Liebe klimainteressierte Kürtenerinnen und Kürtener,
Die Sommerferien sind nun beendet, wir hoffen, dass alle im – hoffentlich klimafreundlichen – Urlaub Muße finden konnten. Nun geht es mit frischen Kräften wieder in den Alltag und wir möchten Euch/Ihnen unsere aktuellen Aktivitäten vorstellen.
Zudem gibt es einen Kurzbericht über Reisen mit dem E-Auto. Des Weiteren grundlegenden Gedanken, warum all die Wenden im Energie-,Mobilitäts- und Wärmesektor notwendig sind, um unseren Planeten nicht immer wieder zu überlasten und die Lebensgrundlagen unserer Kinder und Enkelkinder zu gefährden.
Wir empfehlen gute Bücher und weisen auf Berichte in den Medien hin,die das eine oder andere Thema aufgreifen.
Wir wünschen eine nachhaltig anregende Lektüre!
Wer diese Info-Mail nicht mehr erhalten möchte, kann sich per Mail abmelden unter: info(at)klima-kuerten.de
Ziele der IG Klima Kürten
Die IG Klima Kürten setzt sich vor Ort für die Umsetzung der Energie-,Wärme- und Mobilitäts-Wende, sowie für den Schutz der Biodiversität und für die Förderung der Nachhaltigkeit ein. Wenn Ihr/Sie mehr über unsere Arbeit erfahren oder gerne mit einsteigen möchten, können Sie unter info@klima-kuerten.deKontakt aufnehmen.
Wir freuen uns über Verstärkung.
PatrickWalraf (Sprecher IG Klima Kürten)
Stammtisch der IG Klima Kürten zum Thema Klimafolgenanpassung
Unser nächster Stammtisch findet am 29.07.2024 um 19:30 Uhr wie gewohnt in der Gaststätte „zur Alten Ulme“ statt. Wir alle erinnern uns an das Juli-Hochwasser im Jahr 2021 und an immer häufigere Wetterextreme, wie Starkregen und Trockenheit in Kürten.
Anne-Sophie Risse, die Klimafolgenanpassungsmanager der Gemeinde Kürten wird beim Stammtisch der IG Klima Kürten anwesend sein. Sie wird einen Impuls zum Thema Vorsorge für Eigenheime in Bezug auf Klimafolgen geben, wobei die aktuellen Herausforderungen in Kürten insbesondere Starkregenereignisse und Hitzeperioden umfassen.
Der Kurzvortrag wird praktische Tipps und Strategien zur Anpassung an diese klimatischen Veränderungen bieten. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit, in eine offene Diskussion einzusteigen und Fragen zu stellen.
Auch der Rheinisch-Bergische Kreis bietet eine Bürgerinformationsveranstaltung zu dem Thema an:
Klimawandel, Starkregen und Überflutung -wie schütze ich meine Immobilie?
mit TV-Meteorologe Karsten Schwanke
Mit dem Klimawandel werden auch Extremwetterereignisse, wie Starkregen und Überflutungen, immer häufiger vorkommen – auch im Rheinisch-Bergischen Kreis. Um Bürgerinnen und Bürger bestmöglich auf solche Ereignisse vorzubereiten, findet am Dienstag, den 20. August ab 17 Uhr im Kreishaus, Am Rübezahlwald 7 in Bergisch Gladbach, die Informationsveranstaltung statt.
Für das Programm konnte auch der bekannte Fernseh-Meteorologe Karsten Schwanke gewonnen werden. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des städtischen Abwasserwerks der Stadt Bergisch Gladbach sowie der Energie & Klima Koordinierungsstelle EKKO des Rheinisch-Bergischen Kreises.
Weitere Infos unter:
Der Eintritt ist kostenlos. Bitte melden Sie sich vorab über die Homepage des Rheinisch-Bergischen Kreises an: https://rbk3.rbkdv.de/rbkStarkregen/
Kippendosen – eine Bilanz

Unsere Aktion Kippendosen läuft nun seit dem Frühjahr mit einer etwas gemischten Bilanz. Einerseits werden die Dosen gut angenommen, was am Füllstand der Dosen sichtbar wird. Andererseits sind einige Behältnisse leider Opfer von Vandalismus und möglicherweise Diebstahl geworden. Dies ist sehr ärgerlich und zeigt bedauerlicher-weise, dass die Wertschätzung und der Respekt für Eigentum nicht Allen in unserer Gemeinschaft ein selbstverständliches Gut ist. Dies ist im Übrigen an vielen Orten, wo öffentliches oder privates Eigentum beschädigt und zerstört wird, zu bebachten.
Wir geben aber nicht auf und optimieren aktuell unser Befestigungssystem.

Wir bieten unsere Dosen gegen einen kleinen Unkostenbeitrag an.
Wer möchte kann sie also für vielfältige Zwecke erwerben.
Bitte melden unter: info@klima-kuerten.de
Reisen mit dem E-Auto
Ein persönlicher Bericht des Sprechers der IG Klima Kürten, Patrick Walraf
Nachdem meine Frau und Ich letztes Jahr eine wunderbare Sommerradtour an der Elbe erleben durften, bei der wir der Natur sehr nahe waren und diesen faszinierenden Fluss in der Mitte Deutschlands erleben durften, erfüllten wir uns einen alten Wunsch und reisten in die schottischen Highlands. Da wir beschlossen haben nicht mehr zu fliegen, unternahmen wir die Reise mit unserem E-Auto.

Viele sind noch skeptisch, was das Reisen mit einem E-Auto anbelangt. Es gibt die Reichweitenangst und die Angst vor fehlender Ladeinfrastruktur. Wir haben insgesamt 4000 Kilometer ohne Probleme zurückgelegt. Vorab war die Auswahl eines Betreibers von Ladesäulen wichtig, der in ganz Europa Ladesäulen anbietet und der Abschluss eines Monats-Abos, so dass die Kosten pro kWh sich zwischen 35 und 50 Cent bewegten. Im Westen Schottland half uns dann die App eines britischen Anbieters, die uns dann ermöglichte an vielen “einheimischen” Ladesäulen zu laden.
So konnten wir Etappen von ca. 3 bis 4 Stunden zurücklegen und machten dann eine Pause zum Laden und zum Erholen. Häufig war die Blase schneller voll als der Akku leer. Da wir Camper sind, hatten wir natürlich eine Kocher dabei und verpflegten uns beim Laden selber mit frischen Speisen und Kaffee. Selbstverständlich hätten wir auch die örtliche Gastronomie an den Ladeparks nutzen können.
Zum großen Teil war es auch möglich an den Camping Plätzen nach Absprache zu laden, so dass wir am Morgen bei der Weiterreise mit einem vollen Akku starten konnten.
Ein kleiner Tipp: viele aktuelle Fahrzeuge haben eine in das Navi integrierte Ladeplanung. Bei älteren Modellen ist sie allerdings nicht immer zuverlässig und aktuell. Hier empfiehlt es sich zum Beispiel die App “Charging Time” zu nutzen.

Unsere Evolution weg von fossilen Brennstoffen
“Im Alltag haben wir ein völlig falsches Bild, wie weit die Menschheit technologisch ist” sagt Tom Bötticher in seinem Short “Die Menschheit = technologisch in der Steinzeit??” Tom Bötticher ist Chemiker mit Schwerpunkt Batterietechnik. Weiter führt er aus, dass unsere Wirtschaft immer noch überwiegend vom Verbrennen fossiler Brennstoffe abhängig ist, sei es in der Energieerzeugung, Mobilität, bei industriellen Prozessen oder der Wärmeerzeugung. Was ist dieses Verbrennen? Im Grunde ein Ex und Hopp-Prozess.
Ein häufig geringer Teil des fossilen Brennstoffs wird zum Beispiel in Fortbewegung umgewandelt, wobei ein größerer Teil als Abwärme verpufft. Ähnlich verhält es sich bei der Wärmeerzeugung, nur ein Teil des Erdgases wird genutzt. In beiden Fällen entweichen CO2 und andere (Schad-)Stoffe unwiederbringlich in die Atmosphäre und sind für uns verloren. Hier wird manch einer einwenden, dass es ja Technologien gibt, welche das CO2 aus der Atmosphäre wieder herauszuholen, diese sind das sogennannte CCU (Carbon Capture and Utilisation) oder CCS (Carbon Capture and Storage). Diese Verfahren benötigen aber wiederum viel Energie und es kann nur ein Bruchteil des bei der Verbrennung entstandenen CO2 wiedergewonnen werden. Hierzu führt Bötticher weiter aus: “Deswegen ist Verbrennen extrem ineffizient. Wennn sich die Menschheit auf das nächste Level heben will, muss sie so handeln, wie die Natur, die effiziente Prozesse entwickelt hat.” In der Natur gibt es keinen Abfall, jedes Reaktionsprodukt wird für einen weiteren Prozess genutzt. Die Natur macht bereits schon lange eine Kreislaufwirtschaft. So müssen wir auch zukünftig denken und in Stoffkreisläufen denken, anstatt den Abfall von Verbrennungsprozessen in die Luft entweichen zu lassen.
Hier wird regenerativ erzeugter Strom eine zentrale Rolle spielen. Natürlich müssen wir dann auch Stoffkreisläufe entwickeln um Batterien, Solarmodule und Windräder zu recyceln. Hier gibt es bereits Ansätze, die in großem Maßstab eingesetzt werden müssen, wenn genügend alte Batterien, Module usf. vorhanden sind. Dies ist aufgrund der Haltbarkeit dieser Technik noch nicht der Fall, daher gibt es bislang nur Recycling- Pilotanlagen. Die Gesetzgebung hat Weichen gestellt, zum Beispiel auf EU-Ebene.
In Deutschland wird sehr viel gefremdelt mit den Technologien der Wärmepumpe und des E-Autos. Diese werden von der Presse teilweise schlecht geredet. Wärmepumpen würden in unserem Klima nicht funktionieren. Warum aber funktioneren sie in den skandinavischen Ländern mit kälteren Klimabedingungen? Ebenso wird behauptet, dass E-Autos umweltschädlicher seien, nicht für Reisen geeignet seien usf. Warum werden dann in Norwegen fast ausschließlich nur noch E-Autos zugelassen? Die neuen Technologien funktionieren, sind effizienter und ermöglichen im Gegensatz zum Verbrennen von Erdöl und Gas Stoffkreisläufe. Wir sollten als Volk der Ingenieure mutiger sein und endlich erkennen, das die alten Technologien auf lange Sicht eine Sackgasse in Hinsicht auf den Klimaschutz und den Fortbestand unserer Wirtschaft sind.
Ein “Fun Fact” am Rande: Würden wir weltweit auf das Verbrennen und somit den Transport von fossilen Brennstoffen verzichten, würde ein Drittel der globalen Transportkapazität der Schifffahrt nicht mehr benötigt werden, was eine erhebliche Einsparung an Energie und Ressourcen bedeuten würde. Die Wirtschaftsbranche, die erhebliche Investitionen in die Schiffsflotte tätigt, ist durch diese Aussicht beunruhigt und wird sicherlich versuchen das alte Geschäftsmodell weiter zu erhalten. Die Zahl entstammt einer Recherche von “Klimareporter”, siehe unten die Quelle.
Quelle 1: Tom Bötticher bei YouTube: https://www.youtube.com/shorts/Zx43Z8sKtvo?si=XeeE_7Bh_7zfvsNu
Quelle 2: https://www.klimareporter.de/verkehr/energiewende-macht-viele-hochseeschiffe-ueberfluessig
Bild-Quelle: https://jenni.ch/energie-karikaturen.htmlhttps://jenni.ch/energie-karikaturen.html
Die Nacht als die Flut kam
Hier ein bewegender und lehrreicher Filmtipp. Wir erinnern uns alle an das was in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 im Ahrtal passiert ist. Eine Arte-Dokumentation arbeitet die Geschehnisse auf, Betroffene kommen zu Wort und Experten schildern, welche menschengemachten Faktoren diese verheerende Flut begünstigt haben. Wir können sicher für Kürten das Eine oder Andere daraus lernen.
Der Link zum Film:
Wertvolle Klimalektüre
Kostenloses Balkonsolarbuch vom Akkudoktor et al.
Balkonkraftwerke sind in aller Munde. Auch die IG Klima hat schon Veranstaltungen zu dem Thema gemacht. Nun hat eine Autorengemeinschaft rund um den “Akkudoktor” Andreas Schmitz ein Buch zu dem Thema geschrieben. Das Buch ist kostenlos und steht als PDF zumm Download bereit:
Unlearn CO2 – Zeit für ein Klima ohne Krise
Eine umfassende Sammlung von Kapiteln zu vielen Themen, u. a. psychologischen, ernährungs-, konsum-, und mobilitätsbezogenen Aspekten rund um den Klima- und somit Menschenschutz. Bekannte und unbekanntere Autoren und Fachleute wie Claudia Kemfert, Eckart von Hirschhausen und weitere haben an dem Buch miitgeschrieben und geben Anregungen und Orientierung für den Umlernprozess den wir alle durchlaufen müssen, damit die Menschheit eine Zukunft auf dem Planeten Erde hat.
Klimabullshit-Bingo
Der Journalist und Autor Jan Hegenberg hat es wieder getan. Er hat wieder ein gut recherchiertes Buch in seinem treffsicher pointierten Stil geschrieben. Er greift die Gegenargumente, Fake News und sonstigen Mumpitz auf, die immer wieder in Diskussionen und den Medien auftauchen und suggerieren, dass die Lösungen der Energiewende nicht funktionieren. Sein Buch ist informativ und hat dennoch Witz und Humor.
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So, das war es erst einmal wieder mit News rund um die Aktivitäten der IG Klima Kürten und zu aktuellenThemen.
Wir wünschen Ihnen und Euch einen angenehmen Spätssommer.
Bis zum nächsten Mal.
Mit allerbesten klimafreundlichen Grüßen,
Patrick Walraf (Sprecher der IG Klima Kürten)

