Nachhaltiges Shopping in der Kleiderkammer Kürten

In Europa werden pro Person durchschnittlich jedes Jahr fast 26 Kilogramm Textilien gekauft und etwa elf Kilogramm davon weggeworfen. Weniger als die Hälfte der Altkleider wird zur Wiederverwendung gesammelt und nur ein Prozent wird zu neuer Kleidung recycelt. Die Bekleidungsproduktion steigt stetig an, während die durchschnittliche Nutzungsdauer eines Kleidungsstücks gesunken ist.

Ungehemmter Klamotten-Konsum oder lieber wertschätzendes, verantwortungsvolles Einkaufen? Gemeinsam Ressourcen, Klima und Umwelt schonen und gleichzeitig Freude am Stöbern, Entdecken und Stylen haben? 

Wie dringend notwendig ein Umdenken in unserem Konsumverhalten ist, zeigen folgende Fakten.

Bei der Herstellung eines einzigen Baumwoll-T-Shirts werden 4,4 kg CO2 ausgestoßen. In der EU verursachte eine Person im Jahr 2020 durch den Kauf von Textilien rund 270 Kilogramm CO₂-Emissionen, insgesamt führte der Verbrauch von Textilerzeugnissen in der EU zu 121 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen.

Weltweit verursacht die Modebranche 10 Prozent der CO₂-Emissionen – mehr als internationale Luftfahrt und Seeschifffahrt zusammen.

Die Ökobilanz eines T-Shirts aus Synthetik-Fasern ist sogar noch verheerender. Hinzu kommt, dass bei einer einzigen Wäsche von Polyesterkleidung 700.000 Mikroplastikfasern freigesetzt werden können. Etwa 35 Prozent des primären Mikroplastiks, das in die Umwelt gelangt, wird durch Waschen von synthetischen Textilien verursacht. Dabei wird der größte Teil des Mikroplastiks bei den ersten Waschgängen freigesetzt. „Fast Fashion“, welche auf Massenproduktion, niedrigen Preisen und hohen Verkaufszahlen basiert, führt zu einem Anstieg an ersten Waschgängen und damit auch zu einer erhöhten Freisetzung von Mikroplastik. Insgesamt hat das Waschen synthetischer Produkte zu einer Ansammlung von 14 Millionen Tonnen Mikroplastik auf dem Grund der Ozeane geführt. 

Ca. 2.700 Liter Süßwasser werden für die Produktion eines Baumwoll-T-Shirts verbraucht, etwa so viel, wie ein Person in 2,5 Jahren trinkt.

In 2020 wurden im Durchschnitt neun Kubikmeter Wasser, 400 Quadratmeter Land und 391 Kilogramm Rohstoffe benötigt, um Kleidung und Schuhe für jeden EU-Bürger herzustellen. Hinzu kommen ca. 20 Prozent der weltweiten Wasserverschmutzung, die durch die Färbung und Veredelung von Textilien im Rahmen ihrer Herstellung verursacht werden. Der Textilsektor ist somit die drittgrößte Quelle für Wasserverschmutzung und Flächenverbrauch.

Das ist eine verheerende Bilanz und wir sollten uns die Frage stellen, was wir damit machen. Die Augen verschließen und weitermachen wie bisher? Oder nutzen wir sie als Antrieb, um unser Verhalten wirksam zu verändern, gemeinsam neue Wege und Lösungen zu finden, ohne auf die Freude am Einkaufen verzichten zu müssen? 

Wir können nämlich auch anders:

  • Nur das kaufen, was wirklich benötigt wird
  • Beim Einkaufen auf Nachhaltigkeit und Langlebigkeit achten
  • So wenig wie möglich waschen, bei möglichst geringen Temperaturen und an der Luft trocknen
  • Die Nutzungsdauer der Kleidung durch den Kauf von gebrauchter Kleidung, Reparatur und Weitergabe so weit wie möglich zu verlängern

Gerade für die letzten Punkte bietet sich uns durch die Kleiderkammer Kürten eine wunderbare Gelegenheit. 

In der Dorfstraße 14 in Kürten-Bechen (ehemaliges Gasthaus Zur Erholung) betreibt der ZinK-Verein einen gemütlichen Second-Hand-Laden mit einem abwechslungsreichen Sortiment zu sehr günstigen Preisen. Schuhe, Accessoires und Kleidung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene warten auf neue Trägerinnen und Träger. Dank des großen Zulaufs und der Vielzahl an Spenden gibt es stets etwas Neues zu entdecken.

Das engagierte Team der Kleiderkammer freut sich auf unseren Besuch!

Öffnungszeiten:

Spendenannahme

montags 15 bis 18 Uhr

Second-Hand-Laden

dienstags und mittwochs 15 bis 18 Uhr sowie jeden 1. Samstag im Monat 10 bis 12:30.

Aktuelle Termine

Flohmarkt am 12. August von 11-16 Uhr auf dem Parkplatz hinter der Kleiderkammer

Weiter Infos: Kleiderkammer

Quellen:

Umweltauswirkungen von Textilproduktion und -abfällen (Infografik) | Aktuelles | Europäisches Parlament (europa.eu)

Neue Mode aus alten Kleidern? Besser ist länger tragen – NABU

BMUV: Mode und Textilien

https://imbstudent.donau-uni.ac.at/lessemissions2/der-co2-fussabdruck-unserer-kleidung/

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A52022DC0141

Kürten ohne Schottergärten – ein Traum? Von Beate Wiemker

Das Thema Umwelt- und Naturschutz gewinnt immer mehr Aufmerksamkeit in unserem Leben.
Inzwischen hat fast Jede und Jeder seine Wichtigkeit begriffen und möchte selbst etwas tun.
Wir können beim Heizen sparen, mehr Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigen,
Verpackungsmüll reduzieren und bewusster auch regionaler einkaufen. Wir können versuchen
beschädigte Dinge nicht gleich wegzuwerfen, sondern zu reparieren.
Wer einen Garten besitzt, und sei er noch so klein, kann auch hier den Natur- und Umweltschutz
beginnen und fördern.Als die Menschen seßhaft wurden, mussten sie die ersten Kulturpflanzen vor der Wildnis schützen
und bauten Zäune um sie herum. Die ersten Gärten waren geschaffen. Im Verlauf der Geschichte
gab es dann viele Formen von Gärten, wie z.B. Barockgärten, Landschaftsgärten, Schrebergärten
und Bauerngärten. Immer aber sollte der Garten der Freude, der Entspannung, der Eigenversorgung,
der Verbesserung der eigenen Lebenssituation dienen.
Nach dem 2. Weltkrieg kam der Wirtschaftsboom und man wollte den Garten nur noch zur
Entspannung nutzen. Viele Gärten entwickelten sich vom Nutzgarten zum zweiten Wohnzimmer.
Monotone Rasenflächen, Fichten und Lebensbäume wurden gerne gepflanzt. Im Garten sollte alles
sauber und ordentlich sein.
In den 70er Jahren entwickelte sich eine Gegenbewegung, denn Umweltschäden wurden sichtbar.
Die ersten Naturgärten entstanden. Leider setzte sich dieser Trend nicht durch. Mit dem enormen
Fortschritt der gleichen und folgenden Zeit hatte man die Umwelt wieder schnell aus dem Blick
verloren und die ersten Schottergärten entstanden. Sie sollten die Arbeit der Besitzer noch einmal
drastisch reduzieren. Hatten diese Gärten zunächst den Charme von südlicher Wärme und Urlaub,
so gelten sie heute oft als „Gärten des Grauens“. Oder man pflasterte sogar den Platz vor dem
eigenen Haus. Schließlich brauchte man ja auch Raum für die zahlreichen Autos, die man sich
inzwischen in der Familie leisten konnte.
Sowohl der Schottergarten als auch gepflasterte Flächen heizen sich in der Sonne stark auf. Nachts
kühlen sie zudem kaum ab und Wasser kann nicht versickern. Damit stirbt das Bodenleben, die
versiegelte Fläche bietet keiner Pflanze und keinem Tier einen Lebensraum.
Und der eigentliche Grund, weniger Arbeit zu haben, bewahrheitet sich in der Regel auch nicht. Oft
sammelt sich auf diesen Flächen Laub und Schmutz oder es entstehen Beläge und Flecken.
Bei einem Spaziergang durch Kürten sieht man inzwischen eine große Anzahl dieser sogenannten
Schottergärten und durch Pflasterung versiegelte Flächen. Bei Sonnenschein im Sommer heizen sie
sich bis zu über 50°C auf, eine Hitze, die wir nicht lange ertragen. Wir flüchten in unsere
Innenräume. Dabei wäre Schatten unter Bäumen viel angenehmer. Und ein bepflanzter Boden im
Umkreis bleibt deutlich kühler, er schluckt die Wärme. Wir müssen deshalb unsere Pflanzen wieder
wertschätzen. Es muss ja nicht alles ordentlich sein. Alles Grün in der Natur ist für unsere Psyche
besser als das Grau der Schottergärten und Pflasterungen.
Ich habe einen Traum. In meinem Traum gibt es in Kürten keine Schottergärten mehr, und ein
Großteil der Pflasterungen sind umgewandelt in Grünflächen und Blumenbeete. Bäume sind
gepflanzt und Bänke zum Verweilen aufgestellt. In den Hauptdurchgangsstraßen kann man
Menschen treffen und erholsame Pausen einlegen, weil viel weniger Autos viel langsamer fahren.
Beate Wiemker

 Tag der emissionsfreien Mobilität in Kürten am 18. September

Anlässlich der europaweiten Mobilitätswoche bietet die IG Klima Kürten in Kooperation mit der Gemeinde Kürten am 18. September 2022 von 11 bis 17 Uhr auf dem Karlheinz-Stockhausen-Platz in Kürten Technik zum Anfassen, Beratung und Erfahrungsaustausch zur emissionsfreien Mobilität.

Alle Kürtenerinnen und Kürtener haben die Möglichkeit, Verkehrsträger wie Elektroauto, Elektromotorrad, Elektroroller, Lastenräder sowie E-Bikes, E-Scooter und Falträder einmal näher kennenzulernen und vielleicht sogar eine Probefahrt mitzumachen – unverbindlich und kostenfrei.

Zusätzlich zur Fahrzeugausstellung von regionalen Händlern und Privatleuten gibt es weitere Informations- und Beratungsstände zu den Themen Energiewende, Biodiversität und Nachhaltigkeit. Auch dabei liegt der Schwerpunkt auf dem regionalen Möglichkeiten. Beispielsweise finden sich am Stand Nachhaltigkeit regionale Unternehmen und Organisationen, die regionales Biogemüse, nachhaltige Ernährung, Unverpacktes und nachhaltige Secondhandkleidung anbieten.

Die ganze Familie ist willkommen. Für Kinder gibt es ein zum Thema Mobilität passendes Spieleangebot, zusammengestellt von Mitgliedern der IG Klima Kürten. Ein Gewinnspiel für alle sowie ein Speise- und Getränkeangebot runden das Programm ab.