Newsletter November

Liebe Kürteninnen und Kürtener,

Der Herbst bringt eine besondere Art von Ruhe in die Natur. Bedingt durch die gefallenen Temperaturen schalten die Prozesse der biologischen Kreisläufe einen Gang herunter. 

Im Gegensatz dazu die Ereignisse in der Welt!

Insbesondere die jüngsten politischen Entwicklungen, das Ergebnis der Wahl in den USA, das Ende der Ampel-Koalition bei uns, erfüllen uns mit Sorge. Der für uns Menschen überlebenswichtige Schutz des Klimas – Klimaschutz = Menschenschutz – scheint in den wieder in den Hintergrund zu treten.  Friedrich Merz bezeichnet Windräder als Übergangstechnologie und fabuliert von Kernfusion. Donald Trump will den fossilen Energieträgern wieder den Vorrang gebe. Elon Musk, der Entscheidendes  zur Verbreitung der E-Mobilität beigetragen hat, ist nun “Best Friend” von Trump. Der deutsche Rechtspopulismus, der immer noch den menschengemachten Klimawandel leugnet, erstarkt in erschreckender Art und Weise. Die Natur antwortet darauf mit Fakten: Flutkastratrophen und Wetterextreme in der ganzen Welt! Ja, ich weiß, in jeder Einleitung sprechen wir Wetterextreme an. Die Wiederholung von Themen verbietet sich eigentlich in einem  Newsletter. Leider ist es aber immer wieder notwendig die Fakten sprechen zu lassen, da wir als Menschheit  immer noch gar nichts oder viel zu wenig tun, um die Klimaerwärmung zu begrenzen.

Sollten wir also resignieren, die Bemühungen, ein nachhaltiges, klimaneutrales und klimagerechtes Leben zu führen einstellen? Die IG Klima  in den Ruhestand schicken?

NEIN!!!

Wir müssen weitermachen, alles tun, was wir in unserem eigenen Lebensbereich möglich ist: unsere private Energieversorgung, unsere Mobilität und unser Konsumverhalten auf den Prüfstand stellen. Wenn viele Menschen etwas tun, wird aus dem Wenigen, was Jede und Jeder tun kann, Viel.

Keine Sorge: wir, die IG Klima machen weiter: wir werden unvermindert informieren, anstoßen, anregen und auch kritisieren, wo es notwendig ist.

In dieser Folge befassen wir uns mit einem menschlichen Grundbedürfnis. Dem Bedürfnis nach Nahrung und der Frage, wie dieser klimafreundlicher werden kann. Anlass dazu ist unsere Veranstaltung “einfach vegan – gemeinsam nachhaltig kochen und genießen”, in der ein sehr leckeres veganes Dreigänge-Menü gezaubert wurde.

Zudem  ein kurzer  Blick auf die von uns betreuten Biodiversitätsflächen in der Gemeinde.

Auch im  November planen wir einen Klima-Stammtisch, hierzu auch Informationen.

Viel Spaß beim Lesen!

Anstehend: Der Stammtisch „Nachhaltige Weihnachten

Viele Menschen bemerken, dass Weihnachten immer mehr zu einem Fest des Konsums geworden ist. Auch die Werbung suggeriert immer wieder, dass ein Weihnachten ohne bestimmte Konsumgüter nicht denkbar ist. Wir möchten all diejenigen, die sich damit unwohl  fühlen und nach Alternativen suchen, zu unserem kommenden Stammtisch einladen.

Am 28. November um 19:30 Uhr geht es also um die nachhaltige Gestaltung von Weihnachten. Wie gewohnt treffen wir uns in der Gaststätte “zur Alten Ulme” in Kürten.

Wir freuen uns auf die Begegnung und den Austausch mit Ihnen/Euch.

Rückblick: Biodiversität in Kürten

Schon im vierten wird die Wiese am Olper Siefen von Aktiven der IG Klima Kürten gepflegt. In den  Jahren 2021 und 2022 wurde je eine Frühjahrs- und eine Herbstmahd durchgeführt. 2023 hatte sich die Wiese so gut entwickelt, dass nahezu kein Springkraut mehr vorhanden war. Das Springkraut als invasive Art, hatte zuvor andere heimische Pflanzen zurückgedrängt. Nun reicht die alleinige Herbstmahd.  Ein Teil des Mädesüß bleibt dauerhaft stehen. Spezialisierte Insekten, wie z.B. der Mädesüß-Perlmutterfalter konnten einen Lebensraum wiederfinden. In 2024 zeigte sich wieder kein Springkraut, dafür sehr viel Mädesüß, Beinwellstauden, Engelwurz, Gundermann, Wiesenknöterich.

