Schritt, möchten wir uns intern sachkundig machen, um möglichst viele Aspekte des Themas fundiert zu erfassen. Im zweiten Schritt möchten wir informieren, anregen, Alternativen aufzeigen. Dafür planen wir, neben einem Zukunftsforum verschiedene Aktionen. 

m Folgenden  möchten wir auf die Frühjahrsputz-Aktion der Gemeinde Kürten aufmerksam machen – hier die Mail vom Ordnungsamt:

„Wir sammeln wilden Müll“

Die Gemeinde Kürten nimmt ebenfalls wieder am Putztag im Bergischen Land teil und sucht fleißige Helfer. Wie bereits in der Vergangenheit in vielen Ortsteilen erfolgreich praktiziert, wollen wir auch in diesem Jahr möglichst   in allen Teilen der Gemeinde Kürten eine Müll-Sammel-Aktion durchführen. Vor allen Dingen Straßengräben, Gebüsche und Bachläufe werden leider immer wieder mit wildem Müll überhäuft. Es handelt sich um eine Gemeinschaftsaktion mit dem BAV.

Am Samstag, 05. April 2025, in der Zeit ab 10.00 Uhr sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Parteien und Schulen aufgerufen, sich aktiv an dieser Gemeinschaftsaktion zu beteiligen und damit für eine saubere Gemeinde und eine müllfreie Umwelt zu sorgen. Müllsäcke und bei Bedarf Handschuhe werden zur Verfügung gestellt. Treffpunkte der Helfer sind an folgenden Stellen jeweils um 10.00 Uhr:

  • für den Bereich Bechen: Dorfplatz am Esel
  • für den Bereich Olpe: Dorfplatz in Olpe
  • für den Bereich Kürten: Rathausvorplatz
  • für den Bereich Eichhof: Alte Schule Eichhof
  • für den Bereich Biesfeld: Dorfplatz an der Schule
  • für den Bereich Dürscheid: Platz vor dem ehemaligen Nahkauf

 Anmeldungen, weitere Vorschläge oder Anmeldungen für bestimmte Bereiche werden gerne bei der Gemeinde Kürten unter Telefon-Nr. 0 22 68 – 93 9309    und  02268 / 939106 sowie per E-Mail an ordnungsamt@kuerten.de entgegengenommen.

Zur besseren Abwicklung wäre es schön, wenn sich aus den einzelnen Bereichen Personen oder Gruppen melden würden, die bei der organisatorischen Abwicklung vor Ort behilflich sein könnten. Der gesammelte Müll wird durch den Bauhof der Gemeinde Kürten entsorgt. Über eine rege Teilnahme freut sich die Umwelt und

Ihre Gemeinde Kürten !

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Ordnungsamt

Kommunale Wärmeplanung der Gemeinde Kürten

Wir hatten bereits über den Prozess der kommunalen Wärmeplanung in einem früheren Newsletter berichtet. Die BMU Energy Consulting war beauftragt worden, die Planung zu erstellen. Nun liegt der Abschlussbericht vor. 

Auf dem Weg zur Klimaneutralität müssen wir hinsichtlich der Wärmeerzeugung weg von den fossilen Energieträgern Gas und Öl. Das ist wissenschaftlicher Konsens und wurde auch von der Politik auf Bundes- und EU-Ebene gesetzlich festgeschrieben. Was bedeutet das nun für uns in Kürten? Hierzu hat die BMU Energy Consulting nach Auswertung der Daten folgende Feststellungen getroffen : 

“ Für die Gemeinde Kürten bedeutet das insbesondere die gasbasierten Heizungen in den urbanen Teilen der Kommune bzw. ölbasierten Heizungen in den eher ländlich geprägten Regionen zu ersetzen. Andere Energieträger, wie beispielsweise Biomasse oder Strom, spielen in der heutigen Wärmeversorgung der Gemeinde noch eine untergeordnete Rolle”.

Im Hinblick auf die Alternative führt die BMU weiter aus.

“Um eine klimaneutrale Wärmeversorgung aufzubauen, sind die Optionen grundsätzlich begrenzt. Insbesondere elektrische Wärmepumpen und klimaneutrale Wärmenetze sind zukünftig die vielversprechendsten Versorgungsarten in Deutschland. Feste oder gasförmige Biomasse als ergänzende Lösung und Wasserstoff bei entsprechender lokaler Verfügbarkeit werden ebenso als Teillösungen 

diskutiert, können aber beide in Deutschland, insbesondere aufgrund der Verfügbarkeit, keine grundlegenden Pfeiler der klimaneutralen Wärmeversorgung darstellen”.

Die BMU entwickelt folgenden Ausblick für Kürten:

“Im Rahmen der Szenarienbetrachtung werden drei Szenarien untersucht. Insgesamt lässt sich aus den Szenarien der Schluss ziehen, dass die Wärmeversorgung der Gemeinde Kürten zukünftig vor allem von dezentralen Lösungen, wie Wärmepumpen und Pellet-Heizungen geprägt sein wird. Wasserstoff und kleinere Wärmenetze könnten auch einen Teil der Wärmeversorgung übernehmen, jedoch wird trotzdem der Großteil des Gemeindegebiets von dezentralen Lösungen versorgt werden.”

In Richtung Gemeinde und Netzbetreiber empfiehlt die BMU einen intensiven Dialogprozess mit den Bürger*innen.

Im Hinblick auf die genannten dezentralen Lösungen wird unser Einschätzung nach die Wärmepumpe eine große Rolle spielen. In Teilen der Bevölkerung herrscht zu dieser Art der Wärmeerzeugung noch Skepsis. Hier möchten wir noch einmal daran erinnern, dass skandinavische Länder mit viel tieferen Temperaturen viel häufiger auf Wärmepumpen setzen. Hierzu hatten wir im letzten Jahr bereits einen Stammtisch veranstaltet.

Der Bericht der BMU aus dem die Zitate entnommen sind ist zu finden unter: 

Starkregenvorsorge in Kürten

Aufgrund des Klimawandels müssen wir uns auch in Kürten darauf einstellen, dass es häufiger zu Wetterextremen und also auch Starkregen-Ereignissen kommt.   Laut Homepage der Gemeinde Kürten plant diese ein Konzept zur Starkregen-vorsorge. Aus diesem Konzept sollen bauliche Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser in Folge von Starkregen-Ereignissen abgeleitet werden. cherzentrale Nordrhein-Westfalen wird mit einem Vortrag Einblicke geben, welche Maßnahmen jede und jeder am Eigenheim vornehmen kann, um dieses vor Starkregenereignissen zu schützen. Anschließend wird es eine Frage- und Diskussionsrunde geben.

Gerahmt wird der Vortrag durch einen „Markt der Möglichkeiten“. Bei diesem kommen verschiedene Akteure rund um das Thema Klimaanpassung, Katastrophenvorsorge und Bevölkerungsschutz zusammen. Teilnehmende der Veranstaltung können sowohl vor und nach dem Vortrag durch die Verbraucherzentrale an den verschiedenen Ständen mit den Akteuren ins Gespräch kommen. An den Ständen werden Tipps, Ratschläge und Hinweise rund um Eigenvorsorge geteilt.” 

Quelle: 

https://www.kuerten.de/veranstaltungen/starkregenvorsorge-veranstaltung-im-april-2025/

Aus unserer Sicht eine wichtige und sinnvolle Veranstaltung.

Zukunftswerkstatt »anno 2039 – Visionen für die Ernährungslandschaft im Rheinisch Bergischen Kreis«

Im Kloster Ommerborn findet vom 21. bis 23.03.2025 eine spannende Veranstaltung zur Zukunftsgestaltung statt. 

Das Motto lautet: 

„Was soll sein, wenn das, was wir nicht wollen, weg ist? Wie wollen wir uns ernähren, welche Rahmenbedingungen wünschen wir uns? Und wie kommen wir dahin?”

Dieses einzigartige Event lädt dazu ein, “eine Welt voller Schönheit, Vielfalt und Vitalität zu gestalten. Für einen Tag lassen die Teilnehmer Bedenken und Ängste hinter sich und beginnen am Ziel: in einer Zukunft, die bereits gelungen ist.”

Ein Workshop mit Moderation, Themenexperten und Übernachtung.

Termin: Freitag, 21.3.25 ab 16 Uhr und Samstag, 22.3.25 von 9: 00 bis 17 Uhr 

Ort: Kloster Ommerborn

Infos und Anmeldung unter: 

https://wandelkarte.org/wt-rb/zukunfswerkstatt-ernaehrungslandschaft-rheinisch-bergischen-kreis-in-2039

Quelle: https://www.wwf.de/earth-hour

ürten nimmt an der Earth Hour 2025 teil!

Dieses Jahr wird am 22.03.2025 wieder ein Zeichen gesetzt unter dem Motto ”Licht aus. Stimme an. Für einen lebendigen Planeten.” 

Weltweit wird für eine Stunde das Licht ausgeschaltet um gemeinsam ein starkes Signal für mehr Klimaschutz zu setzen. Selbstverständlich ist die IG Klima dabei. Macht Ihr auch mit? 

“Die Earth Hour ist mehr als nur ein Zeichen. Sie ist ein kraftvoller Moment, der uns daran erinnert, dass wir gemeinsam die Verantwortung für unseren Planeten tragen und die Politik dazu aufrufen müssen, entschlossen zu handeln. Unabhängig davon, welche Koalition die kommenden vier Jahre die Bundesregierung stellen wird, die Aufgaben, die das Regierungsprogramm lösen muss, sind klar: Die Klimakrise bekämpfen. Das Artensterben aufhalten. Und für uns Menschen Chancen nutzen: Unabhängiger von Energieimporten sein, gute und faire Jobs schaffen und eine intakte Natur als Grundlage unserer Sicherheit, Gesundheit und unseres Wohlstands sichern.” 

Quelle: https://www.wwf.de/earth-hour

Nächstes IG Klima Plenum

Unser nächstes Plenum findet am Donnerstag den 03. April 2025 um 19:30 Uhr statt. Wir treffen uns im Jugendheim am Kirchberg 3 in Kürten Dürscheid.

Neugierige und Gäste sind herzlich willkommen.

——————————————————————————————————————

So, das war es wieder mal mit Neuigkeiten rund um Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Kürten. 

Wir wünschen allen einen schönen Frühlingsanfang.

Newsletter Februar

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir leben in politisch bewegten, zuweilen verstörenden Zeiten. Dabei kann der Eindruck entstehen, dass der Klimaschutz in Vergessenheit gerät. Wir von der IG Klima vergessen den Klimaschutz und die damit einhergehenden Transformations-Chancen nicht. Darum wird es wieder in diesem Newsletter gehen.

Berichten möchten wir zuerst von unserer Teilnahme an einem Webinar mit Referent**innen des SRU (Sachverständigenrates für Umweltfragen), in denen eine Vision für die Zukunft entwickelt wird.

Zudem sind in diesem Newsletter einige Tipps und Hinweise zu den Themen Wahlentscheidung, Balkonkraftwerke sowie Bücher zu finden.

Wir wünschen eine informative Lektüre.

mit Dr. Julia Michaelis und Bendix Vogel vom SRU

Unter dem Titel “Suffizienz als Strategie des Genug” hat der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU), der von der Bundesregierung beauftragt wird, ein Papier mit 16 Thesen herausgebracht. Diese wurden bislang vom SRU in einigen Veranstaltungen zur Diskussion gestellt. 

Die Initiative KlimaGerecht Leben lud am 30.01.2025 zu einem Webinar ein, in denen Dr. Julia Michaelis und Bendix Vogel als Referent*innen des SRU eingeladen waren. Die IG Klima Kürten und einige  Gäste nahm im Jugendheim in Dürscheid an diesem Webinar mit  anschließender Diskussion teil.

“Der menschliche Naturverbrauch muss schnell und drastisch verringert werden. Gleichzeitig haben viele Menschen keinen ausreichenden Zugang zu Energie und Ressourcen.” (Zitat aus einer Stellungnahme des Sachverständigenrates). Hintergrund dieser Aussage ist, dass wir immer als Menschheit die planetaren Grenzen immer  noch überschreiten. Die Frage nach den  Grenzen des Wachstums wurde schon 1972 vom “Club of Rome” gestellt, sie ist aktueller denn je. Ein weiterer Aspekt des Zitats des SRU ist, dass wir ein eklatantes Wohlstandsgefälle haben. Ein Teil der Menschheit, zum Beispiel auch in Deutschland, lebt überwiegend im Wohlstand, verbraucht überdurchschnittlich viele Ressourcen und verursacht einen Großteil der weltweiten Emissionen. Ein anderer Teil derer Menschheit kämpft täglich ums Überleben und ist Leidtragender der Folgen des Klimawandels. Die Strategie des Genug ist also auch eine soziale Frage.

Was ist nun das Besondere an dem Gedanken der Suffizienz? “Suffizienz zielt darauf ab, den Verbrauch an Gütern und Dienstleistungen mit besonders schädlichen Umweltauswirkungen zu reduzieren.” so der SRU. Im Idealfall sind geschlossene Stoffkreisläufe anzustreben, zum Beispiel durch echtes Recycling. Leider sind wir davon noch weit entfernt. Ein Beispiel für einen nicht geschlossenen Stoffkreislauf ist die Verwendung von Erdöl: es wird entweder als Energieträger verbrannt, was zum “Verlust” von chemischen Stoffen in die Atmosphäre (CO2, Schadstoffe) hinein führt, oder es verunreinigt als Verpackungsabfall die Umwelt.  

Ein weiterer Aspekt neben der Suffizienz ist das Anstreben von Effizienz – das bedeutet mehr Output pro Input. Ein Beispiel für Effizienzsteigerung ist das Ersetzen von Verbrennungsmotoren mit einem Wirkungsgrad von 20 bis 30 Prozent durch Elektromotoren mit einem Wirkungsgrad von ca.. 70 Prozent. 

Der letzte Baustein ist die Konsistenz – gleicher Output mit weniger umweltschädlichem Input. Zum Beispiel können  weniger umweltschädliche Rohstoffe verwendet werden um Produkte zu erzeugen.

Letztendlich geht es um die Frage, wie wir unser Wirtschaftssystem weiterentwickeln können. Kann Wachstum der einzige Garant sein, für unser Leben, wenn wir doch erleben müssen, dass dieses Wachstum planetare Grenzen überschreitet und menschliches Leid schafft?

Rund um den Dreiklang von Suffizienz, Effizienz und Konsistenz hat der SRU 16 Thesen formuliert und diese in einem umfangreichen Papier erläutert. Die Initiative  KlimaGerecht Leben rund um Roland Vossebrecker hat Zusammenfassungen dieses Papiers erstellt, die vom SRU befürwortet wurden. 

Wer sich ausführlich mit den Thesen befassen möchte kann dies unter folgendem Link machen:

https://klimagerecht-leben.de/suffizienz-die-strategie-des-genug-fuer-eine-gesellschaftliche-debatte

Aktion Suffizienz-Mail an die Politik

Die Initiative KlimaGerecht Leben möchte in der Politik eine Debatte über die “Strategie des Genug” anstoßen. Mails an Politiker*innen und eine  Petition sind geplant. Wir, die IG Klima Kürten unterstützen diese Aktionen. Wer mit uns auch aktiv werden möchte, kann dies unter folgendem Link tun:

Der Wahl-O-Mat ist da!

Das Werkzeug der Bundeszentrale für Politische Bildung ist seit heute Online geschaltet. “Die Thesen des Wahl-O-Mat werden von einem Redaktionsteam aus Jungwählerinnen und Jungwählern aus ganz Deutschland, Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Bildung sowie den Verantwortlichen der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb entwickelt und ausgewählt.” (Quelle: Wahl-O-Mat/FAQs)

Sicherlich wissen die meisten unserer Leser*innen, was sie bei der Bundestagswahl wählen werden. Wer die eigene Wahlentscheidung auf den Prüfstand stellen will, kann dies mit dem Wahl-O-Mat tun. Dieses Werkzeug ist nicht perfekt, es ruft sicherlich Kontroversen hervor, lädt aber auch ein, sich vertiefend mit Themen unseres politischen und gesellschaftlichen Lebens zu befassen.

Vor allen Dingen spiegelt der Wahl-O-Mat die Absichten der Parteien hinsichtlich Klimaschutz, Energie-, Verkehrs- und Wärmewende wieder. 

Viel Spaß  beim “Wahl-O-Maten”:

https://www.wahl-o-mat.de/bundestagswahl2025/app/main_app.html

Der Kreis fördert die Energiewende in Bürgerhand

Sogenannte Balkonkraftwerke ermöglichen es uns, einen Teil unserer Stromversorgung mit relativ geringem finanziellem Aufwand selber in die Hand zu nehmen. Mittlerweile gibt es qualitativ gute Angebote für ca. 250,- €. Der Rheinisch Bergische Kreis fördert die Anschaffung mit einem Zuschuss von 200,- pro Anlage. Dies bedeutet, dass die eigene Investition noch geringer geworden ist, als die letzten Jahre. Warum nicht jetzt  zugreifen.

Der Fördertopf des Rheinisch Bergischen Kreises scheint noch gefüllt zu sein. Erfahrungsgemäß ist es günstig früh im Jahr einen Antrag zu stellen.

Weitere Infos unter:

https://www.rbk-direkt.de/foerderung-balkonsolaranlagen.aspx

Buchtipp

Cordula Weimann, Gründerin von “Omas fo Future” hat ein lesenwertes Buch geschrieben. Ihr Ansatz: die  Generation 50+ muss ins Klimaschutz-Boot, Omas – und auch Opas – sind gefragt. IN ihrem Buch beschreibt sie Lösungsansätze, berichtet von Beispielen, in denen Stadt uund Land sich auf den Weg in eine nachhaltige Zukunft gemacht haben.

Ein inspirierendes unnd lesenwertes Buch: 

Cordula Weimann: “Handeln! Aus Liebe zum Leben”

„Zukunfts-Bausteine e.V.“

Nachhaltigkeit meets Baustelle. 

Was tun  mit Büchern und CDs die wir nicht mehr brauchen? An die Initiative “Zukunftsbausteine e. V.” spenden!

“Die Bücher, CDs und DVs werden im Internet verkauft, der Erlös kommt Schulprojekten in Ghana und Malawi sowie einem Nachhaltigkeitsprojekt in Malawi zugute.”

Außerdem wird in ein Projekt in Malawi investiert bei dem Ziegel durch Nutzung nachhaltiger Brennstoffe besonders effizient gebrannt wird. Dies hat eine Verringerung der Emissionen zur Folge und ist weniger gesundheitsschädlich.

Im Himmel%Äd-Café in Schildgen aussortierte Bücher, CDs und DVDs abgegeben werden.
Voraussetzung: ISBN, nicht älter als 20 Jahre, in gutem Zustand, kleine Mengen!!!
Dringende BITTE: die Bücher (Kleinmengen!) nur persönlich zu den  Öffnungszeiten abgeben und auf keinen Fall vor oder hinter dem Café abstellen. Öffnuungszeiten unter: https://www.himmel-un-aeaed.de/

Bücher in größeren Mengen direkt abliefern bei Frau Stäger in Refrath, Pippelstein 3 b, 51427 Bergisch Gladbach (Refrath).

Kontakt: Tel. 02204-61238 oder 
Email: Zukunfts-Bausteine@web.de

Geld-Spenden sind ebenfalls gern gesehen
Zukunfts-Bausteine e.V.
IBAN: DE22 3705 0299 0313 5837 51

So, das war es mal wieder mit unseren IG Klima-News.

Bis bald!

Wir wünschen eine gute Zeit und erste Frühlings-Sonnenstrahlen.

Mit allerbesten klimafreundlichen Grüßen,

Patrick Walraf (Sprecher IG Klima Kürten)

Januar-Stammtisch – „System change – not climate change“ 

Teilnahme am Webinar mit dem Sachverständigenrat für Umweltfragen zum Thema Suffizienz am Donnerstag, 30. Januar 2025 um 19 Uhr

Einen Stammtisch anderer Art bietet die IG Klima Kürten im Januar 2025 an: Die Kürtenerinnen und Kürtener sind eingeladen, mit Mitgliedern der IG Klima Kürten zusammen das Webinar „System change – not climate change“ zu besuchen. Das Webinar ist ein Angebot der Initiative KlimaGerecht Leben, die in Bergisch Gladbach sehr aktiv ist. 

Das Treffen findet um 18:30 Uhr im Jugendheim in Dürscheid, Kirchberg 3, statt.  

Suffizienz, das ist ein Leben im Genug. Nicht in Armut, nicht im Überfluss.

Das Webinar startet mit einem Input von zwei wissenschaftlichen Mitarbeitenden des Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) Dr. Julia Michaelis und Bendix Vogel. IhreArbeitsschwerpunkte sind CO2-Budget, Suffizienz, Energiewirtschaft und Verkehr bzw. Suffizienz und Klima- und Erdsystemanalyse. Danach können Fragen direkt an die Experten gerichtet werden. Sicherlich werden sich auch rege Diskussionen unter den Teilnehmenden entwickeln. 

Wie können wir das Thema Suffizienz in die gesellschaftliche und politische Debatte bringen?

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) hat im März 2024 ein Thesenpapier vorgelegt unter dem Titel Suffizienz als „Strategie des Genug“:

Der SRU ist ein prominent und vor allem kompetent besetztes Gremium, bestehend aus sieben Professor*innen unterschiedlicher Fachgebiete und hat die Aufgabe, die Bundesregierung(en) in allen relevanten Umweltfragen zu beraten.

Trotz der besonderen Kompetenz und der offiziellen Funktion des SRU findet das Thema Suffizienz bisher nicht den Weg in die gesellschaftliche und politische Debatte, wenn es um die Krisen des Klimas, des Artensterbens und weiterer Umweltprobleme geht. Hier stehen beinahe ausschließlich vermeintlich technische Lösungen im Vordergrund.

Die Initiative KlimaGerecht Leben und auch die IG Klima Kürten möchten dazu beitragen, das zu ändern. Sie propagieren einen suffizienten, genügsamen Lebensstil. Was das bedeuten kann und was man – durchaus zum eigenen Vorteil – ändern kann, auch das wird Gesprächsthema sein. 

Eine ausführliche Zusammenfassung mit den einzelnen Thesen ist auf der Homepage der Initiative KlimaGerecht Leben zu finden, dort kann man auch das vollständige Thesenpapier des SRU lesen.

Wir freuen uns auf einen anregenden Abend und heißen zahlreiche Teilnehmende herzlich willkommen. Das Webinar dauert ca. 90-120 Minuten.

Newsletter Januar

Liebe Leserin, lieber Leser,

nun befinden wir uns bereits im Jahr 2025 und schon stehen entscheidende politische Dinge an. Wir in Deutschland sind mitten im Wahlkampf für die  Bundestagswahlen, am 18. Januar wird ein US-Amerikanischer Präsident ins Amt gewählt, der den menschengemachten Klimawandel leugnet. Auch in Europa werden Kräfte aktiv, die diese Auffassung teilen. Dabei wird versucht Wirtschaft und Klimaschutz gegeneinander auszuspielen. Geht es dabei nicht eher um den Kampf zwischen der alten fossilen Energiewelt und einer neuen, sauberen und nachhaltigen Art und Weise unseren Bedarf an Energie sicherzustellen. Deutschland hat im vergangenen Jahr 62 % an Strom aus Wind, Sonne, Biomasse und Wasserkraft erzeugt. Konservative Politiker*innen hatten um die Jahrtausendwende  von höchstens 4 % Erneuerbarer gesprochen. Eine krasse Fehleinschätzung.  Auch andere Länder sind auf einem guten Weg. Erneuerbare sind zudem ein Garant für mehr Energieautarkie. Wir müssen nicht mehr Kohle, Öl und Gas importieren und uns abhängig machen von zum Teil diktatorischen oder autokratischen Ländern. Daher ist es im Grunde nachvollziehbar, dass Energieautarkie und die Elektrifizierung von Industrieprozessen, dem Verkehr und der Wärmeerzeugung bedrohlich ist für die Geschäftsmodelle der alten fossilen Industrie. Erleben wir im Grunde nicht einen Kulturkampf in der Energiewirtschaft der sich auch im Politischen spiegelt, was sich in den eher rechten und sogenannt libertären Strömungen widerspiegelt, die alle die neuen Technologien verteufeln und Windräder als Schande bezeichnen?

Es lohnt sich auf jeden Fall genau hinzuschauen, was in den Wahlprogrammen zur Bundestagswahl steht. Daher möchten wir  in diesem Newsletter auch auf eine  Veranstaltung des Bündnisses “Kürten für Demokratie und Vielfalt” am kommenden Wochenende hinweisen.

Bei dem Umbau der Energiewirtschaft, ist es aber auch notwendig das  bisherige  wachstumsorientierte Wirtschaftsmodell auf den Prüfstand zu stellen. Der “Sachverständigenrat für Umweltfragen” (SRU) hat im Auftrag der Bundesregierung eine Studie erstellt. Die Initiative KlimaGerecht Leben lädt zu einem Online Webinar zum Thema ein. Wir möchten uns in Kürten “dazuschalten”. Auch hierzu mehr in diesem Newsletter.

Darüber hinaus einige Informationen über erfreuliche Entwicklungen in Kürten, was das Radfahren und die E-Auto-Ladeinfrastruktur betrifft.

Zudem weisen wir auf ein neues Wärmepumpen-Ranking vom SFV (Solarförderverein) hin. 

Wir wünschen eine erbauliche Lektüre.

Bundestagswahl – Podiumsdiskussion in Kürten 

Das Bündnis “Kürten für Demokratie und Vielfalt” veranstaltet anlässlich der Bundestagswahl eine Podiumsdiskussion in denen unter Anderen auch das für uns relevante Themenfeld Wirtschaft und Klima- und Umweltschutz zur Sprache kommen werden. Hierzu die Einladung des Bündnisses. Hier der Text  der Pressemitteilung:

Pressemitteilung (Quelle: Bündnis für Demokratie und Vielfalt Kürten e. V.):

Am 19.01.2025 findet im Bürgerhaus Kürten von15°° Uhr bis ca. 17°° Uhr eine Podiumsdiskussion demokratischer Parteien zur Bundestagswahl statt. Zu dieser Veranstaltung lädt das Bündnis für Demokratie und Vielfalt Kürten e.V. ein.

Teilnehmen werden sechs Parteien mit ihren aktuellen Bundestagskandidaten für den Rheinisch Bergischen Kreis: CDU, Freie Wähler, Grüne, die Linke, SPD und Volt.

Alle Bürger und Bürgerinnen sind herzlich eingeladen, die Argumente und Haltungen der Kandidaten zu wichtigen Themen unserer Zukunft in Deutschland zu erfahren.

Die Parteien werden ihre Positionen auch an Infoständen präsentieren.

Das Bündnis für Demokratie und Vielfalt e.V. erwartet bei der Zusammensetzung dieses Podiums lebhafte und kontroverse Diskussionen über die Herausforderungen, die uns alle aktuell angesichts der politischen Weltlage, aber insbesondere in Deutschland beschäftigen.

Durch diese Veranstaltung ist es für politisch Interessierte, wie auch für Neuwähler, einfach möglich, sich an einem Ort konzentriert über die verschiedenen Parteien und deren Kandidaten für Kürten und den RBK, ein eigenes Bild zu machen.

Gerade bei dieser Wahl ist es so wichtig, wie wohl noch nie, seine Stimme abzugeben und sich davor möglichst breit zu informieren.

Leo Wulf

Vorsitzender des Bündnis für Demokratie und Vielfalt e.V.

Webinar zum Thema Suffizienz

Suffizienz als „Strategie des Genug“: Eine Einladung zur Diskussion

“…Der menschliche Naturverbrauch muss schnell und drastisch verringert werden. Gleichzeitig haben viele Menschen keinen ausreichenden Zugang zu Energie und Ressourcen. Anhand von 16 Thesen lädt der SRU dazu ein, über eine bisher vernachlässigte Dimension von Zukunftspolitik zu diskutieren.”

(Quelle: umweltrat.de)

Einen Stammtisch anderer Art bietet die IG Klima Kürten im Januar 2025 an: Die Kürtenerinnen und Kürtener sind eingeladen, mit Mitgliedern der IG Klima Kürten gemeinsam das Webinar „Systemchange – not climate change“ zu besuchen. Das Webinar ist ein Angebot der Initiative KlimaGerecht Leben, die in Bergisch Gladbach sehr aktiv ist.  

Zeit: 30.01.2025, 18:30 Uhr (coming together), Beginn Webinar: 19:00 Uhr

Ort: Jugendheim in Kürten-Dürscheid, Kirchberg 3.

Suffizienz, das ist ein Leben im Genug. Nicht in Armut, nicht im Überfluss.

Das Webinar startet mit einem Input von zwei wissenschaftlichen Mitarbeitenden des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU), Dr.Julia Michaelis und Bendix Vogel. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind CO2-Budget, Suffizienz, Energiewirtschaft und Verkehr bzw. Suffizienz und Klima- und Erdsystemanalyse. Danach können Fragen direkt an die Experten gerichtet werden. Sicherlich werden sich auch rege Diskussionen unter den Teilnehmenden entwickeln. 

Wie können wir das Thema Suffizienz in die gesellschaftliche und politische Debatte bringen?

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) hat im März 2024 ein Thesenpapier vorgelegt unter dem Titel Suffizienz als „Strategie des Genug“

Der SRU ist ein prominent und vor allem kompetent besetztes Gremium, bestehend aus sieben Professor*innen unterschiedlicher Fachgebiete und hat die Aufgabe, die Bundesregierung(en) in allen relevanten Umweltfragen zu beraten.

Trotz der besonderen Kompetenz und der offiziellen Funktion des SRU findet das Thema Suffizienz bisher nicht den Weg in die gesellschaftliche und politische Debatte, wenn es um die Krisen des Klimas, des Artensterbens und weiterer Umweltprobleme geht. Hier stehen beinahe  ausschließlich vermeintlich technische Lösungen im Vordergrund. 

Die Initiative KlimaGerecht Leben und auch die IG Klima Kürten möchten dazu beitragen, das zu ändern und wir propagieren einen suffizienten, genügsamen Lebensstil. Was das bedeuten kann und was wir – durchaus zu unserem Vorteil – ändern können, auch das wird Gesprächsthema sein.  

Eine ausführliche Zusammenfassung mit den einzelnen Thesen ist auf der Homepage der Initiative KlimaGerecht Leben zu finden, dort kann man auch das vollständige Thesenpapier des SRU lesen:

https://klimagerecht-leben.de/suffizienz-die-strategie-des-genug-fuer-eine-gesellschaftliche-debatte

Wir freuen uns auf einen anregenden Abend und heißen zahlreicheTeilnehmende herzlich willkommen. Das Webinar dauert ca. 90 bis120 Minuten.

Wege für Fußgänger*innen und Zweiradfahrer*innen

Seit dem Herbst 2024 ist die Sanierung der Wipperfürther Straße zwischen Kürten- Eichhof und Kürten-Waldmühle abgeschlossen. Auch wenn es sich nicht um einen kombinierten Geh- und Radweg handelt, besteht doch die Möglichkeit, dass Radfahrende diesen Weg in beide Richtungen benutzen. Dies wird durch das Zusatzschild “Radfahrer frei” angezeigt. Die Vorgabe ist aber, den Weg in Schrittgeschwindigkeit zu befahren. Allerdings ist, laut unserer Recherche die Schrittgeschwindigkeit in der StVO nicht genau definiert. Bundesweit sind laut Gerichtsurteilen Geschwindigkeiten zwischen 4 und 20 KM/H gemeint (Quelle: https://www.stvo2go.de/schrittgeschwindigkeit/). Wir hoffen auf eine pragmatische Handhabung durch die Polizei im Sinne des fließenden Verkehrs. Wir plädieren zudem für ein rücksichtsvolles Miteinander von allen Verkehrsteilnehmenden.

Erste Beobachtungen zeigen, dass mehr Fußgänger*innen und Radfahrer*innen den nun gut ausgebauten und stellenweise breiteren Radweg benutzen. Dies ist  ein Hinweis darauf, das eine gute Infrastruktur zu einer Verlagerung des Verkehrs führt. Wir werden uns daher für den weiteren Ausbau und Bau von qualitativ hochwertigen Verbindungen in Kürten einsetzen.

Ladeinfrastruktur in Kürten wächst

Erfreuliche Entwicklungen sind auch im Hinblick auf das Laden in Kürten zu verzeichnen. Dies ist insbesondere wichtig für Mitbürger*innen, die auf öffentliches Laden angewiesen sind. Nachdem lange Zeit nur Kürten Ort und Bechen Lademöglichkeiten hatten (sogenanntes langsames oder AC-Laden), kann nun in anderen Ortsteilen während des Einkaufs schnell geladen werden. So stehen am EDEKA Hetzenegger in Dürscheid zwei 50 kW-Lader rund um die Uhr zur Verfügung. In Biesfeld befinden sich weiterhin zwei 150 kW-Lader die 24/7 nutzbar sind.

Wir hoffen, dass in Ortsteilen die noch ohne Ladeinfrastruktur sind, wie z. B. Olpe, Eichhof und Spitze, sich auch zeitnah etwas bewegt.

Neue BAFA-Liste für Wärmepuumpen veröffentlicht

Die Verunsicherung über den zukünftigen Kurs einer neuen Bundesregierung in der Wärmepolitik, führt seit kurzem zu einem Run auf Wärmepumpen, um noch in de Genuss der BAFA-Förderung zu kommen. Kein Experte kann die Frage seriös beantworten, ob die Förderung in bisheriger Höhe beibehalten wird. Daher mcöhten sich viele Mitbürger*innen informieren. Wer sich über die Effizienz der Geräte erkundigen möchte, kann die BAFA-Liste in verbesserter Version herunterladen, die der Solar-Förderverein (SFV) zur Verfügung stellt. Wir zitieren aus  der Ankündigung:

Die Bafa hat eine neue Liste der förderfähigen Wärmepumpen am 01.12.2024 herausgebracht. Etliche Modelle sind dazugekommen gegenüber der letzten Datei von 2023. Wir haben deren PDF-Datei wieder in eine Excel-Datei überführt und die Daten aufbereitet.
   
Wichtig um eine effiziente Wärmepumpe auswählen zu können sind die beiden SCOP-Werte. Der SCOP35 gibt eine mittlere Effizienz an für ein Haus, dass an den   kältesten Tagen eine Vorlauftemperatur von 35°C braucht. Der SCOP55 gilt entsprechend für Häuser die an diesen Tagen 55°C Vorlauftemperatur benötigen.
Der jeweilige SCOP-Wert gibt an, wie viele kWh Wärme die Wärmepumpe im Jahresmittel mit einer kWh elektrischer Energie im Haus  bereitstellt.
   
Die Bafa gibt in ihrer PDF-Datei leider immer nur die jahreszeitlich bedingte Energieeffizienz in Prozent an, die wesentlich schwieriger zu interpretieren ist. Die jetzt von uns neu bereitgestellte Excel-Tabelle enthält daher die SCOP-Werte. Zudem haben wir für beide SCOP-Werte berechnet, wie viel mehr elektrische Energie die jeweiligen Wärmepumpe gegenüber dem    Benchmark der gleichen Bauart benötigt.
Bauarten sind in der Bafa-Datei z.B.:  Luft-Wasser oder Luft-Luft    oder Sole-Wasser, also die Medien der Wärmequelle und die  Wärmesenke.
   
Die Excel-Datei können Sie filtern und sortieren. Voreingestellt ist eine Sortierung nach Bauart und SCOP55. So sind die effizientesten Luft-Wasser-Wärmepumpen die für Bestandshäuser mit eher höheren Vorlauftemperaturen in Frage kommen, ganz oben. Sollten Sie ein Haus haben, bei dem sie sehr niedrige Vorlauftemperaturen brauchen, können Sie die Sortierung einfach auf    die Spalte SCOP35 anwenden. Filtern Sie am besten vorher auf die von Ihnen anvisierte Bauart.
   
Die Wärmepumpenliste als Excel-Datei können Sie hier runterladen:
https://cloud.skip.scientists4future.org/s/WGxsHrwS4Hc2J45
     
Wir haben auch die neuesten Vortragsfolien des Vortrags von Peter Klafka „Wärmepumpen in Bestandsgebäuden“ bereitgestellt. 
     
Diese Version 62 können Sie als PDF hier runterladen:
https://cloud.skip.scientists4future.org/s/AZj93KzJi3CFX5w

So, das war es erste einmal mit News und Infos rund um Klima, Nachhaltigkeit, Energie-, Wärme- und Verkehrswende sowie Biodiversität.

Wir wünschen Allen einen guten Januar mit Wintergenuss.

Mit allerbesten klimafreundlichen Grüßen,

Patrick Walraf (Sprecher IG Klima Kürten)

Newsletter Dezember

iebe Leserinnen und Leser,

das Jahr neigt sich mit der Advenstzeit, Weihnachten und Sylvester dem Ende zu. Grund genug zu fragen, wie wir diese Zeit nachhaltig gestalten können. Dies war auch  Thema unseren letzten Stammtisches. Hierzu in diesem Newsletter ein Bericht mit Anregungen und Ideen.

Zudem  möchten wir das Jahresende nutzen, um auf die Aktivitäten der IG Klima Kürten zurückzublicken und eine Bilanz zu ziehen. zudem wollen wir einen Ausblick wagen.

Wir wünschen wie stets eine nachhaltige und erbauliche Lektüre.

Oh Du nachhaltige Weihnachtszeit

So lautete das Motto unseres November-Stammtisches. In sehr ansprechender Weise arbeiteten sich Beate undd Thomas Wiemker durch die Vielfalt der Aspekte rund um das Weihnachtsfest. Es kam zu einem sehr regen Erfahrungs- und Ideenaustausch mit den anwesenden Stammtischgästen. Die folgende Folie zeigt sinnbildhaft, wie komplex das Thema ist.

Ausgehend von der Überlegung, das Viele der Anwesenden sich das ganze Jahr um Nachhaltigkeit bemühen, stellten Thomas und Beate die Frage, ob Weihnachten nicht eine Ausnahme bilden könnte. Die Auswirkungen auf Klima und Umwelt könnten doch bei so einem wichtigen Fest außer Acht gelassen werden, oder? Wir könnten es uns doch gut gehen lassen und feiern, so einen großen Unterschied mache es doch nicht aus.

Diesen Fragen wurde detailliert nachgegangen, zum Teil mit erstaunlichen und auch nachdenklich machenden Ergebnisse. Es wurden aber auch Anstöße und Anregungen gegeben, von denen im Folgenden die Rede sein wird.

Der Tannenbaum

Ein Weihnachten ohne Tannenbaum, für Viele nicht vorstellbar. Aber ist das überhaupt ein Problem? Hier einige Zahlen: 30 Mio Bäume werden jedes Jahr allein in Deutschland gefällt. Hinzu kommt der Import von ca. 2 Mio Bäume. 90 Prozent werden konventionell gespritzt und gedüngt. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf Insekten. Reste der Spritzmittel auf Bäumen werden durch die Wärme unseren Wohnungen freigesetzt, was bei empfindlichen Menschen zu Belastungen führen kann. 

Was ist die Lösung?

Regional und ökologisch angebaute Weihnachtsbäume. Der BUND hat zudem einen Einkaufsratgeber für Weihnachtsbäume herausgebracht. Hierzu der Link:

https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/feste-feiern/weihnachtsbaum-kaufen

Einige Gäste des Stammtisches erzählten von ihren ihren Alternativen. 

  • Einzelne Zweige eines sowieso vorhandenen Baumes im Garten zu einem “Baum” formen.
  • “Josef” – der alternative Weihnachtsbaum: dieser ist über viele Jahre verwendbar und kann vielfältig dekoriert werden. Der Link: https://www.hejmonti.com/josef/

“Früher war mehr Lametta”

Dieser Spruch entstammt dem Weihnachtssketch “Weihnachten bei dem Hoppenstedts” von Loriot. Aktuell stammen 80 % des erhätlichen Baumschmucks aus China. Vieles ist zudem aus Kunststoff hergestellt. Das bedeutet lange Transportwege und ökologisch unklare Herstellungsbedingungen. Dieses Problem  wird noch einmal dadurch verstärkt, dass jedes Jahr neue trendige Farbmoden kreiert werden.

Was ist die Lösung?

Beim Kauf von Weihnachtsschmuck auf hochwertige Materialien wie Holz oder Glas aus heimischer Produktion achten anstatt das Schnäppchen im Supermarkt in den Einkaufskorb zu legen. So können wir uns jedes Jahr immer wieder über schöne hochwertige Dinge freuen…. und warum nicht auch gesammelte Materialien aus der Natur nutzen? Aus farbigem Papier lassen sich in vielfältiger Art und Weise Sterne basteln.

Essen und Gesundheit 

Wir essen in der Weihnachtszeit mehr. Was in früheren Zeiten für viele Menschen einie Belohnung für die Kargheit des Speiseplans  war, macht für uns heute wenig Sinn, wir sind übers Jahr ausreichend mit Nahrung versorgt, auch wenn es leider immer noch Bundesbürger*innen gibt, die am buchstäblichen Existenzminimum nagen. Im Schnitt bis zu 1000 Gramm Gewichtszunahme sind in der Adventszeit zu verzeichnen. Teilweise werden über 6000 Kalorien pro Tag aufgenommen, ein täglicher Bedarf an  2000 Kalorien reicht. In der Zeit nach Weihnachten sind die Fitnesstudios stark ausgelastet. Wer schon versucht hat, Pfunde wegzutrainieren, weiß allerdings auch wie mühsam es ist.

Der Fleischkonsum ist deutlich höher, mit allen Folgen für das Klima. Wie wäre es, vegetarische oder vegane Alternativen auszuprobieren? Vielleicht muss nicht an allen Feiertagen Fleisch auf den Tisch.

Der „süße Teller“. 2023 167 mio Schoko Weihnachstmänner. Insbesondere die Weihnachtsmänner aus Schokolade sind nicht so nachhaltig, hier ist faire und Bio-Ware eher die Ausnahme bzw nur schwer in den normalen Superrmärkten zu finden.

70 – 80 Millionen  Liter Glühwein werden in der Adventszeit konsumiert. Dabei handelt es sich um minderwertigen Wein der zudem mit Gelatine oder Eiklar geklart wurde und somit nicht vegan ist.

Was ist die Lösung?

  • Weniger ist mehr: bewusstes Genießen, kleinere Portionen planen.  
  • Muss es immer Fleisch sein? Vegetarische oder vegane Alternativen schmecken auch lecker und schaffen Abwechslung zum Braten oder zur Gans.
  • Beim Bestücken des “süßen Tellers” auf Selbstgebackenes setzen (das kennen viele von früher).
  • Auf Zutaten achten die fair und bio sind.
  • Beim Glühwein auf Biosiegel achten, wie wäre es mit fruchtigen Alternativen wie Apfel-Holunder-Punsch, die zudem alkoholfrei sind.

Plastikverbrauch

Vieles ist in Plastik verpackt, der Tannenbaum in einem Kunststoff-Netz, der Adventskalender kommt in Folie und hat innen eine Schale aus Kunststoff. Häufig sind die Süßigkeiten einzeln verpackt. Bei 80 Millionen Adventskalendern kommt da Einiges  zusammen. Schätzungen gehen von 200.000 Tonnen Kunststoffverpackungen in der  Advents- und Weihnachtszeit aus, nur die Hälfte wird recycelt, der Rest thermisch verwertet, es wird also CO2 in die Atmosphäre emittiert.

Was ist die Lösung?

Anstatt eines Adventskalenders wiederverwendbare Säckchen aus Stoff oder Papier, die an einer Schnur aufgehängt oder im Haus verteilt werden können und über viele Jahre einen Wiedererkennungswert haben. Weihnachten ist ja bekanntlich Tradition.

Hier ein kleines “tierisches” Beispiel:

Geschenpapier

Jede und Jeder Deutsche verbraucht statistisch gesehen eine Rolle Geschenpapier pro Weihnachtsfest. Hierbei kommen 8 Tonnen Geschenkpapier zusammen. In der Regel ist dieses Papier nicht recycelbar da es bedruckt ist und dann im Restmüll entsorgt und  verbrannt werden muss. 

Was können wir tun?

Wir können erst einmal hinterfragen, ob es eine solche Fülle an Geschenken geben muss. Einige Gäste unseres Stammtisches berichteten von ihren Beobachtungen, dass insbesondere Kinder überfordert sind von der Menge an Geschenken. Ein  Paket nach dem Anderen wird aufgerissen und dann beiseite gelegt. Vielleicht müssen wir Erwachsenen umdenken: wir müssen nicht durch immer Mehr unsere Liebe beweisen. 

Zeit und Aktionen schenken: was ist das Kostbarste in Familien? Die gemeinsam verbrachte Zeit, zum Beispiel beim Besuch eines Kindertheaters. 

Wir können die dann die geringere Anzahl an wertigen Geschenken in nachhaltiges Geschenkpapier (hierzu gibt es einige nachhaltige Anbieter), in Tüchern (mehrere Jahre verwendbar) oder in Zeitungspapier einpacken. 

Transport

Durch viele Onlinebestellungen werden zu Weihnachten 715 Millionen Pakete in Deutschland transportiert, eine Knochenarbeit für die Mitarbeiter*innen der Logistik-Branche. Diese muss zu Weihnachten zusätzliche Fahrzeuge anmieten, zumeist mit Verbrennungsmotor ausgestattet. 

Was können wir tun?

Wenn möglich, lieber beim lokalen Händler kaufen. 

Der Stromverbrauch

Die Lichterketten in der Advenstzeit und Wehnachten verbrauchen laut dem Stromanbieter Lichtblick soviel wie eine mittlere Großstadt in einem Jahr. Am 1.  Weihnachtstag liegt der Stromverbrauch um 25 % höher als an vergleichbaren Wochentagen!  

Die Lichtverschmutzung irritiert nachaktive Tiere. 

Was können wir tun?

Der konsequente Umstieg auf LEDs kann den Verbrauch um 90 % senken. Allerdings besteht die Gefahr eines sogenannten Rebound-Effektes. Dies bedeutet, dass die Lichterketten durchgehend angelassen werden, da sie sowieso wenig verbrauchen. Daher: nachts oder bei Abwesenheit abschalten. Das hilft überdies die Lichtverschmutzung eindämmen… vielleicht können wir dann nachts bei klarem Himmel die “Lichterketten” am Himmel wieder besser sehen.

Die Heizkosten

An den Weihnachtstagen wollen es natürlich alle behaglich haben. Daher wird vor dem Fest ordentlich eingeheizt. Durch das Kochen  und eine große Anzahl an Besuchern, die auch den Raum erwärmen, wird es dann nach einigen Stunden unerträglich warm und die Fenster werden aufgerissen. 

Was können wir tun?

1% Erhöhung der Raumtemperatur bedeutet 5 % Mehrverbrauch, daher lieber ein Grad kälter an Weihnachten, da durch das Kochen und die Gäste viele Wärmequellen zusätzlich für ein Aufheizen sorgen.

Der Weihnachtsstress

Viele Menschen sind vor und an Weihnachten gestresst. Hier ein Weihnachtsmarkt, dort eine Weihnachtsfeier, dann die vielen Einkäufe, das Haus dekorieren… Die Angst etwas zu vergessen, unsere To-Do-Liste ist lang.

Bevor wir in hektische Betriebsamkeit verfallen, sollten wir daher innehalten und uns daher 3 Fragen stellen:

  • Was steht an?
  • Was davon will ich wirklich?
  • Wie kann es anders gehen?

Wie geht es nach Weihnachten weiter?

Wir können dann nach Weihnachten unsere Erfahrungen mit einem nachhaltigeren und gesünderen  Weihnachten reflektieren und eventuell die eine oder neue Verhaltensweise mit ins neue Jahr übernehmen.

IG Klima Jahresrückblick

Bei unserem Dezember-Plenum haben wir uns Zeit genommen um zurückzublicken auf das Jahr 2024 und unsere Aktivitäten. Wir waren überrascht, wie viele es waren..

Einen roten Faden bildeten unsere Stammtische, insgesamt sieben an der Zahl. Die Stammtische fanden in der Gaststätte “zur Alten Ulme” statt. Begonnen hatten wir mit dem Biodiversitäts-Thema unter dem Motto “Blümchen für alle”. Weiter haben wir uns mit den Themen Balkonsolar, dem PKW-Antrieb der Zukunft und dem effizienten und klimafreundlichen Heizen befasst. Zu Gast war Anne Risse, die Klimafolgenanpassungsmanagerin der Gemeinde Kürten und sprach über Vorsorgemöglicheiten  für Hausbesitzer*innen. Im Oktober gab es dann ein veganes Kochen und zuletzt den Stammtisch “Oh Du nachhaltige Weihnachtszeit”. Zu allen Stammtischen gab es jeweils einen ausführlichen Bericht im Newsletter des Folgemonats. Wer noch einmal nachlesen möchte kann dies in unserem Archiv tun das auf unserer Homepage unter “Archiv” zu finden ist.

Im April veranstalteten wir mit der Gemeinde Kürten ein Benefizkonzert mit dem Komponisten und Pianisten Roland Vossebrecker bei dem ca. 450,- € für “Brot für die Welt” zusammenkamen.

Unser Sommerkino mit dem Film “Everything will change” mit anschließender Diskussion war publikumsmäßig ein großer Erfolg. Der Kino-Abend fand in Kollaboration mit dem Naturgarten e. V., dem NABU, der BUND Jugend und der  Gemeinde Kürten statt.

Neben solchen öffentlichen Aktionen, gab es auch viele Bemühungen und Kontakte zu verschiedenen Themen der Energiewende: gemeinsam mit der IG Kürten und der IG Eichhof der Versuch, Straßen NRW dazu zu bewegen, im Rahmen der Sanierung der L 286 einen echten kombinierten Geh- und Radweg zwischen Kürten-Eichhof und Kürten-Ort  zu errichten. Auch die Politik bemühte sich in die Richtung. Das Ergebnis ist ein Fußgängerweg mit dem Zusatzschild “Radfahrer frei”. Aus unserer Sicht eine suboptimale Lösung, da Radfahrende nur im Schritttempo fahren dürfen – wobei dieses nicht genau definiert ist. Immerhin beobachten wir, dass dieser Weg nun viel intensiver genutzt wird. Dies ist ein Beweis dafür, dass wir in Kürten Radwege benötigen. Wir werden uns in Zukunft vehement dafür einsetzen.

Weiter haben wir uns mit dem Thema Energiegenossenschaft befasst. Aufgrund des für eine Gründung erforderlichen  intensiven zeitlichen und personellen Aufwandes haben wir uns erst einmal dagegen entschieden und haben vielmehr einen Kontakt zwischen der Gemeinde Kürten und der BEGGL (Bürger-Energie-Genossenschaft Bergisch Gladbach) hergestellt. Die Gemeinde Kürten hat darafhin beschlossen Mitglied dieser Genossenschaft zu werden. Weiter sind Planungen im Gange, zu überprüfen, welche kommunalen Liegenschaften für Photovoltaik geeignet sind.

Ein weiteres großes Thema das uns beschäftigte, ist der Neubau eines REWE-Marktes sowie eines Rossman-Drogeriemarktes in Kürten neben dem bisherigen REWE-Standort. Wir sehen dieses Vorhaben sehr kritisch, da eine  weitere sülznahe Fläche bebaut  wird und wir Sorge haben, dass bei weiteren durch den Klimawandel bedingten Hochwasser-Ereignissen, die Sülz nicht mehr genügend Fläche für ihre Ausbreitung hat und die flussabwärts gelegenen Anrainer noch mehr in Mitleidenschaft werden als es zum Beispiel 2021 der Fall war. Unsere Flüsse brauchen Überflutungsflächen. Daher lehnen wir jede weitere flussnahe Bebauung ab. 

Die Aktion Kippendosen ann Bushaltestellen hatte inen gemischten Erfolg. Zwar wurden die Dosen von den Raucher*innen gut angenommen, allerdings gab es auch Schäden durch Vandalismus. An unserem Kreativwettbewerb “für ein sauberes Kürten” nahmen leider nur wenige  Bewerber*innen teil. Wir werden die Ergebnisse der Preisträger*innen im kommenden Jahr veröffentlichen.

Wie geht es in 2025 weiter?

Aktuell sind wir in der Planungsphase, welche Schwerpunkte wir in 2025 setzen möchten. Zu den beiden beiden Wahlen werden wir sicherlich Aktionen planen. Gesetzt ist eine Filmvorführung, sowie die Beschäftigung mit dem  REWE-Neubau und die Radwege-Planung. Wer neugierig ist, kann gerne zum unserem nächsten Plenum kommen. 

Der Termin: 09.01.2025, 19.30 Uhr

Ort: Jugendheim in Dürscheid, Kirchberg 3

——————————————————————————————————————      

Soweit erst einmal mit unseren News und Berichten.

Wir möchten Allen von  Herzen eine gesegnete, nachhaltige und bewusst erlebte Weihnachtszeit wünschen und freuen uns auf ein gemeinsames neue Jahr 2025.

Mit allerbesten klimafreundlichen Grüßen,

Patrick Walraf (Sprecher IG Klima Kürten)

Newsletter November

Liebe Kürteninnen und Kürtener,

Der Herbst bringt eine besondere Art von Ruhe in die Natur. Bedingt durch die gefallenen Temperaturen schalten die Prozesse der biologischen Kreisläufe einen Gang herunter. 

Im Gegensatz dazu die Ereignisse in der Welt!

Insbesondere die jüngsten politischen Entwicklungen, das Ergebnis der Wahl in den USA, das Ende der Ampel-Koalition bei uns, erfüllen uns mit Sorge. Der für uns Menschen überlebenswichtige Schutz des Klimas – Klimaschutz = Menschenschutz – scheint in den wieder in den Hintergrund zu treten.  Friedrich Merz bezeichnet Windräder als Übergangstechnologie und fabuliert von Kernfusion. Donald Trump will den fossilen Energieträgern wieder den Vorrang gebe. Elon Musk, der Entscheidendes  zur Verbreitung der E-Mobilität beigetragen hat, ist nun “Best Friend” von Trump. Der deutsche Rechtspopulismus, der immer noch den menschengemachten Klimawandel leugnet, erstarkt in erschreckender Art und Weise. Die Natur antwortet darauf mit Fakten: Flutkastratrophen und Wetterextreme in der ganzen Welt! Ja, ich weiß, in jeder Einleitung sprechen wir Wetterextreme an. Die Wiederholung von Themen verbietet sich eigentlich in einem  Newsletter. Leider ist es aber immer wieder notwendig die Fakten sprechen zu lassen, da wir als Menschheit  immer noch gar nichts oder viel zu wenig tun, um die Klimaerwärmung zu begrenzen.

Sollten wir also resignieren, die Bemühungen, ein nachhaltiges, klimaneutrales und klimagerechtes Leben zu führen einstellen? Die IG Klima  in den Ruhestand schicken?

NEIN!!!

Wir müssen weitermachen, alles tun, was wir in unserem eigenen Lebensbereich möglich ist: unsere private Energieversorgung, unsere Mobilität und unser Konsumverhalten auf den Prüfstand stellen. Wenn viele Menschen etwas tun, wird aus dem Wenigen, was Jede und Jeder tun kann, Viel.

Keine Sorge: wir, die IG Klima machen weiter: wir werden unvermindert informieren, anstoßen, anregen und auch kritisieren, wo es notwendig ist.

In dieser Folge befassen wir uns mit einem menschlichen Grundbedürfnis. Dem Bedürfnis nach Nahrung und der Frage, wie dieser klimafreundlicher werden kann. Anlass dazu ist unsere Veranstaltung “einfach vegan – gemeinsam nachhaltig kochen und genießen”, in der ein sehr leckeres veganes Dreigänge-Menü gezaubert wurde.

Zudem  ein kurzer  Blick auf die von uns betreuten Biodiversitätsflächen in der Gemeinde.

Auch im  November planen wir einen Klima-Stammtisch, hierzu auch Informationen.

Viel Spaß beim Lesen!

Anstehend: Der Stammtisch „Nachhaltige Weihnachten

Viele Menschen bemerken, dass Weihnachten immer mehr zu einem Fest des Konsums geworden ist. Auch die Werbung suggeriert immer wieder, dass ein Weihnachten ohne bestimmte Konsumgüter nicht denkbar ist. Wir möchten all diejenigen, die sich damit unwohl  fühlen und nach Alternativen suchen, zu unserem kommenden Stammtisch einladen.

Am 28. November um 19:30 Uhr geht es also um die nachhaltige Gestaltung von Weihnachten. Wie gewohnt treffen wir uns in der Gaststätte “zur Alten Ulme” in Kürten.

Wir freuen uns auf die Begegnung und den Austausch mit Ihnen/Euch.

Rückblick: Biodiversität in Kürten

Schon im vierten wird die Wiese am Olper Siefen von Aktiven der IG Klima Kürten gepflegt. In den  Jahren 2021 und 2022 wurde je eine Frühjahrs- und eine Herbstmahd durchgeführt. 2023 hatte sich die Wiese so gut entwickelt, dass nahezu kein Springkraut mehr vorhanden war. Das Springkraut als invasive Art, hatte zuvor andere heimische Pflanzen zurückgedrängt. Nun reicht die alleinige Herbstmahd.  Ein Teil des Mädesüß bleibt dauerhaft stehen. Spezialisierte Insekten, wie z.B. der Mädesüß-Perlmutterfalter konnten einen Lebensraum wiederfinden. In 2024 zeigte sich wieder kein Springkraut, dafür sehr viel Mädesüß, Beinwellstauden, Engelwurz, Gundermann, Wiesenknöterich.

In Absprache mit der Bio-Station Rhein-Berg erfolgt ab nun die sogenannte Optimalpflege, d.h. weiterhin im Herbst die Mahd der noch vorhandenen Brennesseln, zur Reduktion der Stickstoffentragung in den Boden, Rückschnitt der Brombeeren je nach Ausdehnung. Es bleibt ein Brachstreifen stehen, in welchem Insekten und andere Tiere überwintern können. Im Frühjahr wird dann der Brachstreifen nach einer Woche über 15 Grad gemäht, dann sind die meisten Insektenlarven geschlüpft. Der räumliche Wechsel des Brachstreifens von Jahr zu Jahr fördert einen möglichst artenreichen Bewuchs. Die diesjährige Mahd erfolgte mittels Handbalkenmäher und Motorsense, der Container für das abgesammelte Schnittgut wird weiterhin von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. 

Das von der  IG Klima betreute Grundstück Am Halfenberg (“Zwickel”) wurde auch winterfest gemacht. Das Laub der benachbarten Laubbäume wurde gesammelt und an  einer Stelle aufgehäuft, damit Igel und andere Tiere im Winter darin Schutz finden können. Die Entfernung des Laubes aus der Fläche verhindert zudem die Anreicherung des Bodens mit Nährstoffen, so dass es ein typischer Magerstandort bleibt.

Beim Einsammeln des Laubes stellten wir  erfreut fest, dass einige standortgerechte Pflanzen sich behaupten konnten. Zu finden waren Storchenschnabel, Akelei, Wollziest,  Skabiose. Die von uns gesetzten Johannes- und Stachelbeeren haben es auch geschafft. Ein kleiner Beitrag zu einem essbaren Dorf. Zudem ist die Haselnuss auch dort zu finden.

All dies freut uns sehr, wir sind schon neugierig auf das was im kommenden Jahr spreßen und blühen wird.

Einfach vegan – unsere Ernährung innerhalb der planetaren Grenzen

Daja Wolter

nachhaltig, bunt, lecker und gesund“ – Die Ernährung von morgen

Mit diesem Motto sind wir mit interessierten Teilnehmer*innen der Zukunftswerkstatt von Energy4ClimateNRW, die im Februar in Kürten in Kooperation mit der Gemeinde und unserer IG stattgefunden hat, in unser Format „Einfach vegan- Gemeinsam nachhaltig kochen und genießen“ gestartet.

75 % der Landwirtschaftsfläche zur Erzeugung von tierischen Produkten!

Wie wir uns ernähren, hat nicht nur Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Wir nehmen damit auch direkten Einfluss auf unsere zukünftige Lebensgrundlage, denn unsere Ernährung stellt eine der größten Herausforderungen für unseren Planeten dar. Auf mehr als einem Drittel der bewohnbaren Fläche der Erde wird Landwirtschaft betrieben, 75 % davon werden alleine zur Erzeugung von Fleisch, Wurst, Milch oder Eiern benötigt. Nur vier Prozent der Sojaanbaufläche dienen der Erzeugung von pflanzlichen Nahrungsmitteln, der Rest wird zur Futtermittelproduktion für die Nutztiere der Fleisch- und Milchindustrie verwendet.

Was bedeutet  das für die globalen Emissionen und die  Artenvielfalt?

Bis zu 37 % der gesamten globalen Treibhausgasemissionen sind auf unsere Ernährung zurückzuführen- auch hier tragen tierische Produkte den größten Anteil von 69%. Unser Ernährungssystem ist die größte Bedrohung für unsere Natur und verantwortlich für 70 % des Verlustes an biologischer Vielfalt, für 80 % der Entwaldung und für 70 % der globalen Wasserentnahme.

Ist eine nachhaltige Nahrungsversorgung machbar?

Wir überschreiten also in allen Bereichen massiv die ökologischen Belastungsgrenzen unseres Planeten. Dabei ist eine gesunde und nachhaltige Ernährung machbar. Die EAT-Lancet-Kommission, ein weltweit führendes Gremium, das sich mit den globalen Ernährungssystemen befasst, hat 2019 mit der „Planetary Health Diet“ gezeigt, dass wir uns gesund ernähren können, ohne die Erde zu überlasten. Ein wichtiger Hinweis der Kommission betrifft die Versorgung mit Proteinen, die hauptsächlich durch pflanzliche Nahrungsmittel aufgenommen werden sollten und nicht – wie heute in vielen Regionen üblich – durch Fleisch, Milchprodukte und Eier.

“Planetary Diet” in Kürten: wie geht das?

Bei unserem Kochabend haben wir dies aktiv umgesetzt. Mit liebgewonnenen Zutaten und Zubereitungsmethoden, die sich in unserem Alltag in den letzten Jahren bewährten, haben wir zusammen gekocht und gegessen und einen sehr fröhlichen Abend miteinander verbracht. Als Ei-Alternative haben wir z.B. das Kochwasser von Bohnen für die Aioli verwendet oder daraus den Eischnee für die Spekulatiusmousse geschlagen – funktioniert prima! Und für die deftige Komponente in unserem Grünkohleintopf haben wir dänisches Rauchsalz und eine Frikadellenalternative aus Kidneybohnen und Sonnenblumenkernen genutzt.

Neugestaltung unseres globalen Ernährungssysems als Chance für den Klimaschutz, die Gewässer und die Biodiversität

So könnten wir in Deutschland z.B. unseren ernährungsbedingten Flächenbedarf um bis zu 50% sowie unsere durch Ernährung verursachten Treibhausgasemissionen um bis zu 48 %reduzieren.

Ohne eine Ernährungswende können weder ein wirksamer Klimaschutz noch der Schutz wertvoller Lebensräume gelingen. 

Diese Neuausrichtung kann aber nicht allein durch uns Verbraucher*innen erreicht werden, sondern nur in Zusammenarbeit mit Politik und Wirtschaft. Es reicht nicht aus, nur den landwirtschaftlichen Sektor zu betrachten oder allein das Verbraucherverhalten, es geht um eine ganzheitliche Umgestaltung unseres Ernährungssystems. 

Dies lässt sich am Beispiel des Wasserfußabdruckes verdeutlichen: 

Die Lebensmittelproduktion gilt als die wasserintensivste Aktivität und ist verantwortlich für den Verbrauch von rund 70 % allen genutzten Süßwassers. Unsere derzeitige Nachfrage nach Lebensmitteln zieht in Deutschland einen Wasserverbrauch durch Bewässerung von jährlich insgesamt 2,4 Mrd. m³ nach sich. 

Das entspricht in etwa der Wassermenge des Chiemsees.

Davon gehen aktuell 82 % auf das Konto pflanzlicher und 18 % auf das Konto tierischer Lebensmittel. Ein Grund dafür ist, dass unser konsumiertes Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse überwiegend außerhalb Deutschlands erzeugt wird und wir 63 % bzw. 80 % unseres Obst und Gemüses importieren. Unser Selbstversorgungsgrad bei Tomaten lag 2020 bei nur 4 %. Auch bei Erbsen und Bohnen, die als alternative Proteinquelle an Bedeutung gewinnen, liegt der Selbstversorgungsgrad nur bei etwas über 20 %. In den Herkunftsregionen muss für den Anbau dieser Produkte teils viel Wasser zur Bewässerung aufgewendet werden. Den mit Abstand größten Wasserbedarf durch Bewässerung von 585 Mio. m³ haben Zitrusfrüchte, dazu zählen z. B. Zitronen, Orangen und Mandarinen, die vor allem aus Spanien kommen. Die Wassermenge entspricht in etwa der des Königssees in Bayern. Auch die Bewässerung von Trauben mit 1.300 l und Nüssen (Walnüsse 1.100 l und Haselnüsse mit 700 l) zeigt den hohen Wasserbedarf dieser Produkte in den Herkunftsländern.

Aufbau der Selbstversorgung

Eine größtenteils pflanzenbasierte Ernährung muss also einhergehen mit einer Steigerung unserer Selbstversorgung und der damit verbunden Erhöhung der heimischen Erzeugung von Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen mit wasserschonenden Produktionsweisen.

Weiterführende Informationen

zu finden in den vom World Wildlife Fund (WWF) veröffentlichten Studien und Informationsunterlagen sowie die daraus abgeleiteten Forderungen vom WWF an Politik und Wirtschaft. Diese enthalten auch weitere Angaben zur Planetary Health Diet der EAT-Lancet-Kommission. 

wwf-position-so-schmeckt-zukunft.pdf

WWF-Studie-Kulinarischer-Kompass-Wasser-Zusammenfassung.pdf

Mit dem Besseresser-Menüs zeigt der WWF konkret, was es heißt, sich eine Woche lang planetarisch-kulinarisch zu ernähren. Eine Woche voller köstlicher und leicht zuzubereitender Gerichte, die die Empfehlungen der EAT Lancet-Kommission berücksichtigen. Das Menü ist ein Beispiel dafür, wie wir zukünftig unseren Tisch decken können: nachhaltig, bunt, lecker und gesund. 

Besseresser:innen: Nachhaltige Wochenmenüs

Wir danken allen Teilnehmer*innen für diese tolle Erfahrung. 

Ein besonderer Dank geht auch an die katholische Kirchengemeinde Sankt Nikolaus in Dürscheid, die uns ihre Küche zur Verfügung gestellt hat. Herzlichen Dank auch an Familie Huppertz (https://www.hof-hoernen.de) für das köstliche, frische Gemüse von ihrem Biogemüsehof, welches sie uns für unser Menü gestiftet hat -regionaler und saisonaler geht nicht!

Hier die Rezepte zu unserem veganen Menü:

Vorspeise

Vegane Aioli

  • 7 EL Bohnenwasser (bzw. Flüssigkeit aus einer Dose Bohnen oder Kichererbsen)
  • 1 EL Apfelessig oder Zitronensaft
  • 1 TL Senf
  • 1 TL Salz
  • 1 Knoblauchzehe
  • ca 250 ml geschmacksneutrales Pflanzenöl (z.B. Raps)

Alles in ein Rührgefäß geben und mit dem Pürierstab kurz zu einer schaumigen Masse pürieren. Das Pflanzenöl langsam und unter stetigem Pürieren dazugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist (je mehr Öl, desto fester wird die Aioli).

Pumpkin Spice Hummus

  • 1 Dose Bohnen oder Kichererbsen
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Apfelessig oder Zitronensaft
  • 1 TL Salz
  • 2 EL Tahini
  • 1 EL Pumpkin Spice Gewürz
  • 3 EL Olivenöl
  • 3 EL Wasser mit Kohlensäure

Zu einer cremigen Masse pürieren

Für die Pumpkin Spice Gewürzmischung:

  • 4 TL gemahlener Zimt
  • 2 TL gemahlener Ingwer
  • 1 TL gemahlene Nelke
  • 1 TL gemahlener Muskat
  • ½ TL gemahlener Piment
  • ¼ TL gemahlener Kardamom
  • ¼ TL gemahlener Kurkuma

Den Ofen vorheizen auf 180 Grad Umluft

1 Blumenkohl waschen und in Röschen zerkleinern

1 Kürbis in Scheiben schneiden

Dann auf ein mit Backpapier ausgelegtem Backblech verteilen

Anschließend:

  • 1 Tl Dänisches Rauchsalz
  • 1 Tl geräuchertes Paprika Pulver
  • 1 Tl Paprikapulver Edelsüß
  • 4 El Hefeflocken
  • 4 El Olivenöl
  • 2 El Sojasauce
  • 6 El Wasser

zu einer gleichmäßigen Paste vermengen und mit einem Pinsel auf dem Gemüse verstreichen. Für 20 Minuten bei 180 Grad backen.

Möhrensalat

  • 1 kg Möhren
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1/2  – 1 Tl Zucker
  • 2 – 3 EL neutrales Öl
  • Salz
  • Pfeffer
  • Essigessenz

Die Möhren schälen und raspeln und die Zwiebel fein würfeln. Alle Zutaten miteinander vermengen, durchziehen lassen und nochmals  abschmecken.

Hauptgang

Grünkohleintopf

  • 1 Gemüsezwiebel
  • 1 kg Grünkohl
  • 300 gr Kartoffeln (festkochend)
  • 1 El Dänisches Rauchsalz
  • 3 EL Buchweizengrütze
  • 2 El Senf
  • 4 El veganes Zwiebelschmalz
  • 50 gr vegane Butter
  • 0,5l Gemüse- oder Misobrühe

Gemüsezwiebeln fein würfeln und in veganer Butter leicht glasig dünsten. Grünkohl waschen und kleinschneiden, hinzufügen, Grütze und Rauchsalz hinzufügen und ebenfalls leicht andünsten. Mit Brühe aufgießen und für 20 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen, gelegentlich umrühren, Kartoffeln schälen und würfeln, hinzugeben und weitere 20 Minuten kochen lassen, gelegentlich umrühren. Senf und Zwiebelschmalz hinzufügen, ggf mit Rauchsalz abschmecken.

Knusperdellen

  • 2 Dosen Kidneybohnen 480 g abgespült und abgetropft 
  • 2 EL Olivenöl
  • 3 Knoblauchzehen fein gehackt 
  • 1 Gemüsezwiebelfein gehackt 
  • 1 EL Soja-Sauce 
  • 100 g Sonnenblumenkerne 
  • 20 g Haferflocken
  • 8 EL Hefeflocken 
  • 2 EL Tomatenmark 
  • 2 TL Senf
  • 1 Tl Dänisches Rauchsalz 
  • 2 Tl Majoran
  • 2 Tl geräuchertes Paprikapulver
  • 2 EL Leinsamen

Bohnen auf einem Teller/Schüssel mit der Gabel leicht zerdrücken. Zwiebel mit etwas Öl in einer Pfanne glasig braten, Knoblauch hinzufügen und mit Sojasauce ablöschen. Sonnenblumenkerne und Leinsamen in einem Mixer fein mahlen. Alle Zutaten in einer Schüssel zu einem glatten Teig vermengen, 10 Minuten ruhen lassen und dann daumenlange Würstchen formen und platt drücken. Mit Öl in einer Pfanne von allen Seiten bei mittlerer Hitze knusprig braten.

Dessert

Kürbisbutter

  • 250g Hokkaido
  • Kokosöl
  • 1/4TL Sternanis gemahlen
  • 1/2 EL Zimt gemahlen
  • 1/4 TL Kardamom gemahlen
  • 1/4TL frisch geriebene Muskatnuss
  • 1/8 TL Salz
  • 1 TL frisch gepresster Zitronensaft
  • 60 ml Ahornsirup
  • 60-120 ml Apfelsaft

Den Kürbis halbieren, mit Kokosöl bestreichen und bei 200 Grad für 30-45 Minuten im Ofen backen.

Den Kürbis auskratzen und mit den restlichen Zutaten pürieren, dann kalt stellen

Vanillepudding

  • 500 ml Pflanzenmilch 
  • 50 g Erythrit oder Zucker nach Wahl 
  • 32 g Speisestärke 
  • 32 g Cashewmus/Mandelmus
  • 1 EL Vanilleextrakt
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Kurkuma (optional für die Farbe)

Schritt 1: Pudding kochen. Alle Zutaten für den Pudding in eine mittelgroße Schüssel geben. Mit einem Schneebesen verrühren, bis sich die Speisestärke auflöst.

In einen Kochtopf umfüllen und die Mischung bei mittlerer Hitze zum  Kochen bringen, dabei häufig umrühren. Sobald der Pudding zu kochen beginnt, die Hitze auf niedrig stellen und ca. 1 – 2 Minuten lang ununterbrochen rühren. Er wird eindicken und cremig werden. Dann in Gläser abfüllen und kalt stellen.

Spekulatiusmousse

  • Kidneybohnenwasser (Flüssigkeit aus zwei Dose)
  • 4 El Sahnesteif
  • 100 gr Zartbitterschokolade (vegan)
  • 4 El Biscoff Creme

Schokolade in Stücke brechen und in einen Topf geben. Den Topf vorsichtig einmal kurz erwärmen und die Schokolade unterrühren und zum anschmelzen bringen. Topf sofort vom Herd nehmen, Schokolade rühren bis sie flüssig ist, die Biscoff-Creme unterrühren und dann alles  abkühlen lassen.

Das Bohnenwasser in eine Schüssel geben und mit einem Handrühergerät für ca. 5 Minuten zu einem (Ei)-Schnee aufschlagen. Wenn die Masse fester wird, Sahnesteif hinzufügen und zu einem festen Schaum aufschlagen.

Den Schaum mit einem Teigschaber beiseite schieben, die abgekühlte, geschmolzene Creme neben den Schaum laufen lassen und dann vorsichtig unterheben, bis sich alles so gerade vermischt hat. 

Kürbisbutter und Spekulatiusmousse auf den abgekühlten Vanillepudding geben und kalt stellen.

Viel Spaß beim Nachkochen und Genießen!

Vorankündigung

Wir planen für diesen November noch einen “Wärme-Spezial”-Newsletter. Anlass ist die von der Gemeinde Kürten vorgestellte kommunale Wärmeplanung.

Es heißt also: dabei bleiben!

Wir wünschen allen einen behaglichen und dennoch klimafreundlichen Herbst.

Patrick Walraf (Sprecher IG Klima Kürten)

Biodiversität in Kürten

Schon im vierten Jahr wird die Wiese am Olper Siefen von Aktiven der IG Klima Kürten gepflegt. In den  Jahren 2021 und 2022 wurde je eine Frühjahrs- und eine Herbstmahd durchgeführt. 2023 hatte sich die Wiese so gut entwickelt, dass nahezu kein Springkraut mehr vorhanden war. Das Springkraut als invasive Art, hatte zuvor andere heimische Pflanzen zurückgedrängt. Nun reicht die alleinige Herbstmahd.  Ein Teil des Mädesüß bleibt dauerhaft stehen. Spezialisierte Insekten, wie z.B. der Mädesüß-Perlmutterfalter konnten einen Lebensraum wiederfinden. In 2024 zeigte sich wieder kein Springkraut, dafür sehr viel Mädesüß, Beinwellstauden, Engelwurz, Gundermann, Wiesenknöterich.

In Absprache mit der Bio-Station Rhein-Berg erfolgt ab nun die sogenannte Optimalpflege, d.h. weiterhin im Herbst die Mahd der noch vorhandenen Brennesseln, zur Reduktion der Stickstoffentragung in den Boden, Rückschnitt der Brombeeren je nach Ausdehnung. Es bleibt ein Brachstreifen stehen, in welchem Insekten und andere Tiere überwintern können. Im Frühjahr wird dann der Brachstreifen nach einer Woche über 15 Grad gemäht, dann sind die meisten Insektenlarven geschlüpft. Der räumliche Wechsel des Brachstreifens von Jahr zu Jahr fördert einen möglichst artenreichen Bewuchs. Die diesjährige Mahd erfolgte mittels Handbalkenmäher und Motorsense, der Container für das abgesammelte Schnittgut wird weiterhin von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. 

Das von der  IG Klima betreute Grundstück Am Halfenberg (“Zwickel”) wurde auch winterfest gemacht. Das Laub der benachbarten Laubbäume wurde gesammelt und an  einer Stelle aufgehäuft, damit Igel und andere Tiere im Winter darin Schutz finden können. Die Entfernung des Laubes aus der Fläche verhindert zudem die Anreicherung des Bodens mit Nährstoffen, so dass es ein typischer Magerstandort bleibt.

Beim Einsammeln des Laubes stellten wir  erfreut fest, dass einige standortgerechte Pflanzen sich behaupten konnten. Zu finden waren Storchenschnabel, Akelei, Wollziest,  Skabiose. Die von uns gesetzten Johannes- und Stachelbeeren haben es auch geschafft. Ein kleiner Beitrag zu einem essbaren Dorf. Zudem ist die Haselnuss auch dort zu finden.

All dies freut uns sehr, wir sind schon neugierig auf das was im kommenden Jahr spreßen und blühen wird.

Stammtisch November

Viele Menschen bemerken, dass Weihnachten immer mehr zu einem Fest des Konsums geworden ist. Auch die Werbung suggeriert immer wieder, dass ein Weihnachten ohne bestimmte Konsumgüter nicht denkbar ist. Wir möchten all diejenigen, die sich damit unwohl  fühlen und nach Alternativen suchen, zu unserem kommenden Stammtisch einladen.


Am 28. November um 19:30 Uhr geht es also um die nachhaltige Gestaltung von Weihnachten. Wie gewohnt treffen wir uns in der Gaststätte “zur Alten Ulme” in Kürten.


Wir freuen uns auf die Begegnung und den Austausch mit Ihnen/Euch.

Einfach vegan – unsere Ernährung innerhalb der planetaren Grenzen

nachhaltig, bunt, lecker und gesund“ – Die Ernährung von morgen

Mit diesem Motto sind wir mit interessierten Teilnehmer*innen der Zukunftswerkstatt von Energy4ClimateNRW, die im Februar in Kürten in Kooperation mit der Gemeinde und unserer IG stattgefunden hat, mit unserem Format „Einfach vegan- Gemeinsam nachhaltig kochen und genießen“ gestartet. 

Wie wir uns ernähren, hat nicht nur Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Wir nehmen damit auch direkten Einfluss auf unsere zukünftige Lebensgrundlage, denn unsere Ernährung stellt eine der größten Herausforderungen für unseren Planeten dar. Auf mehr als einem Drittel der bewohnbaren Fläche der Erde wird Landwirtschaft betrieben, 75 % davon werden alleine zur Erzeugung von Fleisch, Wurst, Milch oder Eiern benötigt. Nur vier Prozent der Sojaanbaufläche dienen der Erzeugung von pflanzlichen Nahrungsmitteln, der Rest wird zur Futtermittelproduktion für die Nutztiere der Fleisch- und Milchindustrie verwendet.

Bis zu 37 % der gesamten globalen Treibhausgasemissionen sind auf unsere Ernährung zurückzuführen- auch hier tragen tierische Produkte den größten Anteil von 69%. Unser Ernährungssystem ist die größte Bedrohung für unsere Natur und verantwortlich für 70 % des Verlustes an biologischer Vielfalt, für 80 % der Entwaldung und für 70 % der globalen Wasserentnahme.

Wir überschreiten also in allen Bereichen massiv die ökologischen Belastungsgrenzen unseres Planeten. Dabei ist eine gesunde und nachhaltige Ernährung machbar. Die EAT-Lancet-Kommission, ein weltweit führendes Gremium, das sich mit den globalen Ernährungssystemen befasst, hat 2019 mit der „Planetary Health Diet“ gezeigt, dass wir uns gesund ernähren können, ohne die Erde zu überlasten. Ein wichtiger Hinweis der Kommission betrifft die Versorgung mit Proteinen, die hauptsächlich durch pflanzliche Nahrungsmittel aufgenommen werden sollten und nicht – wie heute in vielen Regionen üblich – durch Fleisch, Milchprodukte und Eier.

Bei unserem Kochabend haben wir dies aktiv umgesetzt. Mit liebgewonnenen Zutaten und Zubereitungsmethoden, die sich in unserem Alltag in den letzten Jahren bewährt haben, haben wir zusammen gekocht und gegessen und einen sehr fröhlichen Abend miteinander verbracht. Als Ei-Alternative haben wir z.B. das Kochwasser von Bohnen für die Aioli verwendet oder daraus den Eischnee für die Spekulatiusmousse geschlagen -funktioniert prima! Und für die deftige Komponente in unserem Grünkohleintopf haben wir dänisches Rauchsalz und eine Frikadellenalternative aus Kidneybohnen und Sonnenblumenkernen genutzt.

In der Neugestaltung unserer globalen Ernährungssysteme liegt eine unserer größten Chancen, einen erheblichen Beitrag zum Schutz des Klimas, der Gewässer und der Biodiversität leisten. So könnten wir in Deutschland z.B. unseren ernährungsbedingten Flächenbedarf um bis zu 50% sowie unsere durch Ernährung verursachten Treibhausgasemissionen um bis zu 48 % reduzieren.

Ohne eine Ernährungswende können weder ein wirksamer Klimaschutz noch der Schutz wertvoller Lebensräume gelingen. Diese Neuausrichtung kann aber nicht allein durch uns Verbraucher:innen erreicht werden, sondern nur in Zusammenarbeit mit Politik und Wirtschaft. Es reicht nicht aus, nur den landwirtschaftlichen Sektor zu betrachten oder allein das Verbraucherverhalten, es geht um eine ganzheitliche Umgestaltung unseres Ernährungssystems. Dies lässt sich am Beispiel des Wasserfußabdruckes verdeutlichen: 

Die Lebensmittelproduktion gilt als die wasserintensivste Aktivität und ist verantwortlich für den Verbrauch von rund 70 % allen genutzten Süßwassers. Unsere derzeitige Nachfrage nach Lebensmitteln zieht in Deutschland einen Wasserverbrauch durch Bewässerung von jährlich insgesamt 2,4 Mrd. m³ nach sich. Das entspricht in etwa der Wassermenge des Chiemsees. Davon gehen aktuell 82 % auf das Konto pflanzlicher und 18 % auf das Konto tierischer Lebensmittel. Ein Grund dafür ist, dass unser konsumiertes Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse überwiegend außerhalb Deutschlands erzeugt wird und wir 63 % bzw. 80 % unseres Obst und Gemüses importieren. Unser Selbstversorgungsgrad bei Tomaten lag 2020 bei nur 4 %. Auch bei Erbsen und Bohnen, die als alternative Proteinquelle an Bedeutung gewinnen, liegt der Selbstversorgungsgrad nur bei etwas über 20 %. In den Herkunftsregionen muss für den Anbau dieser Produkte teils viel Wasser zur Bewässerung aufgewendet werden. Den mit Abstand größten Wasserbedarf durch Bewässerung von 585 Mio. m³ haben Zitrusfrüchte, dazu zählen z. B. Zitronen, Orangen und Mandarinen, die vor allem aus Spanien kommen. Die Wassermenge entspricht in etwa der des Königssees in Bayern. Auch die Bewässerung von Trauben mit 1.300 l und Nüssen (Walnüsse 1.100 l und Haselnüsse mit 700 l) zeigt den hohen Wasserbedarf dieser Produkte in den Herkunftsländern.

Eine größtenteils pflanzenbasierte Ernährung muss also einhergehen mit einer Steigerung unserer Selbstversorgung und der damit verbunden Erhöhung der heimischen Erzeugung von Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen mit wasserschonenden Produktionsweisen.

Weiterführende Informationen zu den hier dargestellten Fakten finden sich in den vom World Wildlife Fund (WWF) veröffentlichten Studien und Informationsunterlagen sowie die daraus abgeleiteten Forderungen vom WWF an Politik und Wirtschaft. Diese enthalten auch weitere Angaben zur Planetary Health Diet der EAT-Lancet-Kommission. 

wwf-position-so-schmeckt-zukunft.pdf

WWF-Studie-Kulinarischer-Kompass-Wasser-Zusammenfassung.pdf

Mit dem Besseresser-Menüs zeigt der WWF konkret, was es heißt, sich eine Woche lang planetarisch-kulinarisch zu ernähren. Eine Woche voller köstlicher und leicht zuzubereitender Gerichte, die die Empfehlungen der EAT Lancet-Kommission berücksichtigen. Das Menü ist ein Beispiel dafür, wie wir zukünftig unseren Tisch decken können: nachhaltig, bunt, lecker und gesund. 

Besseresser:innen: Nachhaltige Wochenmenüs

Wir danken allen Teilnehmer*innen für diese tolle Erfahrung. Ein besonderer Dank geht auch an die katholische Kirchengemeinde Sankt Nikolaus in Dürscheid, die uns ihre Küche zur Verfügung gestellt hat. Herzlichen Dank auch an Familie Huppertz (https://www.hof-hoernen.de) für das köstliche, frische Gemüse von ihrem Biogemüsehof, welches sie uns für unser Menü gestiftet hat -regionaler und saisonaler geht nicht!

Unser veganes Menü:

  • Ofengemüse mit Aioli und Pumpkin Spice Humus und Möhrensalat
  • Deftiger Grünkohleintopf mit Knusperdellen
  • Vanillepudding mit Kürbisbutter und Spekulatiusmousse

Rezepte: