Geburtstagsausflug der IG Klima

Zum 5. Geburtstag der IG Klima waren wir zu Besuch bei Metabolon in Lindlar.

Die IG Klima entstand im Jahr 2021 auf Initiative von Patrick Walraf zuerst im digitalen Raum, denn es war Corona-Zeit. Einige Treffen weiter konnten sich die Menschen der ersten Stunde dann physisch zusammensetzen. Der Impuls zur Gründung entstand aus einem Ohnmachtserleben vor dem Hintergrund der fortschreitenden Klimakrise, des Artensterbens und der Überschreitung der planetaren Grenzen (am10. Mai ist übrigens Erd-Überlastungstag – siehe unten stehendes Zitat!). Es war 2021 auch deutlich, dass von Seiten der Politik viel zu wenig getan wird, um  diese drängenden Themen anzugehen – leider ist das heute schon wieder ähnlich, der Klimaschutz ist zu einem “Nice to have” geworden, unverantwortlich angesichts der zu erwartenden drastischen Folgen! So beschlossen wir in und für Kürten im Rahmen unserer persönlichen Möglichkeiten anzuregen, zu informieren, auf Lösungen und Möglichkeiten hinzuweisen um die Biodiversität zu schützen, nachhaltiges Verhalten anzuregen und die Energie-, Mobilitäts- und Wärmewende anzustoßen. 

Zitat zum Erd-Überlastungstag:

„Würden alle Menschen so leben wie in Deutschland, wäre das Ressourcenbudget der Erde rechnerisch bereits im ersten Drittel des Jahres erschöpft.

Am 10. Mai ist das Limit hierzulande erreicht.“ 

(Quelle: Spiegel.de)

In den 5 Jahren der Existenz der IG Klima haben wir viele Aktionen, z. B. Info-Tage, Vorträge und auch praktische Projekte umgesetzt. Und wir machen weiter!

Was haben wir auf Metabolon erfahren?

Es ging los mit einem Vortrag zu Metabolon. Neben der Verarbeitung von Müll, findet hier Forschung statt, Bürger*innen können sich informieren und es werden auch pädagogische Angebote für Kitas und Schulen gemacht.

Der Aufstieg auf den „Deponiekegel“ offenbarte einen atemberaubenden Blick auf die Region. Gleichzeitig waren die vielen Stufen auch der bedrückende Beweis für alte Müllsünden der Konsumgesellschaft. Noch bis Anfang der 2000er Jahre wurde Müll einfach aufgeschüttet. Erst danach wurde nach anderen Methoden der Müllvermeidung und des Recyclings gesucht. Was ist nun mit diesem „Deponiekegel“? Er bewegt sich und gärt. Dabei entsteht Methan, das ein um 28 Mal höheres „Global Warming Potential“ hat als CO2 (Quelle: Wikipedia – Stichwort „Treibhauspotential“) . Was bedeutet das für solche alten Deponien? Diese müssen mit einer dicken Folie abgedichtet werden, das Methan wird durch Leitungen abgeführt und für die Erzeugung von Energie verwendet. Der Müllberg wird also noch lange Arbeit machen und ist gleichzeitig ein Mahnmal für die Fehler der Vergangenheit.

Entsorgen oder Verwerten?

Ist nun alles besser? Wie nah sind wir an wirklichen Stoffkreisläufen? Während für Metalle und Glas eine hohe Recycling-Quote erreicht wird, sieht es zum Beispiel bei Kunststoff anders aus. Hier ist die Recycling-Quote sehr gering. Der weit überwiegende Anteil wird „thermisch verwertet“, also verbrannt, ein kleine Teil erlebt dann ein „Downcycling“, das heißt die Lebensmittelverpackung aus Plastik bekommt ein zweites Leben in Form von anderen Verbrauchsgütern um schließlich auch “thermisch verwertet”, also verbrannt zu werden. Dieser Prozess erzeugt CO2.

Weltweit werden nur 4 bis 12 % des Plastiks recycelt. Je nach Region wird das meiste Plastik entweder deponiert oder verbrannt. Das sind sehr beunruhigende Zahlen. 

Ein Video von Rosie Barns, vom YouTube-Kanal „Engineering with Rosie“ zum Thema Plastik und Klima findet Ihr hier:

https://www.youtube.com/watch?v=D1rJNSVnpfI

Unser Fazit

Wir müssen so viel wie möglich Plastikverpackungen vermeiden und zum Beispiel bei Getränken zur Glasflasche greifen. Diese ist zwar schwerer, kann aber viele Male recycelt werden. Wir sollten uns in Kürten auch fragen, ob wir wirklich Wasser kaufen müssen. Warum nicht das in Kürten qualitativ hochwertige Leitungswasser trinken?Das spart Müll, Transport und Kosten.

Des Weiteren können wir im Haushalt bei der Anschaffung von Gütern auf eine hohe Langlebigkeit achten. Häufig ermöglichen dies die  plastikfreien Alternativen aus Metall, Holz oder Glas.