In Absprache mit der Bio-Station Rhein-Berg erfolgt ab nun die sogenannte Optimalpflege, d.h. weiterhin im Herbst die Mahd der noch vorhandenen Brennesseln, zur Reduktion der Stickstoffentragung in den Boden, Rückschnitt der Brombeeren je nach Ausdehnung. Es bleibt ein Brachstreifen stehen, in welchem Insekten und andere Tiere überwintern können. Im Frühjahr wird dann der Brachstreifen nach einer Woche über 15 Grad gemäht, dann sind die meisten Insektenlarven geschlüpft. Der räumliche Wechsel des Brachstreifens von Jahr zu Jahr fördert einen möglichst artenreichen Bewuchs. Die diesjährige Mahd erfolgte mittels Handbalkenmäher und Motorsense, der Container für das abgesammelte Schnittgut wird weiterhin von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. 

Das von der  IG Klima betreute Grundstück Am Halfenberg (“Zwickel”) wurde auch winterfest gemacht. Das Laub der benachbarten Laubbäume wurde gesammelt und an  einer Stelle aufgehäuft, damit Igel und andere Tiere im Winter darin Schutz finden können. Die Entfernung des Laubes aus der Fläche verhindert zudem die Anreicherung des Bodens mit Nährstoffen, so dass es ein typischer Magerstandort bleibt.

Beim Einsammeln des Laubes stellten wir  erfreut fest, dass einige standortgerechte Pflanzen sich behaupten konnten. Zu finden waren Storchenschnabel, Akelei, Wollziest,  Skabiose. Die von uns gesetzten Johannes- und Stachelbeeren haben es auch geschafft. Ein kleiner Beitrag zu einem essbaren Dorf. Zudem ist die Haselnuss auch dort zu finden.

All dies freut uns sehr, wir sind schon neugierig auf das was im kommenden Jahr spreßen und blühen wird.

Einfach vegan – unsere Ernährung innerhalb der planetaren Grenzen

Daja Wolter

nachhaltig, bunt, lecker und gesund“ – Die Ernährung von morgen

Mit diesem Motto sind wir mit interessierten Teilnehmer*innen der Zukunftswerkstatt von Energy4ClimateNRW, die im Februar in Kürten in Kooperation mit der Gemeinde und unserer IG stattgefunden hat, in unser Format „Einfach vegan- Gemeinsam nachhaltig kochen und genießen“ gestartet.

75 % der Landwirtschaftsfläche zur Erzeugung von tierischen Produkten!

Wie wir uns ernähren, hat nicht nur Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Wir nehmen damit auch direkten Einfluss auf unsere zukünftige Lebensgrundlage, denn unsere Ernährung stellt eine der größten Herausforderungen für unseren Planeten dar. Auf mehr als einem Drittel der bewohnbaren Fläche der Erde wird Landwirtschaft betrieben, 75 % davon werden alleine zur Erzeugung von Fleisch, Wurst, Milch oder Eiern benötigt. Nur vier Prozent der Sojaanbaufläche dienen der Erzeugung von pflanzlichen Nahrungsmitteln, der Rest wird zur Futtermittelproduktion für die Nutztiere der Fleisch- und Milchindustrie verwendet.

Was bedeutet  das für die globalen Emissionen und die  Artenvielfalt?

Bis zu 37 % der gesamten globalen Treibhausgasemissionen sind auf unsere Ernährung zurückzuführen- auch hier tragen tierische Produkte den größten Anteil von 69%. Unser Ernährungssystem ist die größte Bedrohung für unsere Natur und verantwortlich für 70 % des Verlustes an biologischer Vielfalt, für 80 % der Entwaldung und für 70 % der globalen Wasserentnahme.

Ist eine nachhaltige Nahrungsversorgung machbar?

