Newsletter August

Liebe Leser*innen,

noch in den Sommerferien erscheint dieser Newsletter der die aktuelle Situation rund um das Klima und die Energiewende beleuchtet. Wir müssen erfahren, dass es auch in den nördlichsten Wäldern Kanadas Wirkungen der Klimaerwärmung gibt.

Wir empfehlen interessante Podcasts und  weisen auf einen CO2-Rechner hin, der die Möglichkeit zur Selbsteinschätzung und zur Verbesserung anbietet. Zudem besteht die Möglichkeit, sich über das Unverpackt-Einkaufen zu informieren. Zuletzt  einen Good News-Tipp.

Wer uns, die IG Klima Kürten, näher kennen lernen möchte, ist herzlich zu unserem nächsten Plenum eingeladen. Wir treffen uns am 08.10.2026 um 19:30 Uhr in Kürten-Dürscheid, Kirchberg 3, im Pfarrheim.

Wie ist der diesjährige Sommer?

Wir hangeln uns diesen Sommer klimatisch von einem Extrem zum Anderen. Eine sehr starke Hitzewelle im Juni suchte das Rheinland und Rhein Berg heim, sogar das ansonsten kühlere Sauerland war betroffen. An meinem Arbeitsplatz in den Märkischen Kliniken wurden trotz Verdunklung, Ventilatoren über mehrere Tage in den Arbeitsräumen 30 Grad erreicht. Eine Herausforderung oder sogar Überforderung für Patient*innen und Behandelnde. In Köln wurde die Marke von 40 Grad geknackt. Es folgte europaweit eine Dürre, Flüsse wie der Rhein mutieren aktuell zum Rinnsal, in

meinem Urlaub in der Westbretagne gab es Wassernotstand. Entspannung im Urlaub? Nur zum Teil möglich aufgrund der Nachrichten über historische Waldbrände in Frankreich, Spanien und Italien. Auch in meinem Bekanntenkreis gab es Personen, die Evakuierungen erlebt haben.

Und nun Brände im Hürtgenwald und im Moor des Hohen Venns.

Bei all diesen Nachrichten empfinde ich persönlich eine Mischung aus Angst, Ohnmacht und auch Wut, da wir möglicherweise zu wenig tun und Kräfte in der Gesellschaft und auch in uns, die das Alte bewahren wollen, noch zu stark sind.

Folge der Spur des Geldes… Immer noch macht die fossile Industrie, 3 Milliarden Gewinn – am Tag! (Christian Stöcker: „Männer die die Welt verbrennen“).

Hinzu kommen Subventionen. Die Klimaschäden sind dabei nicht eingepreist!

Harald Lesch spricht in dem Podcast „ist die Welt noch zu retten?“ davon, dass wir nicht wissen, wie sich die Dynamik des Klimawandels entwickeln wird. Vielleicht reden in einigen Jahren über den Sommer 2026 wie über einen kühlen Sommer.

Wir veranstalten gerade als Menschheit ein Physik-Experiment wie damals in der Schule. Nur das dieses Experiment nicht auf einen Klassenraum begrenzt ist und  nicht jederzeit stopp- bzw. eingrenzbar ist.

Aber Halt! 

Das Experiment ist zu stoppen, die Dynamik des Klimawandels kann verlangsamt werden. Wir wissen doch, was zu tun ist. Die Wissenschaft fordert vor Allem eine entschiedene Abkehr von fossilen Energiequellen. Dies ist aktuell eine der wichtigsten Hauptmaßnahmen neben dem Erhalt  der Biodiversität und dem Plastik-Problem. Bildhaft gesehen müssen wir aufhören Öl – und Gas – ins Feuer des Klimawandels zu gießen. Und wir haben Lösungen um dies umzusetzen und unseren Energiebedarf zu stillen: die Erneuerbaren Energien nebst Batteriespeichern, Wärmepumpen, E-Mobilität aber auch das Hinterfragen unseres Konsumhungers.

Es gibt aber auch im Gesellschaftlichen wirtschaftliche und politische Kräfte, die Zweifel säen, verzögern möchten, die Unwahrheit im wissenschaftlichen Sinne verkünden. So wird von vermeintlich zu hohen Kosten der Energiewende gesprochen. Dabei wird nicht gegenübergestellt, was die Klimaschäden kosten wenn wir beim alten fossilen System bleiben. Es wird behauptet, dass die Erneuerbaren Energien den Strom teuer machen, was nicht stimmt. Wer sich mit dem Merit-Order-Prinzip des Strommarktes befasst hat, weiß, dass das teuerste Kraftwerk den Preis bestimmt, dabei handelt es sich in der Regel um Gaskraftwerke. Das Verbrenner-Aus wird hinterfragt, die europäische Methan-Verordnung wird abgeschwächt oder vielleicht sogar für einige Jahre ausgesetzt. Es ist einfach zum Schreien.

Und wie ist es privat? 

Handeln wir entschlossen und stellen unser Leben um? Oder finden wir auch Ausreden? Um es wiederum an einem Bild zu verdeutlichen: Ein Feuer lodert. Wir wissen auch was zu tun ist, nämlich die zur Verfügung stehenden Behältnisse nehmen um Wasser zu schöpfen und das Feuer zu löschen. Eine deutliche Mehrheit der deutschen Bevölkerung möchte mehr Klimaschutz (siehe hierzu Quelle 1). Stellt Euch nun aber vor, die Umstehenden würden sagen: „Ja es ist wichtig, etwas gegen das Feuer zu unternehmen, aber ich fange erst in ein paar Tagen an“, oder: „zuerst möchte ich noch die Aussicht genießen“, oder: „vielleicht gibt es bald noch bessere Eimer um das Wasser abzuschöpfen, ich warte erst einmal ab.“ Vielleicht sagt auch jemand: „es wird nicht so schlimm und wir werden bestimmt gerettet“.

Machen wir das nicht immer wieder mit dem Klimaschutz so? Verschieben wir Investitionen in eine Wärmepumpe nicht auf Morgen oder Übermorgen? Oder meinen sogar noch eine Gasheizung kaufen zu müssen? Oder flüchten uns in unserem privaten Hedonismus und lassen es nochmal krachen. Oder wir kaufen noch einen Verbrenner aus alter Gewohnheit und warten auf E-Fuels? Wer ehrlich zu sich sein möchte, sollte seine Ausreden und Ausflüchte einmal reflektieren. Ich persönlich habe mich auch schon das eine oder andere Mal bei Ausreden ertappt.

Sicherlich hat die fossile Industrie einen großen Anteil an der Klimaerwärmung. Aber es braucht auch die Kund*innen, die den Stoff abnehmen…

Ja, es ist ungemütlich das Gewohnte zu verlassen und Investitionen in die private Energiewende zu starten. Photovoltaik, Wärmepumpen und E-Autos kosten Geld. Der Umstieg auf den ÖPNV bedeutet auch Nachteile. Und ja, es klappt nicht immer sofort alles auf Anhieb – wie der vereinzelt erlebte Kampf mit Ladesäulen auf unserer Reise in Frankreich bewiesen hat.

Und ja, Veränderungen machen Angst. All das erfordert, dass wir von unserem Sofa der Gewohnheiten aufstehen. Das ist zuerst ungemütlich, erfordert Einsatz, auch finanziell. Wir erleben aber aktuell, dass der Klimawandel ungemütlich ist und wenn wir nichts tun, wird es voraussichtlich noch sehr, sehr viel ungemütlicher.

Das Erfolgserlebnis, etwas investiert, getan zu haben, ist der Lohn für unser Aufstehen.

Ach ja – und noch etwas…

Wir von der IG Klima Kürten stehen gerne mit Rat und Hilfe zur Verfügung, wenn es um diese Veränderungen geht.

Also – frei nach BAP: „Arsch huh – ran an die Energie-;; Mobilitäts- und Wärmewende!“

Quelle 1:

https://blog.plant-for-the-planet.org/de/2026/stille-mehrheit-forderung-klimaschutz-89-prozentumfrage

Quelle: WWF

Feuer im nördlichsten Wald der Erde

EINE WACHSENDE BEDROHUNG FÜR DEN BOREALEN WALD

Ein Bericht des WWF (World Wildlife Fund) befasst sich mit dem Auswirkungen der globalen Erderwärmung in den nördlichsten Wäldern der Erde:

“Die 48 kanadischen Nationalparks – darunter mit Jasper und Banff zwei der bekanntesten – schützen teils unberührte Wildnis auf einer Gesamtfläche, die deutlich größer ist als Deutschland. Ihre Landschaften sind Teil der Montanen Kordillere, einer Ökozone im Westen Kanadas. Alpine Tundra- und dichte Nadelwälder, aber auch trockenes Grasland sind typisch für diese zumeist zerklüftete, bergige Region.” 

“In den letzten 20 Jahren waren boreale Wälder mit ihrer dichten Vegetation und Abgeschiedenheit jedoch deutlich stärker von Waldbränden betroffen als zuvor. Häufigkeit und Intensität der Brände haben zugenommen – eine Folge der besonders schnellen Erwärmung der hohen Breitengrade im Zuge der Klimakrise. Mit fortschreitender Erderhitzung rechnen Forschende zudem mit stärkeren Gewittern in nördlichen Regionen: Blitzeinschläge können künftig nicht nur in den borealen Wäldern, sondern auch weiter nördlich in der arktischen Tundra vermehrt Vegetationsbrände auslösen.”

Quelle: WWF

So werden diese Wälder von der CO2-Senke zu CO2-Emittenten.

Hier geht es zum Bericht (im PDF-Format):

https://www.wwf.de/fileadmin/user_upload/WWF_Feuerkompass_Kanada.pdf?newsletter=infonewsletter%2FSocialBlue%2F2026%2F08%2F15%2Ffeuerkompass%2Fluchse&ecmId=6ZC0BGRA-BHD15ES&ecmEid=6ZF8PKXY-6ZC0BGRA-ZD91D5C&utm_medium=email&utm_campaign=feuerkompass&utm_source=infonewsletter&ecmUid=26L26QK2-XKLS91

Wie hoch ist Dein CO2-Ausstoß?


Im Jahr 2017 saß Robert Sabelström nach einem Surf-Ausflug mit Freunden im Restaurant. Es entstand eine Diskussion ob Fisch oder Muscheln auf dem Speiseplan besser fürs Klima seien. Robert benutzte einen CO2-Rechner um die Frage zu klären und stellte schnell fest, wie CO2-intensiv sein Lebensstil war (20 Tonnen/jährlich).

Die Botschaft war klar: “Robert, Du lebst, als hätten wir 4,2 Planeten”. Der Rechner bot allerdings keine Lösungen an. Dieses Erlebnis bewegte Robert, seine Frau und seine Tochter dazu 2018 einen eigenen CO2-Rechner zu entwickeln, der auch Anregungen und Lösungen bietet: “Climate Hero”, ermöglicht es in wenigen Minuten einzuschätzen, ob wir Klimaheld*in, Klimafreund*in , Klimakonsument*in oder Klimaschurk*in sind. Im nächsten Schritt wird gezeigt, was wir schon gut machen und wo wir Verbesserungspotential haben. Hierzu werden konkrete Anregungen gegeben.

Quellen der Abbildungen: climatehero.org

Neugierig geworden? Hier der Link zum Ausprobieren:

https://www.climatehero.org/de/privatkunden

Die unbequeme Wahrheit über Transformation 

Maja Göpel – DE/CODED  

Terra X Lesch & Co

Bildquelle: wikipedia

Maja Göpel ist eine deutsche Politökonomin, Transformationsforscherin, Nachhaltigkeitsexpertin und Gesellschaftswissenschaftlerin mit Schwerpunkt auf transdisziplinärem Denken. In dieser Podcast-Folge spricht sie über Veränderungen. Besonders gefallen hat, dass sie beschreibt wie sie eine Haltung von penetranter Freundlichkeit im Diskurs rund um die Klimakrise und die notwendigen gesellschaftlichen Transformationen einnimmt.

Hier geht es zum Podcast:

Tim Meier zum Thema Energieeffizienz mit Erneuerbaren und Elektrifizierung


Quelle: https://www.timmeyer.energy/

Was hat ein Zitat des ehemaligen Kanzlers Helmut Kohl mit unserem Energiesystem zu tun? In seinem Short legt Tim Meier dar, wie wir mit dem fossilen Energiesystem regelrecht viel Geld verbrennen und durch den Schornstein jagen. Eine Versorgung mit Erneuerbaren wird unseren Primärenergieverbrauch drastisch senken.

Ein Fakt am Rande in Zeiten der Krise rund um die Meerenge von Hormus: ca. 40 % des Schiffsverkehrs entfallen auf den Transport von fossilen Brennstoffen. Was steckt das für ein Potential  zur Verminderung des Schiffsverkehrs…

Tim Meyer-Shorts sind sehens- und hörenswert, der Autor des Buch-Bestsellers “Strom” erklärt klar und anschaulich die Energiewende.

Hier geht es zum Tim Meyer Short: 

Der Bergische Ernährungsrat lädt zur Tour d´Horizont in den Büggel ein

Hier der originale Einladungstext:

“Hallo zusammen,

ein herausfordernder Sommer ist noch nicht zu Ende, die Ferien auch noch nicht und doch gibt es schon einen Hinweis auf unsere nächste Tour d’Horizont am 9.9.26 um 17:30 zum 1. Unverpacktladen in der Gegend zum Büggel Bergisch Unverpackt in GL-Paffrath.

Bei unserer Veranstaltung in diesem Laden geben wir eine kurze Einführung in das unverpackte Einkaufen. Dabei erfahrt ihr mehr über das Konzept sowie die regionale Versorgung mit Obst, Gemüse und anderen Lebensmitteln aus dem rechtsrheinischen Raum. 

Wir stellen außerdem den Ernährungsrat Bergisches Land und unsere Arbeit für eine regionale, nachhaltige Ernährung vor und freuen uns auf eure Fragen und Ideen.

Ihr wollt das an dem Abend auch noch gleich selbst ausprobieren? Dann bringt eure eigenen Behälter mit und kauft direkt vor Ort unverpackt ein! Das Sortiment wird euch bestimmt überraschen 😉


❗Klingt spannend? Dann meldet euch gerne jetzt an unter:

post@ernaehrungsrat-bergisches-land.org”

📅 09.September 2026

⏰ 17:30-19:30 Uhr

📍Nussbaumer Str. 7 Bergisch Gladbach

Ernährungsrat Bergisches Land e.V.

Landwirtschaft neu denken – gemeinsam Ernährungssouveränität stärken *

Email: post@ernaehrungsrat-bergisches-land.org

Instagram: @ernaehrungsrat_bergischesland

Webseite:https://www.ernaehrungsrat-bergisches-land.org

Auch mal Lust auf gute Nachrichten?

Es passiert auch viel Positives. Es gibt gute Nachrichten über Fortschritte und

Entwicklungen. Zum Beispiel, dass Photovoltaik weltweit die billigste Stromquelle ist. Unsere Medienlandschaft bringt aber leider überwiegend nur die negativen Schlagzeilen. Bei allen Problemen die wir als Menschheit haben, ist es wichtig, Erfolge zu feiern. Denn das motiviert uns weiterzumachen!

Wer mehr erfahren möchte, dem seien die „Squirrel News – Dein konstruktiver Nachrichtendienst“ empfohlen.

Hier der Link: 

Das waren unsere August-News. Wir wünschen allen Leser*innen einen wohltemperierten Sommer.

Bis dahin,

Patrick Walraf (Sprecher IG Klima Kürten)

Newsletter Juni

Liebe Leserinnen und Leser,

die Worte „Klimawandel“, Klimakrise“, „Klimaschutz“ scheinen seit einiger Zeit nicht mehr sexy zu sein, zum Teil sogar verpönt. Wie in den Büchern über Harry Potter, in denen „der, dessen Name nicht genannt werden darf“ (Lord Voldemort) doch allein Angst und Schrecken versetzt, scheint es einen Trend zu geben, die reale Bedrohung „Klimawandel“ nicht mehr beim Namen nennen zu wollen. Dabei geht sie dadurch nicht weg, verliert nicht ihre Macht. Auch Rumpelstilzchen musste beim Namen genannt werden, um seine Macht zu verlieren. 

Wir, die IG Klima Kürten,  benennen das Problem weiter: es gibt den Klimawandel, er ist durch uns Menschen verursacht und wir können, ja müssen etwas  tun! Die gute Nachricht: wissenschaftlich wissen wir, was zu tun ist.Und es lohnt sich, für das Klima, für die Menschen und sogar wirtschaftlich!

Die letzten Juni-Tage haben uns deutlich gezeigt, dass der Klimawandel voranschreitet. Es gab Temperaturrekorde auch bei uns, die gesundheitlich sehr belastend waren. Erstmals in der Geschichte, gab es eine Wetterwarnung für ganz Deutschland. Auch die Technik scheint zu leiden. Am 27. Juni hat der Zug-Anbieter National Express angekündigt, den kompletten Verkehr ruhen zu lassen, um dem Risiko von Zwischenfällen, etwa Liegenblieben auf offener Strecke mit der Gefahr des Ausfalls der Klimatisierung, vorzubeugen. 

Wer immer noch daran zweifelt, dass sich auch bei uns die Temperaturen verändert haben, dem sei das neueste Video von Stefan Lenz empfohlen. Er ist „Baujahr 1967“ und hat entlang seines Lebens bis in die heutige Zeit recherchiert, wie sich die Temperatur zu bestimmten Zeitpunkten entwickelt hat. Eindeutiger Trend: nach oben.

Hier geht es zum Video: 

Was hat die IG Klima Kürten in der letzten Zeit gemacht?

Die Elektrifizierung vieler gesellschaftlicher Lebensbereiche schreitet voran. Wird es uns doch gelingen, uns rasch aus der fossilen Abhängigkeit zu befreien? Hierzu hat der Sprecher der IG Klima Kürten einen Vortrag gehalten, der auch online einsehbar ist. Eine persönliche Betrachtung befasst sich mit der Frage, ob sich die Energiewende auch wirtschaftlich lohnt.

Die IG Klima Kürten bearbeitet weiter die Bereiche Müll und Plastik. Wir blicken zurück auf zwei erfolgreiche Veranstaltungen zu diesem Thema mit Schüler*innen der Gesamtschule Kürten.

Wir wenden weiter den Blick auf ein Biodiversitätsprojekt, das von der IG Klima Kürten angestoßen wurde und untersuchen, was neben dem Alten Rathaus in Kürten wächst.

Außerdem in diesem Newsletter auch ein paar Einblicke in die Marktentwicklung in den Bereichen ÖPNV und Gütertransport.

Und wie gewohnt, Podcast-Tipps und die Empfehlung einer Webinar-Aufzeichnung.

Viel Spaß beim Lesen!

Die private Energiewende – Weg von Öl und Gas –

Am Samstag den 30.05.2026 ging es um die Möglichkeiten, die wir Bürgerinnen und Bürger haben, unsere private Energiewende zu gestalten. Patrick Walraf stellte einen vielfältigen „Marktplatz der Möglichkeiten“ vor um zu zeigen, wie wir uns unabhängig machen können von Öl und Gas. Zudem wurde an Beispielen gezeigt, wie sich diese private Energiewende auch wirtschaftlich lohnen kann.

Von der klassischen Photovoltaik an Gebäuden, dem „Balkonkraftwerk“, dynamischen Stromtarifen, intelligenten Batteriespeichern, über den Einsatz von Wärmepumpen und Klimaanlagen ging es auch um E-Mobilität und um Zukunftsmusik in Form von V2G-Technologien, bei denen das E-Auto netzdienliche und-stabilisierende Aufgaben übernehmen kann. Zudem wurden noch in  Entwicklung befindliche Technologien, wie das Energy Sharing und die gemeinschaftliche Stromversorgung, vorgestellt.

Die Energiewende bietet also ein Feuerwerk an Möglichkeiten. Um so verwunderlicher war es, dass sich leider nur wenige Menschen als Publikum des Vortrags einfanden. Wir hatten erwartet, dass das Thema Energie aufgrund der Aktualität der kriegerischen Auseinandersetzungen und den daraus resultierenden hohen Energiepreisen viele interessieren würde.

Lag es an dem Termin, einem Samstag Abend bei schönem Wetter? Ist das Thema für Kürtener*innen nicht interessant? Sind alle schon so  gut informiert? Beim Vorbereiten des Vortrags war einiges an Recherche notwendig, da manche Themen doch etwas komplexer sind. In der IG Klima Kürten haben wir zu vielen Themen rund um die Energie-, Mobilitäts- und Wärmewende sowie den Themen Biodiversität und Nachhaltigkeit einiges an Expertise aufgebaut, die wir gerne im Dialog mit Mitbürger*innen teilen möchten.

Wir möchten es noch einmal probieren und den Vortrag im Herbst  wiederholen. Wer bis dahin nicht warten möchte, kann den Vortrag auf unserer Homepage finden:

Energiekosten im Juni 2026 – die wirtschaftliche Seite der privaten Energiewende

Die private Energiewende lohnt sich für das Klima. Aber lohnt sie sich auch finanziell. Sind die Energiekosten tatsächlich niedriger?

Ich, Patrick Walraf, habe mal meine Energiekosten für den Juni 2026 ausgerechnet (bis 28.06. – es fehlen also noch 3 Tage). Unser Haushalt ist komplett elektrifiziert ist, es gibt also 2  E-Autos,  eine Wärmepumpe sowie eine Photovoltaik-Anlage (PV).

Was sind nun die Energiekosten? 73,24 €.

Für Alles! Für Kochen, Kühlschrank, Licht, Computer, Unterhaltungselektronik , E-Auto-Fahren (1800 KM) und Warmwasserzubereitung!

Die Berechnungsgrundlagen:

Die Investivkosten der Photovoltaik wurden für eine Lebensdauer von 30 Jahren, Ersatz des Batteriespeichers und Wechselrichters sowie der Einspeisevergütung – 8,24 ct/kWh über 20 Jahre – mit 10 ct/kWh angesetzt.  Eine überschlägige Rechnung zu den höheren Investitionskosten für die Wärmepumpe ergab Mehrkosten von 6000,- € (die alte Gastherme war mit über 30 Jahren am Ende ihrer Lebenszeit und hätte bald ersetzt werden  müssen). Bei einer angenommenen Lebensdauer der Wärmepumpe von 15 Jahren wären es 33,33 € mehr pro Monat. Unsere gebraucht angeschafften E-Autos waren vom Preis ähnlich wie vergleichbare Verbrenner.

Die private Energiewende lohnt sich für Hausbesitzer*innen. Warum also noch warten?

Plastik zwischen Nutzen und Umweltproblem: Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Kürten diskutieren über Verantwortung und Lösungen

Text: Anne Linden

Plastik ist aus unserem Alltag kaum wegzudenken. Es schützt Lebensmittel, ermöglicht medizinische Innovationen und erleichtert zahlreiche Abläufe im täglichen Leben. Gleichzeitig gehört die Vermüllung der Umwelt durch Kunststoffe zu den größten ökologischen Herausforderungen unserer Zeit. Mit dieser spannenden und vielschichtigen Thematik beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der gesamten Jahrgangsstufe 8 der Gesamtschule Kürten im Rahmen einer besonderen Doppelstunde, die gemeinsam mit der IG Klima Kürten gestaltet wurde.

Zu Beginn der Veranstaltung stellte Thomas Wiemker, Mitglied der IG Klima Kürten, den Schülerinnen und Schülern die Arbeit der Initiative vor. In einem etwa zehnminütigen Überblick skizzierte er anschaulich die vielfältigen Aktivitäten der IG Klima Kürten. Dabei wurde deutlich, dass sich die Initiative nicht nur mitK limaschutz, sondern auch mit den Themen Nachhaltigkeit, Umweltbildung, Energie, Mobilität, Ressourcenschonung und dem Erhalt natürlicher Lebensgrundlagen in der Gemeinde beschäftigt. Die Schülerinnen und Schüler erhielten so einen Einblick, wie ehrenamtliches Engagement vor Ort dazu beitragen kann, globale Herausforderungen auf lokaler Ebene anzugehen.

Im Anschluss wurde der ZDF-Dokumentarfilm „Vom Wundermaterial zum Umweltkiller“ auf der Großleinwand der Aula gezeigt. Der Film zeichnet die Entwicklung des Kunststoffs von seiner Erfindung über seinen vielfältigen Nutzen bis hin zu den weltweiten Umweltproblemen nach, die durch die enorme Verbreitung von Plastik entstanden sind. Gleichzeitig werden bereits bestehende Lösungsansätze vorgestellt und Möglichkeiten aufgezeigt, wie der Verbrauch von Kunststoffen reduziert und Stoffkreisläufe verbessert werden können.

Die Dokumentation hinterließ bei den Jugendlichen einen nachhaltigen Eindruck. Viele Schülerinnen und Schüler zeigten sich betroffen von den Bildern vermüllter Meere und Landschaften sowie von den Auswirkungen von Mikroplastik auf Mensch und Umwelt. In der anschließenden Gesprächsrunde beteiligten sich die Jugendlichen engagiert und mit großem Interesse. Sie stellten Fragen, brachten eigene Erfahrungen ein und diskutierten mögliche Lösungswege für einen verantwortungsvolleren Umgang mit Kunststoffen. Moderiert wurde die Aussprache ebenfalls von Thomas Wiemker.

Ein besonderes Zeichen der Wertschätzung setzte Schulleiter Dr. Markus Hintze-Neumann, der die Veranstaltung während der gesamten Doppelstunde begleitete. Mit seiner Anwesenheit unterstrich er die Bedeutung des Themas für die Schulgemeinschaft. Gleichzeitig machte er deutlich, dass Klima- und Umweltschutz an der Gesamtschule Kürten einen wichtigen Stellenwert besitzen und fester Bestandteil einer zeitgemäßen Bildung sind.

Kreative Umweltbotschaft auf dem Schulhof: Schülerinnen und Schülergestalten großes 

Kreide-Rätsel

Text: Anne Linden

Mit bunten Kreidefarben, viel Kreativität und einer klaren Botschaft haben Schülerinnen und Schüler des Kurses Darstellen und Gestalten der Jahrgangsstufe 7 an der Gesamtschule Kürten ein Zeichen für mehr Umweltbewusstsein gesetzt. Gemeinsam gestalteten sie auf dem Schulhof ein großflächiges Worträtsel, das bei Mitschülerinnen und Mitschülern schnell für Aufmerksamkeit sorgte.

Am Anfang des Projekts entwickelten die Schülerinnen und Schüler viele Vorschläge für einen passenden Slogan beziehungsweise eine  Botschaft, die zum Nachdenken über den Umgang mit Abfällen und Ressourcen anregt. Anschließend einigten sie sich auf einen Vorschlag, der in ein Kreideschablonenrätsel-Konzept passte.

Das Ergebnis war ein mit 25 Buchstaben groß angelegtes Kreide-Worträtsel auf dem Schulhof. Als Sprühaktion selbst entstand es im Rahmen einer Doppelstunde am 24. Juni 2026.

Die Lösung wurde dabei bewusst nicht „nach außen“ verraten. Stattdessen waren alle Schülerinnen und Schüler der Schule eingeladen, selbst zu rätseln und die Botschaft herauszufinden.

Das Rätsel blieb natürlich nicht lange unbeachtet. Viele Kinder und Jugendliche blieben auf dem Schulhof stehen, diskutierten mögliche Lösungen und versuchten gemeinsam, den gesuchten Slogan zu entschlüsseln. So entwickelte sich die Aktion schnell zu einem Gesprächsthema in der Schule und regte dazu an, über das eigene Verhalten im Umgang mit Abfällen nachzudenken.

Besonders positiv wurde die hervorragende Vorbereitung des Projekts durch Lehrer Philipp Hennecke hervorgehoben. Er hatte die Aktion im Vorfeld mit seinen Schülerinnen und Schülern sorgfältig geplant und organisiert, sodass die Umsetzung auf demSchulhof reibungslos und zügig erfolgen konnte. Dabei wurde darauf geachtet, dass sich jede Schülerin und jeder Schüler aktiv einbringen konnte. Vom Anlegen der Schablonen über das Ausmalen bis hin zu den Aufräumarbeiten waren alle Beteiligten eingebunden.

Auch Schulleiter Dr. Markus Hintze-Neumann zeigte sich von der Idee begeistert und nahm sich Zeit, die Aktion vor Ort zu besuchen. Er lobte das Engagement der Schülerinnen und Schüler sowie die gelungene Verbindung von kreativem Unterricht und  Umweltbildung. Solche Projekte, so der Schulleiter, machten deutlich, wie Schule wichtige gesellschaftliche Themen praxisnah und motivierend vermitteln könne.

Initiiert wurde die Aktion von der IG Klima Kürten, die sich seit Jahren für Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Umweltbildungin der Gemeinde engagiert. Die Mitglieder Alexandra Lietz, Anne Linden undThomas Wiemker begleiteten das Projekt und standen den Schülerinnen und Schülern während der Aktion als Ansprechpartnerzur Verfügung. Zum Abschluss berichteten sie über die vielfältige Arbeit der IG Klima Kürten. Sie stellten aktuelle Projekte und Aktivitäten der Initiative vor und erläuterten, wie sich Bürgerinnen und Bürger vor Ort für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz einsetzen können. Die Schülerinnen und Schüler erhielten dabei spannende Einblicke in ehrenamtliches Engagement für Umwelt und Klima und erfuhren, wie bereits kleine Veränderungen im Alltag einen positiven Beitrag leisten können.

Die gelungene Aktion zeigte eindrucksvoll, wie Umweltbildung auf kreative Weise umgesetzt werden kann. Mit ihrem Kreide-Rätsel haben die Schülerinnen und Schüler nicht nur ihren Schulhof verschönert, sondern auch eine Botschaft vermittelt, die weit über den Aktionstag hinaus Wirkung entfalten dürfte.

Biodiversität im Beet am Rathaus in Kürten 

Text: Beate Wiemker

Im Oktober ´21 haben wir, die IG Klima Kürten mit der Unterstützung durch den „NaturGarten e.V.“ und der Firma Pütz am Rathaus in Kürten eine Schotterfläche in ein blühendes, insektenfreundliches Beet umgewandelt. Im Laufe der Jahre hatten wir dieses Beet ein bisschen aus dem Blick verloren, weil bis ins letzteJ ahr die Pflege organisiert war.

Aber manchmal ändern sich die Verhältnisse und so verwaiste das Beet in den letzten Monaten zunehmend, so dass wir bereits darauf angesprochen wurden. Meistens gab es Kritik, manchmal aber auch Lob. Mal hieß es, das Beet wird von Unkraut überwuchert. Dann wiederum fiel die Vielfalt auf, die unseren Insekten Nahrung bietet.

Ein Grund, mal herauszufinden, was dort alles blüht und wächst. Meine Bestandsaufnahme hat ergeben, dass dort mehr als zwanzig unterschiedliche Pflanzen wachsen, die zu ganz unterschiedlichen Zeiten blühen.

Ob es dort Frühjahrsblüher gab, die sich bereits wieder in den Boden  zurückgezogen haben, kann ich zum heutigen Zeitpunkt, Ende Juni nicht beurteilen. Da werden wir das nächste Frühjahr abwarten müssen. Zu sehen sind jetzt aber noch die Samenstände der Akelei sowie vom Wiesensalbei und des knotigen Braunwurz.

Der Blutstorchenschnabel und der knotige Storchenschnabel hingegen stehen in voller Blüte genauso wie das Mutterkraut. Und auf die Blüte des Rainfarns, der Raublatt-Herbstaster, der Blauraute und des Rauen Sonnenhuts dürfen wir uns noch freuen.

Der Wollziest zeigt nur wenige Blütenähren, aber auch sein wolliges Blattwerk beeindruckt sehr. Inzwischen etwas groß geworden, aber für unsere Vögel und Insekten sehr wertvoll, erscheint die Kupfer-Felsenbirne. Wer Lust hat, darf gerne die reifen Früchte probieren solange die Vögel noch etwas übrig gelassen haben. Ich verarbeite die Früchte der Felsenbirne auch gerne zu Marmelade.

Im  Beet gibt es tatsächlich auch Pflanzen, die häufig als Unkraut bezeichnet werden. Wir finden dort zum Beispiel zwei Weidenröschenarten. Beide sind als Nektar und Pollenquelle wertvoll für unsere Insekten und dienen als Raupenfutterpflanze. Somit sind sie in einem Biodiversitätsbeet genau richtig.

Wenn ich heute auf dieses fast 12 m lange Beet schaue, überkommt mich ein wenig Stolz auf das, was wir dort geschaffen haben.

Neugierig geworden? Das Beet ist einen Besuch wert. Mit der App “Flora Incognita” gelingt die Pflanzenbestimmung ganz leicht.

In 80 Ladestopps um die Welt

Bildquelle: German Television 

In Jules Vernes „Reise um die Erde in 80 Tagen“ reist die Romanfigur Phileas Fogg um unseren Globus und gewinnt damit eine Wette. Tatsächlich hatte der Amerikaner George Francis Train 1870 eine solche Reise unternommen.

Und nun: „In 80 Ladestopps um die Welt“? Kommt da nicht die berühmte „German

Reichweitenangst“ auf? Nein. Tobias Wagner, der „Elektrotrucker“ stellt sich einer neuen Herausforderung. Nachdem er als Mitarbeiter der Spedition Nanno Jannssen im Schwerlastverkehr quer durch Europa (Skandinavien, Spanien, Türkei) gefahren ist und bewiesen hat, dass dies weitgehend problemlos geht und elektrische LKWs langstrecken- und zukunftstauglich sind, möchte er zeigen, dass es möglich ist elektrisch mit einem Fahrzeug der Klasse N3 die Welt zu umrunden. Sein Expeditionsmobil ist eine umgebaute Sattelzugmaschine, ein Mercedes E-Actros mit einer Reichweite von bis zu 1000 Kilometern ohne Auflieger. Viele Sponsoren ermöglichen diese Projekt.

Kann der Plan der 80 Ladestopps aufgehen? Je nach Route müssten ca. 40.000 bis 50.000 km zurückgelegt werden. Wir dürfen gespannt sein. Es geht aber Tobias Wagner nicht nur um Zahlen, er möchte inspirieren und die Botschaft einer Zukunft ohne Verbrennungsmotor im Nutzfahrzeugbereich in die Welt hinaustragen. Sein Expeditionsmobil hat eine Wohnkabine und für die kurzen Strecken ein E-Motorrad. Im September soll die Reise losgehen und sie kann auf seinen Kanal verfolgt werden:

https://www.etrucker.io/de/#youtube

Elektrobus versus Wasserstoffbus 

Wer gewinnt das Rennen rund um die Mobilitätswende im ÖPNV?

m Schwerlast-(fern-)verkehr scheint das Rennen entschieden zu sein. Die Fortentwicklung der Batterietechnik ermöglicht große Reichweiten und der Anteil der elektrischen LKW und der dafür benötigten Infrastruktur wächst rasant. Siehe hier die zahlreichen Videos von Tobias Wagner und die Entwicklung der traditionsreichen Spedition Nanno Janssen hin zur E-Mobilität.

Wie sieht es nun bei den Bussen aus? 

In und durch Kürten fahren sowohl elektrische als auch mit Wasserstoffe betriebene Busse. Wie entscheidet sich Deutschland und die Welt?

“Der europäische Markt für Stadtbusse hat laut der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) einen Wendepunkt überschritten: Im Jahr 2025 waren sechs von zehn neu zugelassenen Stadtbussen in der EU emissionsfrei. Batterieelektrische Antriebe kamen auf 56 Prozent der Neuzulassungen, Brennstoffzellenbusse auf weitere vier Prozent.“ 

(ecomento.de)

Aber auch im Zugverkehr schlägt das Pendel zugunsten von Batterie-Zügen aus, die an Hochspannungsinseln oder den Endbahnhöfen schnell geladen werden. Dies spart die Kosten einer Elektrifizierung der bisherigen Dieselzugstrecken. Funfact: in den 50er und 60er Jahren gab es im Bergischen Land bereits batterielektrische Züge, so zum Beispiel auf der „Samba“-Trasse in Wuppertal, dort wurde der Akkumulator-Triebwagen ETA 150 eingesetzt. Leider fiel diese wunderschöne Trasse, wie viele andere, dem Nebenbahn-Sterben zum Opfer.

Aktuell haben der VRR (Verkehrsverbund Rhein Ruhr) und der NWL (Nahverkehr WestfalenLippe) 63 batterielektrische Züge bestellt. Es scheint so, dass der effiziente elektrische Antrieb im ÖPNV und bei Speditionen an Bedeutung gewinnt und so zur Dekarbonisierung dieser Bereiche beiträgt.

Quellen: 

BIld: posten17.de

https://www.transportenvironment.org/te-deutschland/articles/e-lkw-zulassungen-steigeneuropaweit-deutlich-deutschland-im-mittelfeldhttps://www.transportenvironment.org/tedeutschland/articles/e-lkw-zulassungen-steigen-europaweit-deutlich-deutschland-im-mittelfeld

https://ecomento.de/2026/02/23/te-elektrobusse-dominieren-den-stadtbusmarkt-wendepunktueberschritten

https://www.bahnhof-burgholz.de/samba-trasse

https://www.vrr.de/aktuelles/magazin/vrr-und-nwl-besiegeln-die-beschaffung-von-63-zuegen-mitalternativem-antrieb

Die Ferien beginnen bald, daher hier zwei Podcast-Tipps und eine Webinar-Empfehlung.

Unser erster Podcast-Tipp: „China überholt uns komplett Verstehen wir die Energiewende noch?“

„Zwei YouTuber, eine Mission: Felix Goldbach und Robin Schmid starten <ALLES WIRD STROM>, um die Energiewende endlich verständlich und spannend zu erklären. Zusammen sprechen sie mit führenden Expertinnen und Experten aus allen Bereichen der erneuerbaren Energien. Ihr Ziel: Jeder soll mit den bereitgestellten Informationen in die Lage versetzt werden, seine persönliche Energiewende praktisch und erfolgreich selbst umzusetzen. Hier erfährst du, wie die Energiezukunft wirklich funktioniert – kritisch, unterhaltsam und mit echtem Mehrwert.“ 

Quelle: https://alles-wird-strom.podigee.io 

So die Selbstdarstellung von Robin und Felix. In der aktuellen Folge sprechen sie mit Dirk Specht.

„Dirk Specht ist ein vielseitiger Experte, der in verschiedenen Branchen als Geschäftsführer und Vorstand tätig war. Er hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Thema Energie auseinandergesetzt, was durch seine Rolle in einem Aufsichtsratsmandat angestoßen wurde. Seine anfängliche Skepsis gegenüber erneuerbaren Energien wandelte sich, als er die technologischen Fortschritte in der Wind- und Solarenergie erkannte.“

Quelle: https://energiespeicher.blogspot.com/2024/09/dirk-specht.html

„China baut gerade das vielleicht größte Energieprojekt der Menschheitsgeschichte. Während in Deutschland weiter über Dunkelflaute, Netzprobleme und fossile Kraftwerke diskutiert wird, entstehen in Asien gigantische Solarparks, Batteriespeicher und hochautomatisierte Stromnetze.“ 

Quelle: https://alles-wird-strom.podigee.io 

Hier geht es zum Podcast: https://alles-wird-strom.podigee.io/64-neue-episode

Und nun unser zweiter Podcast-Tipp – Der Ölkonzern, der die E-Auto-Revolution auslöste

Ein paradoxer Titel zu einer verwickelten Story wissenschaftlicher Entdeckungen, die zur Entwicklung der Lithium-Ionen-Technologie geführt hat. Kleiner Spoiler: der Ölkonzern hat sich im Hinblick auf den Klimaschutz keinesfalls mit Ruhm bekleckert.

Daniel Messling erzählt im Geladen-Podcast, wie es zu der aktuellen Batterietechnologie kam, die sich anschickt, die Energiewende voranzutreiben.

Hier geht es zum zweiten Podcast: 

Unsere Webinar-Empfehlung:

Europe Calling „Reicht es? Neue Fraunhofer-Studie: So wird unser Energiesystem kostengünstig, zuverlässig, erneuerbar. 24/7.”

Christoph Kost stellt die neue Studie des Fraunhofer-Instituts vor, in der nachgewiesen wird, wie ein konsequenter Umbau unseres Energiesystems und der Systeme Industrie, Verkehr und Wärme gelingen kann. Das Webinar fand am 24. Juni statt und die Aufzeichnung ist bereits auf YouTube zu finden.

Die Webinar-Reihe „Europe Calling“ ist übrigens sehr zu empfehlen, bringt sie immer wieder Expert*innen und Politiker*innen zusammen, die hochaktuelle Themen diskutieren. Es ist möglich mit einem Newsletter über Veranstaltungen informiert zu werden:

https://europe-calling.de/newsletter

Hier geht es zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=lmUFd3eXxzg

Der IG Klima Newsletter verabschiedet sich in die Sommerpause. Im August wird es aber wieder News rund um Biodiversität, Nachhaltigkeit und die Wende unseres Energiesystems geben.

Wir wünschen allen eine schöne, möglichst optimal temperierte Sommerzeit und viele klimafreundliche Entscheidungen.

Mit allerbesten klimafreundlichen Grüßen,

Patrick Walraf (Sprecher IG Klima Kürten)

IG-Klima-Vortrag: Weg von Gas und Öl 

Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wird immer mehr zur Belastung für alle. Wie wäre es, wenn es Wege gäbe, diese Abhängigkeit drastisch zur verringern? Was, wenn diese wirtschaftlich sinnvoll wären? Zudem würde das Klima profitieren, da die CO2-Emissionen sinken. Ein Win-Win-Win-Situation, einerseits für das Klima, andererseits für den Geldbeutel und zum Dritten für eine größere Sicherheit und Resilienz. 

Patrick Walraf, Sprecher der IG Klima Kürten wird in seinem Vortrag aufzeigen, dass  sich die private Energiewende lohnt und welche Möglichkeiten es für Hausbesitzer*innen und Mieter*innen gibt.

Der Vortrag ist kostenlos und lohnt sich auf jeden Fall.

Termin: Samstag, 30.05.2026, 18:00 Uhr

Ort: Bürgerhaus Kürten, Karlheinz-Stockhausen-Platz

Newsletter Mai

Liebe Leserinnen und Leser,

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen und Arbeiten einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“

                           Antoine de Saint-Exupéry

Welche Sehnsucht haben wir?

Einige von uns, die im Nachkriegsdeutschland geboren wurden, sind mit dem Spruch aufgewachsen: „Kind, Du sollst es einmal besser haben als ich“. Das war damals die Vision unserer Eltern. Heute schmeckt dieser Spruch etwas abgestanden. Es ging nach den Kriegs- und Nachkriegsnotjahren vor Allem um materiellen Wohlstand, vielleicht verständlich nach Jahren der Not und Entbehrung. Umwelt- oder Klimaschutz waren in der Öffentlichkeit kein Thema. Das Bewusstsein, dass diese Art von materiellem Wohlstand unsere Lebensgrundlagen zerstört, entstand erst in den folgenden Jahren.

Wie wäre es mit einem Revival dieses Spruches in abgewandelter Form? 

„Liebes Kind, ich vermache Dir eine klimaneutrale Zukunft in der es gerecht und fair zugeht und die Menschheit die planetaren Grenzen achtet und die Biodiversität schützt!“ 

Wie wäre es mit der Vision einer Zukunft in der wir unseren Kindern und Enkeln gesunde Lebensgrundlagen schenken? Ja es ist eine große Vision und wir müssen viel dafür tun. Was ist aber die Alternative? Wollen wir etwa im Tümpel des „Weiter-Wie-Bisher“ ersticken? Es gibt keine Alternative für eine lebenswerte Zukunft. Die Initiative KlimaGerecht Leben hat als Alternative zum Begriff „Wohlstand“ den Begriff des „Wohlseins“ geprägt. Es geht nicht um immer mehr sondern vielmehr um Genügsamkeit, Wertschätzung und die richtigen Entscheidungen weg von einer fossilen Wegwerf-Mentalität.

Was ist Eure klimafreundliche und -gerechte Sehnsucht?

—————————————

Worum geht es in diesem Newsletter?

Wir berichten über unseren Geburtstagsausflug, einen Energiewende-Vortrag im Mai und unsere nächste Wärmepumpenparty. 

Wir erläutern unsere Sorge um das Gelingen eines Energie- und Mobilitätswende-Projekts in Kürten.

Zudem geht es um Mobilität in einem Vergleich zwischen Verbrenner und E-Auto und der Möglichkeit auf 2 Rädern fit und schnell von A nach B zu kommen.

Am Ende empfehlen wir eine sehr hörenswerte Podcast-Folge vor, die in dieser Episode über den Tellerrand schaut.

Viel Spaß beim Lesen!

Die IG Klima hat Geburtstag gefeiert

– Ein Besuch auf Metabolon –

Zum 5. Geburtstag der IG Klima waren wir zu Besuch bei Metabolon in Lindlar.

Die IG Klima entstand im Jahr 2021 auf Initiative von Patrick Walraf zuerst im digitalen Raum, denn es war Corona-Zeit. Einige Treffen weiter konnten sich die Menschen der ersten Stunde dann physisch zusammensetzen. Der Impuls zur Gründung entstand aus einem Ohnmachtserleben vor dem Hintergrund der fortschreitenden Klimakrise, des Artensterbens und der Überschreitung der planetaren Grenzen (am10. Mai ist übrigens Erd-Überlastungstag – siehe unten stehendes Zitat!). Es war 2021 auch deutlich, dass von Seiten der Politik viel zu wenig getan wird, um  diese drängenden Themen anzugehen – leider ist das heute schon wieder ähnlich, der Klimaschutz ist zu einem “Nice to have” geworden, unverantwortlich angesichts der zu erwartenden drastischen Folgen! So beschlossen wir in und für Kürten im Rahmen unserer persönlichen Möglichkeiten anzuregen, zu informieren, auf Lösungen und Möglichkeiten hinzuweisen um die Biodiversität zu schützen, nachhaltiges Verhalten anzuregen und die Energie-, Mobilitäts- und Wärmewende anzustoßen. 

Zitat zum Erd-Überlastungstag:

„Würden alle Menschen so leben wie in Deutschland, wäre das Ressourcenbudget der Erde rechnerisch bereits im ersten Drittel des Jahres erschöpft.

Am 10. Mai ist das Limit hierzulande erreicht.“ 

(Quelle: Spiegel.de)

In den 5 Jahren der Existenz der IG Klima haben wir viele Aktionen, z. B. Info-Tage, Vorträge und auch praktische Projekte umgesetzt. Und wir machen weiter!

Was haben wir auf Metabolon erfahren?

Es ging los mit einem Vortrag zu Metabolon. Neben der Verarbeitung von Müll, findet hier Forschung statt, Bürger*innen können sich informieren und es werden auch pädagogische Angebote für Kitas und Schulen gemacht.

Der Aufstieg auf den „Deponiekegel“ offenbarte einen atemberaubenden Blick auf die Region. Gleichzeitig waren die vielen Stufen auch der bedrückende Beweis für alte Müllsünden der Konsumgesellschaft. Noch bis Anfang der 2000er Jahre wurde Müll einfach aufgeschüttet. Erst danach wurde nach anderen Methoden der Müllvermeidung und des Recyclings gesucht. Was ist nun mit diesem „Deponiekegel“? Er bewegt sich und gärt. Dabei entsteht Methan, das ein um 28 Mal höheres „Global Warming Potential“ hat als CO2 (Quelle: Wikipedia – Stichwort „Treibhauspotential“) . Was bedeutet das für solche alten Deponien? Diese müssen mit einer dicken Folie abgedichtet werden, das Methan wird durch Leitungen abgeführt und für die Erzeugung von Energie verwendet. Der Müllberg wird also noch lange Arbeit machen und ist gleichzeitig ein Mahnmal für die Fehler der Vergangenheit.

Entsorgen oder Verwerten?

Ist nun alles besser? Wie nah sind wir an wirklichen Stoffkreisläufen? Während für Metalle und Glas eine hohe Recycling-Quote erreicht wird, sieht es zum Beispiel bei Kunststoff anders aus. Hier ist die Recycling-Quote sehr gering. Der weit überwiegende Anteil wird „thermisch verwertet“, also verbrannt, ein kleine Teil erlebt dann ein „Downcycling“, das heißt die Lebensmittelverpackung aus Plastik bekommt ein zweites Leben in Form von anderen Verbrauchsgütern um schließlich auch “thermisch verwertet”, also verbrannt zu werden. Dieser Prozess erzeugt CO2.

Weltweit werden nur 4 bis 12 % des Plastiks recycelt. Je nach Region wird das meiste Plastik entweder deponiert oder verbrannt. Das sind sehr beunruhigende Zahlen. 

Ein Video von Rosie Barns, vom YouTube-Kanal „Engineering with Rosie“ zum Thema Plastik und Klima findet Ihr hier:

https://www.youtube.com/watch?v=D1rJNSVnpfI

Unser Fazit

Wir müssen so viel wie möglich Plastikverpackungen vermeiden und zum Beispiel bei Getränken zur Glasflasche greifen. Diese ist zwar schwerer, kann aber viele Male recycelt werden. Wir sollten uns in Kürten auch fragen, ob wir wirklich Wasser kaufen müssen. Warum nicht das in Kürten qualitativ hochwertige Leitungswasser trinken?Das spart Müll, Transport und Kosten.

Des Weiteren können wir im Haushalt bei der Anschaffung von Gütern auf eine hohe Langlebigkeit achten. Häufig ermöglichen dies die  plastikfreien Alternativen aus Metall, Holz oder Glas.

IG-Klima-Vortrag: Weg von Gas und Öl 

– die private Energiewende –

Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wird immer mehr zur Belastung für alle. Wie wäre es, wenn es Wege gäbe, diese Abhängigkeit drastisch zur verringern? Was, wenn diese wirtschaftlich sinnvoll wären? Zudem würde das Klima profitieren, da die CO2-Emissionen sinken. Ein Win-Win-Win-Situation, einerseits für das Klima, andererseits für den Geldbeutel und zum Dritten für eine größere Sicherheit und Resilienz. 

Patrick Walraf, Sprecher der IG Klima Kürten wird in seinem Vortrag aufzeigen, dass  sich die private Energiewende lohnt und welche Möglichkeiten es für Hausbesitzer*innen und Mieter*innen gibt.

Der Vortrag ist kostenlos und lohnt sich auf jeden Fall.

Termin: Samstag, 30.05.2026, 18:00 Uhr

Ort: Bürgerhaus Kürten, Karlheinz-Stockhausen-Platz

IG-Klima-Wärmepumpenparty

Schon zweimal hatte die IG Klima zu Wärmepumpenpartys eingeladen. Dieses Mal geht es nach Biesfeld zu einer interessanten Kombination: zwei nebeneinanderstehende Häuser, das Eine mit einer Erdwärme-, das Andere mit einer Luftwärmepumpe.  

Nach einem Vortrag von Patrick Walraf über die Wärmepumpentechnologie können beide Anlagen besichtigt werden.

Termin: 13.06.2026,15:00 – 17:00 Uhr

Ort:        Biesfeld, genaue Adresse wird nach Anmeldung bekanntgegeben

Die Teilnahme ist kostenlos

Aufgrund der begrenzten Teilnehmer*innenzahl ist eine Anmeldung erforderlich. Dies kann unter: info@klima-kuerten.de erfolgen. Nach Anmeldung wird den Teilnehmenden die Adresse mitgeteilt.

Energiewende-Projekt in Gefahr?

Am Hang gegenüber dem Rathaus-Platz hat der Unternehmer Patrick Pütz eine Kombination aus Photovoltaik und Ladeinfrastruktur mit Parkplätzen geplant. Dieses Projekt wurde im letzten Jahr im KUZA (Klima- und Zukunftsausschuss) vorgestellt und von der Politik positiv aufgenommen. Im Planungsausschuss vom 16.04.2026 ging es um den Vorgang der „frühen Bürgerbeteiligung“. Dies ist ein übliches und gesetzlich vorgeschriebenes Verfahren bei größeren Projekten und soll den Bürger*innen ermöglichen ihre Anregungen, Sorgen und Einwände einzubringen. 

Nun lehnte plötzlich eine politische Mehrheit aus CDU und AFD die Durchführung dieses Schrittes ab. Was bedeutet das für das Projekt? Ist es in Gefahr? 

Das Projekt „SolaHang“ ist ein innovatives Projekt und adressiert gleich mehrere wichtige Zukunftsthemen. Zum Einen erhält der Ort eine weitere klimaneutrale und kostengünstige Energieerzeugungsanlage. Zum Anderen wird die Ladeinfrastruktur verbessert. Auf den Parkmöglichkeiten soll es Lademöglichkeiten für E-Autos geben. Im Hinblick auf den Hochlauf der E-Mobilität ein wichtiger Aspekt, der insbesondere Mieter*innen ohne eigenen Stell- und Ladeplatz ermöglichen würde, ein E-Auto zuladen. In der Vergangenheit hat die IG Klima Kürten aus diesen Gründen das Projekt ausdrücklich begrüßt und von einer innovativen und zukunftsweisenden Idee für Kürten gesprochen. Nun haben wir Anlass zur Sorge, wie es mit diesem Projekt weitergeht. Daher appellieren wir an die Politik, dieses für Kürten wichtige Projekt zu unterstützen.  Der Rheinisch Bergische Kreis fordert im Übrigen die Gemeinden auf, Flächen für Photovoltaik bereitzustellen.

Sicherlich ist kein Auto die klimafreundlichste Alternative. Es werden keine Ressourcen für die Herstellung gebraucht. Es werden keine Reifen verschlissen und somit kein Mikroplastik erzeugt. Letzteres ist ein nicht unerhebliches Problem, ca. ein Drittel der Mikroplastik-Emissionen stammen aus Reifenabrieb. Auf EU- und UN-Ebene wird an entsprechenden Regelungen gearbeitet. Auch technische Lösungen, zum Beispiel Auffangsysteme am Fahrzeug oder in Gullys sind in Entwicklung. Nun muss etwas passieren, die Gesetzgebung angepasst und die technische Möglichkeiten entwickelt und umgesetzt werden. Die konsequeste Lösung ist die Reduzierung des Individualverkehrs.

Was wenn es aber doch ein Auto sein muss…

Die Benzin- und Diesel-Preise explodieren gerade. Wir lernen nun wieder, dass Benzin und Diesel nicht auf Bäumen oder an der Tankstelle wachsen, sondern in von Krisen heimgesuchten Regionen der Welt unter menschen- und umweltbelastenden Bedingungen gefördert werden. Auf das Auto verzichten, öffentlich oder mit dem Rad fahren entlastet den Geldbeutel. Aber wie ist es aus, wenn es nicht anders geht und das Auto die einzige Alternative ist? Wie ist es aktuell mit den Energiekosten von E-Auto versus Verbrenner? Ist das E-Auto vielleicht eine Alternative. 

Hierzu eine kurze persönliche Betrachtung. Meine berufliche Pendelstrecke führt über 44 KM ins Sauerland nach Lüdenscheid. ÖPNV-Anbindung? Gibt es laut DB-App: Abfahrt um 23:46 ab Kürten Rathaus – am Vortag! Nach 5 Stunden Aufenthalt in Wipperfürth, ginge es dann über Marienheide nach Lüdenscheid, Ankunft um 8:00 pünktlich zum Arbeitsbeginn. Als ich im Jahr 2010 die Stelle antrat, musste also eine Lösung her. Also wurde damals, ein kleines Auto angeschafft, ein Diesel. Dessen Umweltschädlichkeit (CO2,Partikelemissionen) ließ mir aber keine Ruhe. Daher schaffte ich, sobald es möglich wurde, ein E-Auto als klimaschonendere Alternativean.

Neben dem Klima-Aspekt – ein E-Auto wird im Laufe des Lebens immer klimafreundlicher, mein Fahrzeug ist mittlerweile 13 Jahre alt und hat über 260.000 KM auf dem Tacho – hat sich diese Anschaffung bezahlt gemacht. Mit der mittlerweile vorhandenen Photovoltaik-Anlage fahre ich in den sonnenreichen Monaten für ca. 1,80,- € auf 100 KM (Stromgestehungskosten der eigenen PV: 10 ct/kWh, Verbrauch 18kWh/100KM). Im Winter sind es mit einem dynamischen Stromtarif von im Schnitt ca. 25 ct/kWh 4 ,50 €. Ich habe mal nachgerechnet, wie teuer mir mein damaliger sparsamer Diesel (ein Kleinstwagen und eigentlich eine kleine Umweltsau, was die Feinstaubemissionen anging) mit 4 Litern Verbrauch auf 100 KM kommen würde: 8,- € bei einem aktuellen Preis von 2,00 €/Liter. 

Wie sähe es aber aus, wenn ich nur öffentlich laden könnte? Es gibt in Kürten mittlerweile einige Lademöglichkeiten, vom günstigen Tarif für langsames AC-Laden bei ALDI für 29 ct/kWh in Bechen und Kürten bis hin zum Schnellladen bei Hetzenegger (49 ct/kWh) in Dürscheid oder mit Abo für 42,3 ct bei Penny in Biesfeld (39 ct plus anteilig 3,3ct/kWh für das Vielfahrer-Abo in Höhe von 11,99 €/Monat). Das ergibt bei angenommen großzügigen 18 kWh/100 KM Verbrauch eine Bandbreite 5,22 bis 8,82 €. Zum Vergleich: Benziner haben laut Spritmonitor.de im Schnitt einen durchschnittlichen Verbrauch von 7,76 Litern/100 KM. Beim aktuellen Benzinpreis von ca. 1,89 € (Stand 10.05.2026) ergibt das Kosten von 14,66 €/100 KM. Beim Diesel wird auf Spritmonitor ein Durchschnitt von 6,651 Litern/100 KM (Stand 10.05.2026). Das ergibt Kosten von 12,49 €. 

Also eine Win-Win-Situation. Wer nicht auf das Auto verzichten kann, schont das Klima und den eigenen Geldbeutel. Hier lohnt sich also der Umstieg auf die klimaschonendere Alternative in jedem Fall. 

Wer es gesünder und noch klimafreundlicher haben will, dem sei der folgende Beitrag empfohlen.

Lust auf non-fossile Frühlingsfitness?

Spritpreise zu hoch? 

Lust auf mehr Bewegung?

Das „normale“ Pedelec ist zu langsam für die Kürtener Überlandpendelstrecken?

Fehlende Radwege in Kürten nerven?

Wie wäre es mit einem S-Pedelec? 

Das S-Pedelec ist ideal für alltägliche Pendelstrecken innerhalb von Kürten oder nach Bergisch Gladbach. Der Motor unterstützt bis 45km/h, was das „Mitschwimmen“ im Verkehr verbessert. Interkommunale Distanzen schmelzen dahin. Der Akku kann problemlos entnommen werden und zu Hause oder bei der Arbeit geladen werden.

Der Fitnessfaktor kann dosiert werden, zum Beispiel morgens entspannt mit höherer Unterstützung zur Arbeit, nachmittags, mit „kleiner“ Unterstützung, gelingt dann das persönliche Workout.

Besonderheiten:

Der Anschaffungspreis ist im Vergleich zu einem normalen Pedelec höher, gute Gebrauchte können aber zu einem fairen Preis erworben werden. Die Benutzung von Fahrradwegen ist nicht erlaubt. Dies dürfte aber in Kürten kein Problem darstellen, da es leider bei uns kaum Radwege gibt.

Die Kennzeichenpflicht ist eine Besonderheit und ermöglicht eine Mitversicherung des Bikes, zudem ist zumindest ein Mofa-Führerschein erforderlich.

Persönliche Erfahrungen und Einschätzung.

Der Verfasser nutzt seit ca. 2 Jahren ein S-Pedelec, innerhalb von Kürten und auf einem Teil seiner Pendelstrecke ins Sauerland. Nie mehr zurück zu einem „normalen“ Pedelec ist sein Fazit! Das S-Pedelec ist eine wunderbare Art sich draußen zu bewegen, auf Alltagswegen etwas für die Fitness zu tun und dabei auch noch schnell ans Ziel zu kommen.

Neugierig geworden? Wie wäre es mit einer Testfahrt bei einem regionalen Händler?

Unser Podcast-Tipp:

Das Ende des Erdöls beginnt jetzt

mit Dirk Specht

Wr empfehlen etwas für die Ohren, das unsere Sicht über der Tellerrand der Umgangsweise der deutschen Bundesregierung mit der aktuellen Situation am Energiemarkt. Was machen andere außereuropäische Länder? 

Hierzu zitieren wir aus der Podcast-Beschreibung:

“Die Schließung der Straße von Hormuz hat die fossile Abhängigkeit der Welt schlagartig sichtbar gemacht – und gleichzeitig gezeigt, wer vorbereitet ist und wer nicht. Dirk Specht, Aufsichtsrat und Unternehmer im Energiesektor, hat die Krise auf einer zweimonatigen Asienreise hautnah miterlebt. Sein Fazit: Während Indien Gaskocher in acht Monaten per Gesetz verbannt, Bangladesh Diesel-Aggregate aus dem Netz wirft und Sri Lanka seinen Solarausbauplan um vier Jahre vorzieht, landet Deutschlands Antwort – ein Tankrabatt – direkt bei den Ölkonzernen. China hat das Dilemma fossiler Abhängigkeit seit Jahrzehnten strategisch durchgespielt, u.a. in Hinblick auf die Straße von Malakka. Seitdem laufen die Fünfjahrespläne, werden übererfüllt, und seit Januar gilt per Gesetz: Kohlekraftwerke sind Reserve, kein einziges neues ist noch wirtschaftlich. Die Energiewende dort ist kein politisches Versprechen – sie ist Industriepolitik mit Ausführungsplan. In Deutschland hingegen bremst ein geschicktes Netzwerk aus Genehmigungshürden, gestärkten Netzbetreibern und methodisch fragwürdigen Systemkostenrechnungen den Ausbau der Erneuerbaren – mit absehbaren Folgen für Strompreise, Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit. Dirk ordnet ein, was hinter der 36-Milliarden-Rechnung von Ministerin Reiche steckt und was Verbraucher und Unternehmen jetzt tun sollten, unabhängig davon, was die Politik entscheidet.”

Hier geht es direkt zum Podast:

https://www.youtube.com/watch?v=YIaSTmiFCQM

————————————————————

So, dass war es mit unseren Mai-News. Falls Euch der Newsletter gefallen hat, empfehlt ihn gerne weiter. Wer uns kennenlernen möchte ist herzlich zum nächsten Plenum eingeladen.

Termin: 12.06.2026

Ort: Pfarrhaus,Kirchberg 4, Kürten-Dürscheid

Wir wünschen einen schönen und blühenden Frühsommer.

Mit allerbesten klimafreundlichen Grüßen,

Patrick Walraf (Sprecher IG Klima Kürten)

Geburtstagsausflug der IG Klima

Zum 5. Geburtstag der IG Klima waren wir zu Besuch bei Metabolon in Lindlar.

Die IG Klima entstand im Jahr 2021 auf Initiative von Patrick Walraf zuerst im digitalen Raum, denn es war Corona-Zeit. Einige Treffen weiter konnten sich die Menschen der ersten Stunde dann physisch zusammensetzen. Der Impuls zur Gründung entstand aus einem Ohnmachtserleben vor dem Hintergrund der fortschreitenden Klimakrise, des Artensterbens und der Überschreitung der planetaren Grenzen (am10. Mai ist übrigens Erd-Überlastungstag – siehe unten stehendes Zitat!). Es war 2021 auch deutlich, dass von Seiten der Politik viel zu wenig getan wird, um  diese drängenden Themen anzugehen – leider ist das heute schon wieder ähnlich, der Klimaschutz ist zu einem “Nice to have” geworden, unverantwortlich angesichts der zu erwartenden drastischen Folgen! So beschlossen wir in und für Kürten im Rahmen unserer persönlichen Möglichkeiten anzuregen, zu informieren, auf Lösungen und Möglichkeiten hinzuweisen um die Biodiversität zu schützen, nachhaltiges Verhalten anzuregen und die Energie-, Mobilitäts- und Wärmewende anzustoßen. 

Zitat zum Erd-Überlastungstag:

„Würden alle Menschen so leben wie in Deutschland, wäre das Ressourcenbudget der Erde rechnerisch bereits im ersten Drittel des Jahres erschöpft.

Am 10. Mai ist das Limit hierzulande erreicht.“ 

(Quelle: Spiegel.de)

In den 5 Jahren der Existenz der IG Klima haben wir viele Aktionen, z. B. Info-Tage, Vorträge und auch praktische Projekte umgesetzt. Und wir machen weiter!

Was haben wir auf Metabolon erfahren?

Es ging los mit einem Vortrag zu Metabolon. Neben der Verarbeitung von Müll, findet hier Forschung statt, Bürger*innen können sich informieren und es werden auch pädagogische Angebote für Kitas und Schulen gemacht.

Der Aufstieg auf den „Deponiekegel“ offenbarte einen atemberaubenden Blick auf die Region. Gleichzeitig waren die vielen Stufen auch der bedrückende Beweis für alte Müllsünden der Konsumgesellschaft. Noch bis Anfang der 2000er Jahre wurde Müll einfach aufgeschüttet. Erst danach wurde nach anderen Methoden der Müllvermeidung und des Recyclings gesucht. Was ist nun mit diesem „Deponiekegel“? Er bewegt sich und gärt. Dabei entsteht Methan, das ein um 28 Mal höheres „Global Warming Potential“ hat als CO2 (Quelle: Wikipedia – Stichwort „Treibhauspotential“) . Was bedeutet das für solche alten Deponien? Diese müssen mit einer dicken Folie abgedichtet werden, das Methan wird durch Leitungen abgeführt und für die Erzeugung von Energie verwendet. Der Müllberg wird also noch lange Arbeit machen und ist gleichzeitig ein Mahnmal für die Fehler der Vergangenheit.

Entsorgen oder Verwerten?

Ist nun alles besser? Wie nah sind wir an wirklichen Stoffkreisläufen? Während für Metalle und Glas eine hohe Recycling-Quote erreicht wird, sieht es zum Beispiel bei Kunststoff anders aus. Hier ist die Recycling-Quote sehr gering. Der weit überwiegende Anteil wird „thermisch verwertet“, also verbrannt, ein kleine Teil erlebt dann ein „Downcycling“, das heißt die Lebensmittelverpackung aus Plastik bekommt ein zweites Leben in Form von anderen Verbrauchsgütern um schließlich auch “thermisch verwertet”, also verbrannt zu werden. Dieser Prozess erzeugt CO2.

Weltweit werden nur 4 bis 12 % des Plastiks recycelt. Je nach Region wird das meiste Plastik entweder deponiert oder verbrannt. Das sind sehr beunruhigende Zahlen. 

Ein Video von Rosie Barns, vom YouTube-Kanal „Engineering with Rosie“ zum Thema Plastik und Klima findet Ihr hier:

https://www.youtube.com/watch?v=D1rJNSVnpfI

Unser Fazit

Wir müssen so viel wie möglich Plastikverpackungen vermeiden und zum Beispiel bei Getränken zur Glasflasche greifen. Diese ist zwar schwerer, kann aber viele Male recycelt werden. Wir sollten uns in Kürten auch fragen, ob wir wirklich Wasser kaufen müssen. Warum nicht das in Kürten qualitativ hochwertige Leitungswasser trinken?Das spart Müll, Transport und Kosten.

Des Weiteren können wir im Haushalt bei der Anschaffung von Gütern auf eine hohe Langlebigkeit achten. Häufig ermöglichen dies die  plastikfreien Alternativen aus Metall, Holz oder Glas.

Newsletter April

Liebe klimainteressierte Kürtener*innen,

diesmal behandeln wir das Thema Öl in verschiedenen Formen, dessen Problematik und auch dessen Alternativen. Wir beschäftigen uns mit der Energie für unsere Heizungen und für unsere Mobilität. Es geht um die Entscheidung, die fast alle treffen können, etwas zu verändern. Es geht um die  Frage, ob Energieunabhängigkeit möglich ist.

Ein weiterer Artikel befasst sich dann folgerichtig mit der Schwierigkeit, Gewohnheiten zu verändern. 

Wir weisen hin auf Demos im April, bei denen wir alle gegen das Ausbremsen der Energiewende durch die Bundesregierung protestieren können. 

Auch das Resumée unseres Filmabends steht im Zeichen des Öls, da Plastik in der Regel aus Öl hergestellt wird. Was können wir tun? 

Wir blicken zurück auf das Benefizkonzert mit Roland Vossebrecker.

Eine Fitness-Alternative für die individuelle Mobilität wird vorgestellt. Wir schließen dann mit den ersten liebevoll-unterhaltsamen „textilen Beziehungsgeschichten“ die uns nach unserem Aufruf im letzten Newsletter erreicht haben.

Wir versprechen eine sehr informative und anregende Lektüre!

Neugierig geworden auf die IG Klima?

Wer uns kennenlernen möchte, kann gerne zum nächsten Plenum kommen. 

Zeit: Montag, 27.04.2026 um 19:30

Ort: Pfarrhaus, Kürten Dürscheid, Kirchberg 4

Energieunabhängigkeit ist möglich!

„Ein Friedensvertrag der Menschheit mit der Natur ist ohne eine globale

Sonnenenergiewirtschaft nicht möglich. Wir stehen so sehr unter Zeitdruck,

und wir haben andererseits die Chancen einer Sonnenstrategie so greifbar vor uns,

dass wir die menschenverachtenden Verschleppungsmethoden derjenigen,

die‚ nicht tun, was sie wissen‘ (Robert Jungk), nicht mehr hinnehmen werden.

Für die Gewinnung der ‚Energie des Volkes‘ ist eine Mobilisierung der

Energien  des Volkes nötig. Eine Sonnenenergie-Revolution.

Dazu gibt es keine politische Alternative.

Hermann Scheer, Sonnenstrategie, 1993

Was Hermann Scheer vor über 30 Jahren ausdrückte ist weiterhin hochaktuell. Er hatte die Vision einer „Energie des Volkes“, letztendlich ging es damals schon um die Demokratisierung der  Energieversorgung.

Wo stehen wir heute?

Wir stolpern von einer Energie-Krise in die nächste. Der Angriffskrieg gegen den Iran bringt die Welt durcheinander und zeigt, wie abhängig wir immer noch von fossilen Energieformen sind und wie dringend es ist, die Erneuerbaren auszubauen. Es ist zu vermuten, dass in den kommenden Monaten die Lebenshaltungskosten steigen werden, da der noch nicht elektrifizierte Güterverkehr die Kostensteigerungen im Transport durchgeben wird. 

(Bildquelle: derBeste.de)

Forscher rätseln: 

Warum entstehen Öl- und Gasfelder immer in Krisengebieten?“ 

Quelle: der Postilllon

Diese Überschrift der Satire-Zeitschrift „der Postillion“ bringt diesen Zusammenhang auf den Punkt.

Hier geht es zum Originalbeitrag:

https://www.der-postillon.com/2026/03/oel-gas-krisengebiet.html

Betrachten wir die Geschichte der fossilen Energieformen fällt auf, das sich um diese immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen ranken. 

Das Gas und das Öl das wir aus Russland bezogen haben (oder über Umwege noch beziehen?) hat die Kriegskasse von Herrn Putin gefüllt und den völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine ermöglicht. Vom aktuellen ebenfalls völkerrechtswidrigen Angriff auf den Iran profitieren weltweit Öl- und Gasfirmen während die Bürger für die Bewältigung ihres Alltags mehr zahlen müssen. 

„Exxon,Chevron und andere US-amerikanische Öl- und Gasproduzenten sowie Raffinerien erreichten inmitten des Iran-Krieges Rekordhochs bei den Aktienkursen, während die Verbraucher die Kosten tragen.“

Quelle: Fortune– Exxon, Chevron and US oil and gas producers hit all-time highstock values amid Iran war

Laut Forbes konnten die beiden Milliardäre Robert Pender und Mike Sabel, denen 80 % der Anteile an der US-LNG-Firma Venture Global gehören, ihr Vermögen seit dem US-Angriff auf den Iran bereits um fast 29 % auf jeweils über 12 Milliarden US-Dollar steigern. Sie gründeten Venture Global erst vor gut vier Jahren, als die europäische Nachfrage nach US-LNG sprunghaft anstieg. Inzwischen liefern sie bereits rund halb so viel, wie der LNG-Pionier Katar.

Quelle: Forbes– The American LNG Billionaires Set To Cash In On War With Iran

Unsere fossile Abhängigkeit erzeugt also Kriege und in dem Zusammenhang wenige Gewinner (fast ausschließlich Männer, deswegen gendere ich nicht – siehe das Buch “Männer, die die Welt verbrennen” von Christian Stöcker) und sehr viele Verlierer*innen. Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander. 

Wer sich mit dem Thema weiter befassen möchte, dem sei ein lesenswerter Artikel von Hans-Josef Fell, dem Mitgestalter des EEG-Gesetzes (Erneuerbare-Energien-Gesetz) empfohlen:

… und die Folgen für Mensch und Umwelt?

Bislang wird viel zu wenig darüber geredet, welche Umweltschäden durch die kriegerischen Auseinandersetzungen entstehen. Sind brennende Gas- und Ölfelder im nahen Osten nicht von Interesse? Aber auch außerhalb  von kriegerischen Auseinandersetzungen haben die Förderung von Gas und Öl Folgen. Wir haben uns an diese gewöhnt und dennoch sind sie gravierend: die Methanleckagen der Gaspipelines heizen den Klimawandel an. Die Förderung von Erdöl führt zu Umweltschäden, unter denen die Bevölkerung leidet. ARTE hat zum Beispiel einen Umweltaktivisten im Irak begleitet, der versucht zu beweisen, wie die  dortige Erdölförderung zu erheblichen Gesundheitsbelastungen führt. Hier leidet also auch wieder die Bevölkerung vor Ort an den Ölfeldern und profitiert nicht von deren Gewinnen. Zudem riskieren Umweltaktivisten im Irak viel, wie der Film zeigt.

Hier der  Link bei ARTE: https://youtu.be/SuxCvs_XCZ8?is=GAn-lL0sk_3fCE0l

Wie wäre es mit einem Experiment?

Wie wäre es mit einem gesellschaftlichen Versuch? Vorbedingung ist, dass wir uns unabhängig machen von fossilen Energieimporten. Dafür müssten wir die Erneuerbaren Energien rasch und erheblich ausbauen und unsere „Verbraucher“ von Öl und Gas abschaffen. Und ja, es ist bekannt, dass Deutschland nicht ohne importierte Energie auskommen wird, es gibt an wenigen Tagen im Jahr Dunkelflauten (Zeiten ohne Wind und Sonne). Hier kann allerdings das europäische Stromverbundnetz helfen, intelligentes Lastmanagement und  Batteriespeicher. Experten gehen davon aus, dass wir dann in einem noch geringen Umfang Wasserstoff importieren müssen. Entscheidend aber ist der Schritt der Reduzierung von 98% Erdölimporten (laut Wikipedia werden in Deutschland nur 2% des Erdölbedarfs gefördert!) und rund 95% Gasimporten (laut Zeit.de). Um unabhängig zu werden, müssen in der Konsequenz die Mobilität und die Wärmeerzeugung radikal elektrifiziert werden.

Könnte es sein, dass unsere Welt dann friedlicher würde? 

Sicherlich, es gäbe weiter Konflikte um Rohstoffe, aber der größte Teil des „Kuchens“, um den gestritten wird, nämlich die fossilen Energien, würde schrumpfen. 

Was können wir tun?

Hier ein zuerst paradox erscheinender Aufruf: Leute, reißt die Gasheizung raus und fahrt Euren Verbrenner möglichst bald zum Schrottplatz! Klingt wenig nachhaltig? Einerseits ja, andererseits brauchen wir einen raschen Technologiewechsel um krisenfester zu werden. Was bedeutet krisenfester? Wir haben es mit 2 Krisen zu tun: einerseits die Klimakrise, die wir eindämmen müssen und andererseits die immer wieder entstehenden wirtschaftlichen Krisen im Zusammenhang mit kriegerischen Handlungen in und von energieliefernden Ländern. 

Ich weiß, meine Forderung ist unerhört, vielleicht auch eine Zumutung, aber es führt kein Weg daran vorbei, wenn wir in eine sichere Zukunft gehen wollen. Wir laden zum Gespräch ein. Gerne könnt Ihr Eure Reaktionen an info@klima-kuerten.de schicken. 

Zweiter Teil des Aufrufs: 

Wer kann, schraube sich Photovoltaik aufs Dach, an die Fassade, an den Carport, an den Balkon… Es lohnt sich immer! Denn:

„Das Sonnenlicht legt 150 Millionen Kilometer zurück um die Erde in 8 Minuten und 19 Sekunden zu erreichen und kein einziger davon führt durch die Straße von Hormus.“

Quelle: MetropolSolar

Veränderung braucht Mut – Mutig sein lohnt sich!

Demos im April

Energiewende statt Weltende!

Quelle des Aufrufs: https://www.allerweltshaus.de/veranstaltungen/energiewende-statt-weltende

In Berlin, Hamburg, Köln und München – bundesweit sind wir auf der Straße

Wenn Katherina Reiche und diese Bundesregierung die Energiewende zurückdrehen wollen, werden wir laut! 

Gemeinsam am 18.04. um 12 Uhr am Heumarkt auf die Straße.  
+ Bundesweiter Gas-Aktionstagam 24.4.

Egal ob wir in der Stadt oder auf dem Land leben, wie wir zur Arbeit kommen oder wie viel wir am Ende des Monats übrig haben: Wir alle wollen ein warmes Zuhause, bezahlbare Mobilität und einen gesunden Planeten, auf dem unsere Kinder gut und frei aufwachsen können. Ein Garant dafür ist die Energiewende.

Doch genau diese steht aktuell auf dem Spiel. Mit großer Sorge beobachten wir, dass Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Teile der Union den Ausbau der Erneuerbaren Energien ausbremsen wollen.

Fossile Energien gefährden unsere Sicherheit und treiben Preise in die Höhe. Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine internationale Krisen, und eskalierende Energiepreise zeigen deutlich: Öl und Gas machen uns abhängig und erpressbar. Gleichzeitig verschärfen sie die Klimakrise und ihre sozialen Folgen.

Der konsequente Ausbau erneuerbarer Energien schützt Verbraucher*innen vor steigenden Kosten, stärkt regionale Wertschöpfung, sichert Arbeitsplätze im Mittelstand und in der Industrie und demokratisiert unsere Energieversorgung. Er ist die beste Antwort auf Klimakrise, Energiepreisrisiken und geopolitische Abhängigkeiten.

Deshalb schließen wir uns zusammen – als Bürgerinnen, Demokratinnen, Klimaschützerinnen, Beschäftigte, Unternehmerinnen und Menschen aller Generationen – und rufen zu Demonstrationen am Samstag, den 18. April auf, unter anderem in Köln.

Unsere zentralen Forderungen:

• Ein höheres Ausbautempo bei Solar- und Windenergie

• Eine Ausbauoffensive für Verteilnetze, Stromspeicher und Digitalisierung der Netze

• Eine starke europäische Energiewende-Industrie und Schutz vor unfairem Wettbewerb

• Eine Absenkung der Stromsteuer für alle sowie günstigere Strompreise für Wärmepumpen

• Soziale Förderung und starker Mieterschutz für bezahlbares klimafreundliches 

Heizen

IG Klima Filmabend – ein Resümee

Am 14. März präsentierten wir die 45minütige ZDF-Dokumentation „Vom Wundermaterial zum Umweltkiller: Wie Plastik unsere Umwelt bedroht“ im Pfarrheim in Dürscheid. Unserer Einladung waren 16 Personen gefolgt. Besonders gefreut haben wir uns darüber, dass Steffi Marx-Bleikertz mit einem Stand ihren Unverpackt-Laden „Büggel“ vorstellte. Der Einkauf in einem Unverpackt-Laden ist ein effektiver Weg den Verpackungsmüll zu reduzieren. 

Nach der Filmvorführung schloss sich eine etwa ebenso lange Diskussion an. Hier ging es zunächst einmal darum zu benennen, welche Informationen/Fakten/Zahlen die Teilnehmer am meisten bewegt haben. Anschließend haben wir noch einige Ideen zusammen getragen, wie jeder von uns dazu beitragen kann, andere zu sensibilisieren und den Plastikverbrauch zu reduzieren.

Die wichtigsten Zahlen, Daten, Fakten aus dem Film:

Produktion und Umweltverschmutzung:

Die gesamte Menge an Plastikproduktion seit 1950 beträgt ca. 12 Mrd. Tonnen. Die jährliche Plastikproduktion beträgt weltweit zur Zeit: 400 Mio. T. und wächst weiter exponentiell.

Jedes Jahr landen 12 Mio. t Plastikmüll in den Ozeanen, täglich werden ca. 30 kg Mikroplastik durch den Rhein in die Nordsee geschwemmt. 80% des Plastikmülls im Meer sammelt sich in Asien.

Pro-Kopf-Verbrauch

In Europa verursacht jeder Mensch pro Jahr durchschnittlich 150 kg Plastikmüll, in Nordamerika 225 kg. 50% der Plastikabfälle landen auf Deponien, 19% in Verbrennungsanlagen, 22% in der Umwelt. Nur ca. 9% des Plastikabfalls wird in Europa recycelt. Der größte Teil landet in  Asien, dort wird der nicht recycelbare Anteil als Brennstoff, zum Beispiel in Tofu-Küchen verwendet, natürlich fehlen Filtersysteme für die entstehenden Rauchgase.

Weltweit kennen 2 Mrd. Menschen kein Sammelsystem für Plastikabfälle. 

Plastik im Körper

Ein Mensch nimmt heute pro Woche ca. 5 g Mikroplastik auf, das entspricht dem Gewicht einer Kreditkarte. (Bild: Kreditkarte). Im Körper eines Menschen lassen sich inzwischen mehr als 300 Chemikalien finden.

Bewegendes aus dem Film

Wenn ein Kunststoff als recycelbar gilt, heißt es noch nicht dass er auch recycelt wird. Häufig ist Recycling für Plastikhersteller finanziell nicht attraktiv. Zudem wird Plastik mit jedem Recyclingvorgang „giftiger“, was eine Verwendung für Lebensmittel-verpackungen unmöglich macht. Die Inhaltsstoffe von Plastikverpackungen gelten als Betriebsgeheimnis und werden von den Herstellern nicht kommuniziert.

Coca Cola, Pepsico und Nestle verursachen 14% des an den Meeresküsten gesammelten Plastikmülls, kommen aber nicht für die Folgekosten auf. Die Plastiklobby ist die Öllobby, diese verteidigt ihr umweltschädigendes Geschäftsmodell. Der einzige Weg zur Eindämmung des Problems ist die Reduzierung der Plastikproduktion. Aktuell wächst die Plastikproduktion allerdings noch exponentiell. 

Wie es anders geht  zeigte China im Jahr 2018 mit dem abrupten Stopp des Imports von Plastikmüll. Dadurch allerdings wurden die „Plastikströme in andere, zum Beispiel asiatische und afrikanische Länder umgeleitet. 

Was können wir tun?

Eine gute Möglichkeit ist der Einkauf in Unverpackt-Läden. Aber auch in Supermärkten können wir konsequent versuchen lose Lebensmittel (z.B. Obst, Gemüse) zu kaufen. Selbst mitgebrachte Verpackungen können an Fleisch- und Käsetheken eingesetzt werden. Es gibt keine gesetzliche Grundlage, die dies verhindert, deshalb sollten wir auf jeden Fall unsere lokalen Einzelhändler darauf ansprechen. 

Auch können wir das private Umfeld sensibilisieren, zum Beispiel indem wir Freunde einladen um den Film zu schauen. 

Wie wäre es zum Beispiel mit einem eigenen Ziel? Nur noch ein gelber Sack pro Person und Monat oder weniger?

Was plant die IG Klima?

Wir möchten mit umliegenden Schulen (Gesamtschule Kürten, Gymnasium Herkenrath, etc.) in Kontakt treten und möchten anbieten gemeinsam mit Schüler*innen den Film anzuschauen. Dazu bieten wir eine moderierte Diskussion an. Auf Anregung einer Besucherin unseres Filmabends möchten wir zudem die Idee der Installation von Wasserspendern in Schulen aufgreifen und bewerben.

Wie ein 16jähriger Lösungen zur Säuberung des Meeres von Plastik entwickelte

Boyan Slat entwickelte „Ocean Cleanup“ nachdem er mit 16 Jahren in Griechenland mit der Verschmutzung des Meeres mit Plastik konfrontiert wurde. Trotz aller Skeptiker gelang es ihm ein System zu entwickeln, dass die Verschmutzung der Weltmeere mit Plastik eindämmt. Ein bewegendes Beispiel von „wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“.

Link zur Organisation: theoceancleanup.com

Link zu einem Film über Bojan: https://youtu.be/Yj8KD9frqQ8?is=Jay9JA36HVgUwYYf

Roland Vossebrecker von der Initiative KlimaGerecht Leben spielte in Kürten

Am Sonntag, den 2  2.03.2026 spielte der Komponist, Pianist und Aktivist Roland Vossebrecker im Bürgerhaus zu Kürten. Er brachte eigene Kompositionen zu Gehör, die in ihrer Stilistik eine große Vielfalt aufwiesen. Sanfte, ruhige Passagen wechselten sich ab mit lebendigen, teilweise humorvoll klingenden Abschnitten. 

Im Kontrast dazu das ernste Anliegen seiner Konzerte: die durch den Klimawandel sich zuspitzende Ungerechtigkeit. Ärmere Menschen, insbesondere im globalen Süden, sind überproportional stark von Wetterextremen betroffen. Es handelt sich um Nomaden, familien-wirtschaftende Fischer, Regen-und Wanderfeldbauern, sich selbst versorgende Bauern, Slumbewohner, marginalisierte Bewohner in Flussregionen und an Küsten, Angehörige indigener Völker und ethnischer Minderheiten, Menschen mit Behinderungen, Frauen, Kinder und Senioren, soweit sie unmittelbar dem Wetterrisiko ausgesetzt sind und nur geringe eigene Mittel zur Verfügung haben,sich an das veränderte Klima anzupassen.

Auch in diesem Jahr wurde das Konzert von der Gemeinde Kürten, vertreten durch die Klimaschutz- und Fördermittelmanagerin Viviane Pape und der IG Klima Kürten organisiert. Die Spenden gingen zu 100 Prozent an die Organisation OXFAM.

Wann ändern wir unser Verhalten, 

wenn andere es tun? 

Bildquelle: karrierebibel.de

Der Mensch ist ein „Gewohnheitstier“ wird häufig gesagt. Unsere Gewohnheiten geben uns Orientierung und Sicherheit, minimieren in der Regel die Anstrengung, da wir uns nicht beständig auf Neues einstellen müssen. Das stimmt einerseits. Andererseits haben wir auch eine natürliche Neugierde, die uns offen macht für Unbekanntes und die unabdingbar ist für individuelle und gesellschaftliche Entwicklungen. Jede Person hat eine unterschiedliche Balance zwischen dem „Das haben wir schon immer so gemacht“ und dem oder der Entdecker*in in uns.

Die Klimakrise erfordert nun in vielen Bereichen eine Abkehr von dem Gewohnten hin zu Neuem, für uns noch Unbekanntem, wir brauchen also Entdecker-Neugier.

Wenn wir uns nicht verändern, verändert sich das Klima!

Die notwendigen Veränderungen haben zentral mit dem Umbau unserer Energie- und Mobilitätssysteme zu tun. Die Klimakrise ist ein unbarmherziger Antreiber, denn das Klima lässt nicht mit sich verhandeln. Insbesondere unser sich fortsetzender Ausstoß von Klimagasen, der zum größten Teil aus der Verbrennung von fossilen Energieträgern herrührt, heizt das Klima weiter an, die CO2-Konzentration steigt. Dieser Prozess nimmt keine Rücksicht auf unsere Gewohnheiten oder Ängsten. Um ihn zu stoppen sind vielfältige „Umstiege“, also Verhaltensänderungen notwendig. Sei es im Bereich des Wohnens, der Abschied von der Gas- oder Ölheizung hin zu einer Wärmepumpe oder die Veränderung unseres Mobilitätsverhaltens, mehr Rad, ÖPNV, das E-Auto, mehr Urlaubsreisen mit der Bahn anstatt zu Fliegen, Veränderungen hin zu mehr Suffizienz und Nachhaltigkeit im Konsumverhalten usw.

Hier hemmen häufig Ängste den Veränderungsprozess. International legendär ist die „German Reichweiten-Angst“ im Hinblick auf das E-Auto, also die Angst liegenzubleiben. Ja, dieses Wort ist mal wieder ein deutscher „Exportartikel“. E-Autos sind mittlerweile absolut langstreckentauglich, ältere Modelle reichen im Übrigen immer noch für die statistischen 30-40 KM täglicher Pendelstrecke, die Ladeinfrastruktur wächst ständig. 

Andere Ängste betreffen die Frage, ob die Wärmepumpe das eigene Haus heizen kann – was die skandinavischen Länder seit Jahren beweisen. Auf die Urlaubsreise in die Karibik verzichten? Nein danke. Dabei gibt es in Deutschland und Europa wunderbare Orte zum Erholen und Urlaub machen (Grüße aus Wien von dem mit der Bahn angereisten Verfasser).

Ein häufiger Bremser ist häufig die Verlustangst: nicht mehr wie „Diesel Dieter“ 1000 KM am Stück fahren können – was die Wenigsten machen. Eine Wärmepumpe ist zu teuer in der Anschaffung. Und so weiter …

Wir können aber auch den „Gewinn“ betonen: das bessere Gewissen bei klimafreundlichem Heizen mit Strom, das zudem auch noch in den monatlichen Kosten günstiger ist. Der in Dänemark wissenschaftlich untersuchte und nachgewiesene Gesundheitsgewinn des Radfahrens (auch elektrisch), das leisere elektrische Fahren im E-Auto. Manche „Investitionen“ generieren einen Gewinn, zum Beispiel neben dem langfristigen monetären Vorteil, die Freude an dem mit der PV-Anlage oder dem Balkon-Kraftwerk selbst geerntetem Strom.

Quelle: Packsdrauf.de

Zuerst einmal verlangen diese Veränderungen eine Anstrengung. Wir müssen umplanen, uns mit Neuem, Unbekanntem befassen. Diese Anstrengung lohnt sich. Um Fortschritte zu erreichen, müssen wir etwas ändern. Dieser Satz prägt die Menschheitsgeschichte. Wenige „Pioniere“ haben Neues ausprobiert. Neugierig geworden, haben die „Early Adopters“ das Neue übernommen. Die breite Masse folgte dann dem Beispiel, hier spielt die menschliche Fähigkeit der  Nachahmung eine große Rolle. 

Eine Studie der Universität Zürich hat sich damit befasst wie zum Beispiel Kampagnen für mehr Klimaschutz erfolgreich sein können. Hierzu ein Zitat aus MDR-Wissen: „Denn Kampagnen könnten so gestaltet sein, dass  sie gezielt diejenigen adressieren, die ohnehin nur einen kleinen Anstoß für nachhaltiges Verhalten bräuchten und weitreichend in  sozialen Netzwerken verbunden sind. Dann könnten Kampagnen eine viel größere Wirkung erzielen, heißt es. Im Volksmund und auf die private Ebene heruntergebrochen heißt das: „Tue Gutes und rede darüber“… bzw. „poste“ dazu … oder schreibe ein Newsletter… 😉

Hier der Link zum MDR-Bericht, der den Verfasser zu diesem Artikel angeregt hat: 

https://www.mdr.de/wissen/psychologie-sozialwissenschaften/verhalten-aendern-wendepunkt-soziale-netzwerke-100.html

Wir suchen Eure klimafreundliche Veränderungsgeschichte

Letztes Mal suchten wir „textile Beziehungsgeschichten“ – siehe weiter unten imNewsletter. Diesmal könnt Ihr uns Eure Erlebnisse zusenden  rund um klimafreundliche Veränderungen, die Ihr für Euch vollzogen habt. Welche Hürden musstet Ihr überwinden? Was oder wer war hilfreich? Worauf musstet Ihr verzichten? Was war eventuell der persönliche Gewinn? Ermutigt Euch der Erfolg, weitere Veränderungen anzugehen?

Wir freuen uns auf Eure Zusendungen an: info@klima-kuerten.de

Textile Beziehungsgeschichten

Wir hatten im letzten Newsletter eingeladen, die Beziehung zur eigenen Kleidung einmal in den Fokus zu nehmen. Wir entwickeln zu den Stoffen, die uns täglich nahe sind, häufig eine besondere Beziehung. Unabhängig von der Herstellung der Kleidung, die allzuoft leider nicht nachhaltig ist, bedeutet die Dauer der Beziehung zum Lieblingskleidungsstück einen Akt der Nachhaltigkeit. Vielleicht  geben wir dieser Beziehung durch Reparatur sogar noch einen zweitenFrühling. Hier sind erste Einsendungen solcher Geschichten – wir bedanken uns herzlich für diese schönen Geschichten:

Qualität aus Burlatingen

„Hallo zusammen,

ich trage seit gut 10 Jahren Unterhemden von Trigema, Ihr wisst, die Marke mit dem Werbeaffen aus Burlatingen und ich habe damals in Waldbronn, 10 km von Karlsruhe entfernt gearbeitet. In Waldbronn gab es einen Outlet-Laden von Trigema und der Bruder des Seniorchef von Trigema war mit seinem Unternehmen Kunde meines Arbeitgebers.

So bin ich an die Unterhemden erstmals geraten, sie kosteten um die 20 Euro pro Stück und wurden in Deutschland gefertigt, wie versichert wird. Die Unterhemden sind nach diesem langen Gebrauch immer noch bestens in Form und werden noch viele Jahre meinen inzwischen lädierten Rücken wärmen. Ich hoffe, das ich trotz der hohen Qualität dieser Unterhemden, sie dennoch überleben werde 😂.

PS: Auf die Jahre gesehen ist der Preis günstiger als die billige Wegwerfkleidung und meine Mail ist keine Werbemail.

Gruß, J.

Weit gekommen: 

meine Wanderschuhe und ich –

eine langjährige Beziehung 

22 Jahre lang haben mich diese treuen Treter begleitet, in jeden Urlaub, aber auch im Alltag im Bergischen Land. Zwei Jahrzehnte voller Matsch, Geröll, überraschender Regenschauer.  Sie waren dabei, als ich mich verlaufen, als ich grandiose Ausblicke genossen und besondere Entdeckungen gemacht habe.

Natürlich sahen sie irgendwann nicht mehr taufrisch aus. Die Sohle? Mehrfach erneuert vom Dorfschuster. Aber genau das war ja das Schöne: Diese Schuhe wurden nicht ersetzt – sie wurden gepflegt, repariert, wiederbelebt. Während andere Schuhe kamen und gingen, blieben meine Wanderschuhe einfach.

Doch dann kam eine Änderung. Kein dramatischer Riss, kein spektakulärer Unfall. Nein, viel banaler – und gerade deshalb so schade: Sie wurden zu eng. Nach 22 Jahren! Entweder haben sich meine Füße heimlich weiterentwickelt oder die Schuhe beschlossen, in den wohlverdienten Ruhestand zu schrumpfen.

Ich habe die Änderung noch eine Weile verdrängt: dünnere Socken getragen, kürzere Strecken gelaufen. „Ach, das geht schon noch“– die üblichen Verhandlungsversuche. Aber irgendwann musste ich es mir eingestehen: Unsere gemeinsame Zeit auf den Wegen dieser Welt war vorbei.

Es fühlte sich ein bisschen an, als würde ich einen alten Freund verabschieden. Einen, der nie gemeckert hat, immer mitgekommen ist.

Und die neuen Schuhe? Die sind gut, wirklich. Ich habe mich in sie hinein entwickelt und sie ebenfalls liebgewonnen. Mittlerweile sind auch sie neu besohlt worden. Trotzdem: Die Vorgänger waren eben meine Ersten! An ihnen haften langjährige Erinnerungen. 

Von A. aus Sülze

Eine langjährige Wuppertaler Liebe – meine Lederhalbstiefel.

Es war ein Zufall, vielleicht auch eine Laune in der Mittagspause, in der  ich durch eine Wuppertaler Einkaufspassage streifte. Kein gezieltes Shopping, keine gezielte Suche. Damals fehlten mir noch Winterhalbstiefel mit denen ich bequem und dennoch warm durch den Bergischen Winter mit dem Zug und den dazu gehörenden Fußwegen von Kürten zur Arbeit in die Schwebebahn-Stadt kommen konnte. Da waren sie in der Auslage! Schwarze Halbstiefel von „Bello“ – ich weiß nicht, ob es die Marke heute noch gibt. Der Preis war hoch und dennoch akzeptabel. Nachhaltige Produktion? Sicher nicht optimal. Eigentlich unvernünftig für einen nachhaltig denkenden Menschen. Dennoch kaufte ich sie. Sie waren einfach so bequem, schmiegten sich regelrecht an die Füße, waren elastisch und dennoch stabil. Aus diesem Spontankauf entwickelte sich eine mittlerweile zwanzigjährige (!) Beziehung, die immer noch währt. Einige Neubesohlungen später, der Dorfschuster nahm sie stets lächelnd entgegen, sind es immer noch meine Lieblingsschuhe für die Übergangsmonate. Und ja, das Leder hat Falten, ist etwas rissig und hält dennoch. Ich bin ja schließlich auch nicht jünger geworden, habe auch die eine oder anderen Falte. 

P. aus Kürten-Ort

Die Hose in die Werkstatt bringen…

Wer kennt es nicht? Die Lieblingshose, die schon so schön eingetragen ist, diejenige, anhand deren Falten man bei einem Banküberfall überführt werden könnte. 

Genau diese schöne, bequeme Hose wird langsam dünn.

Die hintere Hosentasche hat schon ein Loch, weil ich zu oft das Handy darin getragen habe. Diese Hose, die mich schon so lange begleitet, die wie angegossen sitzt, wo nichts drückt, etwas locker, leicht und luftig, aber auch nicht zu schlaksig. Der Gedanke, diese Hose aufgeben zu müssen, trübt die Stimmung und ich klammere mich an den Gedanken, dass sie als Arbeitshose noch lange weiterleben kann. Die ausgefransten Hosenbeine lassen mir keine Wahl. Damit lässt mich meine Frau nicht mehr auf die Straße. Eine Hose ist Vertrauenssache, die kauft man nicht einfach so. Ich hasse es, im Kaufhaus Hosen anzuprobieren. Das ist die reinste Quälerei, weil es genau diesen Hosentyp nicht mehr gibt. Raus, rein, raus, rein – nein danke. Und wenn man Pech hat, ist sie nach der ersten Wäsche eingelaufen und passt nicht mehr. Der Umstieg auf ein neues Modell würde für mich eine ungeahnte Herausforderung darstellen. Ich wechsle ja auch nicht alle paar Jahre meine Partnerin. Ich sehe da nur eine Lösung. Eine gebrauchte, oder nein, besser formuliert, muss es heißen, eine gut eingetragene Hose muss her. Die feinen Leute lassen sich ihre edlen Stiefel schließlich auch von Angestellten eintragen. Warum sollte ich nicht auch meine neue Hose schon mal eintragen lassen? Die Kleinanzeigen machen es möglich, dass ich genau meine Hose finde, genau die, von der ich schon 3 habe, die aber alle leider schon recht arg in Mitleidenschaft gezogen wurden. Ein innerer Jubel macht sich in mir breit und ich kaufe die Hose. Die Hose kommt an, sieht perfekt aus und ich möchte sofort hineinschlüpfen. Auf die überschwängliche Freude folgt die Ernüchterung. Ich ziehe den Wanst ein und schaffe es in die Hose. Sie sitzt stramm, seeehr stramm und ich kann nur flach atmen. So ein Mist! Was nun? Na gut, ich wäre kein Ingenieur, wenn ich nicht eine Hose weiten könnte. Es gibt natürlich die klassische Methode, wobei man sich in die Hose klemmt und so lange anbehält, bis sie passt. Hm, dazu habe ich aber keine Lust. Also muss  etwas anderes her. Zum Glück habe ich diverse Einhebelklemmen, die man von Klemmen auf Spreizen umbauen kann. Kurz und gut, die Hose wurde etwas angefeuchtet, über Nacht gespreizt und sitzt nun perfekt. Dann mache ich mir noch Gedanken über die ausgefransten Hosenbeine der anderen Hosen und darüber, wie lange ich diesen Hosentyp noch gebraucht bekommen werde. Ich überlege mir rechtzeitig vorzubeugen und das schwächste Glied der Hose zu verstärken. Da meine Hosen schwarz sind, ist es einfach ein passendes Garn zu finden und den Saum der Hose mit einem Zickzackstich zu verstärken. Das ging so gut, dass ich die anderen Hosen auch gleich nach genäht habe. So, nun kann ich die wirklich zerschlissene Hose zur Arbeitshose machen, habe 2 gut reparierte Hosen und eine fast neue. Das reicht nun wieder für die nächsten Jahre, denn die Qualität des Stoffes ist einfach sehr gut und haltbar. Die schlechteste Hose wird nun zur Arbeitshose. Endlich, denn die jetzige Arbeitshose hat es im wahrsten Sinne des Wortes zerrissen. 

M. aus Kürten-Weiden

—————————————-

Das waren sie, die April-News. Diesmal ein Mix aus politisch und persönlich. Wenn es Euch gefallen hat, leitet gerne den Newsletter an Freund*innen, Kolleg*innen und Familie weiter.

Allen wünschen wir einen farbenfrohen Frühling, Entschlusskraft für Veränderungen und genug Resilienz, um die Krisen die uns heimsuchen auszuhalten.

Mit allerbesten klimafreundlichen Grüßen,

Patrick Walraf für die IG Klima Kürten

Newsletter März

Liebe Leser*innen unseres Newsletters,

in diesen Tagen bleibt die Energieversorgung mit den Aspekten Sicherheit, Unabhängigkeit und Bezahlbarkeit ein zentrales Thema. Sowohl innenpolitisch zeigen sich aus unserer Sicht sehr bedenkliche Tendenzen.

Aber auch außenpolitisch sind die Entwicklungen besorgniserregend, siehe den völkerrechtswidrigen Angriff der USA auf den Iran und das daraus entstehende Leid sowie die Auswirkungen auf Öl- und Gaspreise. 

Die IG Klima ist im März Veranstalterin von zwei spannenden Events: einem Filmabend – auf diesen hatten wir bereits im vorigen Newsletter hingewiesen und zum Anderen ein Benefizkonzert.

Wir suchen außerdem persönliche Geschichten, diesmal zum Thema Kleidung.

Kurz erläutern möchten wir die von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte E‑Auto‑Förderung. 

In Kürten findet im März der Müllsammeltag statt, und zudem möchten wir auf eine Sammelaktion von Hilfsgütern für die Ukraine hinweisen. Wir laden Bürger*innen ein, sich an beiden Aktionen rege zu beteiligen.

Übrigens:

Wer uns kennenlernen möchte, ist herzlich eingeladen, zu unserem nächsten Plenum zu kommen. 

Termin: 23.03.2026,19:30 Uhr

Ort: Pfarrhaus Dürscheid, Kirchberg 3

Konzert und Talk für Klimagerechtigkeit in Kürten

„Gerade  in Zeiten, in denen das Klimathema im öffentlichen Bewusstsein immermehr in den Hintergrund gerät und Klimaschutz in Deutschland wie weltweit politisch demontiert wird, ist es notwendig, das Bewusstsein für die großen Ungerechtigkeiten der Klimakatastrophe aufrecht zu erhalten und ein Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen zusetzen.“ 

Roland Vossebrecker

Bereits zum vierten Mal laden die Gemeinde Kürten und die IG Klima Kürten den Komponisten, Pianisten und Aktivisten Roland Vossebrecker aus Bergisch Gladbach zu Konzert und Talk ins Bürgerhaus ein.

Am Sonntag, ndem 22. März 2026 um 17 Uhr startet sein Konzert nach einer kurzen Begrüßung durch die Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Kürten Viviane Pape und den Sprecher der IG Klima Kürten Patrick Walraf.

In den vergangenen Jahren hat Roland Vossebrecker mit seinen Musikprojekten ca. 152.000€ an Spenden sammeln können. Diese Erfolgsgeschichte soll fortgesetzt werden. In Kürze geht er mit neuem Programm wieder an den Start. In 22 Konzerten zwischen Aachen und Leipzig, zwischen Hamburg und Reutlingen wird er neben einer ganz neuen Sonatine den zweiten Band seines Klavierbuches aus den Jahren 2007/08 vorstellen.

Und auch Kürten ist wieder eine seiner Spielstätten. 

Während des Konzertes kommuniziert der Musiker mit dem Publikum, spricht über die Musik, über das Spendenprojekt und über Fragen der Klimagerechtigkeit.

Der Eintritt ist frei(-willig), um Spenden wird gebeten. Alle gesammelten Spenden gehen ohne Abzug an Oxfam. 

Eine Online-Spendenaktion ist auch bereits gestartet:

https://www.oxfam.de/spenden/eigene-spendenaktion?cfd=l5g8c

Im Juni 2022 gründete Roland Vossebrecker zusammen mit Freundinnen und Freunden die Initiative „KlimaGerecht Leben“. Die Initiative engagiert sich dafür, den Begriff „Klimagerechtigkeit“ wörtlich zu nehmen und das eigene Leben daraufhin auszurichten. https://klimagerecht-leben.de

Was ist OXFAM?

Die seit 1942 bestehende Organisation kämpft „Für eine gerechte Welt. Ohne Armut.“

Weitere Informationen unter:

https://www.oxfam.de

Wir suchen: Deine textile Geschichte!

Unsere Bekleidung ist uns sehr nahe, fast 24 Stunden am Tag ist sie uns Schutz und zweite Haut. Würdigen wir immer das was uns so nah ist?

Bildquelle:prezi.com   Beachten wir Kriterien wie eine faire und ökologische Herstellung? Häufig ist die Herkunft unserer Kleidung schwer nachzuvollziehen. 

Dann gibt es noch „Fast Fashion“. Für wenige Euro gekaufte Kleidung wird nur kurz,  z. B. für die Party, getragen und dann wieder ausgemustert oder sie ist schlichtweg nicht haltbar und landet schnell im Müll. Diese Kleidung wurde in der Regel unter fragwürdigen Bedingungen hergestellt was die Umweltbelastung und die Arbeitsbedingungen betrifft. 

Wie wäre es, wenn wir Kleidung möglichst lange tragen?

Sicherlich hat jede*r ein Lieblingskleidungsstück, ein T-Shirt, einen behaglichen Pullover, ein Hoodie, die Lieblingshose oder die Lieblingsschuhe. Häufig sind diese Kleidungsstücke schon auch älter, haben eine bestimmte Geschichte, zum Beispiel, wie und wo sie gekauft wurden, was wir damit verbinden, vielleicht eine Lebensphase. Was ist das Liebenswerte an dem Kleidungsstück? Wurde es schon repariert oder ausgebessert? 

Wir suchen Eure Lieblingskleidungsstück-Geschichte! 

Ihr könnt sie gerne an info@klima-kuerten.de schicken.

Jetzt noch “Gas geben” oder doch lieber “Vollstrom”?

Von der politischen Pflege von Fossil(i)en, fragwürdigen Biogas-Plänen und der Neufassung des GMG*

*(Gebäude-Management-Gesetz,ehemals Gebäude-Energie-Gesetz)

Der aktuelle völkerrechtswidrige Angriff der USA auf den Iran zeigt bereits Auswirkungen auf die Energiepreise und führt uns vor Augen, wie abhängig wir in unserer Energieversorgung von fremden Mächten sind. Der konsequente Ausbau Erneuerbarer und die konsequente Elektrifizierung von Mobilität und Wärme können uns deutlich unabhängiger machen von den Launen und Machtphantasien mancher Staatenlenker.

Dennoch plant die Bundesregierung in ihrer Neufassung des GMG (Gebäude-Modernisierungs-Gesetz), dass Gas- und sogar Öl-Heizungen wieder unbeschränkt eingebaut werden dürfen. Bislang galt laut dem Vorgänger, dem GEG (Gebäude-Energie-Gesetz) ein Anteil erneuerbarer Energieform von 65 % bei Austausch der alten Heizung. Der Wegfall dieser Regelung wird ersetzt, durch die Bedingung des Einhalten seiner „Grüngas“-Quote von zuerst 10 % ab 2029. 

Laut Experten wie Prof. Volker Quaschning ist dies ein trügerisches und unwirtschaftliches Versprechen. Er erläutert, dass das Heizen mit diesem „Grüngas“ im Grunde ein Heizen mit Wasserstoff ist, da dieses chemische Element zur Herstellung des Gases benötigt wird. Anhand des Beispiels eines sanierten Altbaus wird deutlich, wie ineffizient dieser Weg ist – siehe unten. Eine andere Alternative wäre Biogas. Aktuell deckt der Biogas-Anteil nur 1,3 Prozent des Deutschen Gasverbrauchs ab und ist nicht erheblich steigerbar. Schon jetzt werden 8 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche zur  Herstellung von Energiepflanzen genutzt. Wir müssten also weniger Nahrungsmittel anbauen, um eine Steigerung der Biogas-Produktion zu erzielen.

Die folgende Graphik vergleicht den Flächenverbrauch verschiedener Energieerzeugungsarten. Auf einem Hektar erzeugt Photovoltaik 30 Mal soviel Energie wie Mais, bei der Windenergie sind es sogar 782 Mal (!) soviel kWh. Weiterhin in Frage kommen Bioreststoffe („Frittenfett“). Auch hier ist zu bezweifeln, dass die Menge hochskaliert werden kann. Solche Bioreststoffe werden bereits industriell verwendet. 

Die Wärmepumpe ist und bleibt die klügste, günstigste und effizienteste Art der Wärmeerzeugung.

Wie effizient sind Gas, „Grüngas“-heizungen und Wärmepumpen im Vergleich?

Hierzu ein Beispiel von Prof. Quaschning:

Verbrauchte das Haus bislang 15.000 kWh Energie, die fast komplett importiert werden musste, sind es bei einer JAZ (Jahresarbeitszahl) von 3 mit einer effizienten Wärmepumpe nur noch 5000 kWh Strom. Im Idealfall kann dieser Strom durch ambitionierten Ausbau der erneuerbaren Energien aus Deutschland kommen, Quaschning spricht daher von „Deutschland-Energie“.

Wie aus der Graphik von Quaschning ersichtlich wird, würde eine „Grüngas-“Heizung sogar 23.000 kWh Energie in Form von Strom benötigen. 



Das würde bedeuten, dass wir im Vergleich zum Einsatz einer Wärmepumpe fast fünfmal Wind- und Solarenergie benötigen um das Haus zu beheizen. So die Physik. Ein Irrweg. 

Wie ist es mit dem Einhalten der Klimaziele

Weitere Verzögerungen in der Energie- und Wärmewende bedeutet zudem auch Verzögerungen im Klimaschutz. Die folgende Graphik zeigt auf, was das Verfehlen der Klimaziele bedeutet.

Nachdem wir bis 2023 die Ziele der Reduktion der CO2-Äquivalente übererfüllt hatten, droht nun ein Lücke von 224 Mio. Tonnen mit entsprechenden Strafzahlungen durch die EU. Diese Lücke entsteht vor Allem im Gebäudebereich und dem Verkehrssektor.

Was bedeutet das für uns, die Bevölkerung?

Unsere Sorge ist, dass mit den Plänen der Bundesregierung falsche Signale gesetzt werden und die notwendige Elektrifizierung der Wärmeversorgung ausgebremst wird. So könnten Vermieter*innen von Mehrfamilienhäuser wieder erwägen, Gasheizungen anstatt Wärmepumpen einzubauen. Die Kostensteigerungen würden dann zulasten der Mieter*innen gehen. Es ist eine unsoziale Entwicklung zu befürchten.

Der Heizungsbauer Voiswinkel aus der Region zum Beispiel berichtet bereits von Kundeabsagen, die doch jetzt lieber eine Gasheizung einbauen lassen wollen. Der Heizungsbauer hält dies nicht für eine wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung.

Link zum Video von Volker Quaschning aus dem:
https://youtu.be/gW9tNzJg9KI?is=nMTvKeL4VdCYX8Y-

German Zero warnt vor der Gaskostenfalle 

Aktuell lässt „German Zero“ einen Gaskostenrechner entwickeln, der im Laufe des Monats März online gestellt wird. So können Betroffene abschätzen, wie sich der Gaspreis entwickeln wird und eine Entscheidung treffen. German Zero bietet auf seiner Website auch Infos zum Thema.

Hier der Link: https://gaskostenfalle.de/gaskostenrechner/

Die neue E-Auto-Förderung

Die Bundesregierung bringt eine neue E-Auto-Förderung auf den Weg. Hierbei gibt es Licht und Schatten. Dennoch kann es für die eine oder andere aufs Auto angewiesene Person sinnvoll sein, mit Hilfe der Förderung ein E-Auto zu kaufen oder zu leasen. 

Kritisch zu sehen ist, dass neben rein elektrischen Fahrzeugen auch sogenannte Plug-in-Hybride gefördert werden. Ein solches Fahrzeug ist technisch sehr komplex und vereint diverse Nachteile: eine geringe elektrische Reichweite von in der Regel maximal 80 Kilometern, meist geringe Ladeleistungen an Schnelladern und höhere Wartungskosten, die durch den Verbrenner verursacht werden (Ölwechsel, Diesel-Partikel-Filter, Lambda-Sonde, Auspuff, Zahnriemen usf.). Ein Plug-in-Hybrid benötigt weiterhin Benzin oder Diesel, ist durch den Doppelantrieb schwerer und bringt im Verbrennerbetrieb kaum CO2‑Einsparungen.

Die Dichte an Ladesäulen ist in Deutschland und Europa aktuell bereits hoch und ermöglicht auch mit einem E-Auto problemloses Reisen. Das macht aus unserer Sicht den Plug-in-Hybriden überflüssig.

Ist die Förderung sozial gerecht?

Aus Sicht des Verfassers erreicht die neue Förderung nur unzureichend einkommensschwache Haushalte. Dafür müsste zum Beispiel der Kauf von gebrauchten E-Autos gefördert werden, denn Geringverdienende kaufen Gebrauchte. Eine weitere Hürde besteht darin, dass die Förderung erst nach Zulassung des Autos beantragt werden kann. Das bedeutet unter Umständen die Notwendigkeit einer Zwischenfinanzierung mit entsprechenden Zinszahlungen. 

Zudem werden kleine elektrische Fahrzeuge wie S-Pedelecs, Elektroroller oder der Klassen L6e (bis 45 KM/H – Rollerführerschein ausreichend), L7e (bis 90KM/H) nicht gefördert. Dies ist bedauerlich, denn es muss für die Alltagswege von A nach B nicht immer ein 2‑Tonnen Fahrzeug sein. Vermutlich ist die in diesem Segment fehlende Förderung mit dem kaum vorhandenen Angebot deutscher Hersteller zu erklären. 

Ab wann gibt es diese Förderung?

Ab Mai 2026 können Anträge gestellt werden, dies auch rückwirkend für in 2026 neu zugelassene Fahrzeuge. Bis Mai soll, laut Bundesumweltministerium, ein Online-Portal freigeschaltet sein. Die Förderung wird nur Privatpersonen gewährt. Die Mindesthaltedauer des Fahrzeugs beträgt 36 Monate.

Bis zu welcher Einkommensgrenze wird gefördert?

Maßgeblich ist das zu versteuernde Haushaltseinkommen, der Nachweis wird durch die zwei letzten Steuerbescheide erbracht.

Weitere Informationen können beim ADAC aufgerufen werden unter:

https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/elektroauto/foerderung-elektroautos/

Sammlung für Ukrainer*innen

Die „Humanitäre Hilfe“ Bergisch Gladbach und Overath e. V. veranstalten am 21.03.2026 ein besonderes Drive-In zugunsten der Ukraine. Leider hält die russische Aggression an und die Ukrainer*innen leiden. Es werden Hilfsgüter gesammelt und mit einem Truck in die Ukraine gebracht. Was wird benötigt: siehe nebenstehendes Plakat.

Also: „Reinrollen. Spenden. Helfen”

Quelle:pinterest       

Frühjahrsputz in Kürten!

Leider ist das Thema Müll im Straßenraum ein Dauerbrenner. Auch dieses Jahr sind Kürtener*innen eingeladen, den herumliegenden Müll zu sammeln. Hier die Einladung der Gemeinde Kürten im Wortlaut:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

möchte Ihnen  mitteilen, dass der Müllsammeltag hier in der Gemeinde Kürten auf Samstag, den 21. März 2026 festgelegt worden ist. Radio Berg wird sich wegen mangelnden Personals nicht an der Aktion beteiligen.

Wie immer werden Säcke und bei Bedarf Handschuhe zur Verfügung gestellt. 

Die Gemeinde Kürten wird an diesem Samstag die Säcke einsammeln. In Bechen und Olpe wird wieder  jeweils ein Deckelcontainer bereitstehen. Auch wegen der ungewissen Witterung werde ich versuchen die beiden Container in Olpe und Bechen wieder für 14 Tage dort abzustellen. Liebe Bechener und Olpener:  Bitte sofortige Mitteilung an mich, falls es nicht möglich sein sollte, den Container für 14 Tage dort abzustellen. Also vom Freitag, den 20. März bis einschließlich  Montag,den  31. März 2026. Autoreifen und Elektroschrott sollen wie gewohnt neben dem Container gestapelt werden. 

Bitte um Mitteilung, ob in den Ortschaften Bechen, Olpe, Bornen, Eichhof, Dürscheid, Biesfeld, Kürten, Oberbörsch, Hufe, Offermannsheide das Treffen der Müllsammler an diesem Samstag für 10.00 Uhr geplant ist oder ob es Ortschaften gibt, die zu einer anderen Zeit zum Müllsammeln zusammentreffen wollen.

Für Rückfragen stehe ich, Herr Rahm, Ihnen unter der Rufnummer 02268/939309 gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Ordnungsamt“

—————————————————

Das war es vorerst einmal mit den Märznews. Wir freuen uns Sie/Euch bei unseren Veranstaltungen zu sehen und wünschen Allen eine blühenden Frühling und etwas Ruhe in bewegten Zeiten.

Mit allerbesten klimafreundlichen Grüßen,

Patrick Walraf (Sprecher der IG Klima Kürten)

Newsletter Februar

Liebe Leserinnen und Leser,

gibt es nur noch schlechte Nachrichten im Hinblick auf die Themen Klima und Nachhaltigkeit? Es scheint so, zum Glück aber, gibt es auch gute. Um Beides geht es in diesem Newsletter.

In einer Kolumne befasst sich Patrick Walraf mit der Welt- und Bundespolitik. In einem weiteren Artikel geht es um den Stand der Energiewende Anfang 2026, hierzu eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). 

Was plant die IG Klima? Es gibt wieder einen Kino-Abend zu einem in Verruf geratenen ehemaligen Hoffnungsträger, dem Plastik. Gute Neuigkeiten wiederum betreffen den Bereich Mode. 

Ein Film- und ein Buchtipp dürfen natürlich auch nicht fehlen. 

Wir wünschen eine erhellende Lektüre!

Übrigens: 

Wer uns kennenlernen möchte, ist herzlich eingeladen, zum unserem nächsten Plenum zu kommen. 

Termin: 23.02.2026, 19:30 Uhr

Ort:        Jugendheim Dürscheid, Kirchberg 3

Die Kolumne

Stellt Euch vor, wir die Menschheit, sitzen alle in einem Zug. Dieser Zug bewegt sich in Richtung Zukunft. Der Fahrplan? Hierzu gibt es Erkenntnisse zum Einfluss des menschengemachten Klimawandels aus der Wissenschaft. Diese Erkenntnisse sind zu 97 % in vielen Modellen abgesichert. Die Wissenschaft sitzt im Stellwerk und versucht zu beraten, wie der Fahrplan in eine nachhaltige Zukunft aussehen soll, welche Weichen gestellt werden müssen, um die Klimakrise einzudämmen und die Biodiversität zu erhalten – Beides für das Überleben der Menschheit unerlässlich. Die Uhr tickt, der Zug darf keine Verspätungen einfahren, der fortschreitende Klimawandel wartet nicht!

An Bord des Zuges sitzen vorne Diejenigen, die in diese Zukunft fahren möchten. Hinten allerdings sitzen Bremser, die die Fahrt abbremsen oder zum Stillstand bringen möchten, um den Rückwärtsgang einzulegen. An den Weichen versuchen wiederum Andere uns vom Kurs abzubringen und riskieren dabei, dass der Zug entgleist oder in einen Abgrund fährt. Außerdem erreichen irreführende, die Wissenschaft in Frage stellende Funksprüche das Führerhaus. Immer wieder wird der Zug durch diese widerstreitenden Kräfte durchgeschüttelt und es ist weiterhin offen, ob er sein Ziel erreicht.

Was bedeutet dieses Bild auf unsere Realität bezogen: 

Ja, die Wissenschaftler*innen sind sich einig über die Tatsache, dass es den Klimawandel gibt, dies liegt an der durch Menschen verursachten Anreicherung von CO₂ in der Atmosphäre, die zum größten Teil durch Verbrennung von fossilen Brennstoffen erzeugt wurde und weiterhin wird. Nun hat ein US-Amerikanischer Präsident die Gesetze geändert und erklärt, dass CO₂ kein Schadstoff ist und keine Auswirkungen auf das Klima hat. Er hat also eine Weiche umgelegt und die Fossil- sowie die Automobil-Industrie in den USA dürfen sich freuen, sie können ohne Einschränkungen auf dem alten Gleis weiterfahren und ihre Produkte verkaufen. Dieser Präsident hat Teile des Zuges gekapert und lässt ihn auf den Abgrund der Klimakatastrophe zufahren. Welche Auswirkungen dies auf den Rest des Zuges hat, bleibt abzuwarten. An seiner Seite stehen libertäre und rechtsgerichtete Kräfte, die auch in Europa zunehmend an Einfluss gewinnen. 

Was macht unsere Bundesregierung? Sie bremst. Die Begründung unseres Bundeskanzlers hinten im Bremserhäuschen vor einigen Monaten: Deutschland ist nur für 2 Prozent des CO₂-Ausstoßes verantwortlich…. Sollen die Anderen erst einmal etwas tun. Damit unterschlägt er aber, dass es eine historische Verantwortung gibt, weil Deutschland seit Jahrzehnten als hochindustrialisiertes Land zur Klimakrise beigetragen hat. Herr Merz will die Wirtschaft retten und gibt ihr stattdessen aktive Sterbehilfe. Vielmehr wäre es hilfreich, wenn die Industrie ihre Kräfte bündelt und neue nachhaltige Technologien entwickelt. Herr Merz will zurück in die Vergangenheit, fabuliert von hocheffizienten Verbrennern, wobei die Technik weitgehend ausgereizt ist und ein E-Auto drei bis viermal energieeffizienter ist. Herr Merz fördert nicht, dass Deutschland die Weichen stellt in Richtung konsequenter Innovation, sondern will auf abgefahrenen Gleisen weitermachen. Wir wissen, was ein Sanierungsstau für Auswirkungen hat.

Die Bundeswirtschaftsministerin sitzt auch im Bremserhäuschen. Ein vor einigen Tagen geleaktes Papier offenbarte, dass Frau Reiche plant, den Netzbetreibern    zehn (!) weitere Jahre Zeit zu geben, um die Netze auszubauen. Bis dahin soll der eigentlich dringend benötigte Zubau an Erneuerbaren gedrosselt werden. Die Netzbetreiber wissen seit Jahren, dass die Stromnetze ausgebaut werden müssen. Fachleute bemängeln, dass die Betreiber stattdessen hohe Dividenden erwirtschaftet haben. Frau Reiche scheint auch „Funkkontakt“ zur Gaslobby zu haben, sie möchte eine hohe Anzahl an Gaskraftwerken bauen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, lässt dabei Digitalisierung (SmartMeter-Rollout) weitgehend liegen und ignoriertweitgehend, dass Flexibilisierung und Speicherausbau Entlastung schaffen würden. Hier hat zum Glück die EU diese Weiche blockiert und Frau Reiche muss sich mit den von Robert Habeck entwickelten Plänen zum Bau von Gaskraftwerken begnügen. 

Die Pläne und die Haltung der Bundesregierung festigen die Abhängigkeit von Staaten, die uns fossile Energien liefern. Das sind alte, gefährliche und teure Gleise. Erneuerbare hingegen, als neu im Bau befindliche Strecke, machen uns unabhängiger, freier und damit auch resilienter, denn so sind wir weniger von den Launen von Autokraten und Präsidenten abhängig. 

Frau Reiche hat auch weitere Pläne, den Bau von Photovoltaik-Anlagen auszubremsen, etwa durch die Abschaffung der Einspeisevergütung, dies würde insbesondere kleine, privat auf dem Hausdach errichtete Anlagen unrentabel machen. Bei großen Anlagen ist ein Zuschuss für den Netzausbau geplant. Auch hier wird dadurch die Wirtschaftlichkeit gefährdet. Zur Erinnerung: der Zubau an Photovoltaik boomt weltweit und somit auch in Deutschland. Allerdings ist eine zunehmende Zurückhaltung in der PV-Branche aufgrund der Signale aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klima zu beobachten. 

Im Führerhaus formiert sich aber Widerstand. Am Freitag, den 13.02.2026 fand unter dem Titel „Rettet die Erneuerbaren! Reiches Netzpaket verstehen und gemeinsam handeln” bei „Europe Calling“, ein Webinar mit über 6000 Teilnehmer*innen statt! Das war für „Europe Calling“ ein Rekord. Expert*innen und Politiker*innen nahmen zu den Plänen von Frau Reiche Stellung.

Das Webinar ist bei YouTube zu finden: https://www.youtube.com/watch?v=IAnzD0SewtY

Zudem unterstützen wir, die IG Klima Kürten, den Aufruf der Grünen „rettet die Erneuerbaren“ um das Netzpaket von Bundesministerin Katharina Reiche zu stoppen. –> Hier geht es zum Aufruf

Als Menschheit sitzen wir alle in einem Zug. Stellen wir die richtigen Weichen für die Zukunft und vertrauen auf die Wissenschaft? Es liegt an uns, ob wir im Führerstand sitzen oder im Bremserhäuschen oder gar Weichen falsch stellen. Jede und jeder kann etwas tun, seine Mobilität, sein Wohnen, seinen Konsum überdenken und Stellung beziehen. Leben ist und bleibt politisch! Wir können nicht so weiter auf abgefahrenen Gleisen gen Abgrund fahren wie bisher, wir müssen etwas ändern, die neuen Strecken ausbauen!

Wo steht die Energiewende – eine Studie des DIW 

In regelmäßigen Abständen evaluiert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) den Stand der Energiewende. Das DIW ist unabhängig und wird mit öffentlichen Mitteln gefördert. 

Was ist der Stand Ende 2025?

Hierzu der beim DIW tätige Energie-Ökonom Wolf-Peter Schill: 

„Die Bundesregierung scheint beim Ausbau der erneuerbaren Energien eher bremsen zu wollen, weil die Stromnachfrage bisher nicht so stark angezogen hat wie angenommen. Hier könnten wir in einen unguten Kreislauf geraten: Wenn die Nachfrage anzieht, weil beispielsweise die Zahl der Elektroautos bald doch stärker steigt als zuletzt, dann fehlt uns möglicherweise der erneuerbare Strom wieder.“ 

Schon wieder ein klassisches Henne-Ei-Problem, das es auch damals bei der Verbreitung von E-Mobilität gab. Damals gab es nicht genug Ladesäulen für E-Autos und nicht genug E-Autos für Ladesäulen. Hier muss die Politik klare Signale setzen, was sie im Augenblick nicht tut.

Stand Ende 2025 in Deutschland:

Photovoltaik: 117 Gigawatt (GW), dies entspricht etwas mehr als der Hälfte der  215 GW Leistung, die im Jahr 2030 installiert sein soll (54%).

Windkraft an Land: 68 GW, damit bereits etwas näher an ihrem Ziel (59 %). 

Windkraft auf See: erst knapp 10 GW installiert, ungefähr ein Drittel des für 2030 anvisierten Wertes (32 %).

Sind wir schnell genug?

Der Ausbau von Solar- und Windenergie geht weiter, muss aber noch beschleunigt werden, um die gesetzlich beschlossenen 2030er Ziele zu erreichen. Insbesondere bei der Windkraft auf See muss erheblich mehr Tempo gemacht werden.

Marktanteile bei Wärmepumpen:

Im zweiten Halbjahr 2025 war fast jede zweite in Deutschland neu verkaufte Heizung eine Wärmepumpe, dies lag mit gut 48 % auf dem höchsten jemals erreichten Wert. Die Wärmepumpe scheint nach Jahren einer politischen und medialen Debatte nun im Massenmarkt angekommen zu sein. Allerdings werden noch in großem Umfang fossile Heizungen neu verkauft. Dies dürfte den Klimaschutz im Wärmebereich in den nächsten Jahren weiter verzögern (siehe Abbildung 4 folgend).

Wie kommt die Mobilitätswende voran?

Neuzulassung von Elektrofahrzeugen: im zweiten Halbjahr 2025 noch vergleichs-weise niedrig, ungefähr jedes fünfte neue Auto war rein batterieelektrisch (20,4%).

Lkw: vorwiegend im Liefer- und Nahverkehr: 10,9%

Sattelzüge (40-Tonner): mi t4,5 % der Neuzulassungen haben diesen noch einen geringen Anteil. Allerdings haben sich im zweiten Halbjahr die Neuzulassungen mehr als verdoppelt. Die Entwicklung ist bemerkenswert, da gerade der Schwerlastfernverkehr lange als besonders schwer zu elektrifizieren galt. Der technische Fortschritt bei Batterien und Ladeinfrastruktur ermöglicht diese Wachstum und immer mehr Speditionen „satteln“ um. 

Wer sich für dieses Thema interessiert, dem sei auf YouTube „Der Elektrotrucker“ noch einmal empfohlen. Tobias Wagner berichtet wöchentlich von seinen Touren mit einem elektrischen Sattelzug durch ganz Europa. 

Kommt die Mobilitätswende schnell genug voran?

Der Elektroanteil bei neuen Pkw und Lkw steigt zwar, aber es gibt noch viel Luft nach oben.

Großbatterien,Flexibilität und Digitalisierung:

Der Zubau von Großbatterien zieht leicht an, negative Strommarktpreise treten dadurch seltener auf – die Steigerung der Flexibilität im Stromsektor bleibt aber eine Herausforderung. Dies liegt an der noch fehlenden Digitalisierung, in Deutschland sind bislang nur 3 % Smart Meter eingebaut, damit sind wir Schlusslicht in Europa. Smart Meter und die Digitalisierung sind Voraussetzungen für eine bessere Abstimmung von Erzeugung und Verbrauch.

Sektorenkopplung

Die Sektorenkopplung ist im Rahmen der Dekarbonisierung unserer Energieversorgung wesentlich. Hierbei geht es um die Elektrifizierung der Sektoren Energieerzeugung, Mobilität, Wärme und Industrie, sowie von Klein- und Großspeichern. Hierfür braucht es dringend die Digitalisierung, um Verbrauch und Erzeugung abzustimmen und zum Beispiel auch Fahrzeugbatterien zu nutzen, um das Netz zu stabilisieren (Vehicle to Grid, V2G). Leider hinkt die Sektorenkopplung noch stark hinterher.

Das Fazit für das 2. Halbjahr 2025: 

  • Die Energiewende schreitet voran
  • Deutliches Wachstum bei mehreren Schlüsseltechnologien, besonders für die Windkraft an Land aufgrund gestiegener Genehmigungen
  • Teils beschleunigtes Wachstum bei Wärmepumpen, Elektrofahrzeugen und Stromspeichern 
  • Tempo liegt in den meisten Bereichen immer noch recht deutlich hinter den Ausbaupfaden der vorigen Ampel-Bundesregierung zurück, die weitgehend im Einklang mit aktuellen Klimaneutralitätsszenarien waren
  • Dies gilt selbst für die Photovoltaik, die in den letzten Jahren besonders stark gewachsen ist: Auch sie muss ihr Ausbautempo noch etwas steigern, um die im EEG gesetzten Ziele zu erreichen
  • Mit Blick auf Klimaneutralität im Jahr 2045 deutlich stärkere Beschleunigung bei der Installation von Wärmepumpen und der Neuzulassung von Elektro-fahrzeugen dringend geboten

Einschätzung der Haltung der aktuellen Bundesregierung:

  • Die aktuelle Bundesregierung scheint eine Beschleunigung der Energiewende derzeit allerdings nicht zu priorisieren. Beim Ausbau der erneuerbaren Energien deuten sich eher geringere Ambitionen an. Mit Verweis auf die Stromnachfrage, die sich schwächer entwickelt hat, als im EEG 2023 unterstellt, scheint das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zwar nicht das relative Ziel von mindestens 80 Prozent erneuerbaren Energien am Stromverbrauch im Jahr 2030 in Frage zu stellen, aber die im EEG vor-geschriebenen absoluten Ausbauzielpfade für Wind- und Solarenergie.   
  • Gleichzeitig hat die aktuelle Bundesregierung bisher zielgerichtete Maßnahmen für die weitere Beschleunigung bei Wärmepumpen, Elektrofahrzeugen oder auch Elektrolyseuren vermissen lassen – und damit für ein mittelfristig deutliches Wachstum der Stromnachfrage.
  • Wird weniger erneuerbarer Strom in Elektrofahrzeugen und Wärme-pumpen genutzt, können aber auch weniger fossile Kraft- und Brennstoffe ersetzt werden, mit entsprechenden Folgen für die Treibhausgasemissionen.
  • Voraussetzungen für eine Beschleunigung der Energiewende aufgrund verbesserter Rahmenbedingungen und technologischer Fortschritte aktuell günstig und aus klimapolitischer Sicht und auch vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Entwicklungen ratsam – Steigerung der Energiesouveränität.

Die Politik sollte die sinkenden Kosten der für die Energiewenden otwendigen Technologien nutzen, statt auf die Bremse zu treten.

Quelle: DIW Wochenbericht 7/2026, Seiten 91-99, Autor: Wolf-Per Schill

IG-Klima-Film-Abend

“Vom Wundermaterial zum Umweltkiller”

Plastik begleitet uns überall: Es schützt unsere Lebensmittel, erleichtert unseren Alltag – und bedroht gleichzeitig unsere Umwelt wie kaum ein anderes Material. Wie konnte ein gefeiertes Wundermaterial zu einem globalen Problem werden?

Wir laden dich herzlich ein zu einer besonderen Veranstaltung, die  genau dieser Frage nachgeht. Gemeinsam schauen wir die eindrucksvolleDokumentation „Vom Wundermaterial zum Umweltkiller“, die uns mitnimmt auf eine Reise durch Erfindung, Nutzen und Folgen von Plastik.

Im Anschluss öffnen wir den Raum für Diskussion, Austausch und neue Ideen. Welche Erfahrungen hast du gemacht?  Wie können wir im Alltag bewusster handeln? Welche Lösungen gibt es bereits – und welche brauchen wir noch?

Komm vorbei, lass dich inspirieren und bring deine Perspektive ein. Jede Stimme zählt, jeder Gedanke kann etwas bewegen.

Wir freuen uns auf einen lebendigen Abend voller Erkenntnisse, Gespräche und gemeinsamer Motivation für eine plastikärmere Zukunft.

Wir treffen uns 

im Pfarrheim Dürscheid, Kirchberg 3

am Samstag, den 14. März 2026

um 18 Uhr

Good News rund um unsere Kleidung

Die EU verbietet mit einem neuen Gesetz die Vernichtung unverkaufter Kleidung. Bislang landen jährlich Millionen unverkaufter Kleidungsstücke im Müll, mit entsprechenden Folgen für Klima und Umwelt.

Bildquelle: umweltberatung.at

Bedenkt man zudem die häufig problematischen Umstände der Herstellung, zeigt es, wie gravierend das Problem ist. Ab diesem Sommer, dürfen große Modehersteller ihre unverkauften Waren nicht mehr vernichten. Die Regelung gilt für große Unternehmen ab dem 19.07.2026, für mittlere Unternehmen gilt eine Umstellungsfrist bis 2030. Zudem besteht eine Informationspflicht über nicht verkaufte Ware, diese ist bereits aktuell für große Unternehmen in Kraft.

Die Vernichtung der Kleidung ist oft günstiger

Im Onlinehandel gibt es eine große Anzahl an Retouren. Es ist für die Unternehmen oft günstiger, die Rücksendungen zu vernichten anstatt sie zu recyceln. Aktuell werden EU-weit schätzungsweise knapp zehn Prozent der nicht verkauften Schuhe, Hosen oder T-Shirts vernichtet, das heißt meistens umweltbelastend verbrannt. Dies verursacht rund 5,6 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen, dies entspricht fast den gesamten Nettoemissionen Schwedens im Jahr 2021. Im deutschen Onlinehandel werden jährlich fast 20 Millionen zurückgesandte Artikel entsorgt.

Aufgrund der Ausmaßes der Problematik möchte die EU Unternehmen nun dazu ermutigen, ihre Bestände effizienter zu verwalten, Rücksendungen besser zu verarbeiten und Alternativen wie Wiederverkauf, Wiederaufarbeitung oder Spenden zu prüfen. 

Quelle:

https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-verbot-vernichtung-kleidung-100.html

IG Klima Anregungen:

  • Beim Kauf auf qualitativ hochwertige Kleidung achten.
  • Reparieren vor neu kaufen

Unser Buchtipp 

„Im Grunde gut“ von Rutger Bregman befasst sich mit der Frage, ob der Mensch gut oder schlecht sei. Dabei taucht Bregman tief in die Menschheitsgeschichte ein. Kritisch beleuchtet er zum Beispiel das Milgram-Experiment und zeigt bewegende Beispiele dafür, dass wir als soziale Wesen kooperieren möchten. Er verschließt aber auch nicht die Augen vor dem, was in den Weltkriegen passierte, zeigt aber auch dort übersehene Aspekte der Menschlichkeit auf. Ein dickes Buch voller inspirierender Beispiele und Recherchen.

Quelle: eigenes Foto

Die IG Klima Kürten setzt sich entschieden für eine Abkehr von fossilen Energieträgern in der Mobilität und in der Wärmeversorgung ein, um die Erderwärmung zu stoppen. 

Wollen das auch die Ölkonzerne?

Wir empfehlen dringend den sehenswerten Arte-Zweiteiler „Im Würgegriff der Ölkonzerne“ anzuschauen.

Diese Filme zeigen, wie Ölkonzerne ihr Geschäftsmodell jahrzehntelang auf Kosten des Klimas betrieben haben und wie „… Ölkonzerne und ihre Verbündeten in der Politik jahrzehntelang Zweifel an der Ursache des Klimawandels schürten und notwendige Gegenmaßnahmen behinderten.

Sie fragen nach den Gründen für die lange Untätigkeit angesichts der wachsenden Bedrohung und nach der Verantwortung der mächtigen Ölkonzerne, insbesondere der von Exxon Mobil.“ 

Text-und Bildquelle: arte.de

1.Teil: https://www.youtube.com/watch?v=xj7Sqgb1paQ

2.Teil: https://www.youtube.com/watch?v=S912Ar28CDA

————————–

Soweit die IG Klima News im Februar. Wir wünschen Ihnen/Euch einen wunderbaren Ausblick auf die ersten Schneeglöckchen und Krokusse, sowie entschieden klimafreundliches Handeln.

Patrick Walraf (Sprecher IG Klima Kürten)

IG-Klima-Film-Abend – “Vom Wundermaterial zum Umweltkiller”

Plastik begleitet uns überall: Es schützt unsere Lebensmittel, erleichtert unseren Alltag – und bedroht gleichzeitig unsere Umwelt wie kaum ein anderes Material. Wie konnte ein gefeiertes Wundermaterial zu einem globalen Problem werden?

Wir laden dich herzlich ein zu einer besonderen Veranstaltung, die  genau dieser Frage nachgeht. Gemeinsam schauen wir die eindrucksvolleDokumentation „Vom Wundermaterial zum Umweltkiller“, die uns mitnimmt auf eine Reise durch Erfindung, Nutzen und Folgen von Plastik.

Im Anschluss öffnen wir den Raum für Diskussion, Austausch und neue Ideen. Welche Erfahrungen hast du gemacht?  Wie können wir im Alltag bewusster handeln? Welche Lösungen gibt es bereits – und welche brauchen wir noch?

Komm vorbei, lass dich inspirieren und bring deine Perspektive ein. Jede Stimme zählt, jeder Gedanke kann etwas bewegen.

Wir freuen uns auf einen lebendigen Abend voller Erkenntnisse, Gespräche und gemeinsamer Motivation für eine plastikärmere Zukunft.

Wir treffen uns 

  • am Samstag, den 14. März 2026
  • um 18 Uhr
  • im Pfarrheim Dürscheid, Kirchberg 3

Newsletter Januar

Liebe Leserinnen und Leser,

ein neues Jahr bedeutet einen Neustart, neue Vorsätze, Projekte und  Träume. Auch wir von der IG Klima nehmen uns unermüdlich vor für die Themen der Biodiversität, Nachhaltigkeit, Energie-, Mobilitäts- und Wärmewende in der  Gemeinde Kürten mit Informationen, Anregungen und auch kritischen Hinweisen einzutreten. Dies sind unsere Vorsätze. 

Und unsere Projekte? Bei unserem letzten Plenum haben wir festgestellt,dass wir bis zum Sommer jeden Monat mindestens eine Veranstaltung oder Aktion planen. Ihr/Sie dürfen/dürft also gespannt sein. 

Lust bei uns mitzumachen? Jede*r Interessent*in kann uns bei unseren Plena kennen Lernen. Kontakt: info@klima-kuerten.de.

Wir haben auch Träume, um diese wird es in diesem Newsletter gehen. Zudem berichten wir von einem spannenden zukunftsweisenden Projekt in Kürten, das durch den unermüdlichen Einsatz eines Kürtener Unternehmers demnächst Wirklichkeit wird. 

Wir möchten auch auf ein spannendes Webinar aus der Antarktis hinweisen, das schon am kommenden Dienstag, den 13.01.2026 um 17:00 Uhr stattfindet. Es lohnt sich also schnell den Newsletter weiterzulesen!

Ende Januar veranstalten die Klima Freunde Rhein Berg einen Vortrag, in dem es um Bullshit-Fakten gehen. 

Wie gewohnt, unsere Buchempfehlungen und ein Hinweis auf ein hilfreiches Tool, als Entscheidungshilfe für den Autokauf.

Wir wünschen eine inspirierende Lektüre.

I (we)  have a dream– von Patrick Walraf

Ich träume von einer Gemeinde Kürten, die mutig und entschlossen in die eigene Erzeugung von Strom einsteigt. 

→ Gemeindeeigene Liegenschaften sind ausgestattet mit Photovoltaik, daran    

angeschlossen Batteriespeicher. 

→ Es gibt Freiflächenphotovoltaik und Agri-PV (Kombination aus Energieerzeugung 

und Landwirtschaft, Tierhaltung). 

→ Es steht ein Windrad auf dem Gemeindegebiet, die Anwohner profitieren von den 

Einnahmen. 

→ Das Potential  an Solarthermie und Biomasse-Kraftwerken wurde ermittelt und 

wirdgenutzt. 

→ Die Gemeinde verringert durch die Einnahmen und Beteiligungen an der 

Energieerzeugung ihr Haushaltsdefizit.  

-> Die Bürger*innen werden informiert und ermutigt ihr Potential an Dächern zu 

nutzen,um darauf Solarpaneele zu installieren, Heimspeicher sind Standard. 

Alles möglich in einer ländlichen Gemeinde? Oder Träume eines Öko-Spinners?

Nein!

Was wären die Vorteile? 

Die eigenen privaten und gemeindeeigenen Dachflächen und Freiflächen sind in Kürten bislang weitestgehend ungenutzte Ressourcen. Jede selbsterzeugte Kilowatt-Stunde erzeugt mehr Unabhängigkeit von Stromanbietern, dies gilt sowohl für Gemeinden, als auch für Privatmenschen. Diese Unabhängigkeit rechnet sich auch langfristig, zum Beispiel durch einen möglichst hohen Eigenverbrauch, eine Volleinspeisung und dem in 2026 vereinfachten Energiesharing. Eine Photovoltaik-Anlagefunktioniert mindestens 30 Jahre und wirft somit Gewinn ab in Form von günstigen Strompreisen.

Beispiel: der Rhein-Hunsrück-Kreis

In der Vergangenheit sind andere Gemeinden und Kreise diesen Weg gegangen. So  der Rhein-Hunsrück-Kreis. „Im Jahr 2020 wurden aus lokaler Biomasse, Photovoltaik und Windkraft bilanziell rund 337 Prozent des Gesamtstromverbrauchs im Kreis erzeugt. Damit ist Rhein-Hunsrück nach Einschätzung namhafter Experten als erster Landkreis im deutschen Binnenland in den Sektoren Wärme, Strom und Abfall bilanziell CO2-neutral geworden.“ 

Ein wichtiger Effekt: die Verschuldung wurde abgebaut!

Lange Zeit galt die Region als strukturschwach. 1995 betrug die Arbeitslosenquote im RHK noch 8,3 Prozent, aktuell liegt dieser Wert bei 3,5 Prozent. Mit rund 20 Prozent des Landesdurchschnittes rangiert der Rhein-Hunsrück-Kreis bei der kommunalen Verschuldung in Rheinland-Pfalz am unteren Ende. Die Gemeinden sind so gut wie schuldenfrei und verfügen über finanzielle Rücklagen in Höhe von 99 Millionen Euro. Die Einnahmen aus der dezentralen Energiewende haben wesentlich zur Entschuldung der Kommunen beigetragen.“

Zitate: https://www.gstbrp.de/schwerpunkte/umwelt-und-klimaschutz/kommunen-machen-klima-nachmachen-erwuenscht/die-energiekommune-des-jahrzehnts-setzt-immer-noch-eins-drauf/

Neugierig geworden? Hier geht es zu einem Film-Bericht:

Es gibt noch weitere Beispiele bundesweit,, siehe hierzu die Seite: 

https://energie-kommunen.unendlich-viel-energie.de/).

Solche Gemeinden hatten mutige und visionäre Politiker*innen, Landräte und Bürger*innen, die die Sache der Energieerzeugung in eigener Hand vorangetrieben haben. Und ja, zuerst musste erst einmal investiert werden, Infrastruktur musste ertüchtigt werden. Auf der anderen Seite stehen nun aber Einnahmen und Ersparnisse über viele Jahrzehnte, die helfen können, die Gemeindefinanzen zu stabilisieren. 

Also! Kürten! 

Worauf warten wir noch? 

Wollen wir das bestehende verwalten oder innovativ vorangehen?

Der „Sola-Hang“ von LADE(E)GRÜN

Quelle: eigenes Bild  

Ein Beispiel eines zukunftsorientierten Projekts ist das Vorhaben von Patrick Pütz, Unternehmer aus Kürten. 

Patrick Pütz wird am Hang gegenüber dem Karlheinz-Stockhausen-Platz eine Photovoltaik-Anlage bauen. Unter dieser Anlage wird es eine CO2-bindende Begrünung geben. Ein weiterer Clou: auf 16 Stellplätzen direkt darunter oder davor kann der Strom an 12 Ladesäulen (mit unterschiedlichen Ladegeschwindigkeiten, 11, 22 und 50 kW) zum Laden von E-Autos genutzt werden. Kürtens erster großer Ladepark! Mieter*innen ohne eigene Ladestation, sowie Mitarbeiter*innen des Rathauses, der Schulen und der Geschäfte in der Umgebung steht somit der sorglose Weg zum eigenen E-Auto offen. 

Patrick Pütz plant zudem in die Zukunft.  So will er schon die Vehicle-To-Grid-Anwendung (V2G) mit bedenken, die gerade auf Bundesebene in der gesetzlichen Abstimmung ist. Mit dem V2G kann das E-Auto unter Anderem genutzt werden, um das Strom-Netz zu stabilisieren. Diese Technik wird in  Großbritannien und Frankreich schon eingesetzt und ist zudem für E-Auto-Besitzer*innen finanziell interessant.

Wir sind sicher, dass dieses visionäre Projekt eine Bereicherung für Kürten sein wird und hoffentlich Andere ermutigt, zukunftsgerichtete Projekte anzugehen.

Das Antarktis-Webinar 2026 von Fridays For Future

Die Klima-Aktivistin Luisa Neubauer, der Weltumsegler Boris Herrmann und sein Team begeben sich gemeinsam auf eine spannende Reise und wir dürfen virtuell  dabei sein! Jetzt heißt es schnell sein: das Webinar findet schon am Dienstag den 13.01.2026 um 17:00 statt. Die Teilnahme ist kostenlos, Link zur Anmeldung am Ende des Artikels. 

„Im Januar wird sich eine Gruppe aus Forscher*innen, Aktivist*innen, Künstler*innen und Botschafter*innen auf den Weg machen in die Antarktis. Dafür segeln sie auf der Malizia Explorer durch die  weltbekannte Drake-Passage in die Westantarktis. Vor Ort werden Forscher*innen wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen und die Aktivist*innen auf dem Boot für den Ozean-, Meeres- und Antarktisschutz einstehen. Mit dabei ist Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die live von Bord aus im Webinar darüber berichten wird, was dort in der Antarktis erlebt werden kann, warum das sogenannte Ende der Welt in der Antarktis viel mehr der Mittelpunkt der Welt ist und warum uns alle betrifft, wie gut es den Pinguinen geht.“ 

Quelle: Fridays ForFuture

Anmeldung unter: https://fridaysforfuture.de/das-antarktis-webinar-2026

Klimabullshit-Bingo mit Jan Hegenberg

Der Autor des Spiegel-Bestsellers „Klima-Bullshit-Bingo“ kommt nach Bergisch Gladbach und macht den ultimativen Faktencheck. „Jan Hegenberg wappnet uns mit Witz und Sachverstand gegen zahlreiche im Internet und an den Stammtischen kursierende Scheinargumente zur Umwelt- und Klimathematik“.

Quelle: Klima Freunde Rhein Berg

Lohnt sich ein E-Auto?

Quelle: de.freepik.com

Selbstverständlich bedeutet ein Auto, ob als Verbrenner oder  elektrisch, in der Herstellung immer einen hohen Ressourcenverbrauch. Daher sind andere Fortbewegungsmöglichkeiten immer vorzuziehen: Zu Fuß, Fahrrad, Pedelec, S-Pedelec, Bus und Bahn. Leider kommen diese Möglichkeiten  im ländlichen Kürten und Umland häufig an ihre Grenzen. Falls es also unbedingt ein Auto sein muss, ist die vollelektrische Variante immer klimafreundlicher als das Verbrenner-Pendant. Darüber haben wir bereits berichtet.

Viele zögern dennoch den alten Verbrenner durch ein E-Auto zu ersetzen, da sie denken, dass Letzteres teurer ist.  Der YouTuber Hennig befasst sich auf seinem Kanal „Nachhaltig Verstehen“ mit dieser Frage. Er vergleicht die Betriebskosten seiner früheren Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und seines aktuellen E-Autos und muss feststellen, dass die Verbrenner immer teurer waren. 

Hennig hat ein einfaches Excel-Tool gebaut, dass Jede*r für eigene Kalkulationen nutzen kann, um herauszufinden, ob ein E-Auto wirtschaftlich nicht doch die bessere Wahl ist. Viel Spaß beim Rechnen.

Link zum  Excel-Tool:

https://docs.google.com/spreadsheets/d/1jrMpjazXX11yOF5z44XeWuAmnUP0FFNJulS1hPF1Nlc/edit?gid=2023401126#gid=2023401126

Unser erster Buchtipp: 

“Die Welt, der Wandel und ich: 12 Portionen Mut“

von Maike Sippel

Quelle: maike.sippel.de

Die reale Klimakrise verursacht in vielen von uns Gefühle der Verzweiflung, Ohnmacht und Trauer. Die Suche nach einer Antwort auf diese Gefühle, führte übrigens Gründung der IG Klima Kürten. Maike Sippel suchte auch nach ihrer Antwort. Aber lassen wir sie selber zu Wort kommen.

„Nach einem Vortrag in einer Dorfhalle im Hinterland des Bodensees meldete sich ein älterer Herr zu Wort: Ich solle doch ein Buch schreiben. Dazu, wie der Wandel in die Welt kommen kann, mit dem wir eine lebendige Zukunft sichern. Und was dieser Wandel mit uns persönlich zu tun hat. Also habe ich mich hingesetzt und geschrieben.

In meinem Buch zeige ich, warum wir in diesen Zeiten grundlegender Veränderungen nicht hilflos auf Weichenstellungen der Politik warten müssen. Wir können selbst die Segel setzen. Indem wir richtig Hand anlegen, können wir den gesellschaftlichen Wandel wahrscheinlicher machen und zugleich unsere Resilienz stärken. 

Ich präsentiere Ihnen zwölf mutige Gedanken, um die Welt zu verändern – mit Kopf, Herz und Hand. In jedem Kapitel mit einer wahren Geschichte vom Anpacken und einer Einladung zum eigenen Nachdenken und Alltagshandeln.

Dabei geht es positiv zu, undogmatisch und konkret. Vielleicht taugt das für Sie – als Handbuch für die Abenteuerreise des Wandels?“

Quelle: https://www.maike-sippel.de/

Wer nicht die  Muße für das Buch hat, dem sei ihr Vortrag bei der Evangelischen Akademie der Nordkirche empfohlen: 

Unser zweiter Buchtipp: 

„Hoffnungslos optimistisch“ von Dirk Steffens

„Lasst uns Blumen statt Müll in die Zukunft werfen“

Über die Weihnachtstage bin ich auf ein Buch des Wissenschaftsjournalisten Dirk Steffens aufmerksam geworden. „Hoffnungslos optimistisch“ lautet der Titel. Auf seinem Einband ist auch der Blumenwerfer des Street Art Künstlers Banksy zu sehen. 

Sowohl der Titel, als auch der Blumenwerfer waren Anlass dazu, dieses Buch in die Hand zu nehmen und in wenigen Tagen durchzulesen. 

Dirk Steffens ist überzeugt, dass es mehr Lösungen als Probleme gibt. Er zeigt in diesem Buch auf, dass es in schwierigen Zeiten zum Optimismus keine vernünftigen Alternative gibt. Wir müssen etwas tun. Ich kann allen dieses Buch nur ans Herz legen.

Eine Idee von Dirk Steffens möchte ich unseren Leser*innen gerne als Vorsatz für dieses Jahr mitgeben.

Er erzählt gegen Ende des Buches, dass er und seine Frau angefangen haben, jeden Tag ein Stück Müll aufzusammeln. Irgendeines, egal wo. Und obwohl sie nie darüber geredet haben, hat irgendwann im Urlaub  einer der Söhne das Gleiche getan. 

Eine solche Handlung kann anstecken und sie erreicht, dass auch ich mir vorgenommen habe, in diesem Jahr 2026, jeden Tag ein Stück Müll aufzusammeln. Und mein Mann wird es mir gleichtun.

Zusammen sind wir ungefähr 8 Milliarden Menschen auf der Welt. Wir sind so viele, wir können was verändern. Es muss nicht jede*r Müllsammeln. Jede einzelne Tat, weniger Fleisch essen, fair einkaufen, Fahrrad fahren, sich ehrenamtlich engagieren, Müll sammeln, Bäume pflanzen, scheinen klein. Aber in ihrer Gesamtheit können wir damit Veränderung erreichen. Sehen wir Umweltschutz nicht als Verzicht, sondern als Chance.

_____________________________________________

So, das war er, unser erster Newsletter im Jahr 2026. 

Wir wünschen allen unseren Leser*innen gut durch den Winter zu kommen.

Mit  allerbesten klimafreundlichen Grüßen im Namen der IG Klima Kürten,

Patrick Walraf