Liebe Leser*innen,
noch in den Sommerferien erscheint dieser Newsletter der die aktuelle Situation rund um das Klima und die Energiewende beleuchtet. Wir müssen erfahren, dass es auch in den nördlichsten Wäldern Kanadas Wirkungen der Klimaerwärmung gibt.
Wir empfehlen interessante Podcasts und weisen auf einen CO2-Rechner hin, der die Möglichkeit zur Selbsteinschätzung und zur Verbesserung anbietet. Zudem besteht die Möglichkeit, sich über das Unverpackt-Einkaufen zu informieren. Zuletzt einen Good News-Tipp.
Wer uns, die IG Klima Kürten, näher kennen lernen möchte, ist herzlich zu unserem nächsten Plenum eingeladen. Wir treffen uns am 08.10.2026 um 19:30 Uhr in Kürten-Dürscheid, Kirchberg 3, im Pfarrheim.
Wie ist der diesjährige Sommer?
Wir hangeln uns diesen Sommer klimatisch von einem Extrem zum Anderen. Eine sehr starke Hitzewelle im Juni suchte das Rheinland und Rhein Berg heim, sogar das ansonsten kühlere Sauerland war betroffen. An meinem Arbeitsplatz in den Märkischen Kliniken wurden trotz Verdunklung, Ventilatoren über mehrere Tage in den Arbeitsräumen 30 Grad erreicht. Eine Herausforderung oder sogar Überforderung für Patient*innen und Behandelnde. In Köln wurde die Marke von 40 Grad geknackt. Es folgte europaweit eine Dürre, Flüsse wie der Rhein mutieren aktuell zum Rinnsal, in
meinem Urlaub in der Westbretagne gab es Wassernotstand. Entspannung im Urlaub? Nur zum Teil möglich aufgrund der Nachrichten über historische Waldbrände in Frankreich, Spanien und Italien. Auch in meinem Bekanntenkreis gab es Personen, die Evakuierungen erlebt haben.
Und nun Brände im Hürtgenwald und im Moor des Hohen Venns.
Bei all diesen Nachrichten empfinde ich persönlich eine Mischung aus Angst, Ohnmacht und auch Wut, da wir möglicherweise zu wenig tun und Kräfte in der Gesellschaft und auch in uns, die das Alte bewahren wollen, noch zu stark sind.
Folge der Spur des Geldes… Immer noch macht die fossile Industrie, 3 Milliarden Gewinn – am Tag! (Christian Stöcker: „Männer die die Welt verbrennen“).
Hinzu kommen Subventionen. Die Klimaschäden sind dabei nicht eingepreist!
Harald Lesch spricht in dem Podcast „ist die Welt noch zu retten?“ davon, dass wir nicht wissen, wie sich die Dynamik des Klimawandels entwickeln wird. Vielleicht reden in einigen Jahren über den Sommer 2026 wie über einen kühlen Sommer.
Wir veranstalten gerade als Menschheit ein Physik-Experiment wie damals in der Schule. Nur das dieses Experiment nicht auf einen Klassenraum begrenzt ist und nicht jederzeit stopp- bzw. eingrenzbar ist.
Aber Halt!
Das Experiment ist zu stoppen, die Dynamik des Klimawandels kann verlangsamt werden. Wir wissen doch, was zu tun ist. Die Wissenschaft fordert vor Allem eine entschiedene Abkehr von fossilen Energiequellen. Dies ist aktuell eine der wichtigsten Hauptmaßnahmen neben dem Erhalt der Biodiversität und dem Plastik-Problem. Bildhaft gesehen müssen wir aufhören Öl – und Gas – ins Feuer des Klimawandels zu gießen. Und wir haben Lösungen um dies umzusetzen und unseren Energiebedarf zu stillen: die Erneuerbaren Energien nebst Batteriespeichern, Wärmepumpen, E-Mobilität aber auch das Hinterfragen unseres Konsumhungers.
Es gibt aber auch im Gesellschaftlichen wirtschaftliche und politische Kräfte, die Zweifel säen, verzögern möchten, die Unwahrheit im wissenschaftlichen Sinne verkünden. So wird von vermeintlich zu hohen Kosten der Energiewende gesprochen. Dabei wird nicht gegenübergestellt, was die Klimaschäden kosten wenn wir beim alten fossilen System bleiben. Es wird behauptet, dass die Erneuerbaren Energien den Strom teuer machen, was nicht stimmt. Wer sich mit dem Merit-Order-Prinzip des Strommarktes befasst hat, weiß, dass das teuerste Kraftwerk den Preis bestimmt, dabei handelt es sich in der Regel um Gaskraftwerke. Das Verbrenner-Aus wird hinterfragt, die europäische Methan-Verordnung wird abgeschwächt oder vielleicht sogar für einige Jahre ausgesetzt. Es ist einfach zum Schreien.
Und wie ist es privat?
Handeln wir entschlossen und stellen unser Leben um? Oder finden wir auch Ausreden? Um es wiederum an einem Bild zu verdeutlichen: Ein Feuer lodert. Wir wissen auch was zu tun ist, nämlich die zur Verfügung stehenden Behältnisse nehmen um Wasser zu schöpfen und das Feuer zu löschen. Eine deutliche Mehrheit der deutschen Bevölkerung möchte mehr Klimaschutz (siehe hierzu Quelle 1). Stellt Euch nun aber vor, die Umstehenden würden sagen: „Ja es ist wichtig, etwas gegen das Feuer zu unternehmen, aber ich fange erst in ein paar Tagen an“, oder: „zuerst möchte ich noch die Aussicht genießen“, oder: „vielleicht gibt es bald noch bessere Eimer um das Wasser abzuschöpfen, ich warte erst einmal ab.“ Vielleicht sagt auch jemand: „es wird nicht so schlimm und wir werden bestimmt gerettet“.

Machen wir das nicht immer wieder mit dem Klimaschutz so? Verschieben wir Investitionen in eine Wärmepumpe nicht auf Morgen oder Übermorgen? Oder meinen sogar noch eine Gasheizung kaufen zu müssen? Oder flüchten uns in unserem privaten Hedonismus und lassen es nochmal krachen. Oder wir kaufen noch einen Verbrenner aus alter Gewohnheit und warten auf E-Fuels? Wer ehrlich zu sich sein möchte, sollte seine Ausreden und Ausflüchte einmal reflektieren. Ich persönlich habe mich auch schon das eine oder andere Mal bei Ausreden ertappt.
Sicherlich hat die fossile Industrie einen großen Anteil an der Klimaerwärmung. Aber es braucht auch die Kund*innen, die den Stoff abnehmen…
Ja, es ist ungemütlich das Gewohnte zu verlassen und Investitionen in die private Energiewende zu starten. Photovoltaik, Wärmepumpen und E-Autos kosten Geld. Der Umstieg auf den ÖPNV bedeutet auch Nachteile. Und ja, es klappt nicht immer sofort alles auf Anhieb – wie der vereinzelt erlebte Kampf mit Ladesäulen auf unserer Reise in Frankreich bewiesen hat.
Und ja, Veränderungen machen Angst. All das erfordert, dass wir von unserem Sofa der Gewohnheiten aufstehen. Das ist zuerst ungemütlich, erfordert Einsatz, auch finanziell. Wir erleben aber aktuell, dass der Klimawandel ungemütlich ist und wenn wir nichts tun, wird es voraussichtlich noch sehr, sehr viel ungemütlicher.
Das Erfolgserlebnis, etwas investiert, getan zu haben, ist der Lohn für unser Aufstehen.
Ach ja – und noch etwas…
Wir von der IG Klima Kürten stehen gerne mit Rat und Hilfe zur Verfügung, wenn es um diese Veränderungen geht.
Also – frei nach BAP: „Arsch huh – ran an die Energie-;; Mobilitäts- und Wärmewende!“
Quelle 1:

Quelle: WWF
Feuer im nördlichsten Wald der Erde
EINE WACHSENDE BEDROHUNG FÜR DEN BOREALEN WALD
Ein Bericht des WWF (World Wildlife Fund) befasst sich mit dem Auswirkungen der globalen Erderwärmung in den nördlichsten Wäldern der Erde:
“Die 48 kanadischen Nationalparks – darunter mit Jasper und Banff zwei der bekanntesten – schützen teils unberührte Wildnis auf einer Gesamtfläche, die deutlich größer ist als Deutschland. Ihre Landschaften sind Teil der Montanen Kordillere, einer Ökozone im Westen Kanadas. Alpine Tundra- und dichte Nadelwälder, aber auch trockenes Grasland sind typisch für diese zumeist zerklüftete, bergige Region.”
“In den letzten 20 Jahren waren boreale Wälder mit ihrer dichten Vegetation und Abgeschiedenheit jedoch deutlich stärker von Waldbränden betroffen als zuvor. Häufigkeit und Intensität der Brände haben zugenommen – eine Folge der besonders schnellen Erwärmung der hohen Breitengrade im Zuge der Klimakrise. Mit fortschreitender Erderhitzung rechnen Forschende zudem mit stärkeren Gewittern in nördlichen Regionen: Blitzeinschläge können künftig nicht nur in den borealen Wäldern, sondern auch weiter nördlich in der arktischen Tundra vermehrt Vegetationsbrände auslösen.”
Quelle: WWF
So werden diese Wälder von der CO2-Senke zu CO2-Emittenten.
Hier geht es zum Bericht (im PDF-Format):
Wie hoch ist Dein CO2-Ausstoß?
![]() |
Im Jahr 2017 saß Robert Sabelström nach einem Surf-Ausflug mit Freunden im Restaurant. Es entstand eine Diskussion ob Fisch oder Muscheln auf dem Speiseplan besser fürs Klima seien. Robert benutzte einen CO2-Rechner um die Frage zu klären und stellte schnell fest, wie CO2-intensiv sein Lebensstil war (20 Tonnen/jährlich).
Die Botschaft war klar: “Robert, Du lebst, als hätten wir 4,2 Planeten”. Der Rechner bot allerdings keine Lösungen an. Dieses Erlebnis bewegte Robert, seine Frau und seine Tochter dazu 2018 einen eigenen CO2-Rechner zu entwickeln, der auch Anregungen und Lösungen bietet: “Climate Hero”, ermöglicht es in wenigen Minuten einzuschätzen, ob wir Klimaheld*in, Klimafreund*in , Klimakonsument*in oder Klimaschurk*in sind. Im nächsten Schritt wird gezeigt, was wir schon gut machen und wo wir Verbesserungspotential haben. Hierzu werden konkrete Anregungen gegeben.
Quellen der Abbildungen: climatehero.org

Neugierig geworden? Hier der Link zum Ausprobieren:
https://www.climatehero.org/de/privatkunden
Die unbequeme Wahrheit über Transformation
Maja Göpel – DE/CODED
Terra X Lesch & Co

Bildquelle: wikipedia
Maja Göpel ist eine deutsche Politökonomin, Transformationsforscherin, Nachhaltigkeitsexpertin und Gesellschaftswissenschaftlerin mit Schwerpunkt auf transdisziplinärem Denken. In dieser Podcast-Folge spricht sie über Veränderungen. Besonders gefallen hat, dass sie beschreibt wie sie eine Haltung von penetranter Freundlichkeit im Diskurs rund um die Klimakrise und die notwendigen gesellschaftlichen Transformationen einnimmt.
Hier geht es zum Podcast:
Tim Meier zum Thema Energieeffizienz mit Erneuerbaren und Elektrifizierung
![]() |
Quelle: https://www.timmeyer.energy/
Was hat ein Zitat des ehemaligen Kanzlers Helmut Kohl mit unserem Energiesystem zu tun? In seinem Short legt Tim Meier dar, wie wir mit dem fossilen Energiesystem regelrecht viel Geld verbrennen und durch den Schornstein jagen. Eine Versorgung mit Erneuerbaren wird unseren Primärenergieverbrauch drastisch senken.
Ein Fakt am Rande in Zeiten der Krise rund um die Meerenge von Hormus: ca. 40 % des Schiffsverkehrs entfallen auf den Transport von fossilen Brennstoffen. Was steckt das für ein Potential zur Verminderung des Schiffsverkehrs…
Tim Meyer-Shorts sind sehens- und hörenswert, der Autor des Buch-Bestsellers “Strom” erklärt klar und anschaulich die Energiewende.
Hier geht es zum Tim Meyer Short:
Der Bergische Ernährungsrat lädt zur Tour d´Horizont in den Büggel ein
Hier der originale Einladungstext:
“Hallo zusammen,
ein herausfordernder Sommer ist noch nicht zu Ende, die Ferien auch noch nicht und doch gibt es schon einen Hinweis auf unsere nächste Tour d’Horizont am 9.9.26 um 17:30 zum 1. Unverpacktladen in der Gegend zum Büggel Bergisch Unverpackt in GL-Paffrath.
Bei unserer Veranstaltung in diesem Laden geben wir eine kurze Einführung in das unverpackte Einkaufen. Dabei erfahrt ihr mehr über das Konzept sowie die regionale Versorgung mit Obst, Gemüse und anderen Lebensmitteln aus dem rechtsrheinischen Raum.
Wir stellen außerdem den Ernährungsrat Bergisches Land und unsere Arbeit für eine regionale, nachhaltige Ernährung vor und freuen uns auf eure Fragen und Ideen.
Ihr wollt das an dem Abend auch noch gleich selbst ausprobieren? Dann bringt eure eigenen Behälter mit und kauft direkt vor Ort unverpackt ein! Das Sortiment wird euch bestimmt überraschen 😉
❗Klingt spannend? Dann meldet euch gerne jetzt an unter:
post@ernaehrungsrat-bergisches-land.org”
📅 09.September 2026
⏰ 17:30-19:30 Uhr
📍Nussbaumer Str. 7 Bergisch Gladbach
Ernährungsrat Bergisches Land e.V.
* Landwirtschaft neu denken – gemeinsam Ernährungssouveränität stärken *
Email: post@ernaehrungsrat-bergisches-land.org
Instagram: @ernaehrungsrat_bergischesland
Webseite:https://www.ernaehrungsrat-bergisches-land.org
Auch mal Lust auf gute Nachrichten?

Es passiert auch viel Positives. Es gibt gute Nachrichten über Fortschritte und
Entwicklungen. Zum Beispiel, dass Photovoltaik weltweit die billigste Stromquelle ist. Unsere Medienlandschaft bringt aber leider überwiegend nur die negativen Schlagzeilen. Bei allen Problemen die wir als Menschheit haben, ist es wichtig, Erfolge zu feiern. Denn das motiviert uns weiterzumachen!
Wer mehr erfahren möchte, dem seien die „Squirrel News – Dein konstruktiver Nachrichtendienst“ empfohlen.
Hier der Link:
Das waren unsere August-News. Wir wünschen allen Leser*innen einen wohltemperierten Sommer.
Bis dahin,
Patrick Walraf (Sprecher IG Klima Kürten)