Wir überschreiten also in allen Bereichen massiv die ökologischen Belastungsgrenzen unseres Planeten. Dabei ist eine gesunde und nachhaltige Ernährung machbar. Die EAT-Lancet-Kommission, ein weltweit führendes Gremium, das sich mit den globalen Ernährungssystemen befasst, hat 2019 mit der „Planetary Health Diet“ gezeigt, dass wir uns gesund ernähren können, ohne die Erde zu überlasten. Ein wichtiger Hinweis der Kommission betrifft die Versorgung mit Proteinen, die hauptsächlich durch pflanzliche Nahrungsmittel aufgenommen werden sollten und nicht – wie heute in vielen Regionen üblich – durch Fleisch, Milchprodukte und Eier.

“Planetary Diet” in Kürten: wie geht das?

Bei unserem Kochabend haben wir dies aktiv umgesetzt. Mit liebgewonnenen Zutaten und Zubereitungsmethoden, die sich in unserem Alltag in den letzten Jahren bewährten, haben wir zusammen gekocht und gegessen und einen sehr fröhlichen Abend miteinander verbracht. Als Ei-Alternative haben wir z.B. das Kochwasser von Bohnen für die Aioli verwendet oder daraus den Eischnee für die Spekulatiusmousse geschlagen – funktioniert prima! Und für die deftige Komponente in unserem Grünkohleintopf haben wir dänisches Rauchsalz und eine Frikadellenalternative aus Kidneybohnen und Sonnenblumenkernen genutzt.

Neugestaltung unseres globalen Ernährungssysems als Chance für den Klimaschutz, die Gewässer und die Biodiversität

So könnten wir in Deutschland z.B. unseren ernährungsbedingten Flächenbedarf um bis zu 50% sowie unsere durch Ernährung verursachten Treibhausgasemissionen um bis zu 48 %reduzieren.

Ohne eine Ernährungswende können weder ein wirksamer Klimaschutz noch der Schutz wertvoller Lebensräume gelingen. 

Diese Neuausrichtung kann aber nicht allein durch uns Verbraucher*innen erreicht werden, sondern nur in Zusammenarbeit mit Politik und Wirtschaft. Es reicht nicht aus, nur den landwirtschaftlichen Sektor zu betrachten oder allein das Verbraucherverhalten, es geht um eine ganzheitliche Umgestaltung unseres Ernährungssystems. 

Dies lässt sich am Beispiel des Wasserfußabdruckes verdeutlichen: 

Die Lebensmittelproduktion gilt als die wasserintensivste Aktivität und ist verantwortlich für den Verbrauch von rund 70 % allen genutzten Süßwassers. Unsere derzeitige Nachfrage nach Lebensmitteln zieht in Deutschland einen Wasserverbrauch durch Bewässerung von jährlich insgesamt 2,4 Mrd. m³ nach sich. 

Das entspricht in etwa der Wassermenge des Chiemsees.

Davon gehen aktuell 82 % auf das Konto pflanzlicher und 18 % auf das Konto tierischer Lebensmittel. Ein Grund dafür ist, dass unser konsumiertes Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse überwiegend außerhalb Deutschlands erzeugt wird und wir 63 % bzw. 80 % unseres Obst und Gemüses importieren. Unser Selbstversorgungsgrad bei Tomaten lag 2020 bei nur 4 %. Auch bei Erbsen und Bohnen, die als alternative Proteinquelle an Bedeutung gewinnen, liegt der Selbstversorgungsgrad nur bei etwas über 20 %. In den Herkunftsregionen muss für den Anbau dieser Produkte teils viel Wasser zur Bewässerung aufgewendet werden. Den mit Abstand größten Wasserbedarf durch Bewässerung von 585 Mio. m³ haben Zitrusfrüchte, dazu zählen z. B. Zitronen, Orangen und Mandarinen, die vor allem aus Spanien kommen. Die Wassermenge entspricht in etwa der des Königssees in Bayern. Auch die Bewässerung von Trauben mit 1.300 l und Nüssen (Walnüsse 1.100 l und Haselnüsse mit 700 l) zeigt den hohen Wasserbedarf dieser Produkte in den Herkunftsländern.

