Nachhaltigkeit im Alltag

Wir sitzen alle in einem Boot. Der Klimawandel wird uns alle betreffen und wir können es nur gemeinsam schaffen gegenzusteuern. Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind ein Mannschaftssport. Auf die Politik einzuwirken, damit die wichtigsten Stellschrauben in die richtige Richtung gedreht werden, um einen größtmöglichen Effekt zu bewirken, ist eine der bedeutendsten und vorrangigsten Aufgaben. Aber auch jeder einzelne von uns kann durch sein Verhalten im Alltag dazu beitragen, dass wir unserem gemeinsamen Ziel ein Stück näher kommen. Es gibt eine Vielzahl von guten Möglichkeiten und Ansätzen, um ein Klimaheld des Alltags zu werden. Dabei geht es nicht um die totale Einschränkung oder einen allumfassenden Verzicht, sondern vielmehr um Alternativen, die praktikabel sind, oft eine bessere Lebensqualität bedeuten und Spaß und Freude bereiten. In verschiedenen Projekten möchten wir dazu informieren, anspornen, vernetzen und ermutigen.

Damit fangen wir an:

Takeaway ohne Plastikmüll: Ein einheitliches Mehrwegsystem für den Gastronomiebereich in Kürten

Wer kennt es nicht? Hungrig und voller Vorfreude die Speisekarte zu studieren, zu bestellen und dann ein hoffentlich leckeres Essen genießen. Spätestens beim Abräumen wird jedoch klar, welchen gigantischen Plastikmüllberg man sich damit ins Haus geholt hat. Dabei ist es so einfach, das zu ändern. Einige wackere Klimahelden des Alltags sind schon dabei, das Essen in eigenen Behältern abzuholen. Aber es geht noch einfacher: Das bestellte Essen kommt in einer hochwertigen Mehrwegverpackung. Beim Bezahlen wird eine Pfandgebühr erhoben. Nach der Mahlzeit einfach in die Spümaschine räumen, bei der Rückgabe gibt es dann das Pfand zurück. Damit das praktikabel ist, brauchen wir natürlich  so viele Gastronomiebetriebe wie möglich, die dabei mitmachen. Denn dann können wir die Behälter direkt um die Ecke oder z.B. beim nächsten Einkaufen zurückgeben. Es gibt auch eine App, die einem anzeigt, wo die nächste Rücknahmestelle ist. Die „Logistik“ der Pfandbehälter erfolgt durch den Betreiber des Mehrwegsystems, so dass kein Gastronomiebetrieb auf Pfandbehältern sitzenbleibt oder zu wenig Behälter hat. Für die Gastronomiebetriebe ist das Ganze sogar kostengünstiger als die Ausgabe in Einwegverpackungen.

Einwegverpackungen aus Kunststoff werden fast ausschließlich aus fossilen Rohstoffen gewonnen und sind damit klimaschädlich. Durch die Entsorgung und das Recycling werden weitere Emissionen und Kosten verursacht. Auch mit den Spülvorgängen und der Logistik steht die Öko- und Klimabilanz der Mehrwegbehälter wesentlich besser da. Und wenn ein Mehrwegbehälter einmal ausgedient hat, wird er selbstverständlich recycelt.
Spätestens 2023 sind Gastronomiebetriebe gesetzlich verpflichtet, Mehrwegverpackungen anzubieten. Wir sind der Ansicht, dass wir diesen Weg schon früher und mit einem einheitlichen Mehrwegsystem für Kürten einschlagen können. Die Verantwortung liegt aber nicht bei der Gastronomie, sondern bei uns allen und wir können dieses Projekt nur gemeinsam mit allen Beteiligten durchziehen. Wir sind gerade dabei, dem System in Zusammenarbeit mit der Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Kürten Rebecca Grunert einen Weg zu bereiten, um interessierten Gastronomiebetrieben, die dieses Angebot gerne nutzen möchten, den Einstieg so leicht wie möglich zu machen. Jeder von uns kann dazu beitragen, die Gastronomiebetriebe zu unterstützen, indem wir ihr Takeaway-Angebot nutzen und das Mehrwegangebot freudig annehmen.

Und wie geht es weiter?

So wie das Mehrwegsystem gibt es gerade im Bereich Lebensmittel und Ernährung viele Ansätze, mit denen wir gemeinsam unseren Alltag nachhaltiger gestallten können. Mit regionalen Lebensmitteln oder einer klimaverträglicheren Ernährung haben wir z.B. die Möglichkeit, viel zu bewirken. Dazu möchten wir Schritt für Schritt weitere Projekte ins Leben rufen.

Weitere Infos: