Liebe Leserinnen und Leser,
ein neues Jahr bedeutet einen Neustart, neue Vorsätze, Projekte und Träume. Auch wir von der IG Klima nehmen uns unermüdlich vor für die Themen der Biodiversität, Nachhaltigkeit, Energie-, Mobilitäts- und Wärmewende in der Gemeinde Kürten mit Informationen, Anregungen und auch kritischen Hinweisen einzutreten. Dies sind unsere Vorsätze.
Und unsere Projekte? Bei unserem letzten Plenum haben wir festgestellt,dass wir bis zum Sommer jeden Monat mindestens eine Veranstaltung oder Aktion planen. Ihr/Sie dürfen/dürft also gespannt sein.
Lust bei uns mitzumachen? Jede*r Interessent*in kann uns bei unseren Plena kennen Lernen. Kontakt: info@klima-kuerten.de.
Wir haben auch Träume, um diese wird es in diesem Newsletter gehen. Zudem berichten wir von einem spannenden zukunftsweisenden Projekt in Kürten, das durch den unermüdlichen Einsatz eines Kürtener Unternehmers demnächst Wirklichkeit wird.
Wir möchten auch auf ein spannendes Webinar aus der Antarktis hinweisen, das schon am kommenden Dienstag, den 13.01.2026 um 17:00 Uhr stattfindet. Es lohnt sich also schnell den Newsletter weiterzulesen!
Ende Januar veranstalten die Klima Freunde Rhein Berg einen Vortrag, in dem es um Bullshit-Fakten gehen.
Wie gewohnt, unsere Buchempfehlungen und ein Hinweis auf ein hilfreiches Tool, als Entscheidungshilfe für den Autokauf.
Wir wünschen eine inspirierende Lektüre.

I (we) have a dream– von Patrick Walraf
Ich träume von einer Gemeinde Kürten, die mutig und entschlossen in die eigene Erzeugung von Strom einsteigt.
→ Gemeindeeigene Liegenschaften sind ausgestattet mit Photovoltaik, daran
angeschlossen Batteriespeicher.
→ Es gibt Freiflächenphotovoltaik und Agri-PV (Kombination aus Energieerzeugung
und Landwirtschaft, Tierhaltung).
→ Es steht ein Windrad auf dem Gemeindegebiet, die Anwohner profitieren von den
Einnahmen.
→ Das Potential an Solarthermie und Biomasse-Kraftwerken wurde ermittelt und
wirdgenutzt.
→ Die Gemeinde verringert durch die Einnahmen und Beteiligungen an der
Energieerzeugung ihr Haushaltsdefizit.
-> Die Bürger*innen werden informiert und ermutigt ihr Potential an Dächern zu
nutzen,um darauf Solarpaneele zu installieren, Heimspeicher sind Standard.
Alles möglich in einer ländlichen Gemeinde? Oder Träume eines Öko-Spinners?
Nein!
Was wären die Vorteile?
Die eigenen privaten und gemeindeeigenen Dachflächen und Freiflächen sind in Kürten bislang weitestgehend ungenutzte Ressourcen. Jede selbsterzeugte Kilowatt-Stunde erzeugt mehr Unabhängigkeit von Stromanbietern, dies gilt sowohl für Gemeinden, als auch für Privatmenschen. Diese Unabhängigkeit rechnet sich auch langfristig, zum Beispiel durch einen möglichst hohen Eigenverbrauch, eine Volleinspeisung und dem in 2026 vereinfachten Energiesharing. Eine Photovoltaik-Anlagefunktioniert mindestens 30 Jahre und wirft somit Gewinn ab in Form von günstigen Strompreisen.
Beispiel: der Rhein-Hunsrück-Kreis
„In der Vergangenheit sind andere Gemeinden und Kreise diesen Weg gegangen. So der Rhein-Hunsrück-Kreis. „Im Jahr 2020 wurden aus lokaler Biomasse, Photovoltaik und Windkraft bilanziell rund 337 Prozent des Gesamtstromverbrauchs im Kreis erzeugt. Damit ist Rhein-Hunsrück nach Einschätzung namhafter Experten als erster Landkreis im deutschen Binnenland in den Sektoren Wärme, Strom und Abfall bilanziell CO2-neutral geworden.“
Ein wichtiger Effekt: die Verschuldung wurde abgebaut!
„Lange Zeit galt die Region als strukturschwach. 1995 betrug die Arbeitslosenquote im RHK noch 8,3 Prozent, aktuell liegt dieser Wert bei 3,5 Prozent. Mit rund 20 Prozent des Landesdurchschnittes rangiert der Rhein-Hunsrück-Kreis bei der kommunalen Verschuldung in Rheinland-Pfalz am unteren Ende. Die Gemeinden sind so gut wie schuldenfrei und verfügen über finanzielle Rücklagen in Höhe von 99 Millionen Euro. Die Einnahmen aus der dezentralen Energiewende haben wesentlich zur Entschuldung der Kommunen beigetragen.“
Neugierig geworden? Hier geht es zu einem Film-Bericht:
Es gibt noch weitere Beispiele bundesweit,, siehe hierzu die Seite:
https://energie-kommunen.unendlich-viel-energie.de/).
Solche Gemeinden hatten mutige und visionäre Politiker*innen, Landräte und Bürger*innen, die die Sache der Energieerzeugung in eigener Hand vorangetrieben haben. Und ja, zuerst musste erst einmal investiert werden, Infrastruktur musste ertüchtigt werden. Auf der anderen Seite stehen nun aber Einnahmen und Ersparnisse über viele Jahrzehnte, die helfen können, die Gemeindefinanzen zu stabilisieren.
Also! Kürten!
Worauf warten wir noch?
Wollen wir das bestehende verwalten oder innovativ vorangehen?
Der „Sola-Hang“ von LADE(E)GRÜN

Quelle: eigenes Bild
Ein Beispiel eines zukunftsorientierten Projekts ist das Vorhaben von Patrick Pütz, Unternehmer aus Kürten.
Patrick Pütz wird am Hang gegenüber dem Karlheinz-Stockhausen-Platz eine Photovoltaik-Anlage bauen. Unter dieser Anlage wird es eine CO2-bindende Begrünung geben. Ein weiterer Clou: auf 16 Stellplätzen direkt darunter oder davor kann der Strom an 12 Ladesäulen (mit unterschiedlichen Ladegeschwindigkeiten, 11, 22 und 50 kW) zum Laden von E-Autos genutzt werden. Kürtens erster großer Ladepark! Mieter*innen ohne eigene Ladestation, sowie Mitarbeiter*innen des Rathauses, der Schulen und der Geschäfte in der Umgebung steht somit der sorglose Weg zum eigenen E-Auto offen.
Patrick Pütz plant zudem in die Zukunft. So will er schon die Vehicle-To-Grid-Anwendung (V2G) mit bedenken, die gerade auf Bundesebene in der gesetzlichen Abstimmung ist. Mit dem V2G kann das E-Auto unter Anderem genutzt werden, um das Strom-Netz zu stabilisieren. Diese Technik wird in Großbritannien und Frankreich schon eingesetzt und ist zudem für E-Auto-Besitzer*innen finanziell interessant.
Wir sind sicher, dass dieses visionäre Projekt eine Bereicherung für Kürten sein wird und hoffentlich Andere ermutigt, zukunftsgerichtete Projekte anzugehen.
Das Antarktis-Webinar 2026 von Fridays For Future

Die Klima-Aktivistin Luisa Neubauer, der Weltumsegler Boris Herrmann und sein Team begeben sich gemeinsam auf eine spannende Reise und wir dürfen virtuell dabei sein! Jetzt heißt es schnell sein: das Webinar findet schon am Dienstag den 13.01.2026 um 17:00 statt. Die Teilnahme ist kostenlos, Link zur Anmeldung am Ende des Artikels.
„Im Januar wird sich eine Gruppe aus Forscher*innen, Aktivist*innen, Künstler*innen und Botschafter*innen auf den Weg machen in die Antarktis. Dafür segeln sie auf der Malizia Explorer durch die weltbekannte Drake-Passage in die Westantarktis. Vor Ort werden Forscher*innen wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen und die Aktivist*innen auf dem Boot für den Ozean-, Meeres- und Antarktisschutz einstehen. Mit dabei ist Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die live von Bord aus im Webinar darüber berichten wird, was dort in der Antarktis erlebt werden kann, warum das sogenannte Ende der Welt in der Antarktis viel mehr der Mittelpunkt der Welt ist und warum uns alle betrifft, wie gut es den Pinguinen geht.“
Quelle: Fridays ForFuture
Anmeldung unter: https://fridaysforfuture.de/das-antarktis-webinar-2026
Klimabullshit-Bingo mit Jan Hegenberg

Der Autor des Spiegel-Bestsellers „Klima-Bullshit-Bingo“ kommt nach Bergisch Gladbach und macht den ultimativen Faktencheck. „Jan Hegenberg wappnet uns mit Witz und Sachverstand gegen zahlreiche im Internet und an den Stammtischen kursierende Scheinargumente zur Umwelt- und Klimathematik“.
Quelle: Klima Freunde Rhein Berg
Lohnt sich ein E-Auto?

Quelle: de.freepik.com
Selbstverständlich bedeutet ein Auto, ob als Verbrenner oder elektrisch, in der Herstellung immer einen hohen Ressourcenverbrauch. Daher sind andere Fortbewegungsmöglichkeiten immer vorzuziehen: Zu Fuß, Fahrrad, Pedelec, S-Pedelec, Bus und Bahn. Leider kommen diese Möglichkeiten im ländlichen Kürten und Umland häufig an ihre Grenzen. Falls es also unbedingt ein Auto sein muss, ist die vollelektrische Variante immer klimafreundlicher als das Verbrenner-Pendant. Darüber haben wir bereits berichtet.
Viele zögern dennoch den alten Verbrenner durch ein E-Auto zu ersetzen, da sie denken, dass Letzteres teurer ist. Der YouTuber Hennig befasst sich auf seinem Kanal „Nachhaltig Verstehen“ mit dieser Frage. Er vergleicht die Betriebskosten seiner früheren Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und seines aktuellen E-Autos und muss feststellen, dass die Verbrenner immer teurer waren.
Hennig hat ein einfaches Excel-Tool gebaut, dass Jede*r für eigene Kalkulationen nutzen kann, um herauszufinden, ob ein E-Auto wirtschaftlich nicht doch die bessere Wahl ist. Viel Spaß beim Rechnen.
Link zum Excel-Tool:
Unser erster Buchtipp:
“Die Welt, der Wandel und ich: 12 Portionen Mut“
von Maike Sippel

Quelle: maike.sippel.de
Die reale Klimakrise verursacht in vielen von uns Gefühle der Verzweiflung, Ohnmacht und Trauer. Die Suche nach einer Antwort auf diese Gefühle, führte übrigens Gründung der IG Klima Kürten. Maike Sippel suchte auch nach ihrer Antwort. Aber lassen wir sie selber zu Wort kommen.
„Nach einem Vortrag in einer Dorfhalle im Hinterland des Bodensees meldete sich ein älterer Herr zu Wort: Ich solle doch ein Buch schreiben. Dazu, wie der Wandel in die Welt kommen kann, mit dem wir eine lebendige Zukunft sichern. Und was dieser Wandel mit uns persönlich zu tun hat. Also habe ich mich hingesetzt und geschrieben.
In meinem Buch zeige ich, warum wir in diesen Zeiten grundlegender Veränderungen nicht hilflos auf Weichenstellungen der Politik warten müssen. Wir können selbst die Segel setzen. Indem wir richtig Hand anlegen, können wir den gesellschaftlichen Wandel wahrscheinlicher machen und zugleich unsere Resilienz stärken.
Ich präsentiere Ihnen zwölf mutige Gedanken, um die Welt zu verändern – mit Kopf, Herz und Hand. In jedem Kapitel mit einer wahren Geschichte vom Anpacken und einer Einladung zum eigenen Nachdenken und Alltagshandeln.
Dabei geht es positiv zu, undogmatisch und konkret. Vielleicht taugt das für Sie – als Handbuch für die Abenteuerreise des Wandels?“
Quelle: https://www.maike-sippel.de/
Wer nicht die Muße für das Buch hat, dem sei ihr Vortrag bei der Evangelischen Akademie der Nordkirche empfohlen:
Unser zweiter Buchtipp:
„Hoffnungslos optimistisch“ von Dirk Steffens

„Lasst uns Blumen statt Müll in die Zukunft werfen“
Über die Weihnachtstage bin ich auf ein Buch des Wissenschaftsjournalisten Dirk Steffens aufmerksam geworden. „Hoffnungslos optimistisch“ lautet der Titel. Auf seinem Einband ist auch der Blumenwerfer des Street Art Künstlers Banksy zu sehen.
Sowohl der Titel, als auch der Blumenwerfer waren Anlass dazu, dieses Buch in die Hand zu nehmen und in wenigen Tagen durchzulesen.
Dirk Steffens ist überzeugt, dass es mehr Lösungen als Probleme gibt. Er zeigt in diesem Buch auf, dass es in schwierigen Zeiten zum Optimismus keine vernünftigen Alternative gibt. Wir müssen etwas tun. Ich kann allen dieses Buch nur ans Herz legen.
Eine Idee von Dirk Steffens möchte ich unseren Leser*innen gerne als Vorsatz für dieses Jahr mitgeben.
Er erzählt gegen Ende des Buches, dass er und seine Frau angefangen haben, jeden Tag ein Stück Müll aufzusammeln. Irgendeines, egal wo. Und obwohl sie nie darüber geredet haben, hat irgendwann im Urlaub einer der Söhne das Gleiche getan.
Eine solche Handlung kann anstecken und sie erreicht, dass auch ich mir vorgenommen habe, in diesem Jahr 2026, jeden Tag ein Stück Müll aufzusammeln. Und mein Mann wird es mir gleichtun.
Zusammen sind wir ungefähr 8 Milliarden Menschen auf der Welt. Wir sind so viele, wir können was verändern. Es muss nicht jede*r Müllsammeln. Jede einzelne Tat, weniger Fleisch essen, fair einkaufen, Fahrrad fahren, sich ehrenamtlich engagieren, Müll sammeln, Bäume pflanzen, scheinen klein. Aber in ihrer Gesamtheit können wir damit Veränderung erreichen. Sehen wir Umweltschutz nicht als Verzicht, sondern als Chance.
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So, das war er, unser erster Newsletter im Jahr 2026.
Wir wünschen allen unseren Leser*innen gut durch den Winter zu kommen.
Mit allerbesten klimafreundlichen Grüßen im Namen der IG Klima Kürten,
Patrick Walraf