Aufbau der Selbstversorgung

Eine größtenteils pflanzenbasierte Ernährung muss also einhergehen mit einer Steigerung unserer Selbstversorgung und der damit verbunden Erhöhung der heimischen Erzeugung von Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen mit wasserschonenden Produktionsweisen.

Weiterführende Informationen

zu finden in den vom World Wildlife Fund (WWF) veröffentlichten Studien und Informationsunterlagen sowie die daraus abgeleiteten Forderungen vom WWF an Politik und Wirtschaft. Diese enthalten auch weitere Angaben zur Planetary Health Diet der EAT-Lancet-Kommission. 

wwf-position-so-schmeckt-zukunft.pdf

WWF-Studie-Kulinarischer-Kompass-Wasser-Zusammenfassung.pdf

Mit dem Besseresser-Menüs zeigt der WWF konkret, was es heißt, sich eine Woche lang planetarisch-kulinarisch zu ernähren. Eine Woche voller köstlicher und leicht zuzubereitender Gerichte, die die Empfehlungen der EAT Lancet-Kommission berücksichtigen. Das Menü ist ein Beispiel dafür, wie wir zukünftig unseren Tisch decken können: nachhaltig, bunt, lecker und gesund. 

Besseresser:innen: Nachhaltige Wochenmenüs

Wir danken allen Teilnehmer*innen für diese tolle Erfahrung. 

Ein besonderer Dank geht auch an die katholische Kirchengemeinde Sankt Nikolaus in Dürscheid, die uns ihre Küche zur Verfügung gestellt hat. Herzlichen Dank auch an Familie Huppertz (https://www.hof-hoernen.de) für das köstliche, frische Gemüse von ihrem Biogemüsehof, welches sie uns für unser Menü gestiftet hat -regionaler und saisonaler geht nicht!

Hier die Rezepte zu unserem veganen Menü:

Vorspeise

Vegane Aioli

  • 7 EL Bohnenwasser (bzw. Flüssigkeit aus einer Dose Bohnen oder Kichererbsen)
  • 1 EL Apfelessig oder Zitronensaft
  • 1 TL Senf
  • 1 TL Salz
  • 1 Knoblauchzehe
  • ca 250 ml geschmacksneutrales Pflanzenöl (z.B. Raps)

Alles in ein Rührgefäß geben und mit dem Pürierstab kurz zu einer schaumigen Masse pürieren. Das Pflanzenöl langsam und unter stetigem Pürieren dazugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist (je mehr Öl, desto fester wird die Aioli).

Pumpkin Spice Hummus

  • 1 Dose Bohnen oder Kichererbsen
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Apfelessig oder Zitronensaft
  • 1 TL Salz
  • 2 EL Tahini
  • 1 EL Pumpkin Spice Gewürz
  • 3 EL Olivenöl
  • 3 EL Wasser mit Kohlensäure

Zu einer cremigen Masse pürieren

Für die Pumpkin Spice Gewürzmischung:

  • 4 TL gemahlener Zimt
  • 2 TL gemahlener Ingwer
  • 1 TL gemahlene Nelke
  • 1 TL gemahlener Muskat
  • ½ TL gemahlener Piment
  • ¼ TL gemahlener Kardamom
  • ¼ TL gemahlener Kurkuma

Den Ofen vorheizen auf 180 Grad Umluft

1 Blumenkohl waschen und in Röschen zerkleinern

1 Kürbis in Scheiben schneiden

Dann auf ein mit Backpapier ausgelegtem Backblech verteilen

Anschließend:

  • 1 Tl Dänisches Rauchsalz
  • 1 Tl geräuchertes Paprika Pulver
  • 1 Tl Paprikapulver Edelsüß
  • 4 El Hefeflocken
  • 4 El Olivenöl
  • 2 El Sojasauce
  • 6 El Wasser

zu einer gleichmäßigen Paste vermengen und mit einem Pinsel auf dem Gemüse verstreichen. Für 20 Minuten bei 180 Grad backen.

Möhrensalat

  • 1 kg Möhren
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1/2  – 1 Tl Zucker
  • 2 – 3 EL neutrales Öl
  • Salz
  • Pfeffer
  • Essigessenz

Die Möhren schälen und raspeln und die Zwiebel fein würfeln. Alle Zutaten miteinander vermengen, durchziehen lassen und nochmals  abschmecken.

Hauptgang

Grünkohleintopf

  • 1 Gemüsezwiebel
  • 1 kg Grünkohl
  • 300 gr Kartoffeln (festkochend)
  • 1 El Dänisches Rauchsalz
  • 3 EL Buchweizengrütze
  • 2 El Senf
  • 4 El veganes Zwiebelschmalz
  • 50 gr vegane Butter
  • 0,5l Gemüse- oder Misobrühe

Gemüsezwiebeln fein würfeln und in veganer Butter leicht glasig dünsten. Grünkohl waschen und kleinschneiden, hinzufügen, Grütze und Rauchsalz hinzufügen und ebenfalls leicht andünsten. Mit Brühe aufgießen und für 20 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen, gelegentlich umrühren, Kartoffeln schälen und würfeln, hinzugeben und weitere 20 Minuten kochen lassen, gelegentlich umrühren. Senf und Zwiebelschmalz hinzufügen, ggf mit Rauchsalz abschmecken.

Knusperdellen

  • 2 Dosen Kidneybohnen 480 g abgespült und abgetropft 
  • 2 EL Olivenöl
  • 3 Knoblauchzehen fein gehackt 
  • 1 Gemüsezwiebelfein gehackt 
  • 1 EL Soja-Sauce 
  • 100 g Sonnenblumenkerne 
  • 20 g Haferflocken
  • 8 EL Hefeflocken 
  • 2 EL Tomatenmark 
  • 2 TL Senf
  • 1 Tl Dänisches Rauchsalz 
  • 2 Tl Majoran
  • 2 Tl geräuchertes Paprikapulver
  • 2 EL Leinsamen

Bohnen auf einem Teller/Schüssel mit der Gabel leicht zerdrücken. Zwiebel mit etwas Öl in einer Pfanne glasig braten, Knoblauch hinzufügen und mit Sojasauce ablöschen. Sonnenblumenkerne und Leinsamen in einem Mixer fein mahlen. Alle Zutaten in einer Schüssel zu einem glatten Teig vermengen, 10 Minuten ruhen lassen und dann daumenlange Würstchen formen und platt drücken. Mit Öl in einer Pfanne von allen Seiten bei mittlerer Hitze knusprig braten.

Dessert

Kürbisbutter

  • 250g Hokkaido
  • Kokosöl
  • 1/4TL Sternanis gemahlen
  • 1/2 EL Zimt gemahlen
  • 1/4 TL Kardamom gemahlen
  • 1/4TL frisch geriebene Muskatnuss
  • 1/8 TL Salz
  • 1 TL frisch gepresster Zitronensaft
  • 60 ml Ahornsirup
  • 60-120 ml Apfelsaft

Den Kürbis halbieren, mit Kokosöl bestreichen und bei 200 Grad für 30-45 Minuten im Ofen backen.

Den Kürbis auskratzen und mit den restlichen Zutaten pürieren, dann kalt stellen

Vanillepudding

  • 500 ml Pflanzenmilch 
  • 50 g Erythrit oder Zucker nach Wahl 
  • 32 g Speisestärke 
  • 32 g Cashewmus/Mandelmus
  • 1 EL Vanilleextrakt
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Kurkuma (optional für die Farbe)

Schritt 1: Pudding kochen. Alle Zutaten für den Pudding in eine mittelgroße Schüssel geben. Mit einem Schneebesen verrühren, bis sich die Speisestärke auflöst.

In einen Kochtopf umfüllen und die Mischung bei mittlerer Hitze zum  Kochen bringen, dabei häufig umrühren. Sobald der Pudding zu kochen beginnt, die Hitze auf niedrig stellen und ca. 1 – 2 Minuten lang ununterbrochen rühren. Er wird eindicken und cremig werden. Dann in Gläser abfüllen und kalt stellen.

Spekulatiusmousse

  • Kidneybohnenwasser (Flüssigkeit aus zwei Dose)
  • 4 El Sahnesteif
  • 100 gr Zartbitterschokolade (vegan)
  • 4 El Biscoff Creme

Schokolade in Stücke brechen und in einen Topf geben. Den Topf vorsichtig einmal kurz erwärmen und die Schokolade unterrühren und zum anschmelzen bringen. Topf sofort vom Herd nehmen, Schokolade rühren bis sie flüssig ist, die Biscoff-Creme unterrühren und dann alles  abkühlen lassen.

Das Bohnenwasser in eine Schüssel geben und mit einem Handrühergerät für ca. 5 Minuten zu einem (Ei)-Schnee aufschlagen. Wenn die Masse fester wird, Sahnesteif hinzufügen und zu einem festen Schaum aufschlagen.

Den Schaum mit einem Teigschaber beiseite schieben, die abgekühlte, geschmolzene Creme neben den Schaum laufen lassen und dann vorsichtig unterheben, bis sich alles so gerade vermischt hat. 

Kürbisbutter und Spekulatiusmousse auf den abgekühlten Vanillepudding geben und kalt stellen.

Viel Spaß beim Nachkochen und Genießen!

Vorankündigung

Wir planen für diesen November noch einen “Wärme-Spezial”-Newsletter. Anlass ist die von der Gemeinde Kürten vorgestellte kommunale Wärmeplanung.

Es heißt also: dabei bleiben!

Wir wünschen allen einen behaglichen und dennoch klimafreundlichen Herbst.

Patrick Walraf (Sprecher IG Klima Kürten)

Biodiversität in Kürten

Schon im vierten Jahr wird die Wiese am Olper Siefen von Aktiven der IG Klima Kürten gepflegt. In den  Jahren 2021 und 2022 wurde je eine Frühjahrs- und eine Herbstmahd durchgeführt. 2023 hatte sich die Wiese so gut entwickelt, dass nahezu kein Springkraut mehr vorhanden war. Das Springkraut als invasive Art, hatte zuvor andere heimische Pflanzen zurückgedrängt. Nun reicht die alleinige Herbstmahd.  Ein Teil des Mädesüß bleibt dauerhaft stehen. Spezialisierte Insekten, wie z.B. der Mädesüß-Perlmutterfalter konnten einen Lebensraum wiederfinden. In 2024 zeigte sich wieder kein Springkraut, dafür sehr viel Mädesüß, Beinwellstauden, Engelwurz, Gundermann, Wiesenknöterich.

In Absprache mit der Bio-Station Rhein-Berg erfolgt ab nun die sogenannte Optimalpflege, d.h. weiterhin im Herbst die Mahd der noch vorhandenen Brennesseln, zur Reduktion der Stickstoffentragung in den Boden, Rückschnitt der Brombeeren je nach Ausdehnung. Es bleibt ein Brachstreifen stehen, in welchem Insekten und andere Tiere überwintern können. Im Frühjahr wird dann der Brachstreifen nach einer Woche über 15 Grad gemäht, dann sind die meisten Insektenlarven geschlüpft. Der räumliche Wechsel des Brachstreifens von Jahr zu Jahr fördert einen möglichst artenreichen Bewuchs. Die diesjährige Mahd erfolgte mittels Handbalkenmäher und Motorsense, der Container für das abgesammelte Schnittgut wird weiterhin von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. 

Das von der  IG Klima betreute Grundstück Am Halfenberg (“Zwickel”) wurde auch winterfest gemacht. Das Laub der benachbarten Laubbäume wurde gesammelt und an  einer Stelle aufgehäuft, damit Igel und andere Tiere im Winter darin Schutz finden können. Die Entfernung des Laubes aus der Fläche verhindert zudem die Anreicherung des Bodens mit Nährstoffen, so dass es ein typischer Magerstandort bleibt.

Beim Einsammeln des Laubes stellten wir  erfreut fest, dass einige standortgerechte Pflanzen sich behaupten konnten. Zu finden waren Storchenschnabel, Akelei, Wollziest,  Skabiose. Die von uns gesetzten Johannes- und Stachelbeeren haben es auch geschafft. Ein kleiner Beitrag zu einem essbaren Dorf. Zudem ist die Haselnuss auch dort zu finden.

All dies freut uns sehr, wir sind schon neugierig auf das was im kommenden Jahr spreßen und blühen wird.

Stammtisch November

Viele Menschen bemerken, dass Weihnachten immer mehr zu einem Fest des Konsums geworden ist. Auch die Werbung suggeriert immer wieder, dass ein Weihnachten ohne bestimmte Konsumgüter nicht denkbar ist. Wir möchten all diejenigen, die sich damit unwohl  fühlen und nach Alternativen suchen, zu unserem kommenden Stammtisch einladen.


Am 28. November um 19:30 Uhr geht es also um die nachhaltige Gestaltung von Weihnachten. Wie gewohnt treffen wir uns in der Gaststätte “zur Alten Ulme” in Kürten.


Wir freuen uns auf die Begegnung und den Austausch mit Ihnen/Euch.

Einfach vegan – unsere Ernährung innerhalb der planetaren Grenzen

nachhaltig, bunt, lecker und gesund“ – Die Ernährung von morgen

Mit diesem Motto sind wir mit interessierten Teilnehmer*innen der Zukunftswerkstatt von Energy4ClimateNRW, die im Februar in Kürten in Kooperation mit der Gemeinde und unserer IG stattgefunden hat, mit unserem Format „Einfach vegan- Gemeinsam nachhaltig kochen und genießen“ gestartet. 

Wie wir uns ernähren, hat nicht nur Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Wir nehmen damit auch direkten Einfluss auf unsere zukünftige Lebensgrundlage, denn unsere Ernährung stellt eine der größten Herausforderungen für unseren Planeten dar. Auf mehr als einem Drittel der bewohnbaren Fläche der Erde wird Landwirtschaft betrieben, 75 % davon werden alleine zur Erzeugung von Fleisch, Wurst, Milch oder Eiern benötigt. Nur vier Prozent der Sojaanbaufläche dienen der Erzeugung von pflanzlichen Nahrungsmitteln, der Rest wird zur Futtermittelproduktion für die Nutztiere der Fleisch- und Milchindustrie verwendet.

Bis zu 37 % der gesamten globalen Treibhausgasemissionen sind auf unsere Ernährung zurückzuführen- auch hier tragen tierische Produkte den größten Anteil von 69%. Unser Ernährungssystem ist die größte Bedrohung für unsere Natur und verantwortlich für 70 % des Verlustes an biologischer Vielfalt, für 80 % der Entwaldung und für 70 % der globalen Wasserentnahme.

Wir überschreiten also in allen Bereichen massiv die ökologischen Belastungsgrenzen unseres Planeten. Dabei ist eine gesunde und nachhaltige Ernährung machbar. Die EAT-Lancet-Kommission, ein weltweit führendes Gremium, das sich mit den globalen Ernährungssystemen befasst, hat 2019 mit der „Planetary Health Diet“ gezeigt, dass wir uns gesund ernähren können, ohne die Erde zu überlasten. Ein wichtiger Hinweis der Kommission betrifft die Versorgung mit Proteinen, die hauptsächlich durch pflanzliche Nahrungsmittel aufgenommen werden sollten und nicht – wie heute in vielen Regionen üblich – durch Fleisch, Milchprodukte und Eier.

Bei unserem Kochabend haben wir dies aktiv umgesetzt. Mit liebgewonnenen Zutaten und Zubereitungsmethoden, die sich in unserem Alltag in den letzten Jahren bewährt haben, haben wir zusammen gekocht und gegessen und einen sehr fröhlichen Abend miteinander verbracht. Als Ei-Alternative haben wir z.B. das Kochwasser von Bohnen für die Aioli verwendet oder daraus den Eischnee für die Spekulatiusmousse geschlagen -funktioniert prima! Und für die deftige Komponente in unserem Grünkohleintopf haben wir dänisches Rauchsalz und eine Frikadellenalternative aus Kidneybohnen und Sonnenblumenkernen genutzt.

In der Neugestaltung unserer globalen Ernährungssysteme liegt eine unserer größten Chancen, einen erheblichen Beitrag zum Schutz des Klimas, der Gewässer und der Biodiversität leisten. So könnten wir in Deutschland z.B. unseren ernährungsbedingten Flächenbedarf um bis zu 50% sowie unsere durch Ernährung verursachten Treibhausgasemissionen um bis zu 48 % reduzieren.

