Newsletter Januar

Liebe Leserinnen und Leser,

ein neues Jahr bedeutet einen Neustart, neue Vorsätze, Projekte und  Träume. Auch wir von der IG Klima nehmen uns unermüdlich vor für die Themen der Biodiversität, Nachhaltigkeit, Energie-, Mobilitäts- und Wärmewende in der  Gemeinde Kürten mit Informationen, Anregungen und auch kritischen Hinweisen einzutreten. Dies sind unsere Vorsätze. 

Und unsere Projekte? Bei unserem letzten Plenum haben wir festgestellt,dass wir bis zum Sommer jeden Monat mindestens eine Veranstaltung oder Aktion planen. Ihr/Sie dürfen/dürft also gespannt sein. 

Lust bei uns mitzumachen? Jede*r Interessent*in kann uns bei unseren Plena kennen Lernen. Kontakt: info@klima-kuerten.de.

Wir haben auch Träume, um diese wird es in diesem Newsletter gehen. Zudem berichten wir von einem spannenden zukunftsweisenden Projekt in Kürten, das durch den unermüdlichen Einsatz eines Kürtener Unternehmers demnächst Wirklichkeit wird. 

Wir möchten auch auf ein spannendes Webinar aus der Antarktis hinweisen, das schon am kommenden Dienstag, den 13.01.2026 um 17:00 Uhr stattfindet. Es lohnt sich also schnell den Newsletter weiterzulesen!

Ende Januar veranstalten die Klima Freunde Rhein Berg einen Vortrag, in dem es um Bullshit-Fakten gehen. 

Wie gewohnt, unsere Buchempfehlungen und ein Hinweis auf ein hilfreiches Tool, als Entscheidungshilfe für den Autokauf.

Wir wünschen eine inspirierende Lektüre.

I (we)  have a dream– von Patrick Walraf

Ich träume von einer Gemeinde Kürten, die mutig und entschlossen in die eigene Erzeugung von Strom einsteigt. 

→ Gemeindeeigene Liegenschaften sind ausgestattet mit Photovoltaik, daran    

angeschlossen Batteriespeicher. 

→ Es gibt Freiflächenphotovoltaik und Agri-PV (Kombination aus Energieerzeugung 

und Landwirtschaft, Tierhaltung). 

→ Es steht ein Windrad auf dem Gemeindegebiet, die Anwohner profitieren von den 

Einnahmen. 

→ Das Potential  an Solarthermie und Biomasse-Kraftwerken wurde ermittelt und 

wirdgenutzt. 

→ Die Gemeinde verringert durch die Einnahmen und Beteiligungen an der 

Energieerzeugung ihr Haushaltsdefizit.  

-> Die Bürger*innen werden informiert und ermutigt ihr Potential an Dächern zu 

nutzen,um darauf Solarpaneele zu installieren, Heimspeicher sind Standard. 

Alles möglich in einer ländlichen Gemeinde? Oder Träume eines Öko-Spinners?

Nein!

Was wären die Vorteile? 

Die eigenen privaten und gemeindeeigenen Dachflächen und Freiflächen sind in Kürten bislang weitestgehend ungenutzte Ressourcen. Jede selbsterzeugte Kilowatt-Stunde erzeugt mehr Unabhängigkeit von Stromanbietern, dies gilt sowohl für Gemeinden, als auch für Privatmenschen. Diese Unabhängigkeit rechnet sich auch langfristig, zum Beispiel durch einen möglichst hohen Eigenverbrauch, eine Volleinspeisung und dem in 2026 vereinfachten Energiesharing. Eine Photovoltaik-Anlagefunktioniert mindestens 30 Jahre und wirft somit Gewinn ab in Form von günstigen Strompreisen.

Beispiel: der Rhein-Hunsrück-Kreis

„In der Vergangenheit sind andere Gemeinden und Kreise diesen Weg gegangen. So  der Rhein-Hunsrück-Kreis. „Im Jahr 2020 wurden aus lokaler Biomasse, Photovoltaik und Windkraft bilanziell rund 337 Prozent des Gesamtstromverbrauchs im Kreis erzeugt. Damit ist Rhein-Hunsrück nach Einschätzung namhafter Experten als erster Landkreis im deutschen Binnenland in den Sektoren Wärme, Strom und Abfall bilanziell CO2-neutral geworden.“ 

Ein wichtiger Effekt: die Verschuldung wurde abgebaut!

„Lange Zeit galt die Region als strukturschwach. 1995 betrug die Arbeitslosenquote im RHK noch 8,3 Prozent, aktuell liegt dieser Wert bei 3,5 Prozent. Mit rund 20 Prozent des Landesdurchschnittes rangiert der Rhein-Hunsrück-Kreis bei der kommunalen Verschuldung in Rheinland-Pfalz am unteren Ende. Die Gemeinden sind so gut wie schuldenfrei und verfügen über finanzielle Rücklagen in Höhe von 99 Millionen Euro. Die Einnahmen aus der dezentralen Energiewende haben wesentlich zur Entschuldung der Kommunen beigetragen.“

Zitate: https://www.gstbrp.de/schwerpunkte/umwelt-und-klimaschutz/kommunen-machen-klima-nachmachen-erwuenscht/die-energiekommune-des-jahrzehnts-setzt-immer-noch-eins-drauf/

Neugierig geworden? Hier geht es zu einem Film-Bericht:

Es gibt noch weitere Beispiele bundesweit,, siehe hierzu die Seite: 

https://energie-kommunen.unendlich-viel-energie.de/).

Solche Gemeinden hatten mutige und visionäre Politiker*innen, Landräte und Bürger*innen, die die Sache der Energieerzeugung in eigener Hand vorangetrieben haben. Und ja, zuerst musste erst einmal investiert werden, Infrastruktur musste ertüchtigt werden. Auf der anderen Seite stehen nun aber Einnahmen und Ersparnisse über viele Jahrzehnte, die helfen können, die Gemeindefinanzen zu stabilisieren. 

Also! Kürten! 

Worauf warten wir noch? 

Wollen wir das bestehende verwalten oder innovativ vorangehen?

Der „Sola-Hang“ von LADE(E)GRÜN

Quelle: eigenes Bild  

Ein Beispiel eines zukunftsorientierten Projekts ist das Vorhaben von Patrick Pütz, Unternehmer aus Kürten. 

Patrick Pütz wird am Hang gegenüber dem Karlheinz-Stockhausen-Platz eine Photovoltaik-Anlage bauen. Unter dieser Anlage wird es eine CO2-bindende Begrünung geben. Ein weiterer Clou: auf 16 Stellplätzen direkt darunter oder davor kann der Strom an 12 Ladesäulen (mit unterschiedlichen Ladegeschwindigkeiten, 11, 22 und 50 kW) zum Laden von E-Autos genutzt werden. Kürtens erster großer Ladepark! Mieter*innen ohne eigene Ladestation, sowie Mitarbeiter*innen des Rathauses, der Schulen und der Geschäfte in der Umgebung steht somit der sorglose Weg zum eigenen E-Auto offen. 

Patrick Pütz plant zudem in die Zukunft.  So will er schon die Vehicle-To-Grid-Anwendung (V2G) mit bedenken, die gerade auf Bundesebene in der gesetzlichen Abstimmung ist. Mit dem V2G kann das E-Auto unter Anderem genutzt werden, um das Strom-Netz zu stabilisieren. Diese Technik wird in  Großbritannien und Frankreich schon eingesetzt und ist zudem für E-Auto-Besitzer*innen finanziell interessant.

Wir sind sicher, dass dieses visionäre Projekt eine Bereicherung für Kürten sein wird und hoffentlich Andere ermutigt, zukunftsgerichtete Projekte anzugehen.

Das Antarktis-Webinar 2026 von Fridays For Future

Die Klima-Aktivistin Luisa Neubauer, der Weltumsegler Boris Herrmann und sein Team begeben sich gemeinsam auf eine spannende Reise und wir dürfen virtuell  dabei sein! Jetzt heißt es schnell sein: das Webinar findet schon am Dienstag den 13.01.2026 um 17:00 statt. Die Teilnahme ist kostenlos, Link zur Anmeldung am Ende des Artikels. 

„Im Januar wird sich eine Gruppe aus Forscher*innen, Aktivist*innen, Künstler*innen und Botschafter*innen auf den Weg machen in die Antarktis. Dafür segeln sie auf der Malizia Explorer durch die  weltbekannte Drake-Passage in die Westantarktis. Vor Ort werden Forscher*innen wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen und die Aktivist*innen auf dem Boot für den Ozean-, Meeres- und Antarktisschutz einstehen. Mit dabei ist Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die live von Bord aus im Webinar darüber berichten wird, was dort in der Antarktis erlebt werden kann, warum das sogenannte Ende der Welt in der Antarktis viel mehr der Mittelpunkt der Welt ist und warum uns alle betrifft, wie gut es den Pinguinen geht.“ 

Quelle: Fridays ForFuture

Anmeldung unter: https://fridaysforfuture.de/das-antarktis-webinar-2026

Klimabullshit-Bingo mit Jan Hegenberg

Der Autor des Spiegel-Bestsellers „Klima-Bullshit-Bingo“ kommt nach Bergisch Gladbach und macht den ultimativen Faktencheck. „Jan Hegenberg wappnet uns mit Witz und Sachverstand gegen zahlreiche im Internet und an den Stammtischen kursierende Scheinargumente zur Umwelt- und Klimathematik“.

Quelle: Klima Freunde Rhein Berg

Lohnt sich ein E-Auto?

Quelle: de.freepik.com

Selbstverständlich bedeutet ein Auto, ob als Verbrenner oder  elektrisch, in der Herstellung immer einen hohen Ressourcenverbrauch. Daher sind andere Fortbewegungsmöglichkeiten immer vorzuziehen: Zu Fuß, Fahrrad, Pedelec, S-Pedelec, Bus und Bahn. Leider kommen diese Möglichkeiten  im ländlichen Kürten und Umland häufig an ihre Grenzen. Falls es also unbedingt ein Auto sein muss, ist die vollelektrische Variante immer klimafreundlicher als das Verbrenner-Pendant. Darüber haben wir bereits berichtet.

Viele zögern dennoch den alten Verbrenner durch ein E-Auto zu ersetzen, da sie denken, dass Letzteres teurer ist.  Der YouTuber Hennig befasst sich auf seinem Kanal „Nachhaltig Verstehen“ mit dieser Frage. Er vergleicht die Betriebskosten seiner früheren Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und seines aktuellen E-Autos und muss feststellen, dass die Verbrenner immer teurer waren. 

Hennig hat ein einfaches Excel-Tool gebaut, dass Jede*r für eigene Kalkulationen nutzen kann, um herauszufinden, ob ein E-Auto wirtschaftlich nicht doch die bessere Wahl ist. Viel Spaß beim Rechnen.

Link zum  Excel-Tool:

https://docs.google.com/spreadsheets/d/1jrMpjazXX11yOF5z44XeWuAmnUP0FFNJulS1hPF1Nlc/edit?gid=2023401126#gid=2023401126

Unser erster Buchtipp: 

“Die Welt, der Wandel und ich: 12 Portionen Mut“

von Maike Sippel

Quelle: maike.sippel.de

Die reale Klimakrise verursacht in vielen von uns Gefühle der Verzweiflung, Ohnmacht und Trauer. Die Suche nach einer Antwort auf diese Gefühle, führte übrigens Gründung der IG Klima Kürten. Maike Sippel suchte auch nach ihrer Antwort. Aber lassen wir sie selber zu Wort kommen.

„Nach einem Vortrag in einer Dorfhalle im Hinterland des Bodensees meldete sich ein älterer Herr zu Wort: Ich solle doch ein Buch schreiben. Dazu, wie der Wandel in die Welt kommen kann, mit dem wir eine lebendige Zukunft sichern. Und was dieser Wandel mit uns persönlich zu tun hat. Also habe ich mich hingesetzt und geschrieben.

In meinem Buch zeige ich, warum wir in diesen Zeiten grundlegender Veränderungen nicht hilflos auf Weichenstellungen der Politik warten müssen. Wir können selbst die Segel setzen. Indem wir richtig Hand anlegen, können wir den gesellschaftlichen Wandel wahrscheinlicher machen und zugleich unsere Resilienz stärken. 

Ich präsentiere Ihnen zwölf mutige Gedanken, um die Welt zu verändern – mit Kopf, Herz und Hand. In jedem Kapitel mit einer wahren Geschichte vom Anpacken und einer Einladung zum eigenen Nachdenken und Alltagshandeln.

Dabei geht es positiv zu, undogmatisch und konkret. Vielleicht taugt das für Sie – als Handbuch für die Abenteuerreise des Wandels?“

Quelle: https://www.maike-sippel.de/

Wer nicht die  Muße für das Buch hat, dem sei ihr Vortrag bei der Evangelischen Akademie der Nordkirche empfohlen: 

Unser zweiter Buchtipp: 

„Hoffnungslos optimistisch“ von Dirk Steffens

„Lasst uns Blumen statt Müll in die Zukunft werfen“

Über die Weihnachtstage bin ich auf ein Buch des Wissenschaftsjournalisten Dirk Steffens aufmerksam geworden. „Hoffnungslos optimistisch“ lautet der Titel. Auf seinem Einband ist auch der Blumenwerfer des Street Art Künstlers Banksy zu sehen. 

Sowohl der Titel, als auch der Blumenwerfer waren Anlass dazu, dieses Buch in die Hand zu nehmen und in wenigen Tagen durchzulesen. 

Dirk Steffens ist überzeugt, dass es mehr Lösungen als Probleme gibt. Er zeigt in diesem Buch auf, dass es in schwierigen Zeiten zum Optimismus keine vernünftigen Alternative gibt. Wir müssen etwas tun. Ich kann allen dieses Buch nur ans Herz legen.

Eine Idee von Dirk Steffens möchte ich unseren Leser*innen gerne als Vorsatz für dieses Jahr mitgeben.

Er erzählt gegen Ende des Buches, dass er und seine Frau angefangen haben, jeden Tag ein Stück Müll aufzusammeln. Irgendeines, egal wo. Und obwohl sie nie darüber geredet haben, hat irgendwann im Urlaub  einer der Söhne das Gleiche getan. 

Eine solche Handlung kann anstecken und sie erreicht, dass auch ich mir vorgenommen habe, in diesem Jahr 2026, jeden Tag ein Stück Müll aufzusammeln. Und mein Mann wird es mir gleichtun.

Zusammen sind wir ungefähr 8 Milliarden Menschen auf der Welt. Wir sind so viele, wir können was verändern. Es muss nicht jede*r Müllsammeln. Jede einzelne Tat, weniger Fleisch essen, fair einkaufen, Fahrrad fahren, sich ehrenamtlich engagieren, Müll sammeln, Bäume pflanzen, scheinen klein. Aber in ihrer Gesamtheit können wir damit Veränderung erreichen. Sehen wir Umweltschutz nicht als Verzicht, sondern als Chance.

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So, das war er, unser erster Newsletter im Jahr 2026. 

Wir wünschen allen unseren Leser*innen gut durch den Winter zu kommen.

Mit  allerbesten klimafreundlichen Grüßen im Namen der IG Klima Kürten,

Patrick Walraf

Newsletter Dezember

Liebe Leser*innen,

das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu. Zeit Bilanz zu ziehen. Auf der globalen Ebene gab es viele Unruhen und Turbulenzen, die alte Weltordnung gerät in Unordnung. Eigentlich müsste die gesamte Menschheit an einem Strang ziehen und sich den Problemen des Klimawandels, des Schwundes der Biodiversität, der Verschmutzung durch Plastik und Mikroplastik und dadurch der Bedrohung unserer Lebensgrundlagen entschieden zuwenden. Dies findet zwar auch statt, dennoch gibt es starke Einzelinteressen. Fossile Unternehmen und die zunehmende Macht von Tech-Giganten üben ihren Einfluss aus. 

Auf unserer kleinen kommunalen Ebene hat sich durch die Wahl einiges auch verändert und verschoben. Ein neuer Bürgermeister und neue Stimmenanteile im Rat verändern die politische Landschaft in Kürten. Wir wünschen den politischen Entscheidungsträger*innen die Weisheit, kluge Entscheidungen zu treffen, die unser Kürten in eine klimafreundliche und nachhaltige Zukunft führen. Hierzu bedarf es mutiger Entscheidungen um innovative Wege zu gehen.

Auch uns einzelnen Bürger*innen wünschen wir Mut, denn wir sind alle aufgefordert, Neues anzugehen. Und ja, wir verstehen, dass Neues zwar neugierig macht, aber auch Angst erzeugen kann. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie 2015 der Kauf des ersten Autos und dessen Überführung aus Süddeutschland auf den eigenen Rädern Sorgen ausgelöst hat. Wird es klappen mit dem Laden? Und ja, es hat geklappt obwohl die Ladeinfrastruktur damals noch spärlich war, kein Vergleich zu heute. Wird der Akku halten? Ja, mit mittlerweile 260.000 KM funktioniert er immer noch. Ebenso die  Photovoltaik-Anlage, nächstes Jahr die Wärmepumpe. Lohnen sichdiese Technologien? Müssen wir frieren? Rentiert sich das? Alles verständliche Sorgen, die durch positive Berichte und die eigenen Erfahrungen entkräftet werden können. Wir, die IG Klima, sind Ansprechpartnerin für solche Fragen und Sorgen und teilen gerne unsere Erfahrungen. Sprecht uns an!

Veränderungen brauchen also Mut. Diesen wünschen wir uns allen, auf dass 2026 ein Jahr der Entscheidungen werde, um uns und unseren Nachkommen eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen.

Wir, die IG Klima, sind bereits intensiv in der Planung von Projekten für 2026. Soviel sei schon einmal verraten: es wird Vorträge geben, einen Kino-Abend, Ausflüge, Kreidespray-Aktionen und Vieles mehr.

Viel Spaß beim Lesen dieses Newsletters mit Berichten zu unseren Aktivitäten, einer Ehrung, Gedanken zum „Aus vom Verbrenner-Aus“ und Hör- sowie Buchtipps.

Rückblick auf den„Tag des offenen Heizungskellers“

Der „Tag des offenenHeizungskellers fand bundesweit statt. Die Initiative wurde von Greenpeace, CO2online, VierWende, Stadt Land Klima, For Future Bündnis und Local Zero organisiert. Lokalen Akteuren wurden u. a. Vortragsfolien zum Thema Umrüstung des privaten Heizsystems auf Wärmepumpe zur Verfügung gestellt. Die „IG Klima Kürten“ beteiligte sich an der Aktion. Die Familie Hoferichter lud ein und erlaubte einen Blick in den Heizungskeller. Am Anfang stand der Vortrag von Patrick Walraf zur Technik der Wärmepumpe. Anhand der Daten der Gastgeber und eines weiteren Kürtener Haushalts, konnte gezeigt werden, dass die Wärmepumpe die Häuser gut warm hält und wirtschaftlich zu betreiben ist. Es konnten Mythen ausgeräumt werden  (siehe hierzu die folgende Folie). Beide Beispiel-Objekte sind nur teil saniert und verfügen nicht über eine Fußboden-Heizung. Auch die Befürchtung, dass moderne Wärmepumpen zu laut seien, konnte entkräftet werden. Der Hausherr stellte per App das Außengerät auf maximale Leistung und alle unmittelbar davor stehenden Anwesenden konnten sich überzeugen, dass nur sehr geringe Schallemissionen entstehen.

Die IG Klima plant im Jahr 2026 weitere Veranstaltungen und hat bereits weitere Angebote von Hausbesitzer*innen in Kürten, die gerne einladen möchten.

Interessiert an Vortrag und Erfahrungsaustausch? 

Dann gerne unter: info@klima-kuerten.de melden. 

Wir führen eine Interessent*innen-Liste.

Die IG Klima gewinnt den Heimatpreis

Hier Auszüge aus dem Bewerbungstext in leicht gekürzter Fassung:

Bewerbung um den Heimatpreis der Gemeinde Kürten 2025

Der Klimawandel ist eines der zentralen Themen und die Herausforderung unserer Gesellschaft, sowohl global gesehen aber auch vor Ort hierbei uns in Kürten.

Wir sind eine Gruppe von Bürger*innen aus der Gemeinde Kürten, denen der Klimaschutz ein echtes inneres Anliegen ist. Anfang 2021 haben wir uns zur „IG Klima Kürten“ zusammengefunden, weil wir die dringend erforderliche Klimawende noch mehr in den Fokus rücken und aktiv vorantreiben wollen.

Uns  eint das Gefühl, dass zu wenig getan wird, um eine Klimakatastrophe aufzuhalten. Wir sind überzeugt, dass eine große Bereitschaft in der Bevölkerung da ist, mehr zu tun und viele von uns dazu beitragen möchten, der Klimawende gemeinsam noch mehr Schub zu verleihen.

Wir möchten als Bindeglied zwischen den Kürtener Bürger*innen und dem Gemeinderat informieren, begeistern und bewegen, Kräfte bündeln und tatkräftig werden, um die Klimawende mit verschiedenen Aktionen und Projekten aktiv zu unterstützen. (…)

Eines unserer Ziele ist, mehr Vielfalt im Sinne der Biodiversität in Kürten zu erlangen.

Uns geht es darum, mit vereinten Kräften unsere wertvolle Natur zu bewahren und unsere Gemeinde mit neuen Lebensräumen in der Landschaft und den Siedlungen nachhaltig zu bereichern.

Stabile Ökosysteme bewähren sich angesichts der Herausforderungen des Klimawandels. Eine Anpassung an sich verändernde Bedingungen, eine schnellere Erholung nach ungünstigen Einflüssen – wie solch trockenen Sommern der letzten Jahre – ist bei einem guten Zustand  der Biotope deutlich besser möglich. Deshalb ist die Pflege noch bestehender wertvoller Flächen eines unserer Anliegen. (…)

Unser erstes Projekt war, die Feuchtwiese südlich von Kürten Olpe auf der Ostseite des Olper Siefen, gelegen zwischen der Olpetalstraße und der Straße Löhfeld, wiederherzustellen und ihren Bestand zu sichern. Der Zustand der Wiese wird durch eine fachgerechte Mahd und das fleißige Beseitigen des invasiven Drüsigen Springkrauts verbessert.

Die typischen Pflanzen der Bergischen Feuchtwiesen wie Mädesüß, Beinwell, Schlangen-Knöterich, Sumpf-Schwertlilie können sich dann wieder durchsetzen. Sie bieten einer Vielzahl von Schmetterlingen Nahrung und Lebensraum.

Im Frühjahr 2022 traf sich unsere Gruppe am Olper Siefen, um, ausgestattet mit langen Stecken, den hohen Bewuchs – insbesondere mit Drüsigem Springkraut – der Fläche zu durchkämmen, um vor der bevorstehenden Mahd eventuell abgelegte Jungtiere, z. B. Rehkitze, vor Verletzungen zu bewahren. Im Anschluss wurde die Mahd mit den Boden nur geringfügig verdichtendem Gerät vorgenommen, im Anschluss zu Schwaden zusammen gerecht und schließlich schubkarrenweise zum Container gefahren, der uns von der Gemeinde dankenswerterweise am Rand des Siefens aufgestellt worden war.

Weitere Arbeitsgänge dieser Art erfolgten im Herbst 2022 sowie im Frühjahr und Herbst des darauffolgenden Jahres. Zwischendurch wurden die nun nur noch vereinzelt auftretenden Exemplare des Drüsigen Springkrauts von einzelnen Mitgliedern unserer IG per Hand entfernt. Mittlerweile haben sich die typischen Feuchtwiesenpflanzen wieder in einer Weise durchsetzen können, dass nur noch die übliche einmalige Jahresmahd zur Pflege und zum Erhalt der Flora und ihrer ökologischen Bedeutung für das Überleben der heimischen Tierwelt vonnöten ist.

Das wiedergewonnene Biotop wurde inzwischen seitens der BIG Olpe  (Bürger-Interessengemeinschaft Olpe) integriert in den von ihr u. a. dank der Mittel aus dem NRW Förderprogramm „LEADER“ angelegten „Hexenpfad“, der mit seinem Konzept ausdrücklich junge Familien anspricht und somit zukunftsorientiertes Lernen fördert.

Die neue Idee

Ein weiteres Projekt, das wir als „IG Klima Kürten“ realisieren möchten, ist ein „Generationenpark“ (bisheriger Arbeitstitel), im Ortsteil Dürscheid auf einem ungenutzten Areal in unmittelbarer Nähe des Friedhofes. 

Nachdem zwei unserer Mitglieder sich zunächst mit Professor Dieter Prinz in Verbindung gesetzt und von diesem sowohl fachliche als auch organisatorische Unterstützung erhalten haben, ebenso wie die Zusage, das Projekt auch in der Zukunft zu begleiten, wandten sie sich an die IG Dürscheid. 

Von dieser wurde ein Treffen organisiert, um das Vorhaben kennenlernen zu können. Hierbei fand unsere Idee zunächst große Befürwortung, und im Anschluss wurde der Wunsch geäußert, sich an der Realisation sowohl hinsichtlich der anstehenden praktischen als auch der bürokratischen Aufgaben aktiv zu beteiligen. Eine Förderung durch das „LEADER“-Programm ist auf entsprechende Nachfrage von Professor Prinz der IG Dürscheid bereits in Aussicht gestellt  worden. Diese beabsichtigt nun als weiteren Schritt die Einbindung der Bürgeragentur.

(…)

Da uns als „IG Klima Kürten“ bei einem solchen Vorhaben der Aspekt „f“ des Heimatpreises „Beitrag für den Erhalt und Schutz der regional heimischen Tier- und Pflanzenarten“ unverzichtbar ist, möchten wir gerne die Realisierung dessen sicherstellen und uns mit der Anlage eines Insekten- und eines Schmetterlingsgartens einbringen. Dies können wir nur dann finanziell umsetzen, wenn wir Mittel aus dem Heimatpreis zur Verfügung haben. 

„Einen Insektengarten anzulegen bedeutet, einen Lebensraum für Insekten zu schaffen, der ihnen Nahrung, Schutz und Nistmöglichkeiten bietet. Dies kann durch die Auswahl geeigneter Pflanzen, die Anlage von Sand- und Lehmflächen, sowie die Bereitstellung von Wasserstellen erreicht werden.“

„Einen Schmetterlingsgarten anzulegen bedeutet, einen Garten zu gestalten, der sowohl Schmetterlingen als auch ihren Raupen als Lebensraum dient. Dazu gehört die Auswahl geeigneter Pflanzen, die sowohl Futter für die Raupen als auch Nektar für die erwachsenen Schmetterlinge bieten, sowie die Vermeidung von Pestiziden und die Schaffung von Unterschlupfmöglichkeiten.“ (KI-generiert)

(…)

Sollte die „LEADER“-Förderung und die davon abhängige Einrichtung des „Generationenparks“ im Rahmen der bisherigen Initiative der IG  Dürscheid nicht möglich sein, beabsichtigen wir als „IG Klima Kürten“, unser Projekt als Beitrag für die diesjährige Verleihung des Heimatpreises an einem geeigneten anderen Standort zu verwirklichen.

(…)

Textund Fotos: Sibylle Fritzsche-de Giorgi (IG Klima Kürten)

Gedanken zum „Aus vom Verbrenner-Aus“

Er hat es getan! Friedrich Merz hat einen Brief an die EU geschickt und die Abschaffung von etwas gefordert, was es nicht gibt. Unglaublich, welche Haltbarkeit Falschaussagen in der Politik haben. Zur Klarstellung: nach 2035 dürfen mit Verbrennungsmotor betriebene Fahrzeuge weiter in der EU fahren und zugelassen sein! Lediglich neu zugelassene Fahrzeuge dürfen bilanziell kein CO₂ mehr emittieren. Das könnte durch den Einsatz von E-Fuels oder HVO 100 erreicht werden, auch wenn dieser Weg energetisch wenig effizient ist (siehe Graphik).

Was bewirkt nun dieser „Brief“? Er führt zu Verunsicherung bei den Verbraucher*innen. Wird mein alter Verbrenner still gelegt? Ist das E-Auto doch nicht der sinnvolle Weg? Dies alles kann zur Kaufzurückhaltung führen, was letztendlich nicht hilfreich ist für die heimische Autoindustrie, die in den Hochlauf der E-Mobilität investiert.

Wie sieht es in anderen Ländern aus? Welcher Antrieb wird dort gefördert? 

Hier einige Beispiele aus Europa und von anderen Kontinenten.

Norwegen ist Vorreiter, seit 2025 gilt ein Zulassungsverbot für Verbrenner, der Elektroauto-Anteil an den Neuwagen liegt bei 95,1 Prozent. Bislang war in Norwegen von keinem Volksaufstand, einer Notlage durch massenhaft liegengebliebene E-Autos oder Strommangel die Rede.

Schauen wir weiter …

Dänemark: 66,5 %, Niederlande 35,4 %, Belgien 33,7 % E-Auto-Anteil an den Neuzulassungen. In Europa stieg der E-Auto-Anteil an den Neuzulassungen insgesamt um 26,2 %. Deutschland liegt mit ca. 18,4 % im unteren Mittelfeld.

Quelle:https://www.electrive.net/2025/12/05/cam-studie-absatz-von-e-autos-steigt-in-europa-um-262-prozent/

Hierzu CAM-Chef (Centrefor Automotive) und Studienleiter Stefan Bratzel: „In Europa befindet sich der Hochlauf der Elektromobilität trotz eines starken Wachstums im Jahr 2025 in einer kritischen Übergangsphase mit einer uneinheitlichen Entwicklung. Es besteht weiterhin eine hohe Verunsicherung der Verbraucher und Skepsis bezüglich des Antriebs der Zukunft, die durch die anhaltenden ideologisierenden Diskussionen rund um Technologieoffenheit und eine mögliche Flexibilisierung des Verbrenner-Aus 2035 weiter befeuert werden. Verunsicherung führt gewöhnlich zur Kaufzurückhaltung und zum Festhalten am Bisherigen und Gewohnten, insofern muss grundsätzlich schnell Klarheit geschaffen werden.“

Weiterhin warnt Bratzel, dass eine mögliche Aufweichung bzw. Flexibilisierung des faktischen Verbrenner-Aus 2035 zwar kurzfristig einen Zeitgewinn und finanzielle Entlastungen für die Autohersteller bringen könnte, etwa beim Wegfall von Strafzahlungen. „Allerdings würde sich dadurch die Innovations- und Wettbewerbskraft für die Autoindustrie im internationalen Vergleich mittel- und langfristig nicht verbessern. Falls etwa die Anstrengungen in Zukunftstechnologien wieder Elektromobilität verlangsamt werden würden, wäre dies sogar ein Pyrrhussieg für die deutsche Automobilindustrie.“

(Quelle: electrive.net)

Also erweist Friedrich Merz mit seiner Initiative der Autoindustrie einen Bärendienst. 

Weiten wir den Blick über Europa hinaus?

In China wächst der Markt der Autos mit Stecker um 27 %. In vielen afrikanischen Ländern ist die E-Mobilität auf dem Vormarsch. Dies hat häufig finanzielle Gründe, da Benzin und Diesel häufig teuer importiert werden müssen. Da in den Ländern die Verbreitung von Solarmodulen auf dem Vormarsch ist und die Preise von Akkus sinken, ist der Betrieb von E-Fahrzeugen deutlich wirtschaftlicher. Hier einige Beispiele:

„E-Motorräder und-Taxis sind im Betrieb oft deutlich günstiger als benzinbetriebene Fahrzeuge – ein entscheidender Vorteil für Fahrer und Unternehmen. Viele Länder verfügen zudem über einen hohen Anteil an  erneuerbarer Stromerzeugung, was die Elektrifizierung klimafreundlich unterstützt. Staatliche Programme, etwa in Kenia und Äthiopien, setzen gezielt Anreize durch Importregelungen, Investitionen in Ladeinfrastruktur und Fördermaßnahmen.

Lokale Unternehmen tragen wesentlich zur Entwicklung bei: In Ruanda produziert Ampersand erschwingliche E-Motorräder für Taxifahrer und betreibt ein wachsendes Netz an Batteriewechselstationen. In Burkina  Faso hat ITAOUA ein solarbetriebenes Elektrofahrzeug auf den Markt gebracht. Senegal wiederum setzt in Dakar auf Afrikas erste Elektrobusflotte, die den öffentlichen Nahverkehr entlasten und die Emissionen reduzieren soll. Äthiopien geht sogar noch weiter: Seitdem 30. Januar 2024 gilt dort ein Importverbot für Neuwagen mit Verbrennungsmotoren, um die Umstellung auf Elektromobilität zu beschleunigen.

Der Nutzen ist hoch: geringere Luftverschmutzung durch Diesel- und Benzinfahrzeuge, weniger Lärm und deutlich reduzierte CO₂-Emissionen vor allem in den Städten. Allerdings müssen vielfach noch Barrieren überwunden werden. Das Netz an Lade- und Batteriewechselstationen ist dünn, Recyclingstrukturen für Batterien fehlen, und die Anschaffungskosten sind trotz niedriger Betriebskosten für viele eine Einstiegshürde.

Trotz aller Herausforderungen entsteht in Afrika eine eigene, dezentrale  Form der Elektromobilität, die eng mit erneuerbaren Energien verbunden ist. Sie bietet die Chance, den Kontinent unabhängiger von fossilen Importen zu machen und eine nachhaltige Mobilität für Millionen Menschen zu schaffen.“

(Quelle:https://www.powertodrive.de/neuigkeiten/elektromobilitaet-in-afrika

In Kenia werden Zwei- und Vierräder „retrofittet“, d. h. Auf E-Antrieb umgebaut. Dies ist insofern nachhaltig, als dass das bestehende Fahrzeug wiederverwendet und nicht entsorgt wird.

https://www.n-tv.de/auto/Afrikas-Elektro-Revolution-zwischen-Aufbruch-und-Abhaengigkeit-article25626111.html

Die Abkehr von der Fortbewegung mit fossilen Antrieben findet weltweit statt. Wir in Deutschland überweisen 51 Milliarden Euro ins Ausland um unseren Bedarf an Erdöl zu decken und sind damit zu 98% (!) abhängig von Importen (Quelle: erneuerbare-energien.de). Andere Länder haben die Nachteile dieser Abhängigkeit erkannt und erzeugen ihre Energie vor Ort. Die Energiewende ist eine Chance für uns in Deutschland. Das Merz´che „Aus vom Verbrenner-Aus“ ist ein falsches Signal.

Unser Buchtipp

Passend zum Thema, haben wir einen Buchtipp. Vielleicht landet das eine oder andere Exemplar unterm Weihnachtsbaum…:

Michael  Bukowski: 

“ein Deutsches Sonnenmärchen“. 

Der Untertitel lautet: „Wie wir die Sonnenenergie zur weltweiten Erfolgsgeschichte gemacht haben“. Spoiler: ja, wir waren es! Denn in Deutschland wurde das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) „erfunden“.

Bukowski zeichnet in unterhaltsamer Art und Weise die Geschichte des Aufstiegs der Photovoltaik in Deutschland von den Anfängen in Gorleben, zu Zeiten der Anti-AKW-Demos bis ins Heute. Eine Erfolgsstory der dezentralen Energie-Erzeugung die stetig weitergeht und sich nun auf der ganzen Welt ereignet.

Zuletzt etwas für die Ohren

Quelle: https://planetary-health-academy.de/podcasts/

Für Unterwegs in Auto, Bus und Bahn, beim Haushalt oder Handwerken: Der Podcast über Planetary Health „Zukunft Gestalten“ mit neuen inspirierenden Folgen, die Hoffnung machen können und Anregung sind,den Wandel mitzugestalten.

So, das war es mit Klima-News rund um Kürten und die Welt. Wir wünschen allen Leser*innen eine besinnliche Zeit mit Raum für Gemeinschaft, Rückblick und Vorblick und sicherlich auch mit guten klimafreundlichen Vorsätzen für das Jahr 2026.

Mit allerbesten klimabewegten Grüßen,

Patrick Walraf (Sprecher IG Klima Kürten)

Newsletter Oktober

iebe Leser*innen, 

Dieser  Oktober-Newsletter möchte zum Nachdenken und Diskutieren anregen. Es geht um das Thema Energie, eine Angelegenheit die uns alle in unserem Alltagsleben essentiell betrifft. Wir möchten zudem hinweisen auf die aktuell laufende Sprayaktion zu Müll im öffentlichen Raum und auf unsere kommende Teilnahme am Tag des offenen Heizungskellers. Wir hatten zudem  Gelegenheit ein spannendes Interview mit Michael Müller zum Thema Streuobstwiesen zu führen.

Wie stets wünschen wir Ihnen/Euch ein anregende Lektüre.

„Gemeinsam mit German Zero und Local Zero, sowie C02online, Stadt.Land.Klima und For Future Bündnis machen wir sichtbar: Die Wärmewende ist machbar!
Ob im Altbau, Neubau oder sanierten Bestand: Wärmepumpen funktionieren zuverlässig, effizient und klimafreundlich.”

Quelle: https://greenwire.greenpeace.de

Auch wir, die IG Klima, möchten an dieser Aktion teilnehmen. Wir haben im Umfeld unserer Interessengemeinschaft eine Kürtener Familie gefunden, die bereit ist, ihren Heizungskeller zu öffnen. Das Spannende: diese Familie hat die Energiewende bereits vollzogen, sie besitzt eine Photovoltaik auf dem Dach mit Batteriespeicher, in der Garage steht ein E-Auto und im Keller bzw. draußen arbeitet die Wärmepumpe. 

Vorab wird Patrick Walraf, Sprecher der IG Klima Kürten, einen kurzen Vortrag mit neuesten Informationen zum Thema bringen. Dann werden die Besitzer ihre Erfahrungen und Zahlen und Daten teilen.

Der Termin: 15. November, 15:00 Uhr (Dauer ca. 2 Stunden)

Interessiert?

Es gibt eine begrenzte Anzahl von Plätzen (maximal 15), also ist eine Anmeldung erforderlich. Diese ist möglich unter: info@klima-kuerten.de. Die Teilnahme ist kostenlos.

Nach Eingang der Anmeldungen, geben wir die Adresse bekannt.

Falls das Interesse größer ist als die Anzahl der Plätze und Sie nicht teilnehmen können: wir planen bereits im ersten Halbjahr 2026 eine weitere Veranstaltung und werden eine Warteliste anlegen.

Der Kampf um Energie

“Die Welt kommt beim Klimaschutz nicht genug voran … Kein Bereich sei derzeit auf Kurs, um die Pariser Klimaziele zu erreichen.” 

“Im weltweiten Kampf gegen die Erderwärmung passiert zu wenig – zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Denkfabriken Climate Analytics und World Resources Institute (WRI).”

„Alle Systeme blinken rot“, sagte Clea Schumer vom WRI, eine der Leitautorinnen des neuen Berichts „State of Climate Action 2025“. „Es bleibt einfach keine Zeit mehr für Zögern oder halbe Sachen.“

“Eine unserer größten Sorgen ist, dass der Ausstieg aus der Kohle vom Kurs abgewichen ist“, sagte Schumer. Es habe sogar einen Rekord bei der Kohleverbrennung gegeben. Ein Grund sei die hohe Nachfrage von Strom.”

“Und: Die Abholzung der Wälder, die klimaschädliche Treibhausgase aufnehmen, nehme wieder zu.”

Quelle: tagesschau.de

Heute möchte ich diese Meldung  zum Anlass nehmen mit Euch/Ihnen meine Gedanken teilen. Es wird also um eine gute Portion persönlicher Einschätzung unserer Lage gehen. Ich freue mich über den Austausch mit Euch/Ihnen und Ihre/Eure Resonanzen (gerne an info@klima-kuerten.de).

Energie ist für unser menschliches Leben eine sehr wichtige Grundlage und auch Währung. Die Entdeckung des Feuers ermöglichte in den frühen Jahren der Menschheit Entwicklung. Das hat sich seitdem nicht geändert. Wir sind in allen Bereichen auf Energie angewiesen. Sei es zur Erzeugung von Lebensmitteln, von Gütern des täglichen Lebens, zur Bereitstellung von Wärme, zur Sicherstellung von Mobilität und bei der Nutzung von Informationstechnologien. Bislang benötigen alle diese Bereiche überwiegend fossile Energien (also Kohle,  Öl und Gas). Lediglich gut 20 Prozent unserer gesamten Energiebedarfs werden aktuell in Deutschland und im Schnitt weltweit durch Erneuerbare abgedeckt (Wind, Sonne, Biogas, Wasser).  

Es  ist  wissenschaftlicher Konsens, dass wir eine radikale Abkehr von fossilen Energiequellen vollziehen müssen um den Klimawandel abzubremsen. Erneuerbare sollen fossile Energien ersetzen. Es besteht kein Zweifel mehr, dass dies technisch möglich ist. Erneuerbare Energien können kombiniert werden mit Kurzfristspeicher- (Batterien) und Langzeitspeicherlösungen, zum Beispiel Wasserstoff und Biogas. So kann die Energieversorgung der Menschheit klimaneutral werden. Der aktuelle weltweite Zubau an Photovoltaik-Kapazitäten ist beeindruckend, es gibt viele Meldungen, dass der Zubau dieser Anlagen und auch deren Strom-Produktion den fossilen Energieträger Kohle überholt haben. Dieser beeindruckende Zuwachs hat mit dem drastischen Preisverfall der Erneuerbaren zu tun, insbesondere in den Bereichen Photovoltaik und Batterietechnik.

Also ist doch alles klar. Alles „easy“. Wir können uns zurücklehnen und zuschauen, wie die Erneuerbaren die Fossilen verdrängen.

Leider nein! 

Der Kohleverbrauch steigt weiter an (siehe Studie weiter oben)

Donald Trump kritisiert bei jeder Gelegenheit die Windkraft und versucht Projekte zu stoppen.

Wirtschaftsministerin Frau Reiche spricht von der Notwendigkeit,  eine hohe Anzahl neuer Gaskraftwerke zu bauen um angeblich die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Frau Reiche will die Einspeisevergütung für Photovoltaik-Strom im privaten Bereich abschaffen.

In einigen Medien wurde die Wärmepumpe bzw. das „Heizungsgesetz“ schlecht geredet, wobei Wärmepumpen doch seit vielen Jahren sogar in den klimatisch kälteren skandinavischen Ländern gute Dienste leisten!?

Bundeskanzler Merz spricht beharrlich davon, dass er sich dafür einsetzen wird, das für 2035 geplante „Verbrenner-Verbot“ abzuschaffen. Hierbei sei bemerkt, dass nach 2035 immer noch gebrauchte Verbrenner-Fahrzeuge gefahren und verkauft werden dürfen und auch neue Verbrenner, wenn sie keine fossilen Treibstoffe sondern zum Beispiel CO2-neutrale E-Fuels tanken. Faktisch gibt es also kein Verbrenner-Verbot. Es gibt lediglich ein Problem der ausreichenden Versorgung mit E-Fuels und mit ihrem schlechten Wirkungsgrad (siehe folgende Graphik von Volker Quaschning).

Was sollen diese faktisch, wissenschaftlich und empirisch falschen Aussagen? Sind diese Politiker*innen uninformiert oder dumm? Ich denke nein! Nach meiner Einschätzung sind es taktische Aussagen, die Verunsicherung erzeugen sollen im Hinblick auf die stattfindende Energierevolution, um das alte Geschäftsmodell so lange wie möglich am Leben zu erhalten. Diese Einschätzung bestätigen Autoren wie Tim Meyer („Strom“) oder Christian Stöcker („Männer, die die Welt verbrennen“) sowie unabhängige Recherchekollektive, wie etwa der „Volksverpetzer“ und „Correctiv“.

Vergegenwärtigen wir uns doch erst einmal, dass wir als deutsche Verbraucher*innen in der alten fossilen Welt abhängig waren von Gasversorgern und Mineralöl-Unternehmen, in der Regel zu Hundert Prozent, da wir alle keine Gasquelle oder einen Benzinbaum im Garten hatten. Wir hatten nicht die Wahl. Wenn wir heizen oder uns fortbewegen wollten, mussten wir etwas verbrennen. Das bedeutete sehr hohe Profite für die fossile Branche. Laut der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) importiert Deutschland aktuell jährlich fossile Energien im Wert von 81 Milliarden Euro. Weltweit ist die fossile Industrie eine Branche, in der immer noch sehr viel investiert wird und die sehr hohe Gewinne abwirft. Im Jahr 2022 erwirtschaftete die fossile Wirtschaft 4 Billionen Dollar Gewinn (Quelle: DW). Zum Vergleich: der Staatshaushalt der BRD betrugt im selben Jahr 486 Millionen. Die weltweiten direkten und indirekten Subventionen für fossile Energie betragen im Übrigen 5,7 Billionen US-Dollar (Quelle: IWF)! Eine unfassbar hohe Summe wird also in erwiesen klimaschädliche Energieerzeugung gepumpt um die hohen Gewinne von Konzernen zu sichern. 

Dieses Wirtschaftsmodell, das eklatante Fehlanreize setzt, ist langfristig nicht haltbar, wenn wir die Klimaziele nicht verfehlen wollen.

Was passiert aber nun, wenn Bürger*innen in großem Maßstab beginnen ihren Strom mit Photovoltaik-Anlagen und Balkonkraftwerken selber zu erzeugen? 

Was passiert wenn diese Bürger*innen anfangen mit diesem Strom ihr Auto zu laden, ihre Wärmepumpen zu betreiben? 

Was ist wenn Bürger*innen in Bürgerwindparks investieren? 

An dieser Stelle ein Erfahrungsbericht: ich betreibe seit 2020 eine  PV-Anlage (8,9 kWp) mit Speicher (7,7 kWh) auf meinem Hausdach. Seitdem gelingt es mir, ca. die Hälfte meines Strombedarfs selber zu erzeugen, inklusive des Stroms für mein E-Auto. Ich decke mit meiner Anlage die Hälfte des Jahresbedarfs an Fahrstrom für meine Pendelstrecke von ca. 80 Kilometern (4 Mal/Woche) und zahle bei 14 Cent Gestehungskosten (die Investition der PV-Anlage über 20 Jahre gerechnet) und einem Verbrauch von 20 kWh/100 km mit Ladeverlusten gerade einmal 2,80 € für 100 km! Ein Verlustgeschäft für Ölunternehmen, deren Tankstellen ich seit Jahren nur gelegentlich besuche, um mir einen Kaffee zu holen. Den restlichen Strom den ich benötige, beziehe ich über einen dynamischen Stromtarif. Dieser hat besonders niedrige Preise wenn viel Erneuerbare produzieren werden und hohe Preise, wenn Gaskraftwerke aus Mangel an Erneuerbaren angeschmissen werden müssen. Dreimal darf der Leser, die Leserin raten, wann ich mein Auto lade… 
Ich verhalte mich also hochgradig geschäftsschädigend –für die fossile Industrie. Was passiert, wenn viele Bürger*innen dies tun, in Deutschland und in der Welt? 

Hierzu ein weiteres Beispiel. Im sonnenreichen Staat Kalifornien gab es das Problem, dass tagsüber sehr viel Solarstrom zur Verfügung stand und abends, nach Sonnenuntergang, teure Gaskraftwerke  angeschaltet werden mussten. Die Lösung: Es wurden Batterie-Großspeicher aufgebaut. Diese speichern den tagsüber produzierten Solarstrom und speisen ihn dann abends zurück ins Netz. Dies hat zu einem signifikant geringeren Gasverbrauch geführt, da früher Gaskraftwerke die abendliche Energieversorgung sichern mussten. Solar- und Windkraftwerke müssen nicht mehr abgeregelt werden. Kalifornien geht also einen anderen Weg wie unsere Wirtschaftsministerin Frau Reiche … und er funktioniert (Quelle:Gesi-Deutschland.de). 

Noch ein Beispiel? Die Erneuerbaren sind billiger. Diese Erkenntnis hat sich selbst im Ölstaat Texas durchgesetzt, in dem viele Windräder stehen. Ich bezweifle, dass es allen texanischen Landbesitzern dabei um Klimaschutz geht.

Ohne es zu bemerken, befinden wir uns in einem wirtschaftlichen Krieg: auf der einen Seite die boomenden Erneuerbaren Energien, die zum Teil in Form einer dezentralen Bürgerenergiewende wachsen. Auf der anderen Seite große mächtige Konzerne, die bisher durch den Verkauf von Öl, Gas und Kohle unfassbar große Gewinne gemacht haben. Verständlich, dass diese Konzerne alles tun, um ihr Geschäftsmodell zu erhalten. Die Tabak-Industrie hat dies damals auch gemacht, als wissenschaftlich erwiesen war, dass Rauchen Lungenkrebs erzeugen kann. Eine PR-Agentur wurde beauftragt, um Schaden für das eigene Geschäftsmodell zu vermeiden und nicht um Schaden von den Konsumenten abzuwenden! Was macht die Erdöllobby nun? Ergibt sie sich ihrem Niedergang? Nein, sie kämpft mit allen Mitteln, sät Zweifel, schürt Ängste und nutzt ihren Einfluss auf die Politik (für Details siehe hierzu das Buch „Männer, die die Welt verbrennen“ von Christian Stöcker). Interessanterweise nutzt aktuell die Ölindustrie dieselbe PR-Agentur wie die Tabak-Industrie, nämlich Hill & Knowlton (Quelle: Dr. Whatson, YouTube). Bekannte Strategien sind dabei Relativieren, Zweifel säen, Strohmann-Argumente verwenden, wie zum Beispiel Friedrich Merz, der die Kernfusion fördern möchte um die „hässlichen Windräder“ abzureißen oder das Kippen des faktisch nicht existierenden Verbrenner-Verbots. In diesem Zusammenhang werden E-Fuels und HVO-100 propagiert. Dies verfolgt den Zweck, dass Max und Maria Mustermann auf eben diese Fata Morganas warten und bis dahin Öl und Gas verbrauchen, da E-Autos ja nicht funktionieren. Warum Fata Morgana? Hier noch einmal der Verweis auf die Graphik zur Energie-Effizienz der Antriebe weiter oben im Artikel.

Mit dem Ausbau und der Nutzung der Erneuerbaren kratzen wir an der Macht von Konzernen und zudem auch Politikern wie Trump, Putin und anderen Autokraten. Das Geschäft mit fossilen Energien hingegen garantiert ihnen Macht und bringt uns in Abhängigkeiten. Christian Lindner sprach nach Beginn der russischen Invasion der Ukraine von „Freiheitsenergien“, die es gelte auszubauen. Da konnte ich ihm ausnahmsweise mal zustimmen. 

Wir leben in einer Energierevolution, die Erneuerbaren und ihre effiziente Verwendung in der Mobilität und bei der Wärmeversorgung sind nicht aufzuhalten. Letztlich können die Erneuerbaren im wahrsten Sinne demokratische Energien sein, denn wir können mitproduzieren, mitgestalten, mitentscheiden.

Dennoch wird die fossile Industrie alles versuchen, diese Entwicklung zu bremsen und weiterhin einem lebenswerten Klima aus Profitgründen zu schaden. Die Energiekonzerne werden zudem alles tun, um die Energie in Bürgerhand klein zu halten. Für mich ist es kein Zufall, dass Katherina Reiche vor ihrem Antritt als Ministerin für Wirtschaft und Energie Vorsitzende der Geschäftsführung beider EON-Tochter Westenergie war. Wie bereits erwähnt schlägt Katherina Reiche den Bau einer laut Experten zu hohen Zahl von Gaskraftwerken vor. Zudem möchte sie die Einspeisevergütung für neue Dach-PV-Anlagen abschaffen und somit die Bürgerenergiewende wirtschaftlich unattraktiver machen.  

Was tun?

Wir werden noch harte Kämpfe erleben, in denen es um  Macht, Geld und Einfluss gehen wird. Wir können alle unseren Teil tun, indem wir unserem Energiebedarf (Mobilität, Wärme) defossilisieren, Photovolaik-Anlagen und Balkonkraftwerke bauen, kleine Energieversorger bevorzugen, dynamische Strompreise nutzen und uns an Bürgerenergie-Windparks und Solaranlagen beteiligen. 

Packen wir´s an!

(Patrick Walraf, Sprecher IG Klima Kürten)

Die Bergischen Obstwiesen – ein Plädoyer –

Der folgende Beitrag behandelt die dringende Notwendigkeit, traditionelle Streuobstwiesen im Rheinisch-Bergischen Kreis zu erhalten, zu pflegen und ihre Früchte regional zu nutzen, um den Klimawandel zu bekämpfen, die Biodiversität zu fördern und eine nachhaltige, klimafreundliche regionale Lebensmittelversorgung aufzubauen.  

Michael Müller von der BUND-Kreisgruppe des Rheinisch Bergischen Kreises stand hierzu in einem sehr anregenden Gespräch Rede und Antwort.

Zur Person sowie zu Hintergrund und Motivation:

Michael Müller, 58 Jahre, Mitglied der Grünen, ist seit seinem 20. Lebensjahr in der Umweltbewegung aktiv, beginnend mit Themen wie Waldsterben und Zero Waste, geprägt von dem Reaktorunglück in Tschernobyl und  der Volkszählung 1984/1987. Hierzu sagt er, dass insbesondere in Bayern eine immer noch erhöhte Strahlenbelastung zum Beispiel in Wildschwein-Fleisch messbar ist. 

Michael Müller hat nach dem Abitur eine Ausbildung als Gemüsegärtner gemacht, dann BWL studiert und ein paar Betriebe saniert.  Bei der anschließenden Tätigkeit in Handelsketten, u. a. im Einkauf habe er erfahren wie man Lieferanten „quält“.  Das Prozedere, wie ein Lebensmittel in den Markt kommt, kenne er sehr gut.

Michaels Spezialgebiet ist der Umwelt- und Naturschutz, insbesondere Streuobstwiesen. Bereiche wie Wasserstoff oder Solar sieht er als wichtig an, seien aber nicht sein Fachgebiet.

Michael Müller berichtet, den ehemaligen Bauernhof der Familie zu bewohnen. Von diesem konnte die Familie gut leben, auf 12 Hektar gab es 20 Schweine, 10 Kühe und 15 Hühner. Der Großvater sei, kurz bevor das anfing mit dem Bauernsterben, in Rente gegangen und habe den Bauernhof nicht weiter fortgeführt.

Michaels Onkel hatte einen für damalige Verhältnisse sehr großen Bauernhof, den er 

sich aufgebaut hatte mit über 100 Hektar. Nach heutigen Maßstäben sei dieser auch zu klein. Das sei die Entwicklung der bäuerlichen Landwirtschaft in dem Bereich, man müsse wachsen aber durch das Wachsen der Bauernhöfe leide die Biodiversität sehr stark. 

Die großen Trecker und Maschinen mit Fahrzeugbreiten von 12 und mehr Metern erforderten einen Umbau der Landschaft. Damit konnte man nicht in eine Streuobstwiese reingehen, die zehn Meter oder weniger Abstand zwischen den Baumreihen hatte. 

Michael Müller und seine Mitstreiter*innen bewirtschaften derzeit etwa 1500 Obstbäume auf verschiedenen Wiesen im Rheinisch-Bergischen Kreis und Umgebung (z.B. Köln-Flittard, Bechen-Herweg, auch größere in Bergisch Gladbach, etwa in Moitzfeld und in Bensberg am Krankenhaus).

Auf den Obstwiesen muss ganz viel gearbeitet werden.  Ein Baum muss im jungen Zustand einmal im Jahr gepflegt werden, die ersten 15 Jahre muss er jedes Jahr geschnitten werden.  Später dann, alle drei Jahre, im ganz  hohen Alter alle fünf Jahre. Je älter der Obstbaum wird, umso biodiverser wird er.

Was ist nun die Bedeutung von Streuobstwiesen:

Biodiversität: 

Streuobstwiesen wurden in früheren Zeiten vom Menschen angelegt. Dabei entstanden zufällig Lebensräume welche in unserer Landschaft die höchste Biodiversität haben, mit bis zu 3500 verschiedenen Lebewesen pro Fläche. Diese biodiversen Räume werden durch menschliches Eingreifen (Pflege, Ernte, Beweidung, zweimaliges Mähen) erhalten.

Klimaresilienz:

Alte Bäume (60 – 80Jahre) auf Streuobstwiesen sind widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels (z.B. 2 Grad Erwärmung), ähnlich wie naturbelassene Dauerwälder. Sie bilden ein Bollwerk gegen den Klimawandel.

Regionale Lebensmittelversorgung: 

Streuobstwiesen ermöglichen eine klimafreundliche, regionale und saisonale Lebensmittelproduktion. Dies kann den Bedarf an Importen (z.B. Äpfel aus Neuseeland, Tomaten aus Spanien) reduzieren und fördert die  Nutzung heimischer Produkte. Michael Müller kritisiert  an dieser Stelle die Ausbeutung in der globalen Lebensmittelindustrie.

Kulturlandschaft und Handwerk: 

Die Obstwiesen sindTeil des kulturellen Erbes und Brauchtums. Daher sind Streuobstwiesen auch alls immaterielles Weltkulturerbe anerkannt. Es sind die Eigenschaften Biodiversität, Brauchtum und handweliche Techniken, die das Kulturerbe ausmachen.

Welche Herausforderungen und Probleme gibt es rund um die Obstwiesen?

Industrialisierung der Landwirtschaft: 

Wie bereits erwähnt, wurden in der Vergangenheit viele Streuobstwiesen großflächig „ausgeräumt“, um Platz für große Maschinen und landwirtschaftliche Monokulturen zu schaffen. Es gab sogar Prämien für die Beseitigung von Obstbäumen. Es dauert naturgemäß Jahrzehnte, um wieder Obstwiesen aufzubauen und bis die Biodversität wieder entstehen kann.

Fehlende Vertriebsstrukturen: 

Noch mangelt es an Strukturen für die regionale Vermarktung von Tafelobst und verarbeiteten Produkten aus Streuobst. Derzeit werden 90 % der Äpfel zu Saft verarbeitet.

Finanzierung der Pflege: 

Viele Streuobstwiesen wurden vor 25 bis 30 Jahren als Ausgleichsflächen für Bauvorhaben angelegt. Die Kommunen und Eigentümer weigern sich nach der Pflanzung sehr oft, die über einen Zeitraum von 30 Jahren  gehende Pflege zu finanzieren. Die Durchführung der jährlichen Pflegemaßnahmen werden nicht, oder sehr selten kontrolliert. Das Land NRW zieht sich zudem aus der „Vertragslandwirtschaft“ als weitere Möglichkeit Streuobstwiesen zu finanzieren  zurück, was die Situation verschärft. Michael Müller kritisiert, dass Gelder der Kommunen für teure Projekte ausgegeben werden, während der Naturschutz unterfinanziert ist.

Auswirkungen des Klimawandels auf die Obstwiesen:

Obwohl die alten Sorten klimaresilienter sind als das Obst im Supermarkt, leiden die  Äpfel unter Hitzewellen, was zu Qualitäts-, Lagerfähigkeits- und Geschmackseinbußen führt. Die Bäume müssen gegossen werden da der Grundwasserspiegel sinkt. Dies war früher nicht notwendig. Zu beobachten ist auch ein zunehmender Schädlingsbefall (z.B.Gespinstmotte, Rindenbrand) und neue Krankheiten, die auch andere Fruchtsorten betreffen.

Michaels Müllers Aufruf und Botschaft:

Handeln statt Diskutieren: 

Wichtig ist, ins Tun zu kommen und nicht zu resignieren. Aktuell werde noch zu viel diskutiert anstatt entschieden zu handeln.

Pflege und Ernte: 

Bestehende alte Bäume pflegen, erhalten und die Früchte ernten. „Erhalten durch Aufessen.“ Gerade die alten Bäume sind ökologisch besonders wertvoll.

Umweltbildung:

Sensibilisierung und Aufklärung, insbesondere durch Umweltbildung (z.B. Apfelpressen mit Kitas und Schulen).

Sensibilisierung der Bevölkerung: 

Menschen sollen wissen, woher ihre Äpfel kommen und die Bedeutung regionaler, saisonaler Produkte verstehen. Früchte sollten nicht weggeworfen, sondern zur Ernte und Verarbeitung zur Verfügung gestellt werde.

Michaels Müller Lieblingsapfelsorte ist der Berlepsch, da er, wie die meisten alten Apfelsorten eine geschmackliche Intensität besitzt, die hochgezüchteter Supermarktware fehlt. 

Fazit:

Die Kernbotschaft ist, dass Streuobstwiesen ein vitales, vielfältiges und klimaresilientes Element unserer Landschaft sind, deren Erhalt und Nutzung entscheidend für eine nachhaltige Zukunft ist, wofür jedoch deutlich mehr Engagement und politische Unterstützung erforderlich sind.

Weitere  Infos unter:

Hinweis: das Audio des Interviews wurde mittels KI transkribiert, zusammengefasst und redaktionell überarbeitet.

Rätselraten in Kürten

In den nächsten Monaten werden an verschiedenen Stellen in Kürten auf dem Boden Rätsel erscheinen.  Was bedeuten diese? 

Keine Sorge, es sind keine geheimen  Botschaften, sondern die Umsetzung der Idee des zweiten Preisträgers unseres Wettbewerbs für ein sauberes Kürten, der den Müll im öffentlichen Raum ins Visier nimmt. Mittels Sprayschablonen werden Worträtsel auf den Boden gesprayt, diese sollen zum Nachdenken anregen, doch den nächsten Mülleimer und nicht die Straße für den eigenen Müll zu verwenden.

Am heutigen Samstag, den 25. Oktober startet die Aktion am Karlheinz-Stockhausen-Platz und am Dorfplatz in Biesfeld. Timo Lietz, der Urheber dieser Idee wird von uns geehrt und bekommt seinen Preis überreicht. Wir gratulieren! 

So, das war es wieder einmal mit Klima-Nachrichten aus Kürten und der Welt.

Wir wünschen  allen Leser*innen einen farbigen Herbst. 

Wer bei uns mitmachen möchte, kann zum Kennen Lernen gerne zu unserem nächsten Plenum kommen.

Ort:        Kürten Dürscheid, Kirchberg 3, Jugendheim der Pfarrgemeinde

Termin:  13. November, 19:30 Uhr

Newsletter September

Liebe klimainteressierte Mitbürger*innen,

Der September wird ein spannender Monat. Wir, die IG Klima Kürten, sind präsent auf zwei Veranstaltungen, eine in Kürten und eine Bergisch Gladbach. Zudem findet am 20.09. der nächste weltweite Klimastreik unter im wahrsten Sinne brankaktuellem Motto statt. Außerdem: die Kommunalwahl steht ins Haus und der Verein “Kürten für Demokratie und Vielfalt” veranstaltet am 06.09. eine Podiumsdiskussion.

Zuletzt möchten wir eine Youtube-Kanalempfehlung aussprechen.

Wir wünschen eine anregende Lektüre!

Klima & Mobilität im Dialog

Vom 16. bis 22. September findet jedes Jahr die Europäische Mobilitätswoche (EMW) statt, eine Kampagne der Europäischen Kommission. Städte und Gemeinden aus ganz Europa bieten Mitmach-Aktionen und andere Veranstaltungen für mehr nachhaltige Mobilität vor Ort an. Die Gemeinde Kürten ist mit Veranstaltungen auf dem Karlheinz-Stockhausen-Platz auch dabei. Zum Dialog lädt die IG Klima Kürten ihrem Stand. Wir freuen uns auf die Begegnung mit Ihnen/Euch. Das diesjährige Motto “Mobilität für Alle” legt den Fokus darauf, wie wichtig es ist, dass alle Menschen nachhaltig mobil sein können. Das UBA ist Koordinierungsstelle für die Aktivitäten in Deutschland.

Quelle: uba.de

Kostenloses Fahrradtraining „Fit mit dem Pedelec“

Im Rahmen der europäischen Mobilitätswoche lädt die Seniorenberatung der Gemeinde Kürten zu einem kostenlosen Fahrrad-Training ein:

Immer mehr Menschen nutzen ein Pedelec/ E-Bike. Die gesundheitlichen Vorteile liegen auf der Hand, doch die höhere Geschwindigkeit, das größere Gewicht und das veränderte Fahrverhalten bergen auch Risiken.

In dem praxisorientierten Training vermittelt ein geschulter Trainer der Verkehrswacht den Teilnehmern ein sichereres Fahrgefühl. Neben grundlegender Theorie wie Informationen zur Technik, Sicherheit und korrekter Handhabung des eigenen Pedelecs, wird natürlich vor allem auch das praktische Fahren auf dem abgesperrten Übungsparcours trainiert.

Teilnehmer benötigen ein eigenes Pedelec und einen eigenen Fahrradhelm.
Das Training findet bei jedem Wetter statt.
Die Teilnahme erfolgt auf eigene Verantwortung.

Termin: Donnerstag, 18. September 2025, 9:30 bis 12:30 Uhr
Ort: Karlheinz-Stockhausen-Platz, Kürten

Kontakt und Anmeldung

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung bis zum 15. September Voraussetzung.
Interessierte melden sich bitte bei der Seniorenberatung der Gemeinde Kürten:

per E-Mail an seniorenberatung@kuerten.de

per Telefon unter 02268/ 939-341

Quelle: Text wird zitiert aus der Homepage der Gemeinde Kürten

IG Klima beim Erntedankfest in Bergisch Gladbach

Wer uns am Donnerstag den 18. September nicht in Kürten besuchen konnte, bekommt eine zweite Gelegenheit zur Kontaktaufnahme. Wir reisen nach Bergisch Gladbach und sind beim Erntedankfest auf der Zanders Main Street!

Das Motto des Festes lautet vielversprechend:

»Lustwandeln auf den Pfaden der Nachhaltigkeit« 2025

“Es gibt Informations- und Mitmachstände für Klein und Groß rund um das Thema Nachhaltigkeit, Ernährung, Mobilität, Artenvielfalt aus und für die Region.

Der Ernährungsrat Bergisches Land e. V. veranstaltet das 5. Erntedankfest diesmal auf der MainStreet des Zanders-Gelände. Unterschiedliche Stände werden die Bedeutung einer klimagerechten und fairen Ernährung vermitteln. Zusätzlich gibt es Angebote zum Thema Müll, Artenvielfalt, Biodiversität, Upycling, etc. Lauter gute Ideen für mehr Nachhaltigkeit vor Ort. Zugesagt haben: Öko-Logisch- Pia Fallenstein, BAK, BUND, Jugend DRK, Bergischer Streuobstwiesenverein, Slowflower Ackerblüten, Mein Kräutergarten, Imkerei Rosenau, Bergische Lebensmittelretter, Klefhof, Fungi Bellini, Freiwilligenbörse RheinBerg, Hof Hörnen, BAV, Cabra Azul, Solawi Wipperfürth, Kidical Mass BGL, Theater for Future, IG Klima Kürten, etc.

Eine Genussecke mit regionalen Köstlichkeiten, sowie ein umfangreiches Kinder-Mitmach-Angebot an jedem Stand warten auf Sie und laden zum Verweilen ein!

Buntes MitmachProgramm für Kinder (basteln, raten, ausprobieren) mit Schätz- und Rate-Aufgaben.”

(Quelle: wandelkarte.org)

Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl 2025

Der Verein “Kürten für Demokratie und Vielfalt e. V.” bietet den Kürtener*innen im Rahmen einer Podiumsdiskussion die Gelegenheit die Bürgermeister-kandidaten sowie die demokratischen Parteien und ihre Positionen zu wichtigen kommunalen Themen kennen zu lernen. Unter Anderen wird es auch um Themen wie Klimaschutz, Mobilität, Energie- und Wärmewende gehen.

Bundesweite Klimademos

Fridays for future rufen am 20.09.2025 zu bundesweiten Klimademos auf. Anlass sind die Pläne der Bundesregierung und die Bestrebungen der fossilen Lobby den Umstieg auf Erneuerbare zu bremsen. Wer sich hierzu informieren möchte, kann dies an unseren Ständen in Kürten und Bergisch Gladbach tun.

Hierzu Fridays for future:

“Während die Klimakrise weltweit Existenzen zerstört, heizt die Bundesregierung sie weiter an: Neue Gasbohrungen in der Nordsee, neue Gaskraftwerke, neue fossile Abhängigkeiten. Überall in Deutschland sagen wir am Samstag, 20. September 2025: Schluss damit! Wir nehmen diese zerstörerische Politik nicht hin.

Unter dem Motto #ExitGasEnterFuture protestieren wir für einen sofortigen Stopp aller neuen Erdgasprojekte, egal ob auf Borkum in der Nordsee oder in Reichling in Bayern. Wir fordern einen echten Gasausstieg und den radikalen Umbau der Energieversorgung – sozial gerecht und erneuerbar. Erdgas ist kein harmloser Übergang, sondern ein extrem klimaschädlicher Brandbeschleuniger. Wer jetzt noch in fossile Infrastruktur investiert, setzt unsere Zukunft aufs Spiel.

Statt Verantwortung zu übernehmen, blockiert Wirtschaftsministerin Katherina Reiche den Ausbau der Erneuerbaren und sabotiert die Energiewende. Friedrich Merz und Co. machen Politik für fossile Konzerne – und gegen uns alle. Doch wir lassen uns nicht unterkriegen. Wir stehen auf: für Klimagerechtigkeit, für konsequenten Wandel, für eine lebenswerte Zukunft. Am 20.09. in ganz Deutschland – gemeinsam, entschlossen, unbequem.”

Quelle: https://fridaysforfuture.de/klimastreik/

IG Klima-Empfehlung: “Quaschning erklärt”

Prof. Dr. Volker, HTW Berlin, Mitgründer der Scientists for Future, informiert seit Jahren fundiert in Podcasts und Videos zu Themen der Energiewende. Aktuell behandelt er in seiner Shorts-Serie “Quaschning erklärt” Themen wie Windkraft, Gas, Fleischkonsum usf. Dabei schafft er es auf lebendige und unterhaltsame Weise in kürzester Zeit relevante wissenschaftliche Daten und Fakten darzulegen.

Link und Bildquelle: https://www.youtube.com/results?search_query=quaschning

Wir hoffen, Ihr/sie hatten eine spannende und informative Lektüre. Wir blicken auf einen ereignissreichen September und freuen uns auf ein Treffen mit Ihnen/Euch bei unseren Ständen.

Mit allerbesten klimafreundlichen Grüßen,

Patrick Walraf

Newsletter August

Liebe klimainteressierte Leserinnen und Leser,

in innen- und außenpolitisch bewegten Zeiten, in denen viele falsche Informationen kursieren, möchten wir versuchen einen Überblick über Daten und Fakten rund um das Klima und den Fortschritt der notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Erderwärmung zu bekommen. Dies war Thema unseres letzten Zukunftsforums vor den Ferien. 

Zudem haben wir wieder gute Tipps: einerseits einen Hinweis auf eine gute Podcast-Serie der Planetary Health Academy, zum Anderen Buchtipps, die möglicherweise den Blick auf Pflanzen und Flüsse ändern werden. 

Wir wünschen eine erbauliche Lektüre!

Ein Hinweis in eigener Sache: 

Möchtet Ihr/möchten Sie selber aktiv werden und in Kürten mitgestalten im Hinblick auf Themen wie Biodiversität, Nachhaltigkeit, Energie-, Mobilitäts- und Wärmewende? 

Dann meldet Euch gerne unter info(at)klima-kuerten.de oder kommt zu unserem nächsten Plenum am 04. September 2025 um 19:30 Uhr. Wir treffen uns im Dürscheid, Kirchberg 3, im Jugendheim.

Klima? Energiewende? Sind wir noch zu retten?

Stand der Dinge!

Kurz vor den Sommerferien hat Patrick Walraf im Rahmen des Zukunftsforums der IG Klima Kürten einen Überblick über den Stand des Klimawandels und den von der Menschheit eingeleiteten Maßnahmen gewagt. Die Daten und Zahlen sind einerseits ernüchternd, aber es gibt auch leise Hoffnungsschimmer.

Der Klimawandel schreitet voran!

„Im Jahr 2024 lag die Erderwärmung erstmals 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau: Laut einer neuen Studie (des Helmholtz-Instituts) ist das keine Ausnahme, sondern ein langfristiger Trend.“ 

(Quelle: Tagesschau.de)

„Wir haben in der Vergangenheit gesehen, dass wenn ein bestimmtes Temperaturziel überschritten wird, dieses auch im längeren Mittel so ist. Wir kommen nicht mehr darunter. Und in den Klimamodellen konnten wir sehen, dass das auch für 1,5 Grad gilt.“

(Zitat: Zscheischler, Helmolz-Institut)

Nach Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes ist die durchschnittliche Temperatur in Deutschland bereits um etwa 1,7 Grad gestiegen sind, denn Landflächen erwärmen sich schneller als der globale Durchschnitt. In de Konsequenz müssen wir mit häufigeren und intensiveren Hitzewellen, zunehmenden Starkniederschlägen sowie einem erhöhten Risiko von Dürren und Überschwemmungen rechnen.

(Quellen: Tagesschau.de; Jochen Marotzke vom Max-Planck-Institut für Meteorologie,Hamburg)

Handlungsfenster noch nicht geschlossen

Trotz dieser ernüchternden Erkenntnisse gebe es aber noch Hoffnung: Die Studie zeige, dass bei schnellem Handeln eine Stabilisierung bei 1,5 Grad oder zumindest eine Begrenzung auf zwei Grad möglich ist – ein weiteres wichtiges Ziel des Pariser Klimaabkommens.

Das baldige deutliche Verfehlen des 1,5-Grad-Ziels, so kritisiert Marotzke, werde von der Politik ignoriert, fast ungeachtet der politischen Ausrichtung. „Wir müssen uns nicht nur auf ein härteres Klima einstellen, sondern auch jetzt entschlossen handeln, um eine weitere Verschärfung der Situation zu verhindern.“

Der “Erd-Kühler”

Die Meere haben bereits viel Energie aufgenommen. Die Kapazitäten dieses Systems sind allerdings begrenzt.

Modellrechnungen zu den Folgen in unterschiedlichen Szenarien für 1,5 bis 4,4 Grad Anstieg der mittleren globalen Temperatur gegenüber 1850-1900, benennen einen Anstieg des Meeres-spiegels zwischen 28 und 55 Zenti-metern und für ein Szenario mit sehr hohen Emissionen zwischen 63 und 102 Zentimetern. Gründe sind die thermische Ausdehnung des Meerwassers und das Abschmelzen der Gletscher und der antarktischen und grönländischen Eisschilde.

Notwendige Maßnahmen:

1,5 bis maximal 2 Grad Erwärmung sind anzustreben! Dieses Temperaturlimit ist mit hinlänglich großer Sicherheit nur haltbar, wenn die globalen Treibhausgasemissionen vor 2025 (Also heute!!!) ihren Höhepunkt erreichen und danach schnell und drastisch reduziert werden: → bis 2030 im Vergleich zu 2019 um 43 Prozent → bis 2035 müssen es 60 Prozent werden 

Notwendig sind deutliche Emissionsminderungen nicht nur beim Kohlendioxid, sondern auch bei anderen Treibhausgasen (insbesondere von Methan und Lachgas sowie der fluorierten Verbindungen) und anderer indirekt klimawirksamer Stoffe (zum Beispiel Ruß) .

Neuer Klimabericht Höhepunkt der Emissionen noch nicht erreicht!!!

climatechangetracker.org

Welche Hebel haben wir?

Es gibt klare Antworten, die wir alle kennen! Wir müssen sie jetzt konsequent umsetzen!

→ Transformation des Energiesystems, 

→ Beenden von Subventionen für fossile Brennstoffe, 

→ Emissionsreduktionen im Industrie- und Gebäudesektor, 

→ Schaffung von CO2-Senken durch Grün- und Wasserflächen, 

→ Ausbau der Niedrigemissionstechnologien im Verkehrssektor, 

→ Anpassungsmaßnahmen:  Ausweitung von Grün- und Wasserflächen

in Großstädten zur Reduzierung des Wärmeinseleffekts, 

→ nachhaltiger Waldumbau zur Verringerung von Schäden durch Extremereignisse,

→ Reduzierung des Fleischkonsums,

→ (Carbon Dioxide Removal, CDR) und  (Carbon Capture and 

Storage, ⁠CCS⁠) – technisch herausfordernd und teuer!

(Quelle: Umweltbundesamt)

Erneuerbare Energie ausbauen!

Von allen Maßnahmen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes ist der Ausbau von Photovoltaik und Windenergie der günstigste Weg.

Energieerzeugung in Deutschland

Wir haben zwar aktuell fast 60 % Anteil an Erneuerbaren in unserem Strom-Mix. Der Anteil am Gesamtbrutto-energieverbrauch beträgt  aber nur 22,4 %, über ¾ kommt noch aus fossilen Quellen!!!!!

Es gibt noch viel zu tun!

… und in Europa?

Europa hat im Durchschnitt einen Anteil von ca. 25% Erneuerbare am Bruttoenergieverbrauch. Die skandinavischen Länder sind vorne, mit über 50 %. Deutschland, der ursprüngliche Energiewende-Vorreiter, kommt nur noch auf Platz 18 (Quelle: statista.de). Politische Entscheidungen früherer Regierungen haben uns also weiter in der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern gehalten, anstatt mit Ingenieuerskunst neue Technologien zu fördern. Aktuell besteht Sorge, dass die Bundesregierung wieder dieselben Fehler macht. Der Einfluss der fossilen Lobby ist noch groß. Hierzu noch einmal die Buchempfehlung: Christian Stöcker: “Männer, die die Welt verbrennen”.

… und weltweit?

Weltweit fand ein Zubau von 585 Gigawatt an erneuerbaren Energien im Jahr 2024 statt. Das sind mehr als 90 Prozent des gesamten weltweiten Stromausbaus mit einer 

Rekordwachstumsrate von 15,1 %. Das bedeutet, dass nur noch 10 % an fossilen Erzeugungskapazitäten zugebaut wurden.

Dennoch nicht genug um das Ziel einer Verdreifachung der installierten Leistung erneuerbarer Energien bis 2030 zu erreichen. Der jährliche Kapazitätszuwachs erneuerbarer Energien müsse sich deshalb bis 2030 um weitere 16,6 Prozent pro Jahr erhöhen. Im Übrigen sind Asien und China weit vorne. 

(Quellen: IRENA und erneuerbareenergien.de)

Übrigens: Das Argument, das China erst einmal anfangen soll, bevor wir etwas tun, zieht nicht mehr. Wir sollten außerdem bedenken, dass China aktuell die Werkbank der Welt ist.

Reicht Solarboom für die 1,5-Grad-Grenze?

Forscher haben ausgerechnet, wie die Erde komplett mit erneuerbaren Energien günstig versorgt werden könnte. Dabei spielt vor allem Solarkraft eine Schlüsselrolle.

Hierzu eine Studie vom Wissenschaftsmagazin ScienceDirect :

-> es sind Solarmodule mit einer installierten Leistung von 104.000 Gigawatt weltweit nötig, 50-mal mehr als derzeit installiert. Der Umbau bis 2050  ist machbar, sogar deutlich früher, wenn der Solarausbau schneller vorangetrieben wird.

Quelle: Dw

Tim Meyer stellt in seinem Buch “Strom” dar, wie steil die Dynamik der Zuwachses der Erneuerbaren (Gelbe Kurve) ist. Er spricht dabei von der 5. Energierevolution.  

Versuch eines Fazits

Der Klimawandel schreitet voran, die Folgen werden immer spürbarer. Wir können die Klimaerwärmung auf 1,5 bis 2 Grad begrenzen, wenn wir entschlossen handeln und insbesondere unseren gesamten Energieverbrauch rasch defossilisieren. Wir können uns keine Verzögerung mehr leisten. Große und bevölkerungsreiche Länder wie China und Indien bauen mit einem ernormen Tempo erneuerbare Energien aus, denn diese sind gleichzeitig viel günstiger als fossile Energien. Realistisch gesehen entscheidet die Wirtschaftlichkeit.

Im Augenblick wehrt sich die fossile Energiewelt noch, da sie ihr Geschäftsmodell bedroht sieht. Exemplarisch steht das “Drill baby, drill” von Donald Trump für diese Abwehr. Bei allen technologischen Revolutionen konnte dies beobachtet werden, z. B. beim Übergang von der Kutsche zum Automobil, bei der Einführung der Eisenbahn.

Wo wollen wir uns einordnen? Bauen wir weiter auf eine fossile Energieerzeugung mit all ihren politischen Risiken? Oder wenden wir uns dem Ausbau eines Systems der Erneuerbaren zu und sichern unsere Zukunft und die unserer Kinder?

Wir brauchen dringend Entschlossenheit in der Dekarbonisierung der Bereiche Energie, Verkehr und Wärme, damit es uns nicht so geht wie auf folgendem Bild:

Bildquelle: Tonpool.de

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Und nun unsere Empfehlungen!!!

Zukunft gestalten – Der Podcast über Planetary Health

Etwas für die Ohren, zu Hause auf dem Sofa, bei der Hausarbeit, unterwegs… Hier eine Empfehlung eines Podcast, besetzt mit hochkarätigen Expert*innen.

“Was verbirgt sich hinter Planetary Health? 

Auf welche Weise hängen Klima, Umwelt und Gesundheit zusammen? 

Wie überwinden wir Überforderung, Verdrängung und Lähmung? 

Und was hilft uns, gemeinsam zu handeln?”

(Quelle: Planetary Health Academy)

Den Podcast könnt Ihr in jeder Podcast App finden. Wir wünschen einen anregenden Hörgenuss.

Buchtipps von den Akteuren der

Hier einige inspirierende Bücher die einen anderen Blick auf die Natur richten.

#1 The Light Eaters

Zoë Schlangers Problem kennen wir nur zu gut: Als Wissenschaftsjournalistin, die sich mit der Klimakrise beschäftigt, war sie ständig mit apokalyptischen Nachrichten konfrontiert. Irgendwann hatte sie genug von dem Fokus auf die negativen Folgen. Sie machte sich auf die Suche nach etwas Schönem und begann, in ihren Mittagspausen ein Paper nach dem anderen über Pflanzen zu lesen.

In The Light Eaters (auf Deutsch: Die Lichtwandler) geht sie der Frage nach, ob Pflanzen intelligent sind und ein Bewusstsein haben. Lange wurden solche Überlegungen in das Reich der Esoterik verbannt, inzwischen gibt es dazu immer mehr Studien. Schlanger schreibt, dass in der Wissenschafts-Community eine regelrechte Fehde zwischen verschiedenen Lagern aufgeflammt sei, die sie in ihren Mittagspausen fasziniert verfolgte. 

Auf der einen Seite Vertreter*innen des bisherigen Paradigmas, in dem mögliche Intelligenz und Bewusstsein von Pflanzen keinen Platz haben. Auf der anderen eine junge Generation von Forscher*innen, die sich traut, dieses Paradigma zu hinterfragen. 

Gerade findet laut Schlanger ein Übergang statt. Viele Wissenschaftler*innen verfolgen inzwischen ernsthaft den Gedanken, dass Pflanzen intelligente Lebewesen seien, die Informationen verarbeiten und Entscheidungen treffen. Wenn Du dieses Buch noch nicht kennst: für uns ein wahrer Augenöffner, durch den man Pflanzen auf einmal ganz anders wahrnimmt.

#2 Is A River Alive?

Pflanzen sollen intelligent sein – und Flüsse lebendig?! Das klingt erstmal nach einem soliden Setting für einen Fantasy-Roman. Nur das Is A River Alive? (auf Deutsch: Sind Flüsse Lebewesen?) in der Realität spielt – und nicht ausgedacht ist. Das britische „Nature Writing“-Urgestein Robert MacFarlane liefert mit seinem neuen Buch besten Stoff, um unsere Weltsicht im Kopf umzukrempeln. 

In Is A River Alive? argumentiert MacFarlane, dass wir Flüsse nicht als bloße Materie und als Ressource für uns Menschen betrachten sollten. Was, wenn wir Flüsse stattdessen als lebendige Wesen ansehen? Und zwar nicht nur in unseren Köpfen, sondern auch im Rechtssystem. Was das genau bedeutet, zeigt MacFarlane, indem er uns auf drei Reisen mitnimmt: in den Norden Ecuadors, nach Südindien und in den Osten Kanadas, wo überall Menschen für das Überleben von Flüssen kämpfen.

(Quelle: https://steady.page/de/treibhauspost/posts/1b73cbdc-2a02-4e91-86bf-e19d9ab123eb)

Unser Tipp:

#3 „Strom“ von Tim Meyer

“Der Energiesektor steckt inmitten einer industriellen Revolution. So, wie die Dampfmaschine die Pferdekraft verdrängt hat, das Auto die Kutsche oder das Smartphone das klassische Mobiltelefon, stellen heute erneuerbare Energien, Batteriespeicher und Elektroautos weltweit die Märkte auf den Kopf. Aber warum findet dieser Umbruch statt – und wird er erfolgreich sein? 

»STROM« erklärt die Zusammenhänge unter der Oberfläche: warum industrielle Massenfertigung von »Clean Tech« das Alte überrollt, was China damit zu tun hat, vor welchen Herausforderungen für Markt und Netze wir in Deutschland stehen und warum zu ihrer Bewältigung auch ein Kultur-Update erforderlich ist.

Der breite Blick auf industrielle, energiewirtschaftliche und gesellschaftliche Logiken vergangener und aktueller Fortschritte liefert eine überraschend positive Aussicht: Der Markt ist unser stärkster Verbündeter und hat längst den Durchbruch für eine klimaneutrale Energiezukunft geschaffen. Doch wollen wir im internationalen Wettbewerb noch »vor die Welle« kommen, müssen wir diese Chance endlich ergreifen: für unsere Wirtschaft und fürs Klima.”

(Quelle: https://www.strom-das-buch.de/)

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So, das war es mal wieder aus der Welt des Klimas. Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern einen erfüllten Spätsommer.

Bis bald!

Patrick Walraf (Sprecher IG Klima Kürten)

Newsletter Juni

Liebe Klimainteressierte,

ist Klima noch ein Thema? Betrachten wir die aktuelle Politik und Berichterstattung, scheinen die globale Erwärmung und die Folgen für die Menschheit wieder mehr in den Hintergrund zu treten. Die “KleiKo” scheint andere Akzente zu setzen. Es scheint so, als ob das Bewusstsein für die existentielle Bedrohung unserer Lebensgrundlagen schwindet. Oder ist es  ganz anders? Vielleicht haben wir ja schon genug getan für den Klimaschutz und die Energiewende. Was sind die Daten und Fakten rund um die Klimaerwärmung, die Energie- und Verkehrswende? Diesen Fragen möchten wir im nächsten Zukunftsforum nachgehen und laden zu Gespräch und Diskussion ein.

Außerdem starten wir eine Umfrage. Wir möchten gerne wissen, welche Themen unsere Leser*innen für die nächsten Zukunftsforen interessant finden. 

Unser Wettbewerb für ein sauberes Kürten ist im ersten Teil zum Abschluss gekommen. Unsere ersten Preisträger wurden geehrt und deren Werk ist nun “online”.

Sehr Erfreulich ist die Aufnahme unseres Projektes Olper Siefen in den Hexenpfad. 

Weiterhin Hinweise auf den “Tag der offenen Gesellschaft” und eine Studie zur Wahrnehmung der Klimakrise.

Klima? Sind wir noch zu retten? Wo wir stehen!

Unser nächstes Zukunftsforum bringt Daten und Fakten zum Thema Klimawandel, -schutz, Energie- und Mobilitätswende zusammen. Hierbei wird der Blick über Kürten hinaus auf Deutschland und die Welt gerichtet, denn wir haben alle ein Klima, das uns miteinander verbindet. 

Wie gewohnt können wir dann  nach einem Impulsvortrag miteinander ins Gespräch kommen.

Wir treffen uns am 26.06.2025 um 19:30 Uhr im Clubraum im Bürgerhaus Kürten.

Wir freuen uns auf einen angeregten Austausch mit Ihnen/Euch.

Zukunftsthemen gesucht!

Bisher haben wir  in der Regel Themen für unser Zukunftsforum bestimmt. Nun sind unsere Leser*innen an der Reihe. Was interessiert Euch/Sie im Hinblick auf Klima, Biodiversität, Energiewende, Mobilität usf. Unter dem unten stehenden Link können Sie zwischen Themen wählen die wir vorschlagen oder ein neues Thema anregen. 

Hier der Link zur Umfrage:

https://nuudel.digitalcourage.de/AQ5VNAcCpMaDTYVG

Wettbewerb für einsauberes Kürten

Am 22.05.2025 durfte die Umwelt-AG des Gymnasiums Herkenrath  den Preis aus dem Kreativ-Wettbewerb der IG Klima Kürten von Mai 2024 entgegennehmen. Der Wettbewerb nahm das Problem der Vermüllung  im öffentlichen Raum ins Visier.

Vor allem junge Menschen wurden eingeladen, Plakate, Social Media Arbeiten oder Schablonen zu gestalten, die  – veröffentlicht –  dazu beitragen, Menschen zu sensibilisieren, ihren Müll nicht achtlos wegzuwerfen. Unter den Einsendern gewann das Comic der Umwelt-AG des Gymnasium Herkenrath, die von Verena Eickhoff geleitet wird. Aus diesem Comic wurde von der IG Klima Kürten ein Animée für Social Media erstellt. Dieser Clip ist auf der Homepage zu finden.

Die Übergabe des Preises fand an der Wiese auf der Höhe der Goethestr. 15 bis 17, also in Nachbarschaft des Gymnasiums, statt.  Überreicht wurden von der IG Klima Kürten zwei Feigenbäume, die hoffentlich gut einschlagen und viele Schülergenerationen der Schule erfreuen. Um die beiden jungen Bäume kümmert sich die Gartenbau-AG unter der Leitung von Niko Ruhe.  Wir wünschen uns, dass der Clip fleißig geteilt und vervielfältigt wird. Vielleicht von Dir/Ihnen?

Hier der Link zum Clip:

Wie geht es weiter?

Vor nunmehr vier Jahren begannen Aktive der IG Klima mit der Bearbeitung der Wiese am Olper Siefen. Zuerst trugen wir dafür Sorge, dass das drüsige Springkraut, eine invasive Art, entfernt wird um den einheimischen und standortgerechten Pflanzen Raum zu geben. Nun haben sich unter Anderen wieder Arten wie Beinwell, Schwertlilie und Mähdesuß dort ausgebreit.

Nun können wir mit Freude verkünden, dass dieses Projekt, das eines unserer ersten war,  Bestandteil des  ““Hexenpfades Dorf Olpe” ist. Auf diesem Rätselpfad werden auf spielerische  Art und Weise Informationen für Groß und  Klein dargeboten werden.

Tag der offenen  Gesellschaft

An dieser Stelle möchten wir auf eine Veranstaltung in Bergisch Gladbach aufmerksam machen, die unter Anderem von der “Initiative KlimaGerecht Leben” veranstaltet wird:

Wir, die Initiative KlimaGerecht Leben, Bergisch Gladbach für  Demokratie und Vielfalt und die Omas gegen Rechts GL, möchten Euch herzlich zu zwei großartigen Veranstaltungen in Bergisch Gladbach einladen:

Am 21. Juni wird deutschlandweit der Tag der Offenen Gesellschaft gefeiert. Wir werden auf dem Marktplatz Tische und Stühle rausstellen, Getränke bereithalten und Gespräche und Diskussionen für ALLE anbieten. Wir fragen uns: „Welche Gesellschaft wollen wir sein?“ Am Abend ab 19:00 feiert die IKGL ihr dreijähriges Bestehen mit eigenem Programm im Engel am Dom, Hauptstr. 258.

Link zur Homepage:

Am 27. Juni (ab 15 Uhr) veranstaltet das Bürgerportal In-GL das Festival der lokalen Demokratie zur Kommunalwahl. 

Der Link zur Veranstaltung:

https://in-gl.de/2025/05/25/gemeinsam-fuer-demokratie-ein-festival-zur-kommunalwahl/.

Auch dort werden wir mit Ständen und Aktionen vertreten sein.

Wir freuen uns, Euch bei der einen oder anderen Veranstaltung zu sehen, – am besten bei beiden! 😂

Demokratische und klimagerechte Grüße,

Roland Vossebrecker

PACE— Planetary Health Action Survey

Zu guter Letzt und passend zum vorherigen Beitrag nun Ergebnisse aus dem wiederholten querschnittlichen Monitoring von Wissen, Risikowahrnehmung, Vertrauen, Einstellungen und Verhalten in der Klimakrise. 

Die Handlungsbereitschaft der Menschen wurde untersucht, hier die Ergebnisse:


Personen haben eher eine höhere Handlungsbereitschaft, wenn sie

  • größere Gesundheitsrisiken durch den Klimawandel wahrnehmen, 
  • es leicht finden, selbst klimaschützendes Verhalten zu zeigen, 
  • mehr Wissen über Umwelt und Klimawandel besitzen, 
  • die Effektivität von Klimaschutzmaßnahmen hoch bewerten, 
  • mehr Vertrauen in Institutionen haben, 
  • wahrnehmen, dass sich andere für den Klimaschutz engagieren und/oder es von ihnen erwarten. 

Zusammenfassung und Link zu Ergebnisgrafiken als Foliensatz finden Sie hier: https://projekte.uni-erfurt.de/pace/summary/26/

Diese Ergebnisse untermauern, dass die gemeinschaftliche, informierende Arbeit von bürgerschaftlichen Initiativen wie die IG Klima Kürten sinnvoll und für die/den Einzelnen hilfreich sein können. Vielleicht willst Du/wollen Sie sich auch bei uns engagieren? Kontaktaufnahme über Mail gerne an: info(at)klima-kuerten.de

Wir wünschen  einen angenehmen Frühsommer.

Mit allerbesten klimafreundlichen Grüßen,

Patrick Walraf (Sprecher der IG Klima Kürten)

 IG Klima Kürten prämiert Gewinner des Kreativ-Wettbewerbes 

Am 22.05.2025 durfte die Umwelt-AG des Gymnasiums Herkenrath  den Preis aus dem Kreativ-Wettbewerb der IG Klima Kürten von Mai 2024 entgegennehmen. Der Wettbewerb nahm das Problem der Vermüllung  im öffentlichen Raum ins Visier. Vor allem junge Menschen wurden eingeladen, Plakate, Social Media Arbeiten oder Schablonen zu gestalten, die  – veröffentlicht –  dazu beitragen, Menschen zu sensibilisieren, ihren Müll nicht achtlos wegzuwerfen. Unter den Einsendern gewann das Comic der Umwelt-AG des Gymnasium Herkenrath, die von Verena Eickhoff geleitet wird. Aus diesem Comic wurde von der IG Klima Kürten ein Animée für Social Media erstellt:

Die Übergabe des Preises fand an der Wiese auf der Höhe der Goethestr. 15 bis 17, also in Nachbarschaft des Gymnasiums, statt.  Überreicht wurden von der IG Klima Kürten zwei Feigenbäume, die hoffentlich gut einschlagen und viele Schülergenerationen der Schule erfreuen. Um die beiden jungen Bäume kümmert sich die Gartenbau-Ag unter der Leitung von Niko Ruhe.  

Newsletter Mai

Liebe klimainteressierte Mitbürger*innen,

der Mai-Newsletter behandelt das Thema der Alternativen zum PKW auf 2 bis 4  Rädern. Die IG Klima plant einen Ausflug in die Welt der Kunststoffwiederaufbereitung, es sind noch Plätze für Interessierte fre.  Außerdem möchte wir noch einmal auf die Aktion Stadtradeln hinweisen und laden zum Mitmachen ein. Am Schluss möchten wir einen hörenswerten  Podcast empfehlen.

Wir wünschen eine informative Lektüre.

Besuch einer Kunststoffaufbereitungsanlage

Die IG Klima feiert ihr vierjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass planen wir einen Besuch einer Kunststoffwiederaufbereitungsanlage. Warum? unser aktuelles Schwerpunktthema ist Plastik und wir möchten uns informieren und sachkundig machen bevor wir Aktionen planen.

Es geht zur REPLANO-Anlage nach Bochum. Dort erhalten wir eine ca. 1,5stündige Führung  (festes Schuhwerk notwendig, Helme, Westen und Headsets werden gestellt). Ein sicherlich sehr lohnenswerter Besuch.  Es sind noch einige Plätze frei, die wir nach dem “Windhund”-Prinzip an Interessierte vergeben möchten. Anschließend möchten wir gemeinsam Mittag Essen in einen vegetarischen oder veganen Lokal.

Der Termin: 28.06.2025, Abfahrt in Kürten um 8:30 Uhr

Kosten: die Führung ist kostenfrei, eventuell fallen geringe Fahrtkosten an, Das Mittagessen zahlt jede Person selber.

Anmeldung: Wer Interesse kann sich schnell unter info@klima-kuerten.de anmelden und bekommt dann eine Bestätigung.

Infos zur Anlage: https://www.replano.com/kunststoffaufbereitung/

Stadtradeln 2025

Auch in diesem Jahr können  Kürten*innen ein Zeichen für die Verkehrswende setzen. Der Aufruf der Initiatoren lautet:

“ Mach mit beim STADTRADELN! 

Tritt 21 Tage mit deinem Team für eine Kommune in die Pedale und fördert gemeinsam Radverkehr, Klimaschutz und Lebensqualität. Jeder Kilometer zählt – sei dabei und mach den Unterschied!

STADTRADELN ist eine internationale Kampagne von Klima-Bündnis Services.”

(Quelle: Stadtradeln)

Muss es immer ein Auto sein?

Kleinst- und Kleinfahrzeuge auf 2, 3 und 4 Rädern – natürlich elektrisch!

Am Donnerstag den 24. April 2025 befassten wir uns im Rahmen unseres Zukunftsforums mit den Alternativen zum Auto, um in Kürten und von Kürten aus mobil zu sein.

Kürten stellt alle die mobil ein wollen vor Herausforderungen. Einerseits ist Kürten eine Flächengemeinde mit weiter auseinanderliegenden Ortsteilen, andererseits ist die bergige Topographie eine Erschwernis. Dies begrenzt das zu Fuß gehen oder die Nutzung von normalen Fahrrädern. Der ÖPNV ist zwar insgesamt etwas besser geworden, teilweise geringe Taktfrequenzen der Busse und nicht direkt miteinander verbundene Ortsteile sind leider nicht attraktiv und nicht oder nur mit Einschränkung alltagstauglich. 

Deshalb sind in den Haushalten und Familien meist mehrere Autos zu finden. Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie hoch die Unterhaltungskosten (TCO – Total Costs of Ownership) von Autos sind. Dazu kommt der hohe und umweltschädigende Ressourcenverbrauch bei Herstellung des Fahrzeugs. Wenn das Auto nicht elektrisch ist summieren sich dann die CO2-Emissionen bei der Bereitstellung und Verbrennung der Treibstoffe. 

Menschen mit geringen finanziellen Mitteln können sich überdies in der Regel kein Auto leisten und werden dadurch von der sozialen Teilhabe ausgeschlossen.

So stellt sich die Frage nach Alternativen. In früheren Zeiten waren es Mofas, Mopeds, Roller oder Motorräder, die allerdings benzinbetrieben waren. In den letzten Jahren hat sich eine Anzahl von Varianten mit elektrischem Antrieb entwickelt. Im Rahmen des Zukunftsforums stellte Patrick Walraf, Sprecher der IG Klima Kürten, dies Vielfalt an Fahrzeugen vor. Im Folgenden möchten wir unseren Leser*innen eine Übersicht geben.

Empfehlungen für Kürten

Was ist zu beachten? Nicht  alle E-Scooter, Pedelecs, S-Pedelecs und Lastenräder eignen sich für das hügelige Kürten, einige Modelle sind eher für das Flachland gedacht. Daher ist es dringend empfehlenswert eine Probefahrt in Kürten zu machen. Wichtig ist ein großer Akku, der entnehmbar sein sollte und viel Drehmoment.

Für  Eis- und Schnee

Die bisher vorgestellten Fahrzeuge können zwar, geeignete Kleidung vorausgesetzt, bei Regen bewegt werden. Die zumeist einspurigen Fahrzeuge kommen aber für viele Nutzer*innen bei Eis und Schnee nicht in Frage. Daher möchten wir auch die wintertauglichen mehrspurigen Fahrzeuge der Klassen L6e (bis 45 KM/H) und L7e (über 45 KM/H) vorstellen.

Ein Fazit

Es muss nicht immer ein Auto sein! Mittlerweile gibt es eine Vielfalt an elektrischen Fahrzeugen, die auch in Kürten gut geeignet sind für den Verkehr in und zwischen den Ortsteilen. Alle vorgestellten Fahrzeugkategorien zeichnen sich im Vergleich zum PKW durch einen geringeren Ressourcenverbrauch, einen niedrigen CO2-Fußabdruck bei Herstellung und Vertrieb sowie niedrigere Unterhaltungs- und Wartungskosten aus. Sie stellen somit, falls der ÖPNV keine Alternative bietet, eine attraktive Alternative zum Zweitwagen dar.

Podcast-Tipp

Podcasts sind “in”. Viele Menschen hören sie bei der Haus- oder Gartenarbeit, unterwegs oder beim Joggen. Wir möchten auf eine neue Podcast-Reihe der Planetary Health Academy hinweisen. Hier finden Fragen der menschlichen Gesundheit und der Klimakrise zusammen. Viele bekannte Wissenschaftler*innen kommen dort zu Wort. 

https://planetary-health-academy.de/podcasts

Zukunftsforum: Muss es immer ein Auto sein?

Wir benötigen Mobilität zur Bewältigung unseres Alltags. Vor einigen Jahren fiel die Wahl mangels Alternativen in Kürten meistens auf das Auto. Busse spielten eine untergeordnete Rolle.  Verbesserungen im Nahverkehr haben die Attraktivität der Busse gesteigert. Dennoch sind viele Strecken innerhalb und zwischen  unseren Ortsteilen nicht oder nur umständlich mit dem ÖPNV bewältigbar. Viele Mitbürger*innen setzen daher  weiterhin auf das Auto. Die einzige Möglichkeit? Es gibt Alternativen, die zudem elektrisch,  umweltfreundlicher und preisgünstig im Betrieb sind. Die Mobilitätswelt ist vielfältiger geworden.