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Weltkindertag in Kürten

Am 21.09. fand der Weltkindertag in Kürten statt. Eine Vielfalt an Kürtener Vereinen und Initiativen hatte ihre Stände auf dem Platz vor dem K 51 aufgebaut. Auf  und vor der Bühne gab es viele schöne Darbietungen unter Anderen von Tanzgruppen und von der Musikschule Kürten. 

Auch die IG Klima Kürten war dieses Mal wieder anwesend mit einem Stand. Es standen verschiedene Mitmach-Angebote zur Verfügung, zum Beispiel eine Fühl-Box mit  Naturmaterialien aus dem Wald und ein Riech-Ratespiel. Auch gab es Preise: Natur-Bildkarten, Leinentaschen und selbst gepflückte Äpfel aus Kürten Herweg. Hierbei handelte es sich zum Teil um alte Apfelsorten. Hier ein herzliches Dankeschön an Michael Müller, der die Apfelwiesen betreut.

Die  Stimmung war heiter, was sicherlich durch das sonnige Wetter begünstigt wurde. So gab es für uns viele schöne Begegnungen mit den anwesenden Kindern die bei uns den Stand erkunden wollten und einige  Gespräche mit interessierten Eltern.

Vielen Dank an die Organisator*innen der Gemeinde Kürten, die seit einigen Jahren den Weltkindertag nach Kürten gebracht haben.

IG Klima–Stand bei der VeranstaltungRichtig Heizen mit Holz –  Infoveranstaltungen für Ofenbesitzerinnen und Ofenbesitzer”

Am 19.09.2024 fand im Bürgerhaus Kürten die Veranstaltung “Richtig Heizen mit Holz” statt. Die IG Klima Kürten stellte sich auch hier mit einem Stand vor.  So konnten wir vor der Veranstaltung interessante Gespräche mit Mitbürger*innen führen.

Das Heizen mit Holz kann nur eine Nische darstellen, da dieser Rohstoff kostbar ist und für andere Anwendungen dringend benötigt wird. Der Sinn dieser Veranstaltung bestand also auch darin, einen effizenten Umgang mit Brennholz zu vermitteln. In diesem Zusammenhang bestand auch die Möglichkeit einen online angebotenen “Ofenführerschein” zu machen.

Stammtisch “effizient und kostengünstig heizen”

Am 26.09.2024 ging es im Klima-Stammtisch „Los mer kalle“ wiederum ums Heizen. Unter dem Motto „effizient und kostengünstig heizen“ wurden zu Anfang verschiedenen Arten von Energiequellen verglichen. 

Hierzu eine tabellarische Auflistung:

Wasserstoff wird häufig als Alternative zu Erdgas gesehen. Zu bedenken ist allerdings, dass viele Industriebereiche dringend Wasserstoff zur Dekarbonierung benötigen, die Stahlwerke etwa zur Herstellung von „grünem Stahl“. Aktuell sind zudem kaum Mengen an grünem, d.h. aus regenerativen Energien gewonnenem Wasserstoff verfügbar. Zudem entstehen bei der Herstellung von Wasserstoff relativ hohe Verluste an Primärenergie (Strom), so dass in der Regel nur noch ca. 30 Prozent der ursprünglichen Energie zur Verfügung stehen. Wasserstoff wird dadurch fürs Heizen ineffizient.

Diese Probleme ergeben sich auch bei E-Fuels oder synthetischen Gasen. Auch hier sind eine geringe Energieeffizienz und die Konkurrenz zu anderen Bereichen, hier der Flugverkehr und die Industrie problematisch.

Was ist aber mit Holz? Hier ist das Problem der geringen Verfügbarkeit ausschlaggebend. So würden wir nicht alle Haushalte in Kürten mit regional hergestelltem Holz beheizen können, das Heizen mit Holz wird eine Nische bleiben. 

Und die Biomasse? Die benötigte Anbaufläche für Biomasse (sogenannte Energiepflanzen zur Erzeuung von Biogas) würde nicht ausreichen. Das IFEU-Institut hat für die Mobilität errechnet, wieviel Fläche zur Erzeugung einer bestimmten Menge an Energie benötigt wird. Würden wir auf Biomasse setzen, würden wir die dreißigfache Fläche brauchen im Vergleich zur Photovoltaik. Diese Daten lassen sich aufgrund der vergleichbaren Energiedichte auch auf Biogas übertragen.