Ohne eine Ernährungswende können weder ein wirksamer Klimaschutz noch der Schutz wertvoller Lebensräume gelingen. Diese Neuausrichtung kann aber nicht allein durch uns Verbraucher:innen erreicht werden, sondern nur in Zusammenarbeit mit Politik und Wirtschaft. Es reicht nicht aus, nur den landwirtschaftlichen Sektor zu betrachten oder allein das Verbraucherverhalten, es geht um eine ganzheitliche Umgestaltung unseres Ernährungssystems. Dies lässt sich am Beispiel des Wasserfußabdruckes verdeutlichen: 

Die Lebensmittelproduktion gilt als die wasserintensivste Aktivität und ist verantwortlich für den Verbrauch von rund 70 % allen genutzten Süßwassers. Unsere derzeitige Nachfrage nach Lebensmitteln zieht in Deutschland einen Wasserverbrauch durch Bewässerung von jährlich insgesamt 2,4 Mrd. m³ nach sich. Das entspricht in etwa der Wassermenge des Chiemsees. Davon gehen aktuell 82 % auf das Konto pflanzlicher und 18 % auf das Konto tierischer Lebensmittel. Ein Grund dafür ist, dass unser konsumiertes Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse überwiegend außerhalb Deutschlands erzeugt wird und wir 63 % bzw. 80 % unseres Obst und Gemüses importieren. Unser Selbstversorgungsgrad bei Tomaten lag 2020 bei nur 4 %. Auch bei Erbsen und Bohnen, die als alternative Proteinquelle an Bedeutung gewinnen, liegt der Selbstversorgungsgrad nur bei etwas über 20 %. In den Herkunftsregionen muss für den Anbau dieser Produkte teils viel Wasser zur Bewässerung aufgewendet werden. Den mit Abstand größten Wasserbedarf durch Bewässerung von 585 Mio. m³ haben Zitrusfrüchte, dazu zählen z. B. Zitronen, Orangen und Mandarinen, die vor allem aus Spanien kommen. Die Wassermenge entspricht in etwa der des Königssees in Bayern. Auch die Bewässerung von Trauben mit 1.300 l und Nüssen (Walnüsse 1.100 l und Haselnüsse mit 700 l) zeigt den hohen Wasserbedarf dieser Produkte in den Herkunftsländern.

Eine größtenteils pflanzenbasierte Ernährung muss also einhergehen mit einer Steigerung unserer Selbstversorgung und der damit verbunden Erhöhung der heimischen Erzeugung von Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen mit wasserschonenden Produktionsweisen.

Weiterführende Informationen zu den hier dargestellten Fakten finden sich in den vom World Wildlife Fund (WWF) veröffentlichten Studien und Informationsunterlagen sowie die daraus abgeleiteten Forderungen vom WWF an Politik und Wirtschaft. Diese enthalten auch weitere Angaben zur Planetary Health Diet der EAT-Lancet-Kommission. 

wwf-position-so-schmeckt-zukunft.pdf

WWF-Studie-Kulinarischer-Kompass-Wasser-Zusammenfassung.pdf

Mit dem Besseresser-Menüs zeigt der WWF konkret, was es heißt, sich eine Woche lang planetarisch-kulinarisch zu ernähren. Eine Woche voller köstlicher und leicht zuzubereitender Gerichte, die die Empfehlungen der EAT Lancet-Kommission berücksichtigen. Das Menü ist ein Beispiel dafür, wie wir zukünftig unseren Tisch decken können: nachhaltig, bunt, lecker und gesund. 

Besseresser:innen: Nachhaltige Wochenmenüs

Wir danken allen Teilnehmer*innen für diese tolle Erfahrung. Ein besonderer Dank geht auch an die katholische Kirchengemeinde Sankt Nikolaus in Dürscheid, die uns ihre Küche zur Verfügung gestellt hat. Herzlichen Dank auch an Familie Huppertz (https://www.hof-hoernen.de) für das köstliche, frische Gemüse von ihrem Biogemüsehof, welches sie uns für unser Menü gestiftet hat -regionaler und saisonaler geht nicht!

Unser veganes Menü:

  • Ofengemüse mit Aioli und Pumpkin Spice Humus und Möhrensalat
  • Deftiger Grünkohleintopf mit Knusperdellen
  • Vanillepudding mit Kürbisbutter und Spekulatiusmousse

Rezepte: