Newsletter Oktober

Weltkindertag in Kürten

Am 21.09. fand der Weltkindertag in Kürten statt. Eine Vielfalt an Kürtener Vereinen und Initiativen hatte ihre Stände auf dem Platz vor dem K 51 aufgebaut. Auf  und vor der Bühne gab es viele schöne Darbietungen unter Anderen von Tanzgruppen und von der Musikschule Kürten. 

Auch die IG Klima Kürten war dieses Mal wieder anwesend mit einem Stand. Es standen verschiedene Mitmach-Angebote zur Verfügung, zum Beispiel eine Fühl-Box mit  Naturmaterialien aus dem Wald und ein Riech-Ratespiel. Auch gab es Preise: Natur-Bildkarten, Leinentaschen und selbst gepflückte Äpfel aus Kürten Herweg. Hierbei handelte es sich zum Teil um alte Apfelsorten. Hier ein herzliches Dankeschön an Michael Müller, der die Apfelwiesen betreut.

Die  Stimmung war heiter, was sicherlich durch das sonnige Wetter begünstigt wurde. So gab es für uns viele schöne Begegnungen mit den anwesenden Kindern die bei uns den Stand erkunden wollten und einige  Gespräche mit interessierten Eltern.

Vielen Dank an die Organisator*innen der Gemeinde Kürten, die seit einigen Jahren den Weltkindertag nach Kürten gebracht haben.

IG Klima–Stand bei der VeranstaltungRichtig Heizen mit Holz –  Infoveranstaltungen für Ofenbesitzerinnen und Ofenbesitzer”

Am 19.09.2024 fand im Bürgerhaus Kürten die Veranstaltung “Richtig Heizen mit Holz” statt. Die IG Klima Kürten stellte sich auch hier mit einem Stand vor.  So konnten wir vor der Veranstaltung interessante Gespräche mit Mitbürger*innen führen.

Das Heizen mit Holz kann nur eine Nische darstellen, da dieser Rohstoff kostbar ist und für andere Anwendungen dringend benötigt wird. Der Sinn dieser Veranstaltung bestand also auch darin, einen effizenten Umgang mit Brennholz zu vermitteln. In diesem Zusammenhang bestand auch die Möglichkeit einen online angebotenen “Ofenführerschein” zu machen.

Stammtisch “effizient und kostengünstig heizen”

Am 26.09.2024 ging es im Klima-Stammtisch „Los mer kalle“ wiederum ums Heizen. Unter dem Motto „effizient und kostengünstig heizen“ wurden zu Anfang verschiedenen Arten von Energiequellen verglichen. 

Hierzu eine tabellarische Auflistung:

Wasserstoff wird häufig als Alternative zu Erdgas gesehen. Zu bedenken ist allerdings, dass viele Industriebereiche dringend Wasserstoff zur Dekarbonierung benötigen, die Stahlwerke etwa zur Herstellung von „grünem Stahl“. Aktuell sind zudem kaum Mengen an grünem, d.h. aus regenerativen Energien gewonnenem Wasserstoff verfügbar. Zudem entstehen bei der Herstellung von Wasserstoff relativ hohe Verluste an Primärenergie (Strom), so dass in der Regel nur noch ca. 30 Prozent der ursprünglichen Energie zur Verfügung stehen. Wasserstoff wird dadurch fürs Heizen ineffizient.

Diese Probleme ergeben sich auch bei E-Fuels oder synthetischen Gasen. Auch hier sind eine geringe Energieeffizienz und die Konkurrenz zu anderen Bereichen, hier der Flugverkehr und die Industrie problematisch.

Was ist aber mit Holz? Hier ist das Problem der geringen Verfügbarkeit ausschlaggebend. So würden wir nicht alle Haushalte in Kürten mit regional hergestelltem Holz beheizen können, das Heizen mit Holz wird eine Nische bleiben. 

Und die Biomasse? Die benötigte Anbaufläche für Biomasse (sogenannte Energiepflanzen zur Erzeuung von Biogas) würde nicht ausreichen. Das IFEU-Institut hat für die Mobilität errechnet, wieviel Fläche zur Erzeugung einer bestimmten Menge an Energie benötigt wird. Würden wir auf Biomasse setzen, würden wir die dreißigfache Fläche brauchen im Vergleich zur Photovoltaik. Diese Daten lassen sich aufgrund der vergleichbaren Energiedichte auch auf Biogas übertragen.

Ist Fernwärme für uns eine Alternative? Fernwärmenetze machen nur bei dichter Bebauung Sinn. Der Ausbau eines Fernwärmenetzes in Kürten würde aufgrund der im Vergleich zu Städten geringeren Haushaltsdichte pro Fläche hohe Kosten verursachen. Die Erschließungskosten  für ein Fernwärmenetz betragen laut Prof. Quaschning, ca. 1000 Euro/Meter. 

Das Heizen mit Öl und Gas ist bedingt durch die CO2-Emissionen und die Abhängigkeit von Importen ein Auslaufmodell.

Was bleibt? Hier lohnt sich ein Blick zu den nordischen Nachbarn. 

Darf ich vorstellen?

Ein Norweger.

DieTemperaturen in seinem  Land sind deutlich niedriger wie bei uns in Deutschland. Die Wärmepumpe ist dort sehr verbreitet und funktioniert!  

In  der Graphik sind die Zubau-Zahlen für das Jahr 2022 in Europa zu sehen. Auffallend sind die skandinavischen Länder an der Spitze. Dies ist ein Beleg, dass die Technologie funktioniert. Prof. Dr. Volker Quaschning, der diesen Sommer in Norwegen war, berichtet von 50 % installierten Wärmepumpen in Norwegen im Gebäudebestand. Es ist nicht anzunehmen, dass die Skandinaven sich für eine nicht funktionierende Technologie entschieden hätten… und warum sollte sie ausgerechnet in Deutschland nicht funktionieren?

Was ist eine Wärmepumpe?

Funktionsweise einer Wärmepumpe

Die Funktionsweise einer Wärmepumpe ist uns allen vertraut, denn alle Haushalte haben bereits eine in der Küche, den Kühlschrank. Eine Wärmepumpe arbeitet nach genau demselben Prinzip, bloß  dass sie einem außerhalb des  Hauses befindlichen Medium Energie entzieht, dieses kann das Erdreich, Wasser oder die Umgebungsluft sein. 

Die Wärmepumpe bedient sich eines Wärmeträgers, das bei einer sehr niedrigen Temperatur den Aggregatzustand von flüssig zu gasförmig wechselt. Aktuell wird R290, Propan verwendet, dieses verdampft bei – 42 Grad. Dieses Kältemittel nimmt dabei die Restwärme der Außenluft im Außengerät  der Wärmepumpe auf und wird dann in einem Kompressor verdichtet und verflüssigt (den Kompressor  kennen wir auch beim Kühlschrank, das ist das Teil was zeitweilig leise hörbar angeht). Das Propan hat nun viel Energie aufgenommen, diese wird dann über einen Wärmetauscher auf ein Medium im Haus, in der Regel das Heizungswasser übertragen. Das  Kältemittel wird dann in einem speziellen Ventil „entspannt“, verdampft dabei wieder und kann dann in den Flächenrippen im Außengerät wieder die Energie der Außenluft aufnehmen. Dieser Kreislauf setzt sich fort. Die Wärmepumpe benötigt fürs Verdichten elektrische Energie. Die Effizienz der Wärmepumpe rührt daher, dass sie mit einer kWh (steht für Kilowattstunde) Strom zwischen 3 und 5 kWh Wärme bereitstellen  kann. Zum Vergleich: alle anderen Heizungstypen machen im besten Falle aus einer kWh Energie eine kWh Wärme. 

Die Mythen rund um die Wärmepumpe (Quelle: utopia.de)

Lüge Nr. 1: Die Wärmepumpe funktioniert nur mit Fußbodenheizungen

→ Richtig  ist: Die Wärmepumpe funktioniert am effizientesten bei niedrigen. Wärmepumpen werden effizienter (zum Beispiel durch R 290 – Propan – als Kältemittel) und kommen in halbwegs gut gedämmten Häusern inzwischen auch mit Heizkörpern gut klar.

→ Sinnvoll ist es meist aber, zumindest ganz alte Rippenheizkörper durch sogenannte Kompakt- oder Flächenheizkörper zu ersetzen. Und: Je größer neue Heizkörper dimensioniert sind, desto effizienter kann eine Wärmepumpe arbeiten.

Lüge Nr. 2: Die Wärmepumpe eignet sich nicht für Altbauten

→ „Entscheidend ist es, die Vorlauftemperaturen über kosteneffiziente Maßnahmen soweit herunterzubringen, dass der wirtschaftlich und energetisch zufriedenstellende Betrieb gewährleistet werden kann.“ (laut BWP)

→ Mehrere Studien zeigen inzwischen, dass sich mehr Altbauen für Wärmepumpen eignen als bisher gemeinhin angenommen.

Eine Faustregel hierzu: in einem Gebäude mit einem Energieverbrauch unter 150 KWh im Jahr pro Quadratmeter Grundfläche, kann sich eine Wärmepumpe prinzipiell lohnen. Ebenso für Häuser, die mit einer Vorlauftemperatur von rund 50 Grad Celsius ausreichend beheizt werden können. Viele Häuser,  die in den letzten Jahrzehnten energetisch saniert wurden, erreichen diese Werte.

Lüge Nr. 3: Die Wärmepumpe ist zu teuer

→ Ja, der Einbau einer Wärmepumpe ist teurer als der einer Gasheizung. „Als groben Richtwert nennt der BWP rund 30.000 Euro für eine Luft-Wärmepumpe. Eine neue GAsheizung schlägt dabeit mit 12.000 bis 14.000,- € zu Buche.

→     Aber: es gibt hohe staatliche Förderungen für den Einbau von Wärmepumpen. 30 bis 70 Prozent der Investitionskosten werden gefördert (siehe Tabelle weiter unten).

→ Je nach Höhe der in Anspruch genommenen Förderung kann sich eine Wärmepumpe nach drei bis zwölf Jahren, mit einer zusätzlichen Photovoltaik- Anlage nach ein bis neun Jahren amortisieren. Natürlich kann in den Wintermonaten die PV-Anlage keine nennenswerten Strommengen liefern. Dies sieht aber in unseren Breitengraden in den häufig noch kalten aber teils schon sonnigen Übergangs-monaten Februar bis April/Mai anders aus.

Lüge Nr. 4: Die Wärmepumpe ist ein Stromfresser

→ Typischerweise liegt die JAZ für moderne Wärmepumpen bei 3 bis 5. Das heißt, dass eine Wärmepumpe aus 1 kWh Strom im Mittel etwa 4 kWh Wärme herstellt. 

→ Für die meisten deutschen Einfamilienhäuser  sollte man – zumindest im unsanierten Zustand – mit einem Bedarf von etwa 5.000 kWh/Jahr rechnen. Jede Sanierungsmaßnahme, z. B. neue Fenster, Dachboden- oder Kellerdeckendämmung senkt diesen Verbrauch.

→ Zum Vergleich: Bei einer Gasheizung liegt der Verbrauch in diesem Einfamilienhaus meist grob zwischen 15.000 und 25.000 kWh/Jahr.

Hierzu ein Tipp:

→ Spezielle Wärmepumpen-Stromtarife sind oft günstiger als der normale Haushaltsstrom. 

→ Die„smarte“ d. h. intelligente Nutzung von sogenannten dynamischen Stromtarifen kann auch Kosten sparen.

Hier eine Beispielrechnung (Recherche Check24 und Tibber)

Haushaltsstrom (30 ct. – 5000 kWh): 1500,- €

        Wärmepumpenstrom (23ct. – 5000 kWh): 1150,- € 

        Dynamischer Stromtarif (23 ct. – 5000 kWh): 1150,- €

       Gas                (9ct.- 18.000 kWh): 1620,- €

Wie funktioniert die Nutzung eines dynamischen Stromtarifs?

Die Nutzung eines dynamischen Stromtarifs benötigt eine  Wärmepumpe, welche die aktuellen Börsenstrom-Tarife „lesen“ kann. Was macht eine solche intelligente Wärmepumpe mit den Daten? Wenn der Strom günstig ist (z. B. durch viel Windstrom im Winter), erhöht sie leicht die Temperatur im Haus, das nun als Wärmespeicher dient. Ist der Strom teuer, senkt die Wärmepumpe ihre Leistung wieder ab. Natürlich muss niemand frieren, diese Option ist einstellbar. Leider bieten noch nicht alle Wärmepumpenhersteller diese intelligente Option. 

Lüge Nr. 5: Die Wärmepumpe ist gar nicht klimafreundlich

→ Kohle und Gas in der Stromerzeugung sind klimaschädlich. Ist die Wärmepumpe dadurch klimaschädlicher als ÖL und Gas? Die Wärmepumpe bezieht, wie bereits geschildert, nur rund ein drittel bis Viertel ihrer Energie überhaupt aus Strom, der aktuell wiederum zu 60 Prozent erneuerbar ist. Der Rest ist klimafreundliche Umgebungsenergie.

→ Eine Gas- oder Ölheizung dagegen läuft immer mit 100 % klimaschädlichen Energieträgern.

→ Der Anteil der Erneuerbaren wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zunehmen – bereits 2030 soll er bei 80 Prozent liegen. 

Wärmepumpen-Förderung 2024

Die Bundesregierung fördert die Anschaffung von Wärmepumpen. In der Regel sind 55  % Förderung möglich. Bei niedrigem Einkommen sogar in einer Höhe von bis zu 70 % des Anschaffungspreise. Die Handwerksbetriebe kümmern sich in der Regel um die Beantragung und Abwicklung der Formalitäten.

Hierzu die Tabelle:

Alternativen zur Wärmepumpen

Gibt es vielleicht auch Alternativen zur Wärmepumpe? Ja: Wärmepumpen! In vielen, auch nordischen Ländern werden Klimaanlagen, sogenannte Luft-Luft-Wärmepumpen installiert. Klimaanlagen sind nämlich auch Wärmepumpen!  Sie funktionieren fast genauso effizient, wie die großen Schwestern, erwärmen – oder kühlen – die Innenluft direkt. Sie kosten weniger als die große Wärmepumpe und können zum Beispiel einen Großteil des Betriebs von Öl- oder Gas-Anlagen übernehmen, so dass Letztere vielleicht nur noch bei sehr niedrigenTemperaturen zum Einsatz  kommen müssen. Dies spart Brennstoff und macht die Wärmeversorgung des eigenen Hauses effizient.

Eine weitere Variante ist die Brauchwasser-Wämepumpe. Diese kann zum Beispiel in Kellern installiert,  wo sie der Raumluft Wärme entzieht und Warmwasser bereithält. Die Brauchwasser-Wärmepumpen entsprechen in ihrer Größe den häufig verbauten Trinwasserspeichern der bisherigen Öl- oder Gasheizung.

Tipps und Empfehlungen 

→ „Probebetrieb“: Absenken der Vorlauftemperatur der Gas-/Ölheizung auf 55 Grad oder darunter. Wenn das Haus noch warm wird, kann es mit einer Wärmepumpe funktionieren. 

→ Eine weitere Möglichkeit ist die Inanspruchnahme einer Energieberatung, z. B. über die Verbraucherzentrale. 

→ Nachbarn fragen, die vielleicht sogar in einem vergleichbaren Haus eine Wärmepumpe eingebaut und  Erfahrung mit Handwerksbetrieben haben.

→ Mehrere Angebote einholen. Der Vergleich ist häufig aufschlussreich.

→ Auf Kältemittel R 290 (Propan) achten.   

→ Überprüfen ob das anvisierte Wärmepumpenmodell dynamische Strompreise verarbeiten kann?

→ Die Seite www.heizreport.de bietet die Möglichkeit einer sogenannten Heizlastberechnung. Dieses Tool ist auch für Laien gut nutzbar, der Zeitaufwand beträgt ca. 2 – 3 Stunden für ein Einfamilienhaus. Solche eine  Berechnung ist erforderlich, um die genaue Heizlast und somit die Größe der Wärmepumpe festzulegen. Das Ergebnis listet auch Verbesserungsmaßnahmen wie den Einbau von größeren Heizkörpern auf.

So, das war es erst einmal wieder mit News und Infos rund ums Klima und das, was wir tun können, um unsere Lebensgrundlagen zu schützen.


Wir wünschen allen einen farbenfrohen Herbst, den Mut klimafreundliche Entscheidungen zu treffen und Ruhephasen in diesen bewegten Zeiten.

Mit alllerbesten klimafreundlichen Grüßen,

Patrick Walraf (Sprecher IG Klima Kürten)

Newsletter September

Stammtisch Klimafolgenanpassung

Am 29. August war Anne-Sophie Risse, die Klimafolgenanpassungsmanagerin der Gemeinde Kürten, bei unserem Stammtisch zu Gast. Einem informativen Kurzvortrag folgte eine angeregte Diskussion mit einem Dutzend Teilnehmer*innen des Stammtisches.

Am Anfang war die Frage zu klären, ob die Folgen des Klimawandels überhaupt in Kürten zu spüren sind. Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) belegen für die letzten Jahrzehnte eine Zunahme des Niederschlags in unserer Gemeinde. Dabei erhöhte sich auch die Anzahl an extremen Niederschlägen. Hier seien das Hochwasser im Juli 2021 und auch die in diesen Sommer vermehrt auftretenden Starkregenereignisse zu nennen. Andererseits erinnern wir uns aber auch an sehr trockene Jahre, in denen insbesondere große Waldschäden durch den Borkenkäfer entstanden sind.

Dies alles bedeutet zum Einen, dass wir uns vor Überschwemmungen schützen, andererseits aber um die Speicherung von Wasser kümmern müssen.

Anne-Sophie Risse erläuterte, dass die Gemeinde Kürten  in der Planung ist, ein Starkregenvorsorgekonzept zu erarbeiten  – die Idee entstand durch die Kommunika-tion mit anderen Gemeinden in der Umgebung, dem Kreis, sowie in internen Absprachen zwischen den Ämtern in Kürten. 

Die Klimafolgenanpassungsmanagerin erläuterte aber auch, dass die Gemeinde nur eine begrenzte Handhabe und Zuständigkeit hat im Hinblick auf den Privatbesitz von Bürgerinnen und Bürgern. Hier seien die Besitzerinnen und Besitzer gefragt.

Daher wurde in ihrem Vortrag ein Modellhaus betrachtet: Was sind denn nun die neuralgischen Punkte an solch einem Gebäude? Zu nennen sind hier Abgänge, nach unten führende  Treppen, ebenerdige Eingänge und tiefliegende Kellerfenster  und Lichtschächte. Insbesondere in Verbindung mit einem Gefälle des Grundstücks zum Haus hin, erhöht sich die Gefahr,  dass Wasser ins Gebäude eindringen könnte. Dies bedeutet, dass Hausbesitzerinnen und -besitzer hier ansetzen und Vorsorge  treffen müssen.

Zudem kann die Gestaltung von Grundstücken auch helfen große Wassermassen aufzunehmen. Kontraproduktiv sind hier versiegelte Flächen und Schottergärten, wohingegen begrünte unversiegelte Flächen eine höhere Aufnahmekapazität für Wasser haben. Des Weiteren können sich Dachbegrünungen günstig auswirken, diese sorgen auch für eine bessere Klimatisierung unserer Häuser. Sie sind übrigens auch mit Photovoltaik-Anlagen kombinierbar.


Eine Checkliste der Gemeinde Kürten mit dem Titel „Schutz für Ihr Eigenheim – Klimaanpassung als Eigenvorsorge, Praxistipps der Gemeinde Kürten“ ist in Vorbereitung und wird am 19.09.2024 bei der Veranstaltung „Richtig Heizen mit Holz“ im Bürgerhaus der Gemeinde zur kostenfreien Mitnahme erstmals veröffentlicht. Die Checkliste ist im Anschluss weiterhin über das Planungsamt Kürten bzw. die Internetseite verfügbar:

In dem sich an den Vortrag anschließenden Austausch, drückten Bürgerinnen und Bürger ihre Sorge im Zusammenhang mit der weiteren Bebauung und Versiegelung von Flächen entlang der Sülz aus. Hier wurde auch der geplante Neubau eines Supermarktes in Kürten an der Sülz sehr kritisch gesehen. Ist es in Zeiten von Wetterextremen nicht richtig und wichtig, der Sülz genügend Überflutungsflächen zu lassen und die Anwohner und Anrainer der Tallagen zu schützen?

Die Teilnehmer des Stammtisches zeigten sich über den Austausch zufrieden und nahmen sicherlich die eine oder andere Anregung auf.

Effizient und preisstabil heizen –

wie kann das gehen?

Unser nächster Stammtisch befasst sich mit der Wärmepumpe, der effizientesten Arrt zu heizen. Wir möchten detailliert über diese Zukunftstechnologie informieren, die zum Beispiel in skandinavischen Ländern sehr verbreitet ist.

Termin: 26.09.2024, 19:30 Uhr

Ort:       Gaststätte zur Alten Ulme in Kürten, hinterer Raum

Wir freuen uns auf einen interessanten Abend mit Euch/Ihnen.

Termine, Termine!

Wer mit Mitgliedern der IG Klima gerne direkt reden möchte, kann dies bei  zwei Veranstaltungen im September tun.

Am 19.09.2024 ab 18:00 Uhr sind wir mit einem Stand  bei dem Info-Abend der Gemeinde Kürten “Besser Heizen mit Holz” im Bürgerhaus  vertreten.

Zwei Tage später, am 21.09.2024 ab 14:00 Uhr, ist Weltkindertag auf dem Platz vor dem K 51 in Kürten an der Bergstraße. Auch dort sind wir an einem Stand zu finden und möchten mit Klein und Groß ins Spielen – und reden – kommen. 

Laufen für den Frieden

Aktive der IG Klima und der Initiative für Klimagerechtigkeit laufen  und sammeln mit ihren Kilometern Spenden. Hannah, Simon und Roland treten am 22. September in Bonn wieder zum #ZeroHungerRun der Welthungerhilfe an: “Wir haben so unseren sportlichen Ehrgeiz 😉, vor allem aber freuen wir uns auf und über alle Spenden für ein bisschen mehr Gerechtigkeit”.

”Eure Spenden sind unsere Motivation! 10 Kilometer für eine ein bisschen gerechtere Welt”.

Hier der Link zum Spendenportal:

https://www.betterplace.org/de/fundraising-events/47379-wir-laufen-fuer-klimagerechtigkeit

Globaler Klimastreik

Fridays for Future fordert Klimagerechtigkeit: “2015 haben sich alle UN-Staaten im Pariser Klimaschutzabkommen eigentlich dazu verpflichtet, leider passiert trotzdem viel zu wenig. Wir fordern das die Regierungen ihre Versprechen einhalten und uns eine krisenarme Zukunft ermöglichen.”

Was sind die Forderungen? 

“Dafür brauchen wir sofort eine sicheren Plan, um die globale Erwärmung auf unter 1,5°C  im Vergleich zum vorindustriellen Niveauzu begrenzen und die katastrophalen Auswirkungen der Klimakrise zu verhindern. Dabei ist es uns wichtig, neben Klimaschutz auch globale Gerechtigkeit für alle zu gewährleisten. Dafür müssen wir auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse hören und uns hinter der Wissenschaft vereinen, um fundierte Entscheidungen zum Schutz unseres Planeten und damit der Zukunft der Menschheit zu treffen.”

Eine Gruppe von Aktiven wird am 20.09.2024 nach Köln fahren, um dort mit zu demonstrieren. Wer möchte, kann sich gerne spontan anschließen.

Gemeinsame Anfahrt mit der S-Bahn ab Bergisch Gladbach,Treffpunkt 15 Uhr am S-Bahnhof. 

Beginn der Demo in Köln an der Komödienstraße um 16:00 Uhr.

Klimamonologe – Geschichten aus  der Klimakrise

Auf der Homepage des Theas-Theaters sind folgende Informationen zu dem Stück zu finden:

“Die KLIMA-MONOLOGE von WORT und HERZSCHLAG erzählen von den Folgen des Klimawandels auf Menschen in verschiedenen Ländern der Erde und vom weltweiten Kampf von Aktivist*innen gegen die globale Erderwärmung. Autor und Regisseur Michael Ruf führt Interviews, die mehrere Stunden, teils mehrere Tage dauern. Diese Interviews verkürzt und verdichtet er zu Monologen, ohne etwas hinzuzuerfinden oder die sprachliche Ausdrucksweise zu verändern. Die so entstandenen Monologe sind sehr ausdrucksstark. Es ist, als ob die Schauspieler*innen die Menschen im Publikum direkt ansprechen, ihnen die Hand reichen und sie reinziehen in eine Welt, die die Zuschauer*innen von nun an nicht mehr kalt lassen wird. Es sind erschütternde Geschichten, die auch deshalb so stark wirken, weil sie echt sind. Man begreift die Dimensionen und Folgen des Klimawandels hier ganz anders als in den Nachrichten: Stück für Stück wird man hineingezogen in diese eindringliche und trotz allem poetische Erzählung aus den Lebensrealitäten der Menschen, die oft zu wenig gehört werden. Die Bilder setzen sich im Kopf fest und fordern zum Handeln auf.

Im Anschluss findet ein Publikumsgespräch mit Vertretern von Wort und Herzschlag und Experten der „Initiative Klimagerecht leben“ statt.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation vom THEAS THEATER mit der INITIATIVE KLMAGERECHT LEBEN. Die Veranstaltung wird ermöglicht durch Unterstützung der VR Bank Bergisch Gladbach-Leverkusen.”

Soweit erst einmal mit unseren Klima-News. 

Wir wünschen allen einen bunten Herbstbeginn.

Patrick Walraf, Sprecher der IG Klima Kürten

Newsletter August

Liebe klimainteressierte Kürtenerinnen und Kürtener,

Die Sommerferien sind nun beendet, wir hoffen, dass alle im – hoffentlich klimafreundlichen – Urlaub Muße finden konnten. Nun geht es mit frischen Kräften wieder in den Alltag und wir möchten Euch/Ihnen unsere aktuellen Aktivitäten vorstellen. 

Zudem gibt es einen Kurzbericht über Reisen mit dem E-Auto. Des Weiteren grundlegenden Gedanken,  warum all die Wenden im Energie-,Mobilitäts- und Wärmesektor notwendig sind, um unseren Planeten nicht immer wieder zu überlasten und die Lebensgrundlagen unserer Kinder und Enkelkinder  zu gefährden. 

Wir empfehlen gute Bücher und weisen auf Berichte in den Medien hin,die das eine oder andere Thema  aufgreifen. 

Wir wünschen eine nachhaltig anregende Lektüre!

Wer diese Info-Mail nicht mehr erhalten möchte, kann sich per Mail abmelden unter: info(at)klima-kuerten.de


Ziele der IG Klima Kürten

Die IG Klima Kürten setzt sich vor Ort für die Umsetzung der Energie-,Wärme- und Mobilitäts-Wende, sowie für den Schutz der Biodiversität und für die Förderung der Nachhaltigkeit ein. Wenn Ihr/Sie mehr über unsere Arbeit erfahren oder gerne mit einsteigen möchten, können Sie unter info@klima-kuerten.deKontakt aufnehmen.  

Wir freuen uns über Verstärkung. 

PatrickWalraf (Sprecher IG Klima Kürten)



Stammtisch der IG Klima Kürten zum Thema Klimafolgenanpassung

Unser nächster Stammtisch findet am 29.07.2024 um 19:30 Uhr wie gewohnt in der Gaststätte „zur Alten Ulme“ statt. Wir alle erinnern uns an das Juli-Hochwasser im Jahr 2021 und an immer häufigere Wetterextreme, wie Starkregen und Trockenheit in Kürten. 

Anne-Sophie Risse, die Klimafolgenanpassungsmanager der Gemeinde Kürten wird  beim Stammtisch der IG Klima Kürten anwesend sein. Sie wird einen Impuls zum Thema Vorsorge für Eigenheime in Bezug auf Klimafolgen geben, wobei die aktuellen Herausforderungen in Kürten insbesondere Starkregenereignisse und Hitzeperioden umfassen.


Der Kurzvortrag wird praktische Tipps und Strategien zur Anpassung an diese klimatischen Veränderungen bieten. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit, in eine offene Diskussion einzusteigen und Fragen zu stellen.

Auch der Rheinisch-Bergische Kreis bietet eine Bürgerinformationsveranstaltung zu dem Thema an:

Klimawandel, Starkregen und Überflutung -wie schütze ich meine Immobilie?

mit TV-Meteorologe Karsten Schwanke

Mit dem Klimawandel werden auch Extremwetterereignisse, wie Starkregen und Überflutungen, immer häufiger vorkommen – auch im Rheinisch-Bergischen Kreis. Um Bürgerinnen und Bürger bestmöglich auf solche Ereignisse vorzubereiten, findet am Dienstag, den 20. August ab 17 Uhr im Kreishaus, Am Rübezahlwald 7 in Bergisch Gladbach, die Informationsveranstaltung statt.

Für das Programm konnte auch der bekannte Fernseh-Meteorologe Karsten Schwanke gewonnen werden. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des städtischen Abwasserwerks der Stadt Bergisch Gladbach sowie der Energie & Klima Koordinierungsstelle EKKO des Rheinisch-Bergischen Kreises.

Weitere Infos unter:

Der Eintritt ist kostenlos. Bitte melden Sie sich vorab über die Homepage des Rheinisch-Bergischen Kreises an: https://rbk3.rbkdv.de/rbkStarkregen/

Kippendosen – eine Bilanz

Unsere Aktion Kippendosen läuft nun seit dem Frühjahr mit einer etwas gemischten Bilanz.  Einerseits werden die Dosen gut angenommen, was am Füllstand der Dosen sichtbar wird. Andererseits sind einige Behältnisse leider Opfer von Vandalismus und möglicherweise Diebstahl geworden. Dies ist sehr ärgerlich und zeigt bedauerlicher-weise, dass die Wertschätzung und der Respekt für Eigentum nicht Allen in unserer Gemeinschaft ein selbstverständliches Gut ist. Dies ist im Übrigen an vielen Orten, wo öffentliches oder privates  Eigentum beschädigt und  zerstört wird, zu bebachten. 

Wir geben aber nicht auf und optimieren aktuell unser Befestigungssystem.

Wir bieten unsere Dosen gegen einen kleinen Unkostenbeitrag an. 

Wer möchte kann sie also für vielfältige Zwecke erwerben.

Bitte melden unter: info@klima-kuerten.de

Reisen mit dem E-Auto

Ein persönlicher Bericht des Sprechers  der IG Klima Kürten, Patrick Walraf

Nachdem meine Frau und Ich letztes Jahr eine wunderbare Sommerradtour an der Elbe erleben durften, bei der wir der Natur sehr nahe waren und diesen faszinierenden Fluss in der Mitte Deutschlands erleben durften, erfüllten wir uns einen alten Wunsch und reisten in die schottischen Highlands. Da wir beschlossen haben nicht mehr zu fliegen, unternahmen wir die Reise mit unserem E-Auto.

Viele sind noch skeptisch, was das Reisen mit einem E-Auto anbelangt. Es gibt die Reichweitenangst und die Angst vor fehlender Ladeinfrastruktur. Wir haben insgesamt  4000 Kilometer ohne Probleme zurückgelegt. Vorab war die Auswahl eines Betreibers von Ladesäulen wichtig, der in ganz Europa Ladesäulen anbietet und der Abschluss eines Monats-Abos, so dass die Kosten pro kWh sich zwischen 35 und 50 Cent bewegten. Im Westen Schottland half uns dann die App eines britischen Anbieters, die uns dann ermöglichte an vielen “einheimischen” Ladesäulen zu laden. 

So konnten wir Etappen von ca. 3  bis 4 Stunden zurücklegen und machten dann eine Pause zum Laden und zum Erholen. Häufig war die Blase schneller voll als der Akku leer. Da wir Camper sind, hatten wir natürlich eine Kocher dabei und verpflegten uns beim Laden selber mit frischen Speisen und Kaffee. Selbstverständlich hätten wir auch die örtliche Gastronomie an den Ladeparks nutzen können. 

Zum großen Teil war es auch möglich an den Camping Plätzen nach Absprache zu laden, so dass wir am Morgen bei der Weiterreise mit einem vollen Akku starten konnten.

Ein kleiner Tipp: viele aktuelle Fahrzeuge haben eine in das Navi integrierte Ladeplanung. Bei älteren Modellen ist sie allerdings nicht immer zuverlässig und aktuell. Hier empfiehlt es sich zum Beispiel die App “Charging Time” zu nutzen.

Unsere Evolution weg von fossilen Brennstoffen

“Im Alltag  haben wir ein völlig falsches Bild, wie weit die Menschheit technologisch ist” sagt Tom Bötticher in seinem Short “Die Menschheit = technologisch in der Steinzeit??” Tom Bötticher ist Chemiker mit Schwerpunkt Batterietechnik. Weiter führt er aus, dass unsere Wirtschaft immer noch überwiegend vom Verbrennen fossiler Brennstoffe abhängig ist, sei es in der Energieerzeugung, Mobilität, bei industriellen Prozessen oder der Wärmeerzeugung. Was ist dieses Verbrennen? Im Grunde ein Ex und Hopp-Prozess. 

Ein häufig geringer Teil des fossilen Brennstoffs wird zum Beispiel in Fortbewegung umgewandelt, wobei ein größerer Teil als Abwärme verpufft. Ähnlich verhält es sich bei der Wärmeerzeugung, nur ein Teil des Erdgases wird genutzt. In beiden Fällen entweichen CO2 und andere (Schad-)Stoffe unwiederbringlich in die Atmosphäre und sind für uns verloren. Hier wird manch einer einwenden, dass es ja Technologien gibt, welche das CO2 aus der Atmosphäre wieder herauszuholen, diese sind das sogennannte CCU (Carbon Capture and Utilisation) oder CCS (Carbon Capture and Storage). Diese Verfahren benötigen aber wiederum viel Energie und es kann nur ein Bruchteil des bei der Verbrennung entstandenen CO2 wiedergewonnen werden. Hierzu führt Bötticher weiter aus: “Deswegen ist  Verbrennen extrem ineffizient. Wennn sich die Menschheit auf das nächste Level heben will, muss sie so handeln, wie die Natur, die effiziente Prozesse entwickelt hat.” In der Natur gibt es keinen Abfall, jedes Reaktionsprodukt wird für einen weiteren Prozess genutzt. Die Natur macht bereits schon lange eine Kreislaufwirtschaft. So müssen wir  auch zukünftig denken und in Stoffkreisläufen denken, anstatt den Abfall von Verbrennungsprozessen in die Luft entweichen zu lassen.

Hier wird regenerativ erzeugter Strom eine zentrale Rolle spielen. Natürlich müssen wir dann auch Stoffkreisläufe entwickeln um Batterien, Solarmodule und Windräder zu recyceln.  Hier gibt es bereits Ansätze, die in großem Maßstab eingesetzt werden müssen, wenn genügend alte Batterien, Module usf. vorhanden sind. Dies ist aufgrund der Haltbarkeit dieser Technik noch nicht der Fall, daher gibt es bislang nur Recycling- Pilotanlagen. Die Gesetzgebung hat Weichen gestellt, zum Beispiel auf EU-Ebene.

In Deutschland wird sehr viel gefremdelt mit den Technologien der Wärmepumpe und des E-Autos. Diese werden von der Presse teilweise schlecht geredet. Wärmepumpen würden in unserem Klima nicht funktionieren. Warum aber funktioneren sie in den skandinavischen Ländern mit kälteren Klimabedingungen? Ebenso wird behauptet, dass E-Autos  umweltschädlicher seien, nicht für Reisen geeignet seien usf. Warum werden dann in Norwegen fast ausschließlich nur noch E-Autos zugelassen? Die neuen Technologien funktionieren, sind effizienter und ermöglichen im Gegensatz zum Verbrennen von Erdöl und Gas Stoffkreisläufe. Wir sollten  als Volk der Ingenieure mutiger sein und endlich erkennen, das die alten Technologien auf lange Sicht eine Sackgasse in Hinsicht auf den Klimaschutz und den Fortbestand unserer Wirtschaft sind.

Ein “Fun Fact” am Rande: Würden wir weltweit auf das Verbrennen und somit den Transport von fossilen Brennstoffen verzichten, würde ein Drittel der globalen Transportkapazität der Schifffahrt nicht mehr benötigt werden, was eine erhebliche Einsparung an Energie und Ressourcen bedeuten würde. Die Wirtschaftsbranche, die erhebliche Investitionen in die Schiffsflotte tätigt, ist durch diese Aussicht beunruhigt und wird sicherlich versuchen das alte Geschäftsmodell weiter zu erhalten. Die Zahl entstammt einer Recherche von “Klimareporter”, siehe unten die Quelle.

Quelle 1: Tom Bötticher bei YouTube: https://www.youtube.com/shorts/Zx43Z8sKtvo?si=XeeE_7Bh_7zfvsNu

Quelle 2: https://www.klimareporter.de/verkehr/energiewende-macht-viele-hochseeschiffe-ueberfluessig

Bild-Quelle: https://jenni.ch/energie-karikaturen.htmlhttps://jenni.ch/energie-karikaturen.html

Die Nacht als die Flut kam

Hier ein bewegender und lehrreicher Filmtipp. Wir erinnern uns alle an das was in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 im Ahrtal passiert ist. Eine Arte-Dokumentation arbeitet die Geschehnisse auf, Betroffene kommen zu Wort und Experten schildern, welche menschengemachten Faktoren diese verheerende Flut begünstigt haben. Wir können sicher für Kürten das Eine oder Andere daraus lernen.

Der Link zum Film:

Wertvolle Klimalektüre

Kostenloses Balkonsolarbuch vom Akkudoktor et al.

Balkonkraftwerke sind in aller Munde. Auch die IG Klima hat schon Veranstaltungen zu dem Thema gemacht. Nun hat eine Autorengemeinschaft rund um den “Akkudoktor” Andreas Schmitz ein Buch zu dem Thema geschrieben. Das Buch ist kostenlos und steht als PDF zumm Download bereit:

Unlearn CO2 – Zeit für ein Klima ohne Krise

Eine umfassende Sammlung von Kapiteln zu vielen Themen, u. a.  psychologischen,  ernährungs-, konsum-, und mobilitätsbezogenen Aspekten rund um den Klima- und somit Menschenschutz. Bekannte und unbekanntere Autoren und Fachleute wie Claudia Kemfert, Eckart von Hirschhausen und weitere haben an dem Buch miitgeschrieben und geben Anregungen und Orientierung für den Umlernprozess den wir alle durchlaufen müssen, damit die Menschheit eine Zukunft auf dem Planeten Erde hat.

Klimabullshit-Bingo

Der Journalist und Autor Jan Hegenberg hat es wieder getan. Er hat wieder ein gut recherchiertes Buch in seinem treffsicher pointierten Stil geschrieben. Er greift die Gegenargumente, Fake News und  sonstigen Mumpitz auf, die immer wieder in Diskussionen und den Medien auftauchen und suggerieren, dass die Lösungen der  Energiewende nicht funktionieren. Sein Buch ist informativ und hat dennoch  Witz und Humor.

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So, das war es erst einmal wieder mit News rund um die Aktivitäten der IG Klima Kürten und zu aktuellenThemen.

Wir wünschen Ihnen und Euch einen angenehmen Spätssommer.

Bis zum nächsten Mal.

Mit allerbesten klimafreundlichen Grüßen,

Patrick Walraf (Sprecher der IG Klima Kürten)

Stammtisch Sommerpause

Sommerpause des Stammtischs im Juli

Im Juli macht der IG Klima Stammtisch eine Sommerferienpause, am letzten August-Donnerstag geht es dann wie gewohnt in der Gaststätte zur Alten Ulme weiter.

Neues vom Stammtisch

der dritte Stammtisch der IG Klima Kürten hat unter der Überschrift „1,5 Liter Verbrauch – wie geht das?“ stattgefunden.

„1,5 Liter Verbrauch – wie geht das?“ Es geht um das Vorantreiben der Antriebswende

Anlässlich des dritten IG Klima Stammtisches in der Alten Ulme zu Kürten ging es um den Auto-Antrieb der Zukunft.

Der Straßenverkehr ist für rund 20 Prozent der bundesdeutschen CO2-Emissionen verantwortlich. Daher ist es notwendig, die Antriebswende voranzutreiben. Wir müssen uns von fossilen Treibstoffen im Straßenverkehr so schnell wie möglich verabschieden.  Während andere Bereiche ihre Emissionen durch den Ausbau der erneuerbaren Energien senken konnten – wie z. Bsp. der Stromsektor -, stiegen die Emissionen beim Verkehr sogar leicht an. 

Patrick Walraf, Sprecher der IG Klima Kürten referierte unter dem Titel „1,5 Liter Verbrauch – wie geht das?“ zuerst über einige Fakten zu den in der Öffentlichkeit diskutierten Antriebsoptionen beim PKW. Um die Klimaziele zu erreichen, müssen diese Energieträger zukünftig zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen. Diese sind dann Wasserstoff, sogenannte E-Fuels und der reine Elektrobetrieb.

Wie effizient ist das E-Auto?

Bei der Effizienz der Antriebe zeigten sich eklatante Unterschiede: Während ein direkt mit Strom betriebenes Fahrzeug 73% des Stroms zum Vortrieb nutzen kann, sind es beim Wasserstoff lediglich 22 % und nur noch 13 % bei den E-Fuels. Diese deutlichen Unterschiede sind in Umwandlungsschritten begründet, welche für die Herstellung von Wasserstoff und E-Fuels notwendig sind. Da das E-Auto den Strom direkt „tanken“ kann, fallen hier lediglich die Verluste bei dem leitungsbasierten Transport und bei der Umwandlung in den Trafos und Wechselrichtern zu Buche.

Umgekehrt betrachtet würde also ein 3-Megawatt-Windrad übers Jahr 1600 E-Auto oder 600 Wasserstoff-Autos und nur klägliche 250 mit E-Fuels betriebene Fahrzeuge antreiben können. Hier punktet das E-Auto eindeutig.

Im Hinblick auf die Tank- bzw. Lade-Infrastruktur ergibt sich ein ähnlich deutliches Bild: Es gibt aktuell 100 Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland gibt, aber keine einzige E-Fuel-Tanksäule. Für E-Autos stehen hingegen 123.449 Ladepunkte bundesweit zur Verfügung, im Zeitraum Januar 2024 bis Januar 2024 gab es hier eine Steigerung um 40 Prozent! Auch das ist ein Argument für das E-Auto. Einige erfahrene Stammtisch-Besucher berichteten angesichts des Ladepunktnetztes vom problemlosen Reisen in Deutschland und in die meisten europäischen Länder.

Weitere Vorteile des E-Autos

Ein in Europa fahrendes E-Auto spart laut einer Studie von Transport & Environment, dem Europäischen Dachverband für sauberen Verkehr und Energie 63 % CO2-Emissionen über seinen Lebenszyklus im Vergleich zu einem Diesel oder Benziner ein. Durch den Ausbau der Erneuerbaren werden zudem E-Autos immer sauberer. Wer nicht grundsätzlich auf ein Auto verzichten kann, was leider auf einige Kürtenerinnen und Kürtener zutrifft, sollte daher das E-Auto wählen.  

Die Kosten für das Laden eines E-Autos sind, je nach Lademöglichkeit, sehr unterschiedlich. Am teuersten sind Schnelllader. Hier ergibt sich beim spontanen Laden fast eine Preisparität mit fossilen Treibstoffen und dem Wasserstoff. Alle bewegen sich zwischen 10,- bis 13,- € pro 100 Kilometer. Wird das E-Auto zu Hause geladen, halbiert sich der Preis auf ca. 5,- €. Wer eine Photovoltaikanlage sein Eigen nennt, wird sein Auto für etwas über 2,- € „tanken“ können. 

Im weiteren Verlauf des Abends gab es einen regen Erfahrungsaustausch zwischen E-Auto-Fahrern und Autofahrern, die mit einem Wechsel in Richtung E-Mobilität liebäugeln. Zuerst bereitet die Veränderung Unbehagen und Angst. Gewohnheiten zu ändern ist nicht leicht. Unbegründete Vorbehalte können aber abgebaut werden, so die E-Mobilisten. Ein „E-Auto ist voll alltags- und reisetauglich“ sagt Patrick Walraf, der seit fast zehn Jahren elektrisch ins Sauerland pendelt. Er tritt im Sommer sogar eine Reise nach Schottland an.

Die IG Klima will ermutigen, sich mit der Technik des E-Autos zu befassen und lädt auch gerne ein, eine Mitfahrt zum Ladepark Hilden zu erleben. Dort gibt es übrigens sehr leckere Backwaren des Bäcker Schüren. Anfragen gerne unter info@klima-kuerten.de.

Premiere „Kino in Kürten“- voller Bürgersaal, voller Erfolg

Rund 120 Personen sind der Einladung der Kooperationspartner – NaturGarten e.V.,  IG Klima Kürten, regionaler BUND jugend Gruppe Kürten, NABU Rheinisch Bergischer Kreis und Gemeinde Kürten – gefolgt und haben den Bürgersaal Kürten in einen Kinosaal verwandelt. Popcornduft lag in der Luft – die süße Knabberei und auch Getränke gab es gratis. Die Begrüßung des Abends übernahmen Patrick Walraf, Sprecher der IG Klima Kürten, Klaus Georg Wopsner, Sprecher der Regionalgruppe Bergisches Land des NaturGarten e.V. und Carola Hoppen, die in beiden Organisationen und überdies im NABU Rheinisch Bergischer Kreis „einen Hut aufhat“.

Darum geht es im Film

Im Film geht es um drei junge Menschen, die im Jahr 2050 in öden Landschaften ohne Natur leben und zufällig auf Wissenschaftler stoßen, die die einst üppige Biodiversität, die es auf der Erde vor dem großen Artensterben und dem Klimawandel gab, mit  Hilfe von Film- und Fotomaterial aufzeigen. Die Drei erfahren, wie das Artensterben ab den 2020er Jahren unaufhaltbar wurde und größtenteils menschengemacht war, wie invasive Arten durch Tourismus in fremde Länder kamen, welche Folgen die Umweltverschmutzung hatte und letztlich, wie der Klimawandel zu nie gesehenen Feuern und Hurricanes ungeahnten Ausmaßes führte – obwohl die Wissenschaft frühzeitig die Menschheit gewarnt hatte.

Die drei Jugendliche sind sich schnell einig, dass sie ihr neues Wissen veröffentlichen müssen. Sie begeben sich auf eine Reise durch die Zeit in die 2020er zurück, um hier ihre Botschaft und ihren Film zu broadcasten, weil sie glauben, dass sich die Menschheit hier in einem einzigartigen Zeitpunkt der Geschichte befindet. Die Hoffnung: In den 2020-er Jahren kann man noch etwas ändern.

Und tatsächlich: Ein Blick in die Nachrichten einer alternativen Zukunft zeigt, wie sich in den nächsten Jahren doch alles zum Positiven wendet. Die Menschen geben den Tieren wieder die Hälfte des Planeten und die Natur als ihren Lebensraum zurück. Und Greta Thunberg feiert im Jahr 2053 ihren 50. Geburtstag, ein Ereignis, das das Magazin „The World“ auf die Titelseite nimmt.

Im Film wird deutlich, dass wir uns der Natur entfremdet haben und dies zu unseren aktuellen Problemen führt. Es wird vermittelt, wie wichtig es ist, mit der Natur in Beziehung zu treten und auch Empathie für diese wunderbare und vielfältige Lebenswelt zu zeigen. Wir brauchen die natürliche Welt nicht nur als Rohstoff-Quelle sondern auch als Nährerin für Geist und Seele.

Reger Austausch nach dem Film

Nach dem Film schloss sich ein reger Austausch an. Es wurde schnell deutlich, dass alle aktuell lebenden Generationen die Verantwortung übernehmen müssen, dem Artensterben und Klimawandel entschieden entgegenzutreten. Entscheidend sei, den Appell – auch des Films „Everything will change“ – mit in den Alltag zu nehmen: Machen wir heute etwas, damit unser Leben zukünftig nicht öde und trostlos wird. Dazu kann jeder Mensch einen Beitrag leisten. Einige Wortbeiträge äußerten sich kritisch zu einem ungeregelten Kapitalismus und einem zum Teil ungezügelten Konsumverhalten. Was ist Wohlstand, was ist Reichtum ? Im Austausch darüber gab es weitestgehend Übereinstimmung: Nicht viel haben, sondern viel geben macht das Leben reich. 

Der Abend hat Kürtenerinnen und Kürtener zusammengebracht. Das Format „Kino in Kürten“ soll nach diesem großen Erfolg weiter geführt werden.     

Kino in Kürten

Freitag – 21. Juni 2024 – 19.30 Uhr Bürgerhaus – großer Saal, Karlheinz-Stockhausen-Platz 1, 51515 Kürten

Everything will change –

Eine Nachricht aus der Zukunft – ein bildgewaltiger und ausgezeichneter Nachwuchsfilm.„Der Film ist eine dieser Offenbarungen, die dich dazu bringt, aufzustehen und etwas zu tun.“ sagt Wim Wenders.

Die Filmvorführung ist organisiert in Kooperation der Regionalgruppe Bergisches Land des NaturGarten e.V. mit der IG Klima Kürten, BUND Jugend-Gruppe Kürten und NABU Rhein Berg, unterstützt von der Gemeinde Kürten.

Der Eintritt ist frei