Ist Fernwärme für uns eine Alternative? Fernwärmenetze machen nur bei dichter Bebauung Sinn. Der Ausbau eines Fernwärmenetzes in Kürten würde aufgrund der im Vergleich zu Städten geringeren Haushaltsdichte pro Fläche hohe Kosten verursachen. Die Erschließungskosten  für ein Fernwärmenetz betragen laut Prof. Quaschning, ca. 1000 Euro/Meter. 

Das Heizen mit Öl und Gas ist bedingt durch die CO2-Emissionen und die Abhängigkeit von Importen ein Auslaufmodell.

Was bleibt? Hier lohnt sich ein Blick zu den nordischen Nachbarn. 

Darf ich vorstellen?

Ein Norweger.

DieTemperaturen in seinem  Land sind deutlich niedriger wie bei uns in Deutschland. Die Wärmepumpe ist dort sehr verbreitet und funktioniert!  

In  der Graphik sind die Zubau-Zahlen für das Jahr 2022 in Europa zu sehen. Auffallend sind die skandinavischen Länder an der Spitze. Dies ist ein Beleg, dass die Technologie funktioniert. Prof. Dr. Volker Quaschning, der diesen Sommer in Norwegen war, berichtet von 50 % installierten Wärmepumpen in Norwegen im Gebäudebestand. Es ist nicht anzunehmen, dass die Skandinaven sich für eine nicht funktionierende Technologie entschieden hätten… und warum sollte sie ausgerechnet in Deutschland nicht funktionieren?

Was ist eine Wärmepumpe?

Funktionsweise einer Wärmepumpe

Die Funktionsweise einer Wärmepumpe ist uns allen vertraut, denn alle Haushalte haben bereits eine in der Küche, den Kühlschrank. Eine Wärmepumpe arbeitet nach genau demselben Prinzip, bloß  dass sie einem außerhalb des  Hauses befindlichen Medium Energie entzieht, dieses kann das Erdreich, Wasser oder die Umgebungsluft sein. 

Die Wärmepumpe bedient sich eines Wärmeträgers, das bei einer sehr niedrigen Temperatur den Aggregatzustand von flüssig zu gasförmig wechselt. Aktuell wird R290, Propan verwendet, dieses verdampft bei – 42 Grad. Dieses Kältemittel nimmt dabei die Restwärme der Außenluft im Außengerät  der Wärmepumpe auf und wird dann in einem Kompressor verdichtet und verflüssigt (den Kompressor  kennen wir auch beim Kühlschrank, das ist das Teil was zeitweilig leise hörbar angeht). Das Propan hat nun viel Energie aufgenommen, diese wird dann über einen Wärmetauscher auf ein Medium im Haus, in der Regel das Heizungswasser übertragen. Das  Kältemittel wird dann in einem speziellen Ventil „entspannt“, verdampft dabei wieder und kann dann in den Flächenrippen im Außengerät wieder die Energie der Außenluft aufnehmen. Dieser Kreislauf setzt sich fort. Die Wärmepumpe benötigt fürs Verdichten elektrische Energie. Die Effizienz der Wärmepumpe rührt daher, dass sie mit einer kWh (steht für Kilowattstunde) Strom zwischen 3 und 5 kWh Wärme bereitstellen  kann. Zum Vergleich: alle anderen Heizungstypen machen im besten Falle aus einer kWh Energie eine kWh Wärme. 

Die Mythen rund um die Wärmepumpe (Quelle: utopia.de)

Lüge Nr. 1: Die Wärmepumpe funktioniert nur mit Fußbodenheizungen

→ Richtig  ist: Die Wärmepumpe funktioniert am effizientesten bei niedrigen. Wärmepumpen werden effizienter (zum Beispiel durch R 290 – Propan – als Kältemittel) und kommen in halbwegs gut gedämmten Häusern inzwischen auch mit Heizkörpern gut klar.

→ Sinnvoll ist es meist aber, zumindest ganz alte Rippenheizkörper durch sogenannte Kompakt- oder Flächenheizkörper zu ersetzen. Und: Je größer neue Heizkörper dimensioniert sind, desto effizienter kann eine Wärmepumpe arbeiten.

Lüge Nr. 2: Die Wärmepumpe eignet sich nicht für Altbauten

→ „Entscheidend ist es, die Vorlauftemperaturen über kosteneffiziente Maßnahmen soweit herunterzubringen, dass der wirtschaftlich und energetisch zufriedenstellende Betrieb gewährleistet werden kann.“ (laut BWP)

→ Mehrere Studien zeigen inzwischen, dass sich mehr Altbauen für Wärmepumpen eignen als bisher gemeinhin angenommen.

Eine Faustregel hierzu: in einem Gebäude mit einem Energieverbrauch unter 150 KWh im Jahr pro Quadratmeter Grundfläche, kann sich eine Wärmepumpe prinzipiell lohnen. Ebenso für Häuser, die mit einer Vorlauftemperatur von rund 50 Grad Celsius ausreichend beheizt werden können. Viele Häuser,  die in den letzten Jahrzehnten energetisch saniert wurden, erreichen diese Werte.

Lüge Nr. 3: Die Wärmepumpe ist zu teuer

→ Ja, der Einbau einer Wärmepumpe ist teurer als der einer Gasheizung. „Als groben Richtwert nennt der BWP rund 30.000 Euro für eine Luft-Wärmepumpe. Eine neue GAsheizung schlägt dabeit mit 12.000 bis 14.000,- € zu Buche.

→     Aber: es gibt hohe staatliche Förderungen für den Einbau von Wärmepumpen. 30 bis 70 Prozent der Investitionskosten werden gefördert (siehe Tabelle weiter unten).

→ Je nach Höhe der in Anspruch genommenen Förderung kann sich eine Wärmepumpe nach drei bis zwölf Jahren, mit einer zusätzlichen Photovoltaik- Anlage nach ein bis neun Jahren amortisieren. Natürlich kann in den Wintermonaten die PV-Anlage keine nennenswerten Strommengen liefern. Dies sieht aber in unseren Breitengraden in den häufig noch kalten aber teils schon sonnigen Übergangs-monaten Februar bis April/Mai anders aus.

Lüge Nr. 4: Die Wärmepumpe ist ein Stromfresser

→ Typischerweise liegt die JAZ für moderne Wärmepumpen bei 3 bis 5. Das heißt, dass eine Wärmepumpe aus 1 kWh Strom im Mittel etwa 4 kWh Wärme herstellt. 

→ Für die meisten deutschen Einfamilienhäuser  sollte man – zumindest im unsanierten Zustand – mit einem Bedarf von etwa 5.000 kWh/Jahr rechnen. Jede Sanierungsmaßnahme, z. B. neue Fenster, Dachboden- oder Kellerdeckendämmung senkt diesen Verbrauch.

→ Zum Vergleich: Bei einer Gasheizung liegt der Verbrauch in diesem Einfamilienhaus meist grob zwischen 15.000 und 25.000 kWh/Jahr.

Hierzu ein Tipp:

→ Spezielle Wärmepumpen-Stromtarife sind oft günstiger als der normale Haushaltsstrom. 

→ Die„smarte“ d. h. intelligente Nutzung von sogenannten dynamischen Stromtarifen kann auch Kosten sparen.

Hier eine Beispielrechnung (Recherche Check24 und Tibber)

Haushaltsstrom (30 ct. – 5000 kWh): 1500,- €

        Wärmepumpenstrom (23ct. – 5000 kWh): 1150,- € 

        Dynamischer Stromtarif (23 ct. – 5000 kWh): 1150,- €

       Gas                (9ct.- 18.000 kWh): 1620,- €

Wie funktioniert die Nutzung eines dynamischen Stromtarifs?

Die Nutzung eines dynamischen Stromtarifs benötigt eine  Wärmepumpe, welche die aktuellen Börsenstrom-Tarife „lesen“ kann. Was macht eine solche intelligente Wärmepumpe mit den Daten? Wenn der Strom günstig ist (z. B. durch viel Windstrom im Winter), erhöht sie leicht die Temperatur im Haus, das nun als Wärmespeicher dient. Ist der Strom teuer, senkt die Wärmepumpe ihre Leistung wieder ab. Natürlich muss niemand frieren, diese Option ist einstellbar. Leider bieten noch nicht alle Wärmepumpenhersteller diese intelligente Option. 

Lüge Nr. 5: Die Wärmepumpe ist gar nicht klimafreundlich

→ Kohle und Gas in der Stromerzeugung sind klimaschädlich. Ist die Wärmepumpe dadurch klimaschädlicher als ÖL und Gas? Die Wärmepumpe bezieht, wie bereits geschildert, nur rund ein drittel bis Viertel ihrer Energie überhaupt aus Strom, der aktuell wiederum zu 60 Prozent erneuerbar ist. Der Rest ist klimafreundliche Umgebungsenergie.

→ Eine Gas- oder Ölheizung dagegen läuft immer mit 100 % klimaschädlichen Energieträgern.

→ Der Anteil der Erneuerbaren wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zunehmen – bereits 2030 soll er bei 80 Prozent liegen. 

Wärmepumpen-Förderung 2024

Die Bundesregierung fördert die Anschaffung von Wärmepumpen. In der Regel sind 55  % Förderung möglich. Bei niedrigem Einkommen sogar in einer Höhe von bis zu 70 % des Anschaffungspreise. Die Handwerksbetriebe kümmern sich in der Regel um die Beantragung und Abwicklung der Formalitäten.

Hierzu die Tabelle:

Alternativen zur Wärmepumpen

Gibt es vielleicht auch Alternativen zur Wärmepumpe? Ja: Wärmepumpen! In vielen, auch nordischen Ländern werden Klimaanlagen, sogenannte Luft-Luft-Wärmepumpen installiert. Klimaanlagen sind nämlich auch Wärmepumpen!  Sie funktionieren fast genauso effizient, wie die großen Schwestern, erwärmen – oder kühlen – die Innenluft direkt. Sie kosten weniger als die große Wärmepumpe und können zum Beispiel einen Großteil des Betriebs von Öl- oder Gas-Anlagen übernehmen, so dass Letztere vielleicht nur noch bei sehr niedrigenTemperaturen zum Einsatz  kommen müssen. Dies spart Brennstoff und macht die Wärmeversorgung des eigenen Hauses effizient.

Eine weitere Variante ist die Brauchwasser-Wämepumpe. Diese kann zum Beispiel in Kellern installiert,  wo sie der Raumluft Wärme entzieht und Warmwasser bereithält. Die Brauchwasser-Wärmepumpen entsprechen in ihrer Größe den häufig verbauten Trinwasserspeichern der bisherigen Öl- oder Gasheizung.

Tipps und Empfehlungen 

→ „Probebetrieb“: Absenken der Vorlauftemperatur der Gas-/Ölheizung auf 55 Grad oder darunter. Wenn das Haus noch warm wird, kann es mit einer Wärmepumpe funktionieren. 

→ Eine weitere Möglichkeit ist die Inanspruchnahme einer Energieberatung, z. B. über die Verbraucherzentrale. 

→ Nachbarn fragen, die vielleicht sogar in einem vergleichbaren Haus eine Wärmepumpe eingebaut und  Erfahrung mit Handwerksbetrieben haben.

→ Mehrere Angebote einholen. Der Vergleich ist häufig aufschlussreich.

→ Auf Kältemittel R 290 (Propan) achten.   

→ Überprüfen ob das anvisierte Wärmepumpenmodell dynamische Strompreise verarbeiten kann?

→ Die Seite www.heizreport.de bietet die Möglichkeit einer sogenannten Heizlastberechnung. Dieses Tool ist auch für Laien gut nutzbar, der Zeitaufwand beträgt ca. 2 – 3 Stunden für ein Einfamilienhaus. Solche eine  Berechnung ist erforderlich, um die genaue Heizlast und somit die Größe der Wärmepumpe festzulegen. Das Ergebnis listet auch Verbesserungsmaßnahmen wie den Einbau von größeren Heizkörpern auf.

So, das war es erst einmal wieder mit News und Infos rund ums Klima und das, was wir tun können, um unsere Lebensgrundlagen zu schützen.


Wir wünschen allen einen farbenfrohen Herbst, den Mut klimafreundliche Entscheidungen zu treffen und Ruhephasen in diesen bewegten Zeiten.

Mit alllerbesten klimafreundlichen Grüßen,

Patrick Walraf (Sprecher IG Klima Kürten)