Newsletter Dezember

iebe Leserinnen und Leser,

das Jahr neigt sich mit der Advenstzeit, Weihnachten und Sylvester dem Ende zu. Grund genug zu fragen, wie wir diese Zeit nachhaltig gestalten können. Dies war auch  Thema unseren letzten Stammtisches. Hierzu in diesem Newsletter ein Bericht mit Anregungen und Ideen.

Zudem  möchten wir das Jahresende nutzen, um auf die Aktivitäten der IG Klima Kürten zurückzublicken und eine Bilanz zu ziehen. zudem wollen wir einen Ausblick wagen.

Wir wünschen wie stets eine nachhaltige und erbauliche Lektüre.

Oh Du nachhaltige Weihnachtszeit

So lautete das Motto unseres November-Stammtisches. In sehr ansprechender Weise arbeiteten sich Beate undd Thomas Wiemker durch die Vielfalt der Aspekte rund um das Weihnachtsfest. Es kam zu einem sehr regen Erfahrungs- und Ideenaustausch mit den anwesenden Stammtischgästen. Die folgende Folie zeigt sinnbildhaft, wie komplex das Thema ist.

Ausgehend von der Überlegung, das Viele der Anwesenden sich das ganze Jahr um Nachhaltigkeit bemühen, stellten Thomas und Beate die Frage, ob Weihnachten nicht eine Ausnahme bilden könnte. Die Auswirkungen auf Klima und Umwelt könnten doch bei so einem wichtigen Fest außer Acht gelassen werden, oder? Wir könnten es uns doch gut gehen lassen und feiern, so einen großen Unterschied mache es doch nicht aus.

Diesen Fragen wurde detailliert nachgegangen, zum Teil mit erstaunlichen und auch nachdenklich machenden Ergebnisse. Es wurden aber auch Anstöße und Anregungen gegeben, von denen im Folgenden die Rede sein wird.

Der Tannenbaum

Ein Weihnachten ohne Tannenbaum, für Viele nicht vorstellbar. Aber ist das überhaupt ein Problem? Hier einige Zahlen: 30 Mio Bäume werden jedes Jahr allein in Deutschland gefällt. Hinzu kommt der Import von ca. 2 Mio Bäume. 90 Prozent werden konventionell gespritzt und gedüngt. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf Insekten. Reste der Spritzmittel auf Bäumen werden durch die Wärme unseren Wohnungen freigesetzt, was bei empfindlichen Menschen zu Belastungen führen kann. 

Was ist die Lösung?

Regional und ökologisch angebaute Weihnachtsbäume. Der BUND hat zudem einen Einkaufsratgeber für Weihnachtsbäume herausgebracht. Hierzu der Link:

https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/feste-feiern/weihnachtsbaum-kaufen

Einige Gäste des Stammtisches erzählten von ihren ihren Alternativen. 

  • Einzelne Zweige eines sowieso vorhandenen Baumes im Garten zu einem “Baum” formen.
  • “Josef” – der alternative Weihnachtsbaum: dieser ist über viele Jahre verwendbar und kann vielfältig dekoriert werden. Der Link: https://www.hejmonti.com/josef/

“Früher war mehr Lametta”

Dieser Spruch entstammt dem Weihnachtssketch “Weihnachten bei dem Hoppenstedts” von Loriot. Aktuell stammen 80 % des erhätlichen Baumschmucks aus China. Vieles ist zudem aus Kunststoff hergestellt. Das bedeutet lange Transportwege und ökologisch unklare Herstellungsbedingungen. Dieses Problem  wird noch einmal dadurch verstärkt, dass jedes Jahr neue trendige Farbmoden kreiert werden.

Was ist die Lösung?

Beim Kauf von Weihnachtsschmuck auf hochwertige Materialien wie Holz oder Glas aus heimischer Produktion achten anstatt das Schnäppchen im Supermarkt in den Einkaufskorb zu legen. So können wir uns jedes Jahr immer wieder über schöne hochwertige Dinge freuen…. und warum nicht auch gesammelte Materialien aus der Natur nutzen? Aus farbigem Papier lassen sich in vielfältiger Art und Weise Sterne basteln.

Essen und Gesundheit 

Wir essen in der Weihnachtszeit mehr. Was in früheren Zeiten für viele Menschen einie Belohnung für die Kargheit des Speiseplans  war, macht für uns heute wenig Sinn, wir sind übers Jahr ausreichend mit Nahrung versorgt, auch wenn es leider immer noch Bundesbürger*innen gibt, die am buchstäblichen Existenzminimum nagen. Im Schnitt bis zu 1000 Gramm Gewichtszunahme sind in der Adventszeit zu verzeichnen. Teilweise werden über 6000 Kalorien pro Tag aufgenommen, ein täglicher Bedarf an  2000 Kalorien reicht. In der Zeit nach Weihnachten sind die Fitnesstudios stark ausgelastet. Wer schon versucht hat, Pfunde wegzutrainieren, weiß allerdings auch wie mühsam es ist.

Der Fleischkonsum ist deutlich höher, mit allen Folgen für das Klima. Wie wäre es, vegetarische oder vegane Alternativen auszuprobieren? Vielleicht muss nicht an allen Feiertagen Fleisch auf den Tisch.

Der „süße Teller“. 2023 167 mio Schoko Weihnachstmänner. Insbesondere die Weihnachtsmänner aus Schokolade sind nicht so nachhaltig, hier ist faire und Bio-Ware eher die Ausnahme bzw nur schwer in den normalen Superrmärkten zu finden.

70 – 80 Millionen  Liter Glühwein werden in der Adventszeit konsumiert. Dabei handelt es sich um minderwertigen Wein der zudem mit Gelatine oder Eiklar geklart wurde und somit nicht vegan ist.

Was ist die Lösung?

  • Weniger ist mehr: bewusstes Genießen, kleinere Portionen planen.  
  • Muss es immer Fleisch sein? Vegetarische oder vegane Alternativen schmecken auch lecker und schaffen Abwechslung zum Braten oder zur Gans.
  • Beim Bestücken des “süßen Tellers” auf Selbstgebackenes setzen (das kennen viele von früher).
  • Auf Zutaten achten die fair und bio sind.
  • Beim Glühwein auf Biosiegel achten, wie wäre es mit fruchtigen Alternativen wie Apfel-Holunder-Punsch, die zudem alkoholfrei sind.

Plastikverbrauch

Vieles ist in Plastik verpackt, der Tannenbaum in einem Kunststoff-Netz, der Adventskalender kommt in Folie und hat innen eine Schale aus Kunststoff. Häufig sind die Süßigkeiten einzeln verpackt. Bei 80 Millionen Adventskalendern kommt da Einiges  zusammen. Schätzungen gehen von 200.000 Tonnen Kunststoffverpackungen in der  Advents- und Weihnachtszeit aus, nur die Hälfte wird recycelt, der Rest thermisch verwertet, es wird also CO2 in die Atmosphäre emittiert.

Was ist die Lösung?

Anstatt eines Adventskalenders wiederverwendbare Säckchen aus Stoff oder Papier, die an einer Schnur aufgehängt oder im Haus verteilt werden können und über viele Jahre einen Wiedererkennungswert haben. Weihnachten ist ja bekanntlich Tradition.

Hier ein kleines “tierisches” Beispiel:

Geschenpapier

Jede und Jeder Deutsche verbraucht statistisch gesehen eine Rolle Geschenpapier pro Weihnachtsfest. Hierbei kommen 8 Tonnen Geschenkpapier zusammen. In der Regel ist dieses Papier nicht recycelbar da es bedruckt ist und dann im Restmüll entsorgt und  verbrannt werden muss. 

Was können wir tun?

Wir können erst einmal hinterfragen, ob es eine solche Fülle an Geschenken geben muss. Einige Gäste unseres Stammtisches berichteten von ihren Beobachtungen, dass insbesondere Kinder überfordert sind von der Menge an Geschenken. Ein  Paket nach dem Anderen wird aufgerissen und dann beiseite gelegt. Vielleicht müssen wir Erwachsenen umdenken: wir müssen nicht durch immer Mehr unsere Liebe beweisen. 

Zeit und Aktionen schenken: was ist das Kostbarste in Familien? Die gemeinsam verbrachte Zeit, zum Beispiel beim Besuch eines Kindertheaters. 

Wir können die dann die geringere Anzahl an wertigen Geschenken in nachhaltiges Geschenkpapier (hierzu gibt es einige nachhaltige Anbieter), in Tüchern (mehrere Jahre verwendbar) oder in Zeitungspapier einpacken. 

Transport

Durch viele Onlinebestellungen werden zu Weihnachten 715 Millionen Pakete in Deutschland transportiert, eine Knochenarbeit für die Mitarbeiter*innen der Logistik-Branche. Diese muss zu Weihnachten zusätzliche Fahrzeuge anmieten, zumeist mit Verbrennungsmotor ausgestattet. 

Was können wir tun?

Wenn möglich, lieber beim lokalen Händler kaufen. 

Der Stromverbrauch

Die Lichterketten in der Advenstzeit und Wehnachten verbrauchen laut dem Stromanbieter Lichtblick soviel wie eine mittlere Großstadt in einem Jahr. Am 1.  Weihnachtstag liegt der Stromverbrauch um 25 % höher als an vergleichbaren Wochentagen!  

Die Lichtverschmutzung irritiert nachaktive Tiere. 

Was können wir tun?

Der konsequente Umstieg auf LEDs kann den Verbrauch um 90 % senken. Allerdings besteht die Gefahr eines sogenannten Rebound-Effektes. Dies bedeutet, dass die Lichterketten durchgehend angelassen werden, da sie sowieso wenig verbrauchen. Daher: nachts oder bei Abwesenheit abschalten. Das hilft überdies die Lichtverschmutzung eindämmen… vielleicht können wir dann nachts bei klarem Himmel die “Lichterketten” am Himmel wieder besser sehen.

Die Heizkosten

An den Weihnachtstagen wollen es natürlich alle behaglich haben. Daher wird vor dem Fest ordentlich eingeheizt. Durch das Kochen  und eine große Anzahl an Besuchern, die auch den Raum erwärmen, wird es dann nach einigen Stunden unerträglich warm und die Fenster werden aufgerissen. 

Was können wir tun?

1% Erhöhung der Raumtemperatur bedeutet 5 % Mehrverbrauch, daher lieber ein Grad kälter an Weihnachten, da durch das Kochen und die Gäste viele Wärmequellen zusätzlich für ein Aufheizen sorgen.

Der Weihnachtsstress

Viele Menschen sind vor und an Weihnachten gestresst. Hier ein Weihnachtsmarkt, dort eine Weihnachtsfeier, dann die vielen Einkäufe, das Haus dekorieren… Die Angst etwas zu vergessen, unsere To-Do-Liste ist lang.

Bevor wir in hektische Betriebsamkeit verfallen, sollten wir daher innehalten und uns daher 3 Fragen stellen:

  • Was steht an?
  • Was davon will ich wirklich?
  • Wie kann es anders gehen?

Wie geht es nach Weihnachten weiter?

Wir können dann nach Weihnachten unsere Erfahrungen mit einem nachhaltigeren und gesünderen  Weihnachten reflektieren und eventuell die eine oder neue Verhaltensweise mit ins neue Jahr übernehmen.

IG Klima Jahresrückblick

Bei unserem Dezember-Plenum haben wir uns Zeit genommen um zurückzublicken auf das Jahr 2024 und unsere Aktivitäten. Wir waren überrascht, wie viele es waren..

Einen roten Faden bildeten unsere Stammtische, insgesamt sieben an der Zahl. Die Stammtische fanden in der Gaststätte “zur Alten Ulme” statt. Begonnen hatten wir mit dem Biodiversitäts-Thema unter dem Motto “Blümchen für alle”. Weiter haben wir uns mit den Themen Balkonsolar, dem PKW-Antrieb der Zukunft und dem effizienten und klimafreundlichen Heizen befasst. Zu Gast war Anne Risse, die Klimafolgenanpassungsmanagerin der Gemeinde Kürten und sprach über Vorsorgemöglicheiten  für Hausbesitzer*innen. Im Oktober gab es dann ein veganes Kochen und zuletzt den Stammtisch “Oh Du nachhaltige Weihnachtszeit”. Zu allen Stammtischen gab es jeweils einen ausführlichen Bericht im Newsletter des Folgemonats. Wer noch einmal nachlesen möchte kann dies in unserem Archiv tun das auf unserer Homepage unter “Archiv” zu finden ist.

Im April veranstalteten wir mit der Gemeinde Kürten ein Benefizkonzert mit dem Komponisten und Pianisten Roland Vossebrecker bei dem ca. 450,- € für “Brot für die Welt” zusammenkamen.

Unser Sommerkino mit dem Film “Everything will change” mit anschließender Diskussion war publikumsmäßig ein großer Erfolg. Der Kino-Abend fand in Kollaboration mit dem Naturgarten e. V., dem NABU, der BUND Jugend und der  Gemeinde Kürten statt.

Neben solchen öffentlichen Aktionen, gab es auch viele Bemühungen und Kontakte zu verschiedenen Themen der Energiewende: gemeinsam mit der IG Kürten und der IG Eichhof der Versuch, Straßen NRW dazu zu bewegen, im Rahmen der Sanierung der L 286 einen echten kombinierten Geh- und Radweg zwischen Kürten-Eichhof und Kürten-Ort  zu errichten. Auch die Politik bemühte sich in die Richtung. Das Ergebnis ist ein Fußgängerweg mit dem Zusatzschild “Radfahrer frei”. Aus unserer Sicht eine suboptimale Lösung, da Radfahrende nur im Schritttempo fahren dürfen – wobei dieses nicht genau definiert ist. Immerhin beobachten wir, dass dieser Weg nun viel intensiver genutzt wird. Dies ist ein Beweis dafür, dass wir in Kürten Radwege benötigen. Wir werden uns in Zukunft vehement dafür einsetzen.

Weiter haben wir uns mit dem Thema Energiegenossenschaft befasst. Aufgrund des für eine Gründung erforderlichen  intensiven zeitlichen und personellen Aufwandes haben wir uns erst einmal dagegen entschieden und haben vielmehr einen Kontakt zwischen der Gemeinde Kürten und der BEGGL (Bürger-Energie-Genossenschaft Bergisch Gladbach) hergestellt. Die Gemeinde Kürten hat darafhin beschlossen Mitglied dieser Genossenschaft zu werden. Weiter sind Planungen im Gange, zu überprüfen, welche kommunalen Liegenschaften für Photovoltaik geeignet sind.

Ein weiteres großes Thema das uns beschäftigte, ist der Neubau eines REWE-Marktes sowie eines Rossman-Drogeriemarktes in Kürten neben dem bisherigen REWE-Standort. Wir sehen dieses Vorhaben sehr kritisch, da eine  weitere sülznahe Fläche bebaut  wird und wir Sorge haben, dass bei weiteren durch den Klimawandel bedingten Hochwasser-Ereignissen, die Sülz nicht mehr genügend Fläche für ihre Ausbreitung hat und die flussabwärts gelegenen Anrainer noch mehr in Mitleidenschaft werden als es zum Beispiel 2021 der Fall war. Unsere Flüsse brauchen Überflutungsflächen. Daher lehnen wir jede weitere flussnahe Bebauung ab. 

Die Aktion Kippendosen ann Bushaltestellen hatte inen gemischten Erfolg. Zwar wurden die Dosen von den Raucher*innen gut angenommen, allerdings gab es auch Schäden durch Vandalismus. An unserem Kreativwettbewerb “für ein sauberes Kürten” nahmen leider nur wenige  Bewerber*innen teil. Wir werden die Ergebnisse der Preisträger*innen im kommenden Jahr veröffentlichen.

Wie geht es in 2025 weiter?

Aktuell sind wir in der Planungsphase, welche Schwerpunkte wir in 2025 setzen möchten. Zu den beiden beiden Wahlen werden wir sicherlich Aktionen planen. Gesetzt ist eine Filmvorführung, sowie die Beschäftigung mit dem  REWE-Neubau und die Radwege-Planung. Wer neugierig ist, kann gerne zum unserem nächsten Plenum kommen. 

Der Termin: 09.01.2025, 19.30 Uhr

Ort: Jugendheim in Dürscheid, Kirchberg 3

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Soweit erst einmal mit unseren News und Berichten.

Wir möchten Allen von  Herzen eine gesegnete, nachhaltige und bewusst erlebte Weihnachtszeit wünschen und freuen uns auf ein gemeinsames neue Jahr 2025.

Mit allerbesten klimafreundlichen Grüßen,

Patrick Walraf (Sprecher IG Klima Kürten)