Liebe Leserinnen und Leser,
die Worte „Klimawandel“, Klimakrise“, „Klimaschutz“ scheinen seit einiger Zeit nicht mehr sexy zu sein, zum Teil sogar verpönt. Wie in den Büchern über Harry Potter, in denen „der, dessen Name nicht genannt werden darf“ (Lord Voldemort) doch allein Angst und Schrecken versetzt, scheint es einen Trend zu geben, die reale Bedrohung „Klimawandel“ nicht mehr beim Namen nennen zu wollen. Dabei geht sie dadurch nicht weg, verliert nicht ihre Macht. Auch Rumpelstilzchen musste beim Namen genannt werden, um seine Macht zu verlieren.
Wir, die IG Klima Kürten, benennen das Problem weiter: es gibt den Klimawandel, er ist durch uns Menschen verursacht und wir können, ja müssen etwas tun! Die gute Nachricht: wissenschaftlich wissen wir, was zu tun ist.Und es lohnt sich, für das Klima, für die Menschen und sogar wirtschaftlich!
Die letzten Juni-Tage haben uns deutlich gezeigt, dass der Klimawandel voranschreitet. Es gab Temperaturrekorde auch bei uns, die gesundheitlich sehr belastend waren. Erstmals in der Geschichte, gab es eine Wetterwarnung für ganz Deutschland. Auch die Technik scheint zu leiden. Am 27. Juni hat der Zug-Anbieter National Express angekündigt, den kompletten Verkehr ruhen zu lassen, um dem Risiko von Zwischenfällen, etwa Liegenblieben auf offener Strecke mit der Gefahr des Ausfalls der Klimatisierung, vorzubeugen.
Wer immer noch daran zweifelt, dass sich auch bei uns die Temperaturen verändert haben, dem sei das neueste Video von Stefan Lenz empfohlen. Er ist „Baujahr 1967“ und hat entlang seines Lebens bis in die heutige Zeit recherchiert, wie sich die Temperatur zu bestimmten Zeitpunkten entwickelt hat. Eindeutiger Trend: nach oben.
Hier geht es zum Video:
Was hat die IG Klima Kürten in der letzten Zeit gemacht?
Die Elektrifizierung vieler gesellschaftlicher Lebensbereiche schreitet voran. Wird es uns doch gelingen, uns rasch aus der fossilen Abhängigkeit zu befreien? Hierzu hat der Sprecher der IG Klima Kürten einen Vortrag gehalten, der auch online einsehbar ist. Eine persönliche Betrachtung befasst sich mit der Frage, ob sich die Energiewende auch wirtschaftlich lohnt.
Die IG Klima Kürten bearbeitet weiter die Bereiche Müll und Plastik. Wir blicken zurück auf zwei erfolgreiche Veranstaltungen zu diesem Thema mit Schüler*innen der Gesamtschule Kürten.
Wir wenden weiter den Blick auf ein Biodiversitätsprojekt, das von der IG Klima Kürten angestoßen wurde und untersuchen, was neben dem Alten Rathaus in Kürten wächst.
Außerdem in diesem Newsletter auch ein paar Einblicke in die Marktentwicklung in den Bereichen ÖPNV und Gütertransport.
Und wie gewohnt, Podcast-Tipps und die Empfehlung einer Webinar-Aufzeichnung.
Viel Spaß beim Lesen!
Die private Energiewende – Weg von Öl und Gas –

Am Samstag den 30.05.2026 ging es um die Möglichkeiten, die wir Bürgerinnen und Bürger haben, unsere private Energiewende zu gestalten. Patrick Walraf stellte einen vielfältigen „Marktplatz der Möglichkeiten“ vor um zu zeigen, wie wir uns unabhängig machen können von Öl und Gas. Zudem wurde an Beispielen gezeigt, wie sich diese private Energiewende auch wirtschaftlich lohnen kann.
Von der klassischen Photovoltaik an Gebäuden, dem „Balkonkraftwerk“, dynamischen Stromtarifen, intelligenten Batteriespeichern, über den Einsatz von Wärmepumpen und Klimaanlagen ging es auch um E-Mobilität und um Zukunftsmusik in Form von V2G-Technologien, bei denen das E-Auto netzdienliche und-stabilisierende Aufgaben übernehmen kann. Zudem wurden noch in Entwicklung befindliche Technologien, wie das Energy Sharing und die gemeinschaftliche Stromversorgung, vorgestellt.
Die Energiewende bietet also ein Feuerwerk an Möglichkeiten. Um so verwunderlicher war es, dass sich leider nur wenige Menschen als Publikum des Vortrags einfanden. Wir hatten erwartet, dass das Thema Energie aufgrund der Aktualität der kriegerischen Auseinandersetzungen und den daraus resultierenden hohen Energiepreisen viele interessieren würde.
Lag es an dem Termin, einem Samstag Abend bei schönem Wetter? Ist das Thema für Kürtener*innen nicht interessant? Sind alle schon so gut informiert? Beim Vorbereiten des Vortrags war einiges an Recherche notwendig, da manche Themen doch etwas komplexer sind. In der IG Klima Kürten haben wir zu vielen Themen rund um die Energie-, Mobilitäts- und Wärmewende sowie den Themen Biodiversität und Nachhaltigkeit einiges an Expertise aufgebaut, die wir gerne im Dialog mit Mitbürger*innen teilen möchten.
Wir möchten es noch einmal probieren und den Vortrag im Herbst wiederholen. Wer bis dahin nicht warten möchte, kann den Vortrag auf unserer Homepage finden:
Energiekosten im Juni 2026 – die wirtschaftliche Seite der privaten Energiewende
Die private Energiewende lohnt sich für das Klima. Aber lohnt sie sich auch finanziell. Sind die Energiekosten tatsächlich niedriger?
Ich, Patrick Walraf, habe mal meine Energiekosten für den Juni 2026 ausgerechnet (bis 28.06. – es fehlen also noch 3 Tage). Unser Haushalt ist komplett elektrifiziert ist, es gibt also 2 E-Autos, eine Wärmepumpe sowie eine Photovoltaik-Anlage (PV).
Was sind nun die Energiekosten? 73,24 €.
Für Alles! Für Kochen, Kühlschrank, Licht, Computer, Unterhaltungselektronik , E-Auto-Fahren (1800 KM) und Warmwasserzubereitung!


Die Berechnungsgrundlagen:
Die Investivkosten der Photovoltaik wurden für eine Lebensdauer von 30 Jahren, Ersatz des Batteriespeichers und Wechselrichters sowie der Einspeisevergütung – 8,24 ct/kWh über 20 Jahre – mit 10 ct/kWh angesetzt. Eine überschlägige Rechnung zu den höheren Investitionskosten für die Wärmepumpe ergab Mehrkosten von 6000,- € (die alte Gastherme war mit über 30 Jahren am Ende ihrer Lebenszeit und hätte bald ersetzt werden müssen). Bei einer angenommenen Lebensdauer der Wärmepumpe von 15 Jahren wären es 33,33 € mehr pro Monat. Unsere gebraucht angeschafften E-Autos waren vom Preis ähnlich wie vergleichbare Verbrenner.
Die private Energiewende lohnt sich für Hausbesitzer*innen. Warum also noch warten?
Plastik zwischen Nutzen und Umweltproblem: Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Kürten diskutieren über Verantwortung und Lösungen
Text: Anne Linden

Plastik ist aus unserem Alltag kaum wegzudenken. Es schützt Lebensmittel, ermöglicht medizinische Innovationen und erleichtert zahlreiche Abläufe im täglichen Leben. Gleichzeitig gehört die Vermüllung der Umwelt durch Kunststoffe zu den größten ökologischen Herausforderungen unserer Zeit. Mit dieser spannenden und vielschichtigen Thematik beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der gesamten Jahrgangsstufe 8 der Gesamtschule Kürten im Rahmen einer besonderen Doppelstunde, die gemeinsam mit der IG Klima Kürten gestaltet wurde.
Zu Beginn der Veranstaltung stellte Thomas Wiemker, Mitglied der IG Klima Kürten, den Schülerinnen und Schülern die Arbeit der Initiative vor. In einem etwa zehnminütigen Überblick skizzierte er anschaulich die vielfältigen Aktivitäten der IG Klima Kürten. Dabei wurde deutlich, dass sich die Initiative nicht nur mitK limaschutz, sondern auch mit den Themen Nachhaltigkeit, Umweltbildung, Energie, Mobilität, Ressourcenschonung und dem Erhalt natürlicher Lebensgrundlagen in der Gemeinde beschäftigt. Die Schülerinnen und Schüler erhielten so einen Einblick, wie ehrenamtliches Engagement vor Ort dazu beitragen kann, globale Herausforderungen auf lokaler Ebene anzugehen.
Im Anschluss wurde der ZDF-Dokumentarfilm „Vom Wundermaterial zum Umweltkiller“ auf der Großleinwand der Aula gezeigt. Der Film zeichnet die Entwicklung des Kunststoffs von seiner Erfindung über seinen vielfältigen Nutzen bis hin zu den weltweiten Umweltproblemen nach, die durch die enorme Verbreitung von Plastik entstanden sind. Gleichzeitig werden bereits bestehende Lösungsansätze vorgestellt und Möglichkeiten aufgezeigt, wie der Verbrauch von Kunststoffen reduziert und Stoffkreisläufe verbessert werden können.
Die Dokumentation hinterließ bei den Jugendlichen einen nachhaltigen Eindruck. Viele Schülerinnen und Schüler zeigten sich betroffen von den Bildern vermüllter Meere und Landschaften sowie von den Auswirkungen von Mikroplastik auf Mensch und Umwelt. In der anschließenden Gesprächsrunde beteiligten sich die Jugendlichen engagiert und mit großem Interesse. Sie stellten Fragen, brachten eigene Erfahrungen ein und diskutierten mögliche Lösungswege für einen verantwortungsvolleren Umgang mit Kunststoffen. Moderiert wurde die Aussprache ebenfalls von Thomas Wiemker.
Ein besonderes Zeichen der Wertschätzung setzte Schulleiter Dr. Markus Hintze-Neumann, der die Veranstaltung während der gesamten Doppelstunde begleitete. Mit seiner Anwesenheit unterstrich er die Bedeutung des Themas für die Schulgemeinschaft. Gleichzeitig machte er deutlich, dass Klima- und Umweltschutz an der Gesamtschule Kürten einen wichtigen Stellenwert besitzen und fester Bestandteil einer zeitgemäßen Bildung sind.
Kreative Umweltbotschaft auf dem Schulhof: Schülerinnen und Schülergestalten großes
Kreide-Rätsel
Text: Anne Linden

Mit bunten Kreidefarben, viel Kreativität und einer klaren Botschaft haben Schülerinnen und Schüler des Kurses Darstellen und Gestalten der Jahrgangsstufe 7 an der Gesamtschule Kürten ein Zeichen für mehr Umweltbewusstsein gesetzt. Gemeinsam gestalteten sie auf dem Schulhof ein großflächiges Worträtsel, das bei Mitschülerinnen und Mitschülern schnell für Aufmerksamkeit sorgte.
Am Anfang des Projekts entwickelten die Schülerinnen und Schüler viele Vorschläge für einen passenden Slogan beziehungsweise eine Botschaft, die zum Nachdenken über den Umgang mit Abfällen und Ressourcen anregt. Anschließend einigten sie sich auf einen Vorschlag, der in ein Kreideschablonenrätsel-Konzept passte.
Das Ergebnis war ein mit 25 Buchstaben groß angelegtes Kreide-Worträtsel auf dem Schulhof. Als Sprühaktion selbst entstand es im Rahmen einer Doppelstunde am 24. Juni 2026.
Die Lösung wurde dabei bewusst nicht „nach außen“ verraten. Stattdessen waren alle Schülerinnen und Schüler der Schule eingeladen, selbst zu rätseln und die Botschaft herauszufinden.
Das Rätsel blieb natürlich nicht lange unbeachtet. Viele Kinder und Jugendliche blieben auf dem Schulhof stehen, diskutierten mögliche Lösungen und versuchten gemeinsam, den gesuchten Slogan zu entschlüsseln. So entwickelte sich die Aktion schnell zu einem Gesprächsthema in der Schule und regte dazu an, über das eigene Verhalten im Umgang mit Abfällen nachzudenken.
Besonders positiv wurde die hervorragende Vorbereitung des Projekts durch Lehrer Philipp Hennecke hervorgehoben. Er hatte die Aktion im Vorfeld mit seinen Schülerinnen und Schülern sorgfältig geplant und organisiert, sodass die Umsetzung auf demSchulhof reibungslos und zügig erfolgen konnte. Dabei wurde darauf geachtet, dass sich jede Schülerin und jeder Schüler aktiv einbringen konnte. Vom Anlegen der Schablonen über das Ausmalen bis hin zu den Aufräumarbeiten waren alle Beteiligten eingebunden.
Auch Schulleiter Dr. Markus Hintze-Neumann zeigte sich von der Idee begeistert und nahm sich Zeit, die Aktion vor Ort zu besuchen. Er lobte das Engagement der Schülerinnen und Schüler sowie die gelungene Verbindung von kreativem Unterricht und Umweltbildung. Solche Projekte, so der Schulleiter, machten deutlich, wie Schule wichtige gesellschaftliche Themen praxisnah und motivierend vermitteln könne.
Initiiert wurde die Aktion von der IG Klima Kürten, die sich seit Jahren für Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Umweltbildungin der Gemeinde engagiert. Die Mitglieder Alexandra Lietz, Anne Linden undThomas Wiemker begleiteten das Projekt und standen den Schülerinnen und Schülern während der Aktion als Ansprechpartnerzur Verfügung. Zum Abschluss berichteten sie über die vielfältige Arbeit der IG Klima Kürten. Sie stellten aktuelle Projekte und Aktivitäten der Initiative vor und erläuterten, wie sich Bürgerinnen und Bürger vor Ort für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz einsetzen können. Die Schülerinnen und Schüler erhielten dabei spannende Einblicke in ehrenamtliches Engagement für Umwelt und Klima und erfuhren, wie bereits kleine Veränderungen im Alltag einen positiven Beitrag leisten können.
Die gelungene Aktion zeigte eindrucksvoll, wie Umweltbildung auf kreative Weise umgesetzt werden kann. Mit ihrem Kreide-Rätsel haben die Schülerinnen und Schüler nicht nur ihren Schulhof verschönert, sondern auch eine Botschaft vermittelt, die weit über den Aktionstag hinaus Wirkung entfalten dürfte.
Biodiversität im Beet am Rathaus in Kürten
Text: Beate Wiemker

Im Oktober ´21 haben wir, die IG Klima Kürten mit der Unterstützung durch den „NaturGarten e.V.“ und der Firma Pütz am Rathaus in Kürten eine Schotterfläche in ein blühendes, insektenfreundliches Beet umgewandelt. Im Laufe der Jahre hatten wir dieses Beet ein bisschen aus dem Blick verloren, weil bis ins letzteJ ahr die Pflege organisiert war.
Aber manchmal ändern sich die Verhältnisse und so verwaiste das Beet in den letzten Monaten zunehmend, so dass wir bereits darauf angesprochen wurden. Meistens gab es Kritik, manchmal aber auch Lob. Mal hieß es, das Beet wird von Unkraut überwuchert. Dann wiederum fiel die Vielfalt auf, die unseren Insekten Nahrung bietet.
Ein Grund, mal herauszufinden, was dort alles blüht und wächst. Meine Bestandsaufnahme hat ergeben, dass dort mehr als zwanzig unterschiedliche Pflanzen wachsen, die zu ganz unterschiedlichen Zeiten blühen.
Ob es dort Frühjahrsblüher gab, die sich bereits wieder in den Boden zurückgezogen haben, kann ich zum heutigen Zeitpunkt, Ende Juni nicht beurteilen. Da werden wir das nächste Frühjahr abwarten müssen. Zu sehen sind jetzt aber noch die Samenstände der Akelei sowie vom Wiesensalbei und des knotigen Braunwurz.
Der Blutstorchenschnabel und der knotige Storchenschnabel hingegen stehen in voller Blüte genauso wie das Mutterkraut. Und auf die Blüte des Rainfarns, der Raublatt-Herbstaster, der Blauraute und des Rauen Sonnenhuts dürfen wir uns noch freuen.
Der Wollziest zeigt nur wenige Blütenähren, aber auch sein wolliges Blattwerk beeindruckt sehr. Inzwischen etwas groß geworden, aber für unsere Vögel und Insekten sehr wertvoll, erscheint die Kupfer-Felsenbirne. Wer Lust hat, darf gerne die reifen Früchte probieren solange die Vögel noch etwas übrig gelassen haben. Ich verarbeite die Früchte der Felsenbirne auch gerne zu Marmelade.
Im Beet gibt es tatsächlich auch Pflanzen, die häufig als Unkraut bezeichnet werden. Wir finden dort zum Beispiel zwei Weidenröschenarten. Beide sind als Nektar und Pollenquelle wertvoll für unsere Insekten und dienen als Raupenfutterpflanze. Somit sind sie in einem Biodiversitätsbeet genau richtig.
Wenn ich heute auf dieses fast 12 m lange Beet schaue, überkommt mich ein wenig Stolz auf das, was wir dort geschaffen haben.
Neugierig geworden? Das Beet ist einen Besuch wert. Mit der App “Flora Incognita” gelingt die Pflanzenbestimmung ganz leicht.
In 80 Ladestopps um die Welt

Bildquelle: German Television
In Jules Vernes „Reise um die Erde in 80 Tagen“ reist die Romanfigur Phileas Fogg um unseren Globus und gewinnt damit eine Wette. Tatsächlich hatte der Amerikaner George Francis Train 1870 eine solche Reise unternommen.
Und nun: „In 80 Ladestopps um die Welt“? Kommt da nicht die berühmte „German
Reichweitenangst“ auf? Nein. Tobias Wagner, der „Elektrotrucker“ stellt sich einer neuen Herausforderung. Nachdem er als Mitarbeiter der Spedition Nanno Jannssen im Schwerlastverkehr quer durch Europa (Skandinavien, Spanien, Türkei) gefahren ist und bewiesen hat, dass dies weitgehend problemlos geht und elektrische LKWs langstrecken- und zukunftstauglich sind, möchte er zeigen, dass es möglich ist elektrisch mit einem Fahrzeug der Klasse N3 die Welt zu umrunden. Sein Expeditionsmobil ist eine umgebaute Sattelzugmaschine, ein Mercedes E-Actros mit einer Reichweite von bis zu 1000 Kilometern ohne Auflieger. Viele Sponsoren ermöglichen diese Projekt.
Kann der Plan der 80 Ladestopps aufgehen? Je nach Route müssten ca. 40.000 bis 50.000 km zurückgelegt werden. Wir dürfen gespannt sein. Es geht aber Tobias Wagner nicht nur um Zahlen, er möchte inspirieren und die Botschaft einer Zukunft ohne Verbrennungsmotor im Nutzfahrzeugbereich in die Welt hinaustragen. Sein Expeditionsmobil hat eine Wohnkabine und für die kurzen Strecken ein E-Motorrad. Im September soll die Reise losgehen und sie kann auf seinen Kanal verfolgt werden:
https://www.etrucker.io/de/#youtube
Elektrobus versus Wasserstoffbus
Wer gewinnt das Rennen rund um die Mobilitätswende im ÖPNV?
m Schwerlast-(fern-)verkehr scheint das Rennen entschieden zu sein. Die Fortentwicklung der Batterietechnik ermöglicht große Reichweiten und der Anteil der elektrischen LKW und der dafür benötigten Infrastruktur wächst rasant. Siehe hier die zahlreichen Videos von Tobias Wagner und die Entwicklung der traditionsreichen Spedition Nanno Janssen hin zur E-Mobilität.


Wie sieht es nun bei den Bussen aus?
In und durch Kürten fahren sowohl elektrische als auch mit Wasserstoffe betriebene Busse. Wie entscheidet sich Deutschland und die Welt?
“Der europäische Markt für Stadtbusse hat laut der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) einen Wendepunkt überschritten: Im Jahr 2025 waren sechs von zehn neu zugelassenen Stadtbussen in der EU emissionsfrei. Batterieelektrische Antriebe kamen auf 56 Prozent der Neuzulassungen, Brennstoffzellenbusse auf weitere vier Prozent.“
(ecomento.de)
Aber auch im Zugverkehr schlägt das Pendel zugunsten von Batterie-Zügen aus, die an Hochspannungsinseln oder den Endbahnhöfen schnell geladen werden. Dies spart die Kosten einer Elektrifizierung der bisherigen Dieselzugstrecken. Funfact: in den 50er und 60er Jahren gab es im Bergischen Land bereits batterielektrische Züge, so zum Beispiel auf der „Samba“-Trasse in Wuppertal, dort wurde der Akkumulator-Triebwagen ETA 150 eingesetzt. Leider fiel diese wunderschöne Trasse, wie viele andere, dem Nebenbahn-Sterben zum Opfer.
Aktuell haben der VRR (Verkehrsverbund Rhein Ruhr) und der NWL (Nahverkehr WestfalenLippe) 63 batterielektrische Züge bestellt. Es scheint so, dass der effiziente elektrische Antrieb im ÖPNV und bei Speditionen an Bedeutung gewinnt und so zur Dekarbonisierung dieser Bereiche beiträgt.

Quellen:
BIld: posten17.de
https://www.transportenvironment.org/te-deutschland/articles/e-lkw-zulassungen-steigeneuropaweit-deutlich-deutschland-im-mittelfeldhttps://www.transportenvironment.org/tedeutschland/articles/e-lkw-zulassungen-steigen-europaweit-deutlich-deutschland-im-mittelfeld
https://ecomento.de/2026/02/23/te-elektrobusse-dominieren-den-stadtbusmarkt-wendepunktueberschritten
https://www.bahnhof-burgholz.de/samba-trasse
Die Ferien beginnen bald, daher hier zwei Podcast-Tipps und eine Webinar-Empfehlung.
Unser erster Podcast-Tipp: „China überholt uns komplett Verstehen wir die Energiewende noch?“

„Zwei YouTuber, eine Mission: Felix Goldbach und Robin Schmid starten <ALLES WIRD STROM>, um die Energiewende endlich verständlich und spannend zu erklären. Zusammen sprechen sie mit führenden Expertinnen und Experten aus allen Bereichen der erneuerbaren Energien. Ihr Ziel: Jeder soll mit den bereitgestellten Informationen in die Lage versetzt werden, seine persönliche Energiewende praktisch und erfolgreich selbst umzusetzen. Hier erfährst du, wie die Energiezukunft wirklich funktioniert – kritisch, unterhaltsam und mit echtem Mehrwert.“
Quelle: https://alles-wird-strom.podigee.io
So die Selbstdarstellung von Robin und Felix. In der aktuellen Folge sprechen sie mit Dirk Specht.
„Dirk Specht ist ein vielseitiger Experte, der in verschiedenen Branchen als Geschäftsführer und Vorstand tätig war. Er hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Thema Energie auseinandergesetzt, was durch seine Rolle in einem Aufsichtsratsmandat angestoßen wurde. Seine anfängliche Skepsis gegenüber erneuerbaren Energien wandelte sich, als er die technologischen Fortschritte in der Wind- und Solarenergie erkannte.“
Quelle: https://energiespeicher.blogspot.com/2024/09/dirk-specht.html
„China baut gerade das vielleicht größte Energieprojekt der Menschheitsgeschichte. Während in Deutschland weiter über Dunkelflaute, Netzprobleme und fossile Kraftwerke diskutiert wird, entstehen in Asien gigantische Solarparks, Batteriespeicher und hochautomatisierte Stromnetze.“
Quelle: https://alles-wird-strom.podigee.io
Hier geht es zum Podcast: https://alles-wird-strom.podigee.io/64-neue-episode
Und nun unser zweiter Podcast-Tipp – Der Ölkonzern, der die E-Auto-Revolution auslöste

Ein paradoxer Titel zu einer verwickelten Story wissenschaftlicher Entdeckungen, die zur Entwicklung der Lithium-Ionen-Technologie geführt hat. Kleiner Spoiler: der Ölkonzern hat sich im Hinblick auf den Klimaschutz keinesfalls mit Ruhm bekleckert.
Daniel Messling erzählt im Geladen-Podcast, wie es zu der aktuellen Batterietechnologie kam, die sich anschickt, die Energiewende voranzutreiben.
Hier geht es zum zweiten Podcast:
Unsere Webinar-Empfehlung:
Europe Calling „Reicht es? Neue Fraunhofer-Studie: So wird unser Energiesystem kostengünstig, zuverlässig, erneuerbar. 24/7.”
Christoph Kost stellt die neue Studie des Fraunhofer-Instituts vor, in der nachgewiesen wird, wie ein konsequenter Umbau unseres Energiesystems und der Systeme Industrie, Verkehr und Wärme gelingen kann. Das Webinar fand am 24. Juni statt und die Aufzeichnung ist bereits auf YouTube zu finden.
Die Webinar-Reihe „Europe Calling“ ist übrigens sehr zu empfehlen, bringt sie immer wieder Expert*innen und Politiker*innen zusammen, die hochaktuelle Themen diskutieren. Es ist möglich mit einem Newsletter über Veranstaltungen informiert zu werden:
https://europe-calling.de/newsletter
Hier geht es zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=lmUFd3eXxzg
Der IG Klima Newsletter verabschiedet sich in die Sommerpause. Im August wird es aber wieder News rund um Biodiversität, Nachhaltigkeit und die Wende unseres Energiesystems geben.
Wir wünschen allen eine schöne, möglichst optimal temperierte Sommerzeit und viele klimafreundliche Entscheidungen.
Mit allerbesten klimafreundlichen Grüßen,
Patrick Walraf (Sprecher IG Klima Kürten